Pub Export

Was typisch irisch ist, das ist die Vielzahl der Pubs die es Weltweit gibt. Ich denke Irland ist Weltmeister im exportieren von Pubs. Egal wo man ist, ob im hinteren Kathmandu, oder mitten in New York, man wird zwangslaeufig ueber einen irischen Pub mit dem malerischen Namen, „The Shamrock Inn,“ „The fighting Irish,“ oder „The mighty Craic“ stolpern. Selbst in der Arktis gibt es mit Sicherheit einen Pub und die Getraenkekarte kann man schon so sagen, Guinness, Tullamore Dew, irish Coffee, Kilkenny, vielleicht noch Murphys, oder den einen oder anderen Whiskey, dabei haben wir zig Destillen und mit Tullamore Dew waescht man sich hier nicht mal die Füße. Man trinkt Paddy’s, Jameson, Powers, Killbeggan, Midleton usw., wobei Jameson, Paddy’s und Midleton natuerlich aus dem County Cork kommen, ebenso wie Cork Gin -der uebrigens riecht wie ordinaerer Industriesprit-

Lange Zeit spekulierte man, ob Pubs regional nur in Irland existierten und irgendwann als Geschäftsidee exportiert wurden, oder ob es schon frueher Pubs ausserhalb Irlands gab. Es hielt sich hartnaeckig das Gerücht, der erste Pub wäre in Stratford-upon-Avon gestanden, benannt nach seinem Besitzer Eoghan O’Boru, „The Lucky Eoghan,“ spaeter bekannt als „The drunken Leprechaun.“ Weiter hielt sich auch hartnaeckig das Geruecht Shakespeare waere hier durch das Dark Arts, ein Porter aus aus dem County Kildare zu seinen Meisterwerken gekommen. Das ist natuerlich Quatsch. Waere dem so, dann haette er statt Romeo und Julia, Declan und Fiona geschrieben, die Liebesgeschichte zweier Iren, die nach unsaeglichen Problemen mit ihren Clans 12 Kinder in die Welt setzten. Hat er das? Nein, natuerlich nicht. In keinem Werk kommt ein Ire vor. Selbst der Schwarze, ist der Mohr von Venedig und nicht der Leprechaun in Gruen aus Limerick.

Mittlerweile ist die historische Forschung der Meinung, dass der erste Pub ausserhalb Irlands in Ostia existierte. James Richardson, Professor fuer irische Geschichte am altehrwuerdigen Trinity College, hat Belege gefunden, dass der erste Pub ausserhalb Irlands in der roemischen Hafenstadt gegruendet wurde. Wahrscheinlich waehrend der roemischen Eroberung Britanniens um etwa 52 v. Chr. -Gaius Julius Caesar „Te Bellum Gallico“-
Anscheinend, so Richardson, muessen roemische Galeeren auf dem Weg nach England vom Kurs abgekommen sein und sind wohl in der Naehe von Kinsale auf Einheimische gestossen. Belegen laesst sich das an Hand einer kleinen Oellampe roemischen Ursprungs, die man in Irland bei Ausgrabungen fand. Richardson fand keine Ruhe, waelzte die „Táin bó Cúalnge“ und die „Fianna“ unsere irischen Heldensagen und ist wohl dort fuendig geworden. Cathal, so hiess der gute Mann, erklaerte sich offensichtlich bei einem typisch irischen Stew dazu bereit, Iren sind sehr gastfreundlich, dem Kapitaen der Galeere zu erklaeren, wie sie England finden könnten. Der Kapitaen, dessen Name anscheinend Lucius Quillus war, so die Saga, versprach Cathal, er wuerde ihn mal mit nach Rom zum Gladiatorenkampf mitnehmen. Wahrscheinlich dachte Lucius eher an das Geld, dass man fuer einen ordentlichen Sklaven bekommen könnte. Auf jeden Fall, nach ein paar Shots, fuhr unser Held auf der Galeere mit.
Ob er Lucius den Weg nach England zeigte ist unbekannt.
Bekannt ist, dass unser Held in Ostia auftauchte und nach einer Beschaeftigung nachsuchte. Fuer das Gladiatorengeschaeft war er offensichtich nicht geeignet und nach einer Suche in roemischen Archiven, war wohl auch die Legion nicht sonderlich an ihm interessiert. Es gibt einen Eintrag in den Analen der Legio I. Italica, wobei es eher unwahrscheinlich ist, da die Legio Italica etwa 66 n. Chr. gegruendet wurde. Es ist also umstritten ob Cathal wirklich bei dieser Legion um Aufnahme nachsuchte, wahrscheinlicher ist, dass er wohl bei der der Legio Ostia, die ein Quartier dort besass nachsuchte, oder wahrscheinlich bei den Marinestreitkraeften um Aufnahme nachfragte, schliesslich war Ostia zu der Zeit Kriegshafen. Gesichert ist nichts.

Danach, so weiss man, eroeffnete Cathal seinen ersten Pub in der Hafenstadt, das Ding hiess „hilaris Hibernica“ und auch Gajus Julius Caesar zaehlte zu den Stammgästen. Allein sein irish Stew veranlasste die roemische Gesellschaft dazu, an das Rezept zu kommen und nicht wenige Frauen der roemischen High Society waren an mehr, als nur dem Rezept fuer den Sonntagsschmauss interessiert, natuerlich durch die Sklaven zubereitet. Cathlan war eine Institution in Ostia, durch die Naehe zum Hafen hatte er genuegend Gaeste aus der damaligen Welt. Man weiss, dass Cathal nicht verheiratet war, aber offensichtlich mit einer Römerin mit dem Namen Lucilla -andere Quellen nennen eine Livia- zusammen lebte. Mit ihr sollte er wohl mehrere Kinder gehabt haben, bis das Paar beschloss den Pub zu verkaufen und nach Irland zurückzukehren.
Richardson hat in Italien rausgefunden, dass der Pub von einem Marcus Auxillius Quintus zum Preis von 1000 Sesterzen gekauft wurde und Cathal und seine Freundin, ich sage mal Lucilla, ein Schiff in Richtung Gallien bestiegen haben.
Cathal hat seine Frau auf jeden Fall geheiratet und beide lebten in der Nähe von Kinsale in relativem Wohlstand. Soweit konnte die irische Forschung die Geschichte des ersten irischen Pubs ausserhalb Irlands einigermassen klären. Leider kann man nicht mehr ueber Cathal rausfinden, glaubt man den irischen Sagen, dann hat Cathal wohl ein bisschen Mediterrane Lebensart nach Irland gebracht, von der allerdings nichts mehr spürbar ist.
Lucilla hat ihrem Mann noch ein paar Kinder geschenkt, von deren Nachkommen einer irischer Staatspraesident wurde, aber das ist eine andere Geschichte und es duerfte interessant werden herauszufinden, ob dem wirklich so ist.

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