Buddy Jesus Reloaded

Was ich vergass zu erwähnen, ich kenne kein Land, Italien mal ausgenommen, weil ich eine Zeit dort verbracht habe, wo es Tanks mit Weihwasser gibt. Ja, Sie haben ganz richtig gelesen, bei uns gibt es tatsaechlich Kirchen die im Hinterhof eine Weihwasserquelle haben. Mag man kaum glauben, ist aber so und ich frage mich jedesmal, „Arbeitet van Helsing in der Stadt? Gibt es Vampire in Irland, oder sonstwas dämonisches? Warum, um alles in der Welt, hat man eine Weihwasserquelle?“ Nutzt man das Wasser um seine Kartoffel zu kochen und sagt zu seinen Lieben, „It’s a Holy Mash!“ Nimmt man Gallonen davon, heizt es auf und fuellt es in die Badewanne? Steht Jesus ploetzlich neben einem und sagt, „Naja, zwei Liter haetten es auch getan.“ 

Klingelt man bei seinem Nachbarn, schuettet ihm eine Flasche in’s Gesicht und schreit „Vade retro!!!!“ weil er einem letzte Woche im Suff in die Begonien gepinkelt hat und man schon immer den Argwohn hatte, „so ganz dicht ist der nicht.“

Was macht man mit dem Wasser, auch wenn viele Iren das ganze Ensemble der Krippe auf dem Board haben, mag ich nicht glauben, dass sie sich damit bekreuzigen. Nutzen sie es als Eau de Toilette, gehen sie bei Einbruch der Dunkelhait auf Jagd nach Vampiren, oder Werwoelfen im County Cork, trinken sie es und werden nicht nur heilig, sondern auch high davon. Ist das Wasser aus dem River Lee, wer haelt seine Hand darüber, fliegt es die irische Luftwaffe nach Rom und der Papst segnet das, oder schreitet der Archbishop von Dublin durch das Land und sagt, „Ich segne Dich, Wasser!“ Und der Messdiener sagt, „Das kostet Dich jetzt aber ein Snickers, oder ’nen Tenner, kannst mir auch 20 quitt geben.“

Ich muss gestehen, ich bin sehr neugierig und werde an dieser Sache bleiben, weder habe ich die richtige Religion, noch mit Religion etwas am Hut, aber ich bin halt extrem neugierig und wenn der Priester die St. Paul’s verlaesst werde ich ihn umhauen, am Boden festnageln und ihn der hochtnotpeinlichen Befragung unterziehen, was es mit diesen Weihwasserquellen auf sich hat. Spaetestens, wenn ich ihm die Unterhose die Kerbe hochziehe, wird er plaudern. Zur Not verbrenne ich ein Heiligenbild, weil ich muss das wissen. Kann es sein, dass Leprechauns bei Dunkelheit und einem Topf Gold ueberlegen, unsere Regierung zu kaufen, ist es moeglich, dass die Banshee jetzt schon fuer unseren Taoiseach singt. Verlassen die Feen das Land mit der Faehre Richtund England. All das moechte ich gern wissen und das aus erster Hand. Und wenn man das mit dem Wasser verhindern kann, aber hallo, ich kaufe Kanister bei 53 Degrees North, schliesslich habe ich eine Kundenkarte. Ich moechte mich nicht ueberraschen lassen, schon gar nicht von der Kirche.

Volunteer

Bei uns in Irland ist es anders als in Deutschland, gemeinnuetzige Organisation wie z.B. die Caritas, muessten sich ihre Penunzen hier selbst verdienen. Organisationen in Irland haben nur die Moeglichkeit ueber Volunteers an Geld zu kommen, sonst gehen sie einfach unter.
Und anders als in Deutschland ist die Zahl der Organisationen hier gross. Es gibt Concern, vergleichbar mit „Brot fuer die Welt,“ eine Organisation die es sich zur Aufgabe gemacht hat den Aermsten der Armen in der 3. Welt zu helfen, dann Guide Dogs, Barnados, usw. usw.
Jede Organisation hat ihre Volunteers, die sind wichtig, damit nicht nur der Rubel rollt, sondern auch dass der Laden laueft.
Zwei davon, Concern und Barnados unterstuetze ich monatlich, weil ich es als Pflicht erachte das zu tun. Barnados kuemmert sich um Kinder, die in schwierigen Verhaeltnissen aufgewachsen und von daheim geflohen sind. Barnados hat in jeder Stadt in Irland zentren, wo sich die Kinder hinfluechten können. Daneben kuemmert sich Barnados darum, dass diese Kinder einen ordentlichen Schulbesuch bekommen und es Ihnen an nichts mangelt. Das ist mir jeden Monat 13€ wert und ich bin stolz Irland das zu geben, was man mir gegeben hat. Irland ist meine Heimat und ich denke, wenn der Priester von der Peter and Paul Church an meine Tuer klopft, dann wird er von meinem Bratkartoffeln bekommen.

