Irische Legenden

Denkt man an Irland, oder sieht die gruene Insel im Fernsehen, dann denkt man in erster Linie an Guinness, Whiskey (Tullamore Dew), die Dubliners, an gruene Hügel und Landschaften, an Feen und Elfen.
Aber es gibt in Irland etwas, das ist weitaus aelter als Guinness und Whiskey und es ist eigentlich langsam an der Zeit darueber zu schreiben.

Historisch gibt es die Legende bereits seit 7000 v. Chr. und Archaeologen konnten den Irish Wolfhound (um den geht es) in Schottland, Wales und Irland nachweisen. Waehrend der Hund in Wales und Schottland als ausgestorben gilt, erfreut er sich in Irland grosser Fuersorge und gilt als Symbol Irlands und als Maskottchen nicht nur irischer Einheiten, sondern auch der Royal Irish Guards.
Der Wolfhound erregte schon in Rom grosse Aufmerksamkeit, als die Hunde in den Arenen bei Gladiatorenkaempfen eingesetzt wurden.

Der Stadtpraefekt von Rom, Quintus Aurelius Symnachus, schrieb in einem Dankbrief 391 n. Chr.:
„Ganz Rom sah sie mit Erstaunen und stellte sich vor, sie muessten in Eisenkaefigen hier hergebracht worden sein.“
(Symnachus bekam 7 Wolfhunde als Geschenk und stellte sie im Colloseum aus.)
Wolfhunde waren Hunde des Adels und wurden fuer die Wolfs- und Grosswildjagd eingesetzt, daher ihr Name.
In der Brennu Njáls Saga steht ueber den Wolfhund:

„Ich möchte Dir einen Rüden darreichen, den ich aus Irland bekam. Er hat riesige Gliedmaßen und ist als Begleiter einem kampfbereiten Manne gleichzusetzen. Darüber hinaus hat er den Verstand eines Menschen, und er wird Deine Feinde anbellen, niemals aber Deine Freunde. Er wird es einem jeden Menschen am Gesicht ablesen, ob er gegen Dich Gutes oder Schlechtes im Schilde führt. Und er wird sein Leben für Dich lassen.“

Sieht man einen dieser Hunde in Natura, dann kann man sich kaum vorstellen, dass diese Riesenwuffs, ueber die eine Ausgabe der Geo in den 80er Jahren schrieb, „Die sanften grauen Riesen,“ einst fuer die Wolfs- oder Grosswildjagd eingesetzt wurden -Vor allem ist Irland nicht so gross und man mag kaum glauben, dass es hier einst Wölfe gab-. Denn wenn diese Hunde nicht essen, dann schlafen sie.
Bei der Größe -die Standard Schulterhöhe betraegt bei Rueden 79cm und bei Huendinnen 71cm-, benoetigt der Hund eine Menge an Essen. Man spricht davon, dass ein Wolfhund etwa 1,5 KG Fleisch pro Tag braucht.

Ich habe mir die Muehe gemacht und mir einmal einen ganzen Tag Brian angeschaut, einen Hund aus dem County. Brian, ein brauner struppiger Wolfhund, steht um ca. 9:00 Uhr auf. Zum Fruehstueck isst er ein T-Bone Rind (Medium), dazu zwei Familiendosen Batchelors Breakfast Baked Beans, 16 skinless Sausages. Das ganze spuelt er fuer gewoehnlich mit mit zwei Pint Dark Arts runter. Manchmal auch Kaffee, oder ungesuessten Tee, wegen den Kalorien wie er sagt. Danach schliesst er den Magen mit einem Shot Kilbeggan. Dann macht er ein kurzes Schlaefchen bis kurz nach Eins.

Zum Mittag hat er meist Beef mit Mash Potatoes, Carrots und Peas. Dazu ein Guinness, schliesslich muss man auf die Linie achten.
Selbstversorger, die in den einsamen Gegenden der Insel leben, erschiessen das Schaf des Nachbarn, besorgen sich Kohl, Kartoffeln und Zwiebeln, machen ein gut gewuerztes Irish Stew und spuelen das mit selbstgebrauten Bier runter.

Nach dem Mittag macht Brian entweder ein Schläfchen, oder spaziert zum 5 Kilometer entfernten Nachbarshund. Dort plaudert man ein bisschen ueber das Leben als Wolfshund in der Vergangenheit, die Haerte die das Leben mit sich brachte und ob man nicht verweichlicht sei um dann, mit einem beherzten „Nay,“ das Glas Whiskey runterzustürzen.
Danach begibt sich Brian auf den Weg zu seiner heimischen Farm, schliesslich wird es langsam Zeit fuer das Abendessen. Hier wird auch der Wolfshund bescheiden und begnuegt sich mit einer kargen Scheibe Sodabrot und belegt diese mit gegrillten Tomaten, etwas Cheddar, Bacon und skinless Sausages. Da man am Abend fasten sollte genuegt ein Kilbeggan in Wasser aufgelöst.

Danach macht man noch einen Abendspaziergang, um die Blase zu entleeren, kehrt im oertlichen Pub ein und trinkt dort noch ein, zwei Pints mit seinem Besitzer, danach faellt man in’s Bett
Brian’s Cousin dritten Grades hat es gut getroffen und hat einen Job als Maskottchen bei den Irish Guards gefunden, wobei Brian sagt, dass der Job seinem Cousin nicht gut tut. „Er sieht irgendwie so unentspannt aus seit er diesen Job hat. Ich glaube ihm fehlt doch das Leben auf dem irischen Land,“ sprichts und spuckt einen Olivenkern in hohem Bogen aus.

Ja, auch Legenden leiden unter der Krise und trauern den alten Zeiten hinterher, als noch Woelfe die Insel bevölkerten, Auerochsen auf dem Nachbargrundstueck marodierten, oder man einem Leprechaun die Hose runterreissen konnte. Heute bleibt einem Wolfshund nur das Sinieren ueber die gute alte Zeit, oder ein Job als Maskottchen in England, oder bei den irischen Streitkräften.
Wie die Zeiten sich aendern.

Unsinnige Vergleiche

Es ist schon eine Weile her, da las ich in einer deutschen Tageszeitung den Artikel eines Journalisten, der sich in der Aussage verstieg, dass man durchaus den Konflikt im Nahen Osten, mit dem Konflikt in Nord-Irland vergleichen könne, schliesslich seien auf beiden Seiten religioese Fanatiker am Werk.
Diese Sternstunde deutschen Journalismus musste ich erst mal nachwirken lassen. Zeigte der Artikel doch eins, wie voellig dumm manche Jpurnalisten sind, nicht nur in deutschen „Qualitätsblättern“ und was Zeitungen nicht alles tun, um die Auflagen zu steigern. Ich habe eh bei manchen Journalisten den Eindruck, dass sie in ihrer warmen Redaktionsstube sitzen und manche Laender ausschliesslich von der Landkarte hinter ihrem Ruecken kennen, und ueber die Politik der Länder, ueber die sie schreiben, soviel Ahnung haben, wie ein Erdmaennchen vom Eier legen. Wie der Verschwörungsjournalist Matthias Broeckers kurz nach dem 11/9 in einem Interview zu seinem Buch ueber den Terroranschlag in den USA freimuetig bekannte, „wozu soll ich denn in den USA recherchieren? Ich brauch daheim nur auf dem Sofa sitzen und in’s Internet schauen.“ Stimmt, kann man dazu nur sagen. Manche Eintraege im Internet sind geradezu die Brutstaette der totalen geistigen Verblödung, besonders wenn man sich in einschlaegigen Foren umschaut.

Offensichtlich hatte es Eingangs erwaehnter Journalist auch nicht so mit Politik, oder dem Studium der besagten Regionen, aber wahrscheinlich haette er den gleichen Mist so, oder aehnlich, in die Tastatur getippt. Schliesslich werden sie mit Computern bewaffnet und keiner zerreisst nach Korrektur ihren digitalen Würfelhusten und schickt sie erst mal in die Abendschule, wo sie vielleicht noch etwas lernen können.
Vergleicht man beide Regionen miteinander, dann haben sie soviel gemeinsam, wie ein Braunbaer mit einer Stachelbeere. Vom Namen her aehnlich klingend -bis auf die Schreibweise- ansonsten voellig unterschiedlich.

Waehrend der Staat Israel mit Nachbarn leben muss, die sich nichts sehnlicher wuenschen, als diesen Staat von der Landkarte zu radieren, leben Nord-Irland und die Republik Irland in vertrauter Nachbarschaft. Und auch die IRA, oder die UDF kann man nicht mit den Parteien im Nahen Osten vergleichen.
Die Radikalislamistische Hamas im Gaza hat nichts besseres zu tun, als seinen Nachbarn permanent mit Raketen zu beschiessen (seit 2001 wurden insgesamt 12.000 Qassam Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, nebst Moersergranaten), falls sie nicht mit Raketen schiessen, dann machen sie Paraden, wo schon die Kleinsten als Maertyrer verkleidet durch die Strassen laufen und zum Hass erzogen werden. Und falls auch da mal Ebbe herrscht, dann werfen sie ihre Kontrahenten der Fatah von Hausdächern, so geschehen im Buergerkrieg zwischen Hamas und Fatah, als beide um die Oberhand im Gaza kämpften. Daneben gedeiht die Bevoelkerung im Gaza prächtig, dank Viagra und anderen Dingen, finanziert durch die UNRWA und z.B. die EU.
Die Radikalislamistische Hiz’bullah im Libanon drangsaliert, nicht nur wie die Hamas, ein ganzes Volk, wobei die libanesische Regierung still hält, weil sie lange genug Buergerkrieg im Libanon hatte. „Die Schweiz des Nahen Ostens“ wie der Libanon in den Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre genannt wurde, versank ab 1975 in einen fast 20 Jahre dauernden Buergerkrieg. Es verwundert also nicht, wenn die Regierung in Beirut versucht im Sueden des Landes nicht allzusehr aufzufallen, obwohl das ein voellig falscher Schritt ist, aber es ist nicht meine Aufgabe Beirut zu erklaeren was besser ist.

Und die Orthodoxen und Ultraorthodoxen in Israel sitzen, wenn sie nicht gerade in der Knesset rumhängen, in irgendwelchen Gebetsschulen ueber dem Talmud und der Thora. Boykottieren die Regierung in Jerusalem, weil sie der Meinung sind der Staat in dem sie leben, sei nicht ihr Staat, kaufen ganze Haeuserzeilen in Tel Aviv, da sie keine Steuern zahlen müssen, sehr zur Freude der saekularen Israelis (was Juden, Christen und Muslime einbezieht), oder beschimpfen ihre Nachbarn in Me’a Sche’arim, einem Stadtteil von Jerusalem, und kleben Schmaehschriften gegen ihren Nachbarn Yossi, gegen die Regierung, oder gegen sonstwen an die Häuserwände. Die haben gar keine Zeit fuer religoes gefaerbte Konflikte gegen die Nachbarn im Ausland, geschweige denn zum Raketen bauen. Vor allem nicht am Shabbat, da haben sie alle Haende voll zu tun ihren Landsleuten saemtliche Vergnuegen zu verbieten, wie z.B. Bus fahren. Das machen sie durch Protest und sprengen den Bus nicht in die Luft.

Kommen wir nun zum „religioesen Konflikt“ in Irland. Die IRA war praktisch der bewaffnete Arm im Kampf um die irische Unabhängigkeit und ging, nach dem Anglo-Irish War, in der Free State Army auf.
Die IRA in Nord-Irland war lange Jahre, nach der Unabhaengigkeit der Republik Irland, inaktiv. Selbst als 1932 der grosse Protest in Staedten wie Belfast, oder Derry ausbrach und die Arbeiter gemeinsam gegen die wirtschaftlichen Bedingungen auf die Strasse gingen, da blieben die IRA Aktivisten daheim. Bei dem grossen Protest zogen Katholiken und Protestanten gemeinsam marodierend durch die Strassen.

