Autofahrer

Es war letzte Woche als ich in Richtung Lancaster Gate unterwegs war und ein scharfes quietschen hoerte und auf den darauf folgenden unvermeidlichen Impact wartete der leider, oder zum Glueck, ausblieb.
Man koennte sagen, „den Heiligen sei Dank,“, denn in der Liste der schlechtesten Autofahrer nehmen die Iren fuer mich den ersten Platz ein. Ok, man sagt die Autofahrer in Papua Neuguinea waeren noch schlechter, was ich nicht beurteilen kann, da ich noch nie dort war.

Lange Zeit waren ja die Israelis fuer mich führend, aber die Iren haben sie locker geschlagen, denn sowas wie hier habe ich noch nie gesehen, und ich darf behaupten, ich kenne mich aus.
Meinen Führerschein habe ich vor fast 30 Jahren gemacht und fahre seit der Zeit Auto. Erst einen 67er VW Bus mit defekten Stoßdämpfern. Jedesmal, wenn ich bremsen musste, verneigte er sich wie ein Kniekranker Elefant im Zirkus. Das sah nicht sehr ueberzeugend aus, da die Windschutzscheibe dem Asphalt bedenklich nahe kam, dafuer passte aber viel Kram in die Karre, d.h. Zelt, Schlafsack und was man als 19 jaehriger fuer einen Campingausflug nach Holland braucht. Und bevor einer was sagt, nein Rauchwaren hat man in den Niederlanden besorgt.
Danach hatte ich einen Fiat 127, oder Centoventisette, wie der Italiener sagt. Dieses Auto hatte ich in muehevoller Kleinarbeit selbst aufgebaut, bis die Zylinderkopfdichtung platzte und ich eine Rauchschwade hinter mir herzog wie ein abgeschossener Jagdbomber aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Epsiode war lange Dorfgespräch. Beeindruckend war seine Lackierung, denn ich hatte da echt gespart und ihm Ferdinands besten Lack gegönnt, naemlich „Ferdinand Porsche Diamantweiss.“

Autofahren gelernt habe ich dann in Italien, da man seinen Verstand an der Grenze abgibt und in die Tiefe des Raumes reingleitet, oder um es mit Starwars zu sagen, „Verrueckt zu sein Du musst.“
Das war ich in der Tat, denn wenn Italiener eines richtig gut können, neben Mode, Schuhen und Parfuem, dann ist es Autofahren. Niemand faehrt mit solcher Anmut. Kein Volk kann mit einer Hand am Lenkrad steuern, mit der anderen Hand das Autoradio bedienen, mit der dritten Hand die Hupe im Lenkstockhebel bedienen, mit der vierten Hand den Gang wechseln und mit der fuenften Hand seiner Beifahrerin den Oberschenkel streicheln, waehrend er in den Rueckspiegel Flueche an seinen Hintermann schickt und gleichzeitig aus dem Autofenster spuckt, waehrend er seiner Beifahrerin ein „Ti Amo,“ in’s Ohr flüstert. Diese Eleganz kann nicht mal von den Franzosen uebertroffen werden. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass die Italiener quasi mit einem Ferrarimotor im Bauch geboren werden. Und sie werden entweder Rennfahrer, oder Fussballspieler. Da beide Berufe nur einer begrenzten Anzahl zur Verfuegung stehen, muessen sie zwangslaeufig auf andere Berufe ausweichen, die sehr viel langweiliger sind, ihnen aber den Unterhalt bringen, den sie a.) In Autos investieren, damit sie ihrer wahren Berufung nachgehen können und b.) in’s Stadion tragen, damit sie ihrer wahren Berufung nachgehen können und denen da unten erklaeren, wie diese zu spielen haben. Ein Italiener ist mindestens so gut wie Buffon, kann ein Team besser trainieren als Trapattoni und schiesst mehr Tore als Balotelli.
Ich will es mal so sagen, die Italiener besitzen beim Fahren die Anmut eines Alessandro Altobelli, gepaart mit der Geistesgegenwart eines San Gennaro und haben, gerade in Sueditalien, noch die Fica am Rückspiegel, mehr geht also wirklich nicht.

