Warten auf Godot

Es ist ein paar Tage her, da veroeffentlichte das Internetportal Irish Central einen Artikel ueber eine Umfrage unter US-Amerikanern in Irland.
Die Umfrage, von der HSBC Bank in Auftrag gegeben, wollte von den hier lebenden Amerikanern wissen, wie zufrieden sie mit dem Land, der Infrastruktur und den Lebenshaltungskosten sind, verglichen mit anderen Laendern.

Das Ergebnis war niederschmetternd und Irland landete auf dem Vorletzten Platz -Letzter war Aegypten. Ueberraschend ist das Ergebnis nicht. Ich lebe seit fast vier Jahren in diesem Land und kann mich manchmal nur wundern, warum ich es so lange ausgehalten habe. Das Land ist ineffizient in fast allen Bereichen, die Lebenshaltungskosten sind teurer als zum Beispiel in der Schweiz. Begruendet wird vieles damit, dass Irland so hohe Importkosten hat, die das Leben teuer machen. Man kann darueber streiten, ob Banken, oder Dienstleister wie Eircom hohe Kosten aufwerfen.
Um ein Beispiel zu geben, warum Irland im europaeischen Vergleich noch Rueckstaendiger als Rumaenien ist, sei hier Eircom genannt.
Im Juni zog ich mit meiner Frau in ein Haus mit UPC als Dienstleister. Mein Landlord und ich beschlossen, dass ich das Internet uebernehme und wir mich als Ansprechpartner angeben. Soweit so gut. Ich telefonierte in seinem Beisein mit UPC und hatte nicht wirklich das Gefuehl, dass der Advisor sonderlich erfreut war. Vor allem kuendigten wir den Fernsehanschluss, da wir keinen Fernseher benoetigten. Ich fragte ihn ob es ein Problem sei, wenn wir meinen Savingsaccount nehmen wuerden. Daraufhin meinte er, es sei kein Problem. Nun war es aber ein Problem und es wurde ein noch viel groesseres Problem, da man mit UPC nicht reden konnte, denn sie beharrten stur darauf, dass ich nicht berechtigt sei mit ihnen zu reden, das koenne nur der Accountholder.
Nun war der Accountholder ein Mischmasch aus dem Vornamen meines Landlords und meinem Vornamen, der Nachname bestand aus einem Doppelnamen, so dass weder ich, noch mein Landlord irgendwelche Aenderungen machen konnten und wir unnoetigerweise Rechnungen zweimal begleichen mussten. Selbst meine Frau konnte nicht mit ihnen sprechen, als ich im Krankenhaus weilte.
Die Folge war, wir kuendigten den Vertrag, was erstaunlicherweise sehr schnell ging und wechselten zu Eircom, da wir auch Telefon benoetigten.
Am 6. Oktober beantragten wir Eircom und mussten zu EFibre greifen (was immer das sein mag) und bekamen die Nachricht, dass am 23. Oktober ein Techniker kaeme und unseren Telefonanschluss legt. Am 23. Oktober kam erwartungsgemaess niemand und wir riefen bei Eircom an.
Einen Auftrag haetten sie nie erhalten und muessten das erst eskalieren. Eine Woche spaeter rief uns ein Techniker an und kam am naechsten Morgen zu uