Irland und die Neutralitaet

Da sich der 8. Mai naehert, ich in Irland lebe und in einem Kommentar bei Facebook geschrieben wurde, Irland haette fuer Dikatoren etwas uebrig, ist es an der Zeit mal etwas ueber irische Geschichte zu schreiben.

Die Geschichte Irlands ist begleitet von 800 Jahren Fremdherrschaft. 800 Jahre war Irland von seinem Nachbarn Grossbritannien besetzt und schaut man sich die Karte an, dann sieht man, dass diese Zeitspanne seine Spuren dahingehend hinterlassen hat, dass es eine Republik Irland gibt und Nordirland, eine autonome Provinz von England. Nach dem Anglo-Irish War und dem Buergerkrieg zwischen Republikanern und Provisional Government hatte man wenig Lust sich in irgendeinen Konflikt ziehen zu lassen.
Der Krieg und Buergerkrieg waren nicht mal seit 20 Jahren vorbei. Ausserdem war man der Meinung dass kleine unabhaengige Staaten sich aus dem Konflikt grosser Laender raushalten sollten, wie de Valera die Haltung Irlands erklaerte.

England draengte Irland zu Beginn des Krieges seine Neutralitaet zu Gunsten der Alliierten aufzugeben und Deutschland den Krieg zu erklaeren. Man drohte Irland auch mit wirtschaftlichen Einschraenkungen, sollte Irland weiterhin an seiner Neutralitaet festhalten Trotzdem hielt man an seiner Neutralitaet waehrend der Kriegzeit, sehr zum Unwillen Berlins fest.
Hitler dachte, dass die Iren gegenueber einer Einmischung Deutschlands nicht abgeneigt waeren, zumal einige Iren nicht nur waehrend des spanischen Buergerkriegs aus Seiten Francos kaempften und auch in die Waffen-SS eintraten, und war ueberzeugt, dass Irland sich dem Nationalsozialismus anschliessen wuerde. Die Iren allerdings hielten von Hitler und dem ganzen einen Dreck. 70.000 Buerger des irischen Freistaates traten in die britische Armee ein und verrichteten ihren Dienst in Navy, Army und Airforce. Ca. 200.000 in England lebende irische Buerger meldeten sich freiwillig zum Dienst in der britischen Armee.
Die irische Neutralitaet sah so aus, dass die Regierung in Dublin den Alliierten Bombern Ueberflugrechte ueber Donegal einraeumte –Donegal Corridor-, damit man die Basen in Fermanagh (Nordirland) erreichen konnte. Ebenso wurden Flugzeuge der USAAF auf dem Shannon Airport betankt und Flugboote in der Naehe von Foynes, bevor sie Richtung Nordafrika weiterflogen. Piloten, die auf dem Gebiet Irlands abstuerzten, wurden zur Grenze nach Nordirland gebracht und dort uebergeben. Dagegen musste die deutsche Botschaft in Dublin fuer die Internierung deutscher Piloten und Marineangehoerige bezahlen. Als das Geld ausging wurden die Deutschen Internierten zum Arbeitsdienst auf irischen Farmen herangezogen. Nicht ein Deutscher wurde an das Reich zurueckgegeben sondern blieb bis Kriegsende in irischer Internierung.
Piloten der Alliierten, die in Irland verstarben, wurden mit allen militaerischen Ehren Nordirland uebergeben. Es ist ueberliefert, dass die Besatzung eines amerikanischen Bombers der in Irland abstuerzte mit den Worten uebergeben wurde, „Ours is the Honour, but yours is the Glory!“ und dabei die Ehrenformation die Gewehrkolben nach oben hielt um die Toten zu ehren.

Ich glaube nicht, dass man Irland vorwerfen kann mit Dikatoren zu kuscheln, auch wenn die IRA, oder Mitglieder der IRA, versuchte den Kampf gegen die Briten mit Hilfe der Deutschen wieder aufzunehmen. Versuche der IRA wurden auch in Irland torpediert und der irische Geheimdienst arbeitet eng mit dem britischen zusammen und versorgte diesen mit Informationen. Ebenso waren es irische Meteorologen die den Allierten die Wettervorhersagen fuer die irische See gaben und so, indirekt, fuer den Erfolg von D-Day beitrugen.

Natuerlich kann man Eamon de Valera vorwerfen, er haette einen Faible fuer den Nationalsozialismus gehabt, schliesslich haette er ja zum Selbstmord von Adolf Hitler konduliert und hat sich bei Roosevelts Tod nicht blicken lassen. Ganz ehrlich und auch wenn ich vielen Iren vor den Kopf stosse, von de Valera halte ich gar nichts. Die ambivalente Haltung Irlands waehrend des Krieges finde ich gut, schliesslich haette man auch konsequent Neutral sein koennen. de Valera allerdings hat immer versucht Vorteile aus der Situation zu ziehen. Schliesslich war er es der Collins und die Anderen 1921 in’s offene Messer laufen liess, wohl wissend was der Vertrag ausloesen wuerde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: