Pirates of the Caribbean

Irland ist zwar eine Insel, trotzdem sind wir keine Seefahrernation, anders als andere Laender in der Geschichte. Die Wikinger z.B., die aus lauter Langeweile daheim sich in lustige Boote zwaengten und halb Europa in einen Abenteuerpark verwandelt haben, oder die Engländer, die selbst noch auf einer Meeresschildkroete ihr Banner aufdrücken und ihr einen Namen geben mussten -New Victoria, New England, New Schlagmichtot-. Die Spanier, die zwar nicht die ersten in der Neuen Welt waren, aber immerhin der juedischen Verschwoerung Vorschub leisteten, schliesslich war Columbus Jude. Die Portugiesen, die zwar damals schon chronisch pleite, aber sehr erfinderisch darin waren rund um die Welt zu segeln. Die Niederländer, schon damals ein Volk von Kaufleuten und sehr erfinderisch im Erfinden von Joint Venture Groups, quasi als Gegenstueck zu den Briten. Und dann natuerlich die Franzosen, die es auch mal haben krachen lassen, wenn die Portugiesen einen Felsen im Indischen Ozean ihr Eigen nannten und Frankreich der Meinung war, hier koennte man was holen.
Nein, damit koennen wir natuerlich nicht mithalten, aber auch wir waren eine Nation der Freibeuter, jawohl! Es waren zwar nur fünf, aber immerhin haben diese Fünf die damalige Welt in Angst und Schrecken versetzt.