Die IRA wurde erst Anfang/Mitte der Fuenfziger Jahre aktiv und versuchte in Grenzscharmuetzeln gegen die Republik Irland, die Regierung in Dublin ohne Erfolg herauszufordern. Das Kalkuel der IRA ging nicht auf und es gab keinen Konflikt wie zwischen Indien und Pakistan, da die Armee die Grenzen dicht machte und die Engländer, mit Hilfe der Nachrichtendienste, das ganze beendete.
Die amerikanische Journalistin Claire Sterling schrieb in ihrem Buch ueber die „Netzwerke des Terrors“ 1982, „die IRA war nie eine religiöse, oder politisch interessierte Gruppe. Ihre Fuehrer wussten mit Politik, oder den Ideen der sozialistischen Revolution ueberhaupt nichts anzufangen. Anfangs war die Sovietunion ganz begeistert von Nordirland, hoffte sie doch mit Hilfe der IRA auf ein Kuba vor Europas Haustür und unterstuetzte die IRA mit Waffen, welche ueber die Blockstaaten, wie die CSSR, an irische Kuesten geliefert wurden. Die Euphorie wandelte sich schnell, als Kommandeure der IRA sagten, „was soll der politische Mist? Wir wollen keinen Sozialismus, wir wollen die Englaender raus haben. Ideologie bringt uns kein Essen auf den Teller. Wir haben das Geld, Ihr habt die Waffen.“ Und der Rest war egal.“
Immerhin wurden Mitglieder der IRA in Terrorcamps im Nahen Osten ausgebildet und der mittlerweile, zum Glueck, verblichene Gaddafi unterstuetze die IRA mit Geld und Waffen, das war in den Siebziger Jahren.

Die IRA rief auch nicht an und sagte den Radiostationen, „Im Namen des Vaters, des Sohns und des heiligen Geists sind wir verpflichtet die Protestanten auszulöschen! Tod allen Protestanten!!“
Genausowenig meldete sich die UDF nach einem Mord und sagte, „Tod allen Katholiken!“
Der Konflikt war immer nationalistisch geprägt.
Selbst der Rassismus gegenueber den Menschen, die aus der Republik nach Nord-Irland gingen, um Arbeit zu finden und die bei der Arbeitssuche und in den Schulen diskrimiert wurden war nicht religiös sondern rassistisch und erinnerte eher an eine Form der Apartheid. Man hielt die Katholiken fuer Bloed und zurückgeblieben, nicht weil sie Katholiken waren, sondern weil sie aus der Rublik kamen. Man glaubte, wenn nichts im Radio kam, oder der Gottesdienst langweilig war, dass sie sich wie die Hamster vermehren. Die Menschen hatten sehr zu leiden unter dem Klima, vor allem weil sie aus wirtschaftlicher Not in den Norden gingen und dort wie Menschen zweiter Klasse behandelt wurden. Ein religioeser Konflikt blieb aus.

Mit viel gutem Willen und einer gehoerigen Portion Unwissen kann man den grenzdebilen Ian Paisley mit Hassan Nasrallah, dem Fuehrer der Hiz’bullah, vergleichen. Da muss man aber dann schon sehr dumm sein.
Ian Paisley, 1926 geboren, mag zwar Pfarrer sein, sein Engagement in der Politik war aber nie religioeser Natur. Wenn man sich die Muehe macht und Ian Paisleys Reden studiert (mühselig) stellt man fest, dass seine ganze Intention nicht religiös, sondern Unionistisch war. In keiner Rede spricht er davon, dass Nord-Irland von Gott gewollt und Queen Elizabeth von Gott eingesetzt wurde. Paisley war und ist ein Trottel, aber er bemuehte keine Floskeln aus der Bibel.
Ebenso ist der Oranier Orden und der ganze Zinober zum Jahrestag der Gründung, 12. Juli 1690, nicht religioes motiviert. Natuerlich sollte man den Deppen mit Dachlatten den Arsch versohlen, weil der Orden und der Umzug eine einzige Provakation sind, die auch bei vielen Protestanten in Nord-Irland keine Unterstuetzung finden und die, genauso wie Katholiken, genug von der Gewalt haben.
Ein Grund warum die IRA sich vom bewaffneten Kampf lossagte und eigentlich ein krimineller Haufen ist, ebenso wie die Real IRA, die keine wirklich politischen Ziele verfolgt.

