The Wild Rover

Irische Lieder sind in der ganzen Welt bekannt und die „Traditionals“ werden in jedem Pub mit Livemusik, oder von jeder Gruppe dargeboten.

„The Wild Rover“, hier gesungen von den Dubliners, ist so ein Lied. The Wild Rover, welches von irgendeiner deutschen Gruppe mal „an der Nordseeküste“ neu vertont wurde, stammt, laut Wikipedia, aus dem fruehen 19. Jhr. und angeblich als Abstinenzlerlied geschrieben.
Ok, also ich glaube nicht, dass es irgendein Priester hier von der Kanzel geschmettert hat, oder die Orgel das am Sonntag spielte, „Gehe weg von dem Alkohol, er ist Sünde und verdirbt Dich, mein Sohn,“ „Heute Abend bei Larry? Aber sei puenktlich ja?“

Das Lied mag im „The American Songster“ 1845 erschienen sein, aber das Problem beim American Songster ist, dass die Lieder in diesem Buch weit vor der Unabhaengigkeit in die Kolonien kamen und viele Songs, mit neuen Texten, oder einer anderen Melodie, die gesungen, oder gespielt wurden. So auch der „Wild Rover“ dessen Fragmente bis in’s 17 Jhr. zurückreichen. Laut irischen Quellen entstand das Lied um 1730 und wurde von Strassenmusikanten in die Pub’s getragen. Aehnlich wie in England, gab es keinen iTunesstore, oder RTÉ, oder andere Medien.
Die Leute mochten das Lied und pfiffen es vor sich hin und so war es mit dem Rover, er stiefelte durch die Jahrhunderte, vielleicht begleitete er den Easter Rising, möglich dass man ihn auf den Schlachtfeldern in Flandern sang. Niemand weiss es.

So, nun kommt die Frage, worum geht es bei dem Wild Rover, was auch eine Bezeichnung fuer einen Landstreicher hier ist.
Unser Wild Rover hat irgendwie Glueck gehabt, vielleicht die Euro Millions geknackt, dass weiss keiner. Auf jeden Fall hat er Kohle in der Tacshe und erzaehlt halt, wie das vorher ohne Knete war. Moeglicherweise hat er dem leprechaun den Topf mit Gold abgeluchst und ist grad auf dem Heimweg, weil er ist im County Cork und seine Familie im County Antrim. Postkutsche kommt fuer ihn nicht in Frage, typisch, kaum ein paar Guinees in der Tasche, da spart man sich lieber das Geld fuer Bus Éireann und geht zu Fuss.
Dabei erzaehlt man halt was das alles fuer eine Sch… war, als man noch keine Knete hatte und nicht mal die Landlady einem Kredit gewährte. Also holt er diesmal bei der Landlady ein Goldstueck aus der Tasche und die Alte dreht echt ab. Erklaert ihm, er kann alles haben, sie gleich inklusive, was er aber nicht so gern möchte, von wegen Kinder usw. und halt ersta mal schauen, was so geht.
Vor allem moechte er Heim zu Mammie und Papi die halt warten, kennt man ja, beide im Lehnstuhl mit Filzpuschen harren sie dem Filius der sich in der Welt rumtreibt.
Also geht unser Protagonist Heim und bittet die Beiden um Pardon, „war ja alles nicht so gemeint, Entschuldigung, war in der Pubertät, da ist man halt etwas anders….ja auch auch wenn ich als Achtjaehriger abgehauen bin, nun bin ich ja da und Kohle habe ich auch noch, da ist aber mal ganz locker ein Plasma TV drin mit Blue Ray DVD.“

Und dafuer lieben uns die Touristen und jeder irish Pub von Dublin bis Bangalore, fuer unsere Lieder, das Guiness, was hier recht wenig getrunken wird und die Geselligkeit, obwohl kein Ire auf die Idee kommt zu singen, dafuer haben wir unsere Pubs mit Livemusik, wo jeder Tourist hingeht und denkt, wir machen das den ganzen Tag.

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