Gruenes Dilemma und der Leprechaun

Wie man sich selbst zerstoert haben die Gruenen in Irland eindrucksvoll bewiesen. Erst haben sie von der globalen Erwaermung gesprochen, als Irland den kaeltesten Winter seit 25 Jahren erlebte, dann kamen sie mit Ueberlegungen zur Oekologie die in Europa schon seit 15 Jahren Standard sind.

Im Dezember dann, als Koalitionspartner von Fianna Fàil, unterschrieben sie den Finanzplan der Irland retten sollte. Im Januar dann, man weiss nicht warum, distanzierten sie sich vom Finanzplan in der Hoffnung, dass die Iren so bloed sind und Green Party eine Moeglichkeit geben wieder im Dàil, oder mit jemandem anderen die Regierungsverantwortung zu bekommen.

Nun ist der Katzenjammer nach der Wahl gross, da die Iren doch nicht so bloed sind und Green Party aus dem Dàil geworfen haben. Mit gerade mal 1.9% bekam nicht einer der TD’s Gelegenheit wieder im Parlament zu sitzen. Allerdings, und da widerspreche ich der Irish Times wenn Miriam Lord schreibt: „It was always a proud boast of the faithful multitude that they belonged to the Untouchable Trinity of the Catholic Church, Fianna Fáil and the Gaelic Athletic Association.“

Es mag sein, dass diese „Heilige Dreifaltigkeit“ in Irland den Alltag bestimmt hat und es mag stimmen, dass Fianna Fàil die Uebermutter Irlands seit Eamon deValera war, aber die Zeiten aendern sich. Die Krise Irlands ist das Produkt einer Politik die den Leuten erzaehlte, „das Geld kommt vom Himmel, kommt und holt es Euch.“ Die Banken, gerade die AIB, gaben den Leuten reichlich ohne zu fragen, ob man die Raten auch zahlen koenne. Der Payslip reichte, um den Leuten ueberteuerte Haeuser auf Kredit zu verkaufen, denn die Baubranche boomte auch.
Ploetzlich brach das System zusammen und der Katzenjammer kam ueber Nacht. Und so bloed sind die Iren nicht das nicht zu begreifen.

Die Reaktion von Fianna, sparen was das Zeug haelt und das in Bereichen, die eigentlich fuer einen Staat wichtig sind. So wurde der oeffentliche Sektor beschnitten, das Gehalt der Gardai gekuerzt -ein Witz, wuede jemand in anderen Laendern auf die Idee kommen, die Polizisten wuerden eine Revolution starten-, der Gesundheitssektor beschnitten, Leute, die sich um ihre Angehoerigen kuemmerten waren ploetzlich mittellos. Dafuer goennte man dem Chef der Anglo-Irish Bank eine grosszuegige Abfindung, uebrigens als Chef bei der AIB fuer den Mist verantwortlich, und unser Premier genehmigte sich ein grosszuegiges Gehalt, es wir erzaehlt er bekommt mehr Geld als Barack Obama, waehrend im Sommer letzten Jahres der „nationale runde Tisch“ eingefuehrt wurde. Die Gewerkschaften feierten als Erfolg, dass ihre Mitglieder nur auf 7% Lohn verzichten muessten, sprich das Gehalt gekuerzt wuerde um Irland aus der Krise zu fuehren.
Das alles hatten die Iren bei der Wahl im Kopf und sie haben einen Enda Kenny erlebt der zu den Menschen geht.

Am Anfang hielt ich nicht viel von Kenny, besonders nach seinem Werbespot und seinen Plaenen, aber Kenny hatte den Willen und eine Partei im Ruecken die den Wechsel wollten, und dafuer auch alles unternahmen. Willenstark, auf die Leute eingehend, zuhoerend. Und, anders als Sinn Fèin und die Left Union, sich zu Europa bekannten und erklaerten, „wir koennen nur mit Europa Irland retten.“ Die Iren haben das begriffen. Und sie haben linken Populisten eine Absage erteilt. Ausser in den Nordprovinzen, wo auf Grund der Naehe zu Nordirland Sinn Fèin stark war, waren die Erfolge im Rest eher verhalten.
Eher waehlten die Leute Labour und, absolut ueberraschend, Independant, eine Partei die sich im letzten Jahr gegruendet hat.

Fianna Fàil, und auch da widerspreche ich der Irish Times, wurde von den Leuten gewaehlt die immer Fianna waehlen, weil es schon der Vater machte, der Opa und der Ur-Opa. Die Stammwaehler die immer eine Partei waehlen, egal wie dumm diese Entscheidung ist. Mag sein dass die Priester fuer Fianna votierten, mag sein das Tradition verpflichtet.

Und hier komme ich zum Leprechaun. In den irischen Legenden ist der Leprechaun klein und nicht ganz einfach. Aber er hat den legendaeren Topf mit Gold. Und den wird die neue Regierung brauchen. Die Probleme sind zahlreich, Arbeitslosigkeit, Braindrain -jede Woche fliehen viele Iren auf der Suche nach Arbeit und das sind nicht Leute aus Ballyfermont oder Knocknahenee-, Perseptivlosigkeit und leben von der Sozialhilfe, die Staatsverschuldung, Bankenkrise.

Wie mir ein Taxifahrer sagte, als ich zur Arbeit fuhr, „wir brauchen eine Revolution.“ Die brauchen wir in der Tat und hoffentlich schafft Fine Gail die Wende, denn ich werde Irland nicht verlassen.

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