Der erste war Edward Seegar, besser bekannt unter dem Edward England, nicht zu verwechseln mit Johnny English.
Ueber die Kindheit Edwards weiss man wenig, man weiss auch nicht, woher er aus Irland stammte. Geruechte besagen, das Edward als Kind gerne seine Spielkameraden ueber die „Planke“ jagte, andere besagen, Edward haette gerne Katzen geteert und gefedert. Hartnaeckig haelt sich das Gerücht, er haette es nicht an Katzen ausprobiert, sondern am dicken Liam und haette vor seinem Vater nicht nur einen Monat Hausarrest erhalten, sondern sei vom Pfarrer auch als Messdiener verstossen worden. Wie gesagt, Gerüchte.
Fakt ist, als Edward heranwuchs, da gab es zwei Optionen fuer ihn, entweder Buchhalter in Port Laois, oder Seemann auf einem Krabbenkutter in der irischen See. Buchhalter erschien Edward, dem der Beruf des Buchhalters eher langweilig vorkam, nicht so spannend. Ausserdem war er der Meinung als Buchhalter koenne man keine Leute, durch zeigen eines Holzschwertes, zur Herausgabe der Geldboerse bewegen. Der Beruf des Seemannes schien ihm schon eher dazu geeignet, schliesslich hat man da die Möglichkeit, wenn man jemanden vor eine Kanone bindet, dass dieser wohl eher dazu geneigt ist seine Geldboerse zu zücken. So also entschied sich Edward und ging an Board der „Lustigen Möwe,“ um das Handwerk eines Seemannes zu erlernen, mit der spaeteren Berufsaussicht Freibeuter zu werden.
Edward erwiess sich als sehr geschickt und sein Kapitaen war auch sehr zufrieden mit ihm. Allerdings war Edward von der Eintoenigkeit ziemlich genervt. Navigieren lernen war ja Gut und Schoen, aber sonst? Selbst als der Schiffskoch die Suppe versalzen hatte und Edward lautstark forderte, man muesse den „Bastard mal so richtig Kiel holen lassen,“ da war er enttäuscht, dass er mit seiner, zugegebener Maßen vorrevolutinaeren Meinung, so ziemlich alleine stand. Auch als jemand beim Krabbenfischen nicht Achtsam genug war und Edward ihn schon vor dem geistigen Auge am Hauptmast baumeln sah, was dann doch nicht passierte, erregte seinen Unmut.
Ja, Edward entwickelte hier rebellische Faehigkeiten und warf kurzerhand seinen Kapitaen ueber Board, nahm die Mannschaft in Geiselhaft und segelte nach Jamaica. Bevor er Jamaica erreichte, wurde die „Lustige Möwe“ vom Piraten Christopher Winter aufgebracht und er, als Kapitän, der hochnotpeinlichen Befragung unterzogen, was er denn eigentlich wolle. Edward antwortete einfach nur ungerührt, „Ich will Weiber, Saufen und Kohle haben, das hat man doch als Pirat, oder nicht? Und das will ich auch!“
Winter, ob dieses Statements des jungen Edward maechtig beeindruckt, verbrannte kurzerhand die „Lustige Möwe,“ allein schon wegen des bescheuerten Namens, gab Edward ein Kommando auf der Schaluppe „Lustiges Wildschwein“ und war froh so einen jungen und enthusiastischen Mitstreiter gefunden zu haben.
Edward nahm seinen Kumpel John Taylor mit auf’s Wildschwein und begab sich auf Kaperfahrt. Haette alles prima sein koennen, wenn die bloeden Engländer nicht einen ehemaligen Piraten als Gouverneur eingesetzt haetten. Woodes Rogers, vormals ein Saufkumpel der Piraten, wechselte naemlich die Seiten und trat in die Dienste des englischen Koenigs. Gemunkelt wird, dass er als Pirat voellig unfaehig war und England mehr Geld bot, als so ein Fischkutter an Beute brachte. Fakt ist, Rogers kannte sich bei seinen Kumpels gut aus und liess die unerbittlich jagen.
Das hatte fuer Edward die Folge dass er und seine Jungs, einen ganz schmalen Fuss machen mussten und sich flugs in den Indischen Ozean absetzten. Edward, der seine Schaluppe in „The Fighting Mick“ umbenannte, enterte ein Schiff der englischen East India Company und übergab das Kommando an seinen Maat John Taylor, mit der Auflage, das Schiff in „The Lucky Shamrock“ umzubenennen.
Taylor, Englaender diurch und durch, dachte nicht im Traum daran und nannte es „The british Bulldog.“ Aerger war also vorprogrammiert, besonders als Edward ein Schiff der East India Company stellte, und nach tagelangem schweren Seegefecht der englische Kapitaen sein Schiff auf Grund setzte und mit seinen Leuten auf die Insel floh. Edward verlor 90 Mann und Taylor tobte vor Wut. Als der Kapitaen des englischen Schiffes aus den Waeldern kam, da wollte Taylor, der grad angekommen war, alles meucheln lassen, was Edward erfolgreich verhinderte. Schliesslich war es damals schon nicht einfach gute Piraten zu bekommen.
Nun, wie das unter guten Kumpels so ist, man trinkt ein bisschen was, diskutiert und nicht nur die Musik, sondern auch die Diskussion wird lauter und endet in einem Streit. Man hat zwar eine Art „Zweckfrieden“ geschlossen, aber irgendwann kam es zum Showdown und Edward und ein Teil seiner Leute wurden auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Taylor drehte ihm noch eine lange Nase und Edward, sowie seine Leute gingen leer aus, schliesslich hatten sie beim Kapern des englischen Schiffes 34000£ in Sterling erbeutet, was heute dem Staatshaushalt Portugals entspricht.
Edward baute zusammen mit seinen Leuten ein Floss und erreichte schliesslich Madagaskar, wo er einsam und verarmt, fern von Irland, in einem Seniorenstift fuer verrentete Piraten starb, genannt „Altersheim fuer Piraten gestiftet von den Bamherzigen Schwestern vom nutzlosen Bunde.“

Der naechste Pirat ist eine Frau, tja, wir haben zwei davon.

Anne Bonny erblickte 1702 in Kinsale als uneheliche Tochter eines Rechtsanwalts das Licht der Welt. Der werte Herr Papa hatte eine Affaere mit der Dienstmagd und Anne war das Ergebnis. Statt die Backen zu halten, hatte Mr. Bonny Senior wohl nach einem ausgiebigen Pubbesuch den Mutlevel erreicht, um seiner Frau die Wahrheit zu sagen. Wir wissen nicht was er genau gesagt hat, Fakt ist, es hat gereicht dass seine Gemahlin gleich 5 Sekunden spaeter zum Pfarrer gerast ist und diesen aus dem Bett geklopft hat, um alles zu petzen.
Der Defaetist von Pfarrer hat auch nichts besseres zu tun gehabt, als in der naechsten Sonntagsmesse Mr. Bonnys Fehltritt oeffentlich zu machen. Was von Suende hat er gesagt und Hurenbock usw., man kennt das ja, vor allem im katholischen Irland. Wenigstens hat er ihm nicht das juengste Gericht und die Pest an den Hals gewünscht. Allerdings hat der Tobak ausgereicht, dass die Klienten ausblieben und Mr. Bonny zusammen mit der Magd und Anne nach Amerika auswanderte und seiner Frau und den anderen den Stinkefinger zeigte.
Von Anne heisst es, sie sei ganz pragmatisch gewesen und haette die Kirche in Brand gesteckt, samt Pfarrer, da sie vorher noch die Tuer verschlossen hatte und sicherstellte, dass er auch in der Kirche bleibt.
In den USA ging Mr. Bonny in das Geschäft eines Plantagenbesitzers und wurde hier sogar recht Erfolgreich. Allerdings gab es die ueblichen Fehden mit seiner Tochter, denn Annie war zwar huebsch, aber wie es bei Tochtern in der Pubertaet so ist, hatte Annie andere Vorstellung und war ausserdem sowas wie eine fruehe Suffragette. Ihrem Mitschueler Thomas, dem spaeteren Präsidenten, brach sie das Nasenbein, nachdem dieser sie unsittlich am Aermel beruehrt haben soll. Das hatte zur Folge dass Annie von der Sonntagsschule ausgeschlossen wurde, denn die Mitschueler hatten nicht soviel Vetrauen in sie und der Lehrer noch weniger.
Kurz und gut, Annie steckte gleich die Sonntagsschule in Brand, bevor sie sich auf die Plantage ihres Vaters zurückzog. Voellig unverstaendlich war man im Buergermeisteramt der Meinung, dass Annie eine Gefahr fuer den County darstellte und so entschloss man sich Annie nach Charleston ziehen zu lassen, wo Annie sich in den Hafenkneipen rumtrieb und nateurlich einen Kerl kennenlernte. Kennt man ja, Typ mit Segelschifftaetowierung auf der Brust und ein Herz mit „Mammies Liebling“ auf dem Arm. Logisch dass sich ein junges Maedchen in sowas verschaut und dem Vater mitteilt, „Ich habe echt den coolsten Typen kennengelernt. James kann sogar den Bourbon durch’s Nasenloch schlürfen.“
Der Vater, dem Herzinfarkt nahe, sagte natürlich das sie die Finger von dem Typen lassen solle, aber da war alles schon zu spät. Annie war fasziniert von dem Typen, der seine Nasenhaare mit den Anushaaren seiner Kumpels zusammenknoten konnte und dabei den Fusel durch die Nase inhalierte.
Zum Abschied soll Annie ihrem Vater noch die Plantage ueber dem Kopf angezuendet haben. Gesichert ist nichts.
Auf jeden Fall machte sie sich recht schnell einen Namen. Da sie schlug wie ein Pferdekutscher in Dublin, fluchen konnte wie ein Traveller in Tralee und auch sonst so ziemlich alle irischen Eigenheiten hatte, wurde sie recht schnell von ihren Mitkumpels akzeptiert. Annie soll auch, nachdem ein Matrose ihr an die Waesche ging, diesen durch einen kurzen Knock in’s Koma befoerdert haben.
Annie war als Piratin ziemlich erfolgreich, besonders als sie mit Calico Jack Rackham zusammentraf.
Das Joint Venture ging zu Ende wie wir schon bei Edward gesehen haben, als Woodes Rogers Governor wurde und die Jagd auf seine ehemaligen Kumpels eröffnete. Annie, ihre Freundin Mary und ein paar andere wurden festgesetzt. Jack, der Annie aber mal so richtig cool fand und sie sehen wollte, erhielt von ihr die Worte “I’m sorry to see you here, Jack, but if you’d fought like a man, you wouldn’t need to hang like a dog.” Man stellt fest, Annie war Irin durch und durch.
Ueber das weitere Schicksal Annies ist nichts bekannt, da bedingt durch ihre Schwangerschaft, die Execution ausgesetzt wurde und Rogers offensichtlich im besoffenen Zustand Annie begnadigte.
Es gibt Legenden die besagen, dass Annie mit ihrem Kind zurueck nach Irland ging, andere besagen, dass sie einen Pub in Jamaica eroeffnete „The Dreadlock Rastafari“ genannt. Sicher ist nichts, nur, dass irische Frauen nicht nur hübsch, sondern auch ziemlich patent sein können.

Und demnaechst geht es Walter Kennedy, Edward Jordan und Grace O’Malley der Koenigin von Irland

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