Auch die Sinn Féin ist keine religoese Partei, sondern eine zutiefst Nationalistische, die sich selber als „Sozialistisch“ bezeichnet (lachhaft), Sinn Féin ist eine Ansammlung von Weltfremden „Neinsagern“ unter Fuehrung von Garry Adams mit Antisemitischen Anwandlungen und Aussagen. Viele Mitglieder dieser Partei sind, wie auch in der Vergangenheit, Gemischtreligioes. Es ging und geht nicht um katholisch oder protestantisch, es geht um irisch, oder nicht, um eine Insel.

Ein Zitat von Fontane passt sehr gut,„Gegen eine Dummheit die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“ Bei manchen Menschen und einigen Journalisten passt ein Zitat von Dieter Nuhr viel besser, „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.“

Aber vergleichen laesst sich Irland ja mit allem, da fallen mir jetzt mal so ganz spontan folgende Beispiele ein:
Nordkorea: „Die Drohung Nordkoreas gegenueber der UNO kann man vergleichen mit der Weigerung der Sinn Féin gegenueber den Sparmassnahmen der irischen Regierung, „Klar, wir haben zwar die EU Zahlungen verprasst, aber hey, man kann einem nackten Mann nicht in die Tacshe greifen.“
Tibet: „Man kann die Unruhen in Tibet durchaus mit dem bewaffneten Kampf der IRA vergleichen, beide kaempfen fuer die Unabhaengigkeit ihres Landes und den Anschluss an irgendwas.“
Dem Klimawandel: „Die Pole schmelzen, genauso wie das Eis im Bailey’s.“

Aber Spass Beiseite, um es nochmal ganz klar zu machen. Im Nahen Osten wirken Kraefte denen die dort lebenden Menschen ein Dorn im Auge sind und die ein Land ausradieren möchten, samt Inhalt. Und es ist ihnen egal, ob das Juden, Christen, oder Muslime sind. Denen ist nicht nur das Land ein Dorn im Auge, sondern auch die Lebensweise dieser Menschen. Das sind Leute die den Koran im Buecherregal haben, die aber keine Ahnung davon haben, was in dem Buch steht. Die auch keine Ahnung haben, oder es ablehnen, wie modern die Welt ist. Homosexualitaet ist keine Krankheit, sondern normal. Frauen sind keine eigene Spezies, sondern unterscheiden sich in der Physiognomie. Ansonsten sind sie ganz normale Menschen. Andere Ansichten, oder eine andere Religion ist eine voellig normale Sache. Diese Leute glauben sie sind der Nabel der Welt, sie haengen Homosexuelle an Baukraenen auf, glauben eine Frau muss sich verhuellen und dem Mann Untertan sein, andere Ansichten und Religionen muss man verfolgen. Diese Zeit hatten wir in Europa schon mal und man kann diese Menschen nur mit dieser Zeit vergleichen und nicht mit Irland und man kann diese Menschen nicht mit kulturellen Eigenheiten entschuldigen.
Es liegt an uns die Rechte von Homosexuellen zu schuetzen, obwohl das Quatsch ist, weil es so normal wie nur was ist, die Rechte von Frauen, was auch Quatsch ist, weil Frauen sollten generell gleichberechtigt sein in einer modernen Gesellschaft, sich weder verhuellen noch einem Mann Untertan sein (man sollte da eher dem Mann den Arsch versohlen der so denkt) und die Rechte von Andersdenkenden.
Wer das mit kulturellen Eigenheiten erklaeren möchte, der hat nicht alle Tassen im Schrank. Und er hat nicht alle Tassen im Schrank wenn er religioese Fanatiker mit dem Nord-Irlandkonflikt vergleicht.

Luke Wadding

Heute ist St. Patrick’s Day, was allerdings die wenigsten wissen und auch viele Iren nicht mehr, ist der Begruender von diesem Tag, der über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten ist und an den nur ein Denkmal in Waterford erinnert, aus dessen County er stammt.

