Irische Legenden

Denkt man an Irland, oder sieht die gruene Insel im Fernsehen, dann denkt man in erster Linie an Guinness, Whiskey (Tullamore Dew), die Dubliners, an gruene Hügel und Landschaften, an Feen und Elfen.
Aber es gibt in Irland etwas, das ist weitaus aelter als Guinness und Whiskey und es ist eigentlich langsam an der Zeit darueber zu schreiben.

Historisch gibt es die Legende bereits seit 7000 v. Chr. und Archaeologen konnten den Irish Wolfhound (um den geht es) in Schottland, Wales und Irland nachweisen. Waehrend der Hund in Wales und Schottland als ausgestorben gilt, erfreut er sich in Irland grosser Fuersorge und gilt als Symbol Irlands und als Maskottchen nicht nur irischer Einheiten, sondern auch der Royal Irish Guards.
Der Wolfhound erregte schon in Rom grosse Aufmerksamkeit, als die Hunde in den Arenen bei Gladiatorenkaempfen eingesetzt wurden.

Der Stadtpraefekt von Rom, Quintus Aurelius Symnachus, schrieb in einem Dankbrief 391 n. Chr.:
„Ganz Rom sah sie mit Erstaunen und stellte sich vor, sie muessten in Eisenkaefigen hier hergebracht worden sein.“
(Symnachus bekam 7 Wolfhunde als Geschenk und stellte sie im Colloseum aus.)
Wolfhunde waren Hunde des Adels und wurden fuer die Wolfs- und Grosswildjagd eingesetzt, daher ihr Name.
In der Brennu Njáls Saga steht ueber den Wolfhund:

„Ich möchte Dir einen Rüden darreichen, den ich aus Irland bekam. Er hat riesige Gliedmaßen und ist als Begleiter einem kampfbereiten Manne gleichzusetzen. Darüber hinaus hat er den Verstand eines Menschen, und er wird Deine Feinde anbellen, niemals aber Deine Freunde. Er wird es einem jeden Menschen am Gesicht ablesen, ob er gegen Dich Gutes oder Schlechtes im Schilde führt. Und er wird sein Leben für Dich lassen.“

Sieht man einen dieser Hunde in Natura, dann kann man sich kaum vorstellen, dass diese Riesenwuffs, ueber die eine Ausgabe der Geo in den 80er Jahren schrieb, „Die sanften grauen Riesen,“ einst fuer die Wolfs- oder Grosswildjagd eingesetzt wurden -Vor allem ist Irland nicht so gross und man mag kaum glauben, dass es hier einst Wölfe gab-. Denn wenn diese Hunde nicht essen, dann schlafen sie.
Bei der Größe -die Standard Schulterhöhe betraegt bei Rueden 79cm und bei Huendinnen 71cm-, benoetigt der Hund eine Menge an Essen. Man spricht davon, dass ein Wolfhund etwa 1,5 KG Fleisch pro Tag braucht.

Ich habe mir die Muehe gemacht und mir einmal einen ganzen Tag Brian angeschaut, einen Hund aus dem County. Brian, ein brauner struppiger Wolfhund, steht um ca. 9:00 Uhr auf. Zum Fruehstueck isst er ein T-Bone Rind (Medium), dazu zwei Familiendosen Batchelors Breakfast Baked Beans, 16 skinless Sausages. Das ganze spuelt er fuer gewoehnlich mit mit zwei Pint Dark Arts runter. Manchmal auch Kaffee, oder ungesuessten Tee, wegen den Kalorien wie er sagt. Danach schliesst er den Magen mit einem Shot Kilbeggan. Dann macht er ein kurzes Schlaefchen bis kurz nach Eins.

Zum Mittag hat er meist Beef mit Mash Potatoes, Carrots und Peas. Dazu ein Guinness, schliesslich muss man auf die Linie achten.
Selbstversorger, die in den einsamen Gegenden der Insel leben, erschiessen das Schaf des Nachbarn, besorgen sich Kohl, Kartoffeln und Zwiebeln, machen ein gut gewuerztes Irish Stew und spuelen das mit selbstgebrauten Bier runter.

Nach dem Mittag macht Brian entweder ein Schläfchen, oder spaziert zum 5 Kilometer entfernten Nachbarshund. Dort plaudert man ein bisschen ueber das Leben als Wolfshund in der Vergangenheit, die Haerte die das Leben mit sich brachte und ob man nicht verweichlicht sei um dann, mit einem beherzten „Nay,“ das Glas Whiskey runterzustürzen.
Danach begibt sich Brian auf den Weg zu seiner heimischen Farm, schliesslich wird es langsam Zeit fuer das Abendessen. Hier wird auch der Wolfshund bescheiden und begnuegt sich mit einer kargen Scheibe Sodabrot und belegt diese mit gegrillten Tomaten, etwas Cheddar, Bacon und skinless Sausages. Da man am Abend fasten sollte genuegt ein Kilbeggan in Wasser aufgelöst.

Danach macht man noch einen Abendspaziergang, um die Blase zu entleeren, kehrt im oertlichen Pub ein und trinkt dort noch ein, zwei Pints mit seinem Besitzer, danach faellt man in’s Bett
Brian’s Cousin dritten Grades hat es gut getroffen und hat einen Job als Maskottchen bei den Irish Guards gefunden, wobei Brian sagt, dass der Job seinem Cousin nicht gut tut. „Er sieht irgendwie so unentspannt aus seit er diesen Job hat. Ich glaube ihm fehlt doch das Leben auf dem irischen Land,“ sprichts und spuckt einen Olivenkern in hohem Bogen aus.

Ja, auch Legenden leiden unter der Krise und trauern den alten Zeiten hinterher, als noch Woelfe die Insel bevölkerten, Auerochsen auf dem Nachbargrundstueck marodierten, oder man einem Leprechaun die Hose runterreissen konnte. Heute bleibt einem Wolfshund nur das Sinieren ueber die gute alte Zeit, oder ein Job als Maskottchen in England, oder bei den irischen Streitkräften.
Wie die Zeiten sich aendern.

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