Dagegen setzen die Iren Duftbäume, was, so meine Vermutung die ich wissenschaftlich nicht beweisen kann, fuer den schlechten Fahrstil sprechen. Der Ire an sich hat gefuehlte 8 Duftbäume in verschiedenen Duftrichtungen am Innenspiegel haengen, was einem nicht nur die Riechepithel zusammen haut, sondern auch zur sofortigen Besinnungslosigkeit führt, da der Geruch einfach infernalisch ist und manche Krankenhaeuser eine Mischung davon als Narkosemittel einsetzen, auch das waere nachzupruefen, wuerde mich aber nicht sehr wundern, da Beisshoelzer zur Schmerzbekaempfung wahrscheinlich in den 60er Jahren abgeschafft wurden, nachdem das erste Chloroform den Weg auf die Insel fand.

Die Iren sind eine Mischung aus Eddie Irvine und Gareth MacHale, allerdings sehr limitiert in ihren Fähigkeiten. Rote Ampeln nehmen sie erst sehr spät, oder gar nicht wahr, die Koordinationsfaehigkeit ist ihnen voellig abhanden gekommen, und waehrend Italienerinnen beim Autofahren sich noch die Augenbrauen nachziehen und den Sitz ihres Giorgio Armani BH’s kontrollieren, waehrend sie ein Telephonegespraech mit ihrem Freund führen, rammen irische Autofahrerinnen fast eine gesamte Parkreihe weg, weil das Telephon klingelt und sie nicht wissen, was sie zuerst machen sollen, Lenken, oder telefonieren.
Das war ein Grund, warum die irische Regierung beschlossen hatte, nach englischen Vorbild, eine Pruefung einzuführen, genuegte es vor ein paar Jahren einen Erwachsenen aus dem Pub abzuholen und ohne ernsthafte Schaeden nach Hause zu fahren. Diese Entscheidung fuehrte fast zur Revolution bei uns und auch mein Landlord haette am liebsten Dublin in Schutt und Asche gelegt, schliesslich hat seine Tochter seit sie 17 ist einen Führerschein. Sie faehrt zwar nicht zwangslaeufig besser, laesst aber vernuenftigerweise das Auto oefters stehen. Nun macht man Fahrstunden. dann geht man zur Pruefung, freut sich ungemein, dass der Vater mit dem Pruefer Stunden am Tresen verbracht und ist überrascht, dass man ueber 100 Ecken mit dem Sohn des Fahrpruefers verwandt ist und dieser dann den Fuehrerschein ausfüllt, schliesslich ist irisches Blut dicker als Wasser.

Angeblich, so unsere Regierung, hat diese Massnahme dazu geführt, dass Unfaelle mit Todesfolge abgenommen haben, wobei ich mir nicht so sicher bin, da manche Iren immer noch wie Kamikazepiloten unterwegs sind. Das ist auch der Grund warum man bei uns grundsaetzlich rote Ampeln ignoriert und sich in den Verkehr wirft. Das ist die einzige Moeglichkeit ohne groessere Blessuren von einer Strassenseite auf die andere zu kommen. Angeblich, so die Legende, wartet ein Fussgaenger im County Waterford immer noch darauf, dass er seine Cousine auf dem Hof seiner Verwandten besuchen kann, sich aber nicht traut die Strasse zu überqueren. Angeblich laueft er seit 60 Jahren die Strasse auf und ab und weiss nicht mal dass seine Cousine 1990 an gebrochenem Herzen gestorben ist.

Solange wir unsere Schutzheiligen wie St. Patrick haben, der zwar die Schlangen aus Irland vertrieb, aber nicht dafuer sorgte, dass die Iren bessere Autofahrer wurden besteht wenig Hoffnung, aber fuer uns Fussgaenger ist immer noch die Moeglichkeit rote Ampeln zu ignorieren.

Uebrigens, wenn sie in Irland einen Bus nutzen, wundern Sie sich nicht wenn dieser langsamer wird. Entweder telephoniert der Fahrer waehrend der Fahrt -eine typische irische Angewohnheit-, oder der Bus verreckt grade, denn die Busse werden hier akribisch gewartet. Man schaut dass noch alle vier Raeder dran sind bevor man los feaehrt, drei Raeder geht auch noch und es gibt Leute die sich darueber beschweren dass sie waehrend der Fahrt aussteigen mussten, um den 203 nach Blackpool zu schieben. Das passiert aber nur sehr selten, ich wuerde sagen sowas duerfte wirklich nur im Norden passiert sein, wir in Cork sind im Rebelcounty. Wir stecken den Bus in Brand und machen ein BBQ, dass ist effektiver.

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