Luke Wadding erblickte im Oktober 1588 das Licht der irischen Welt und trat später in den Franziskaner Orden ein. 1607 wurde er zum Priester berufen und ging 1618 als Kaplan nach Rom. Wadding, irischer Nationalist durch und durch, begann kurz nach seiner Ankunft Gelder fuer ein irisches College zu sammeln. 1625 wurde das Irish College in Rom eroeffnet und Wadding wurde der Leiter. Ziel war es, Priester speziell fuer Irland auszubilden, um damit den katholische Glauben zu stärken und letztendlich die Englaender zu vertreiben.

Wadding unterstuezte die irischen Katholiken wo es nur ging und verfuegte offensichtlich ueber einen grossen Einflauss auf Innozenz X. Er konnte diesen bewegen, Erzbischof Rinuccini mit einem paepstlichen Heer, zur Unterstuetzung des Aufstandes von 1641 zu entsenden, damit sich die Katholiken anschliessen und nach dem Sieg über die Engländer, ein katholischer Gottesstaat errichtet werden kann, der dem Vatikan nahe steht.
Nun fuehrte der Aufstand, der im November 1641 in der Provinz Ulster ausbrach und im englischen Buergerkrieg endete, nicht zum erhofften Resultat, was zum einen an den Iren lag, auch wenn der Aufstand grosse Teile Irlands erfasste und eine grosse Zahl an Opfern hinterliess und zum anderen an der englischen Willensstaerke den Aufstand niederzuschlagen.
Die meisten Iren hatten nicht gerade Lust fuer irgendeine Seite ihr Leben zu opfern, wenn am Ende nichts dabei rauskam. Und das waere hier zwangslaeufig der Fall gewesen, zum anderen, waren die Iren wie stets uneins. Darueber hinaus kam die „Waffenhilfe“ viel zu spaet und so verpuffte das alles 1645, als Rinuccini und sein Heer in Kerry landeten. Sie wurden von Oliver Cromwell’s Armee aufgerieben und Rinuccini durfte, dank einer Laune Cromwell’s, wieder nach Rom zurueckkehren.

Waddings liess sich davon nicht entmutigen und war der Meinung, die Iren braeuchten nur eine Identifikationsfigur, damit sie sich Einen, und gemeinsam die Englaender vertreiben.
Da er auch Historiker war, kannte er die Geschichte und Legenden um St. Patrick. Fuer ihn also eine ideale Identifikationsfigur. Also erhob er den 17. Maerz zu einem nationalen Ereignis, zu dem Tag, an dem der Nationalheilige der Iren verstarb (wobei die Iren nicht mal wussten einen „Nationalheiligen“ zu besitzen) und liess seine Priester den Leuten von den Wundertaten Patrick’s berichten, wobei wir wieder da sind, womit man Iren beeindrucken kann.

Wadding war stets bemueht die irische Sache voranzutreiben und sollte zum Kardinal ernannt werden, was seine Gegner erfolgreich zu verhindern wussten. Er starb am 18. November 1657 in Rom, ohne dass es einen katholischen Staat in Irland gab und die Englaender noch bis 1921 in Irland das Sagen hatten.
Trotzdem wirkte sein Einfluss fuer die irische Sache nach im Vatikan.
Als Ende des 19. Ihr. Sir George Errington auf Order des britischen Premiers William Gladstone in den Vatikan reiste, um Unterstuetzumg fuer den britischen Standpunkt in der irischen Frage zu bekommen, kam er mit leeren Haenden zurueck und erklärte, „die irischen Politiker sind vernuenftiger in dieser Frage, verglichen mit den Priestern im Vatikan und den Angestellten im irischen College.“

Waddings Entschluss den St. Patrick’s Day zum hoechsten Feiertag zu machen, entgegen aller Bedenken, verdanken die Iren in der Welt den St. Patrick’s Day. Dabei wurde der Tag nur in wenigen Gemeinden gefeiert und verdankt seine Popularitaet wahrscheinlich irischen Auswanderern, die im 17. Maerz ein bisschen Heimat und Tradition fanden und diesen Tag gefeiert haben. Heute gilt St. Patrick’s Day als Identifikation aller Iren und irischstaemmigen ueberall auf der Welt.

An Luke Wadding allerdings erinnert nur wenig, ausser einem Denkmal und einer Sammlung im Merchants Quay in Dublin. Und nur wenige Iren wissen, wem sie diesen Tag zu verdanken haben. Anders waere es wohl, wenn die Iren nicht so unterschiedlich wären, Rinuccini Erfolg gehabt haette und Irland heute, neben dem Vatikan, ein katholischer Gottesstaat geworden wäre.

St. Patrick’s Day

Am Sonntag ist es wieder soweit und Irland feiert den Tag seines Nationalheiligen St. Patrick. St. Patrick’s Day, oder schnodderig auch „Paddys Day“ ist ein Touristenmagnet fuer die Insel. Gefuehlte Millionen werden via Flugzeug, oder Fähre auf die Insel stroemen und die Umzüge (Paraden) mitmachen und danach in den Pubs das Geld mit vollen Händen dem Landlord ueber den Tresen werfen.

Fuer mich wird es wahrscheinlich das erste Mal sein, dass ich mir die Parade anschaue, da ich an diesem Tag frei habe. Vielleicht werde ich aber auch im Bett bleiben, denn der Tag lockt nicht nur eine grosse Anzahl an Touristen in die Stadt, nein die Pubs machen meisst sehr zeitig auf und mit einer Druckbetankung die ihres Gleichen sucht, sind um die Mittagszeit die ersten Alkoholleichen zu verzeichnen. Vergleichbar ist dieser Tag mit Karneval und da ich urspruenglich aus dem Rheinland komme, weiss ich was das heisst.
Auch soll an St. Patrick’s Day die Zeugungsrate sehr hoch sein und so manche Touristin wunderte sich 9 Monate spaeter ueber einen rothaarigen Saeugling mit Sommersprossen.

Waehrend im Rheinland die Narrenkappe getragen wird traegt man hier grosse, flauschige gruene Zylinder und macht sich, ebenso wie im Karneval, freiwillig zum Affen. Dazu tragen ganz mutige rote Baerte zum ankleben. Was fehlt sind die Prunksitzungen, aber was nicht ist…..hoffentlich nicht.

Mir ist es, nachdem ich mich in die irische Geschichte vertieft habe, immer noch ein Raetsel warum Patrick in Irland so beliebt ist. Mal ehrlich, er war Engländer, andere sagen er war Schotte, eigentlich Wurscht, auf jeden Fall war er kein Ire, das ist schon mal sicher.
Patrick oder Padhraigh (gaelisch) beweist aber wie lange die christliche Tradition in Irland währt und zeigt, dass die Iren nette Geschichten mögen, denn das Land war schon christlich, bevor Patrick hierher kam.
Patrick, der um 461 in West Dunbartonshire Schottland geboren wurde, kam um 483 im Auftrag des Papstes Colestin I. nach Irland. Ob das so war, oder nicht, darueber gibt es nicht viel. Fakt ist, es gab um die Zeit bereits einen Missionsbischof in Irland.
Palladius war bereits vor Patrick in Irland und hatte die Aufgabe vom Papst bekommen, die Christen auf der Insel zu betreuen.
Bezueglich der Legenden um St. Patrick geht man davon aus, dass die meisten „Wundertaten“ die man ihm zuschreibt, wahrscheinlich auf Palladius zurückgehen, oder einfach nur Geschichten sind/waren, um den christlichen Glauben zu festigen. Fuer irische Verhaeltnisse waere er noch heiliger, wenn er mal eben 12 Clanchefs unter den Tisch gesoffen, dem Leprechaun den Goldtopf geraubt und die Tinwhistle gespielt hätte, dann waere er noch beliebter.

Trotzdem ist Patrick der Nationalheilige Irlands und man findet hier Strassen, Hauser, ja selbst Baeche nach ihm benannt. Und jedes Jahr, am 17 März, seinem Todestag, werden Paraden abgehalten, oder man faerbt ganz Boston grün, schliesslich ist Boston die groesste irische Gemeinde ausserhalb Irlands.

Na mal schauen, ob ich das erste Mal seit drei Jahren mir die Parade anschaue, die mittlerweile eher zu einem Fest der Nationen geworden ist.

Ach ja, selbst einen eigenen Marsch hat er. Der St. Patrick’s March wird sowohl von den Royal irish Guards, als auch von unserer Armee gespielt.