Was allerdinsg nervig ist, dadurch dass die Organisationen keine Unterstuetzung vom Staat bekommen und auf Spenden angewiesen sind, halten sie sich ein Heer von Volunteers.
Diese Volunteers treten in Battalionsstaerke bei uns auf und besetzen jeden strategisch wichtigen Punkt in der Stadt. Nicht nur das, sie richten sich strategisch so aus, dass man zwangslaeufig in sie gerät. Jedes Gespraech muendet meist damit dass man sein iPhone, oder Android Smartphone aus der Tasche kramt, seine Bankdaten raussucht und sie diesen Wegelageren mitteilt, nur damit man seine Ruhe hat und seinen Auftrag hinterher wieder storniert.

Ist nervig und wird es immer bleiben. Egal ob sie mit Wuffs irgendwo stehen, oder eine „Disabled Person“ im Rollstuhl, diese Leute wissen wie man das Herz eines Iren öffnet. Natuerlich fragen sie nur, ob man mal eben 2 Minuten fuer sie Zeit hat und leider bin ich derjenige der in sie reinlauft, selbst wenn ich stur geradeaus blicke und schaue wie Clint Eastwood im Film „Fuer eine Handvoll Dollar,“ sie tacklen mich und fragen ganz unschuldig, „Just two Minutes.“
Zur Zeit sind wieder die Leite von SVP unterwegs, „The Society of St. Vincent de Paul“, die sind aber harmlos, weil sie nur einen Eimer dabei haben. Schlimmer sind die Leute mit einem Ordner, neben dem Eimer. Sie versuchen nicht nur 2 quitt zu bekommen, sondern wollen Deine Unterschrift, damit Du im Monat 10 quitt spendest, machst Du das, dann rufen sie sich jeden Tag an und fragen ob man nicht mehr spenden kann, weil die alte Oma nicht ihr Haus verlassen kann, die 12jaehrige trotz Kondom schwanger geworden ist, oder der Hund eine Wurmkur braucht.
Wenn man sagt, dass man ein alter armer Mann ist, dann fragen sie, ob 50 Cent mehr im Monat ok sind.

Viele iren sagen, dass das Aufkommen dieser Organisationen begann, als es mit dem Land Bergab ging, keine Ahnung. Ich habe mich aber gewappnet.
Wenn ich Leute von Concern sehe, dann halte ich meinen Ausweis wie eine Monstranz hoch und rufe schon quer ueber die Strasse, „I’m a Member of Concern!!!“
Ansonsten nutze ich diverse Tricks, ich habe stets einen Becher in meinem Rucksack und wenn man mich tacklet, dann hole ich den raus und frage unverblümt, „I need Change, please give me your Change, only one Euro is enough to buy some Food for me and my Wife and the 10 Children. Muriel will go to the College you know? And as a real poor german Guy i’ll need any Help.“ , dabei schaue ich wie Lazarus kurz vor dem Exitus und manchmal kann ich mir davon einen Kaffee bei Cork Coffe Roasters auf der Bridge Street goennen. ansonsten halte ich es wie unsere Touristen und trage einen Langenscheidt bei mir. Es hat lange gedauert, aber ich habe jetzt diverse Ausgaben, polnisch-englisch, slowakisch-englisch, tschechisch-englisch und rumänisch-englisch. Falls mich einer anspricht blaettere ich muehsam im Dictionary und halte ihnen das unter die Nase, mit der Frage, in gebrochenem englisch, wo das billigste B&B, oder Hostel ist.
Manchmal habe ich auch die aeltesten Pluennen an, trinke vorher einen Jameson, damit ich eine ordentlich Whiskyfahne habe, greif in den Eimer und mir an den A.. und sage voellig unschuldig, „Sorry Lads, spend all me Money in Whisky and Beer (The wild Rover). Meist wenden sie sich angewidert ab und lassen mich in Ruhe.

Man muss halt all die Tricks kennen und wenn die Weihnachtszeit naht, dann stehen sie wieder auf der St.Patricks. der Grand Parade, der North- und Southmall, vor Tesco und warten auf einen mit der unschuldigen Frage, „Sir, do you have just 2 Minutes?“ und schauen Dich mit diesem Welpenblick an, dass Du sofort Dein Taschentuch aus der Hosentasche holst und sagt, „Not really, but what’s the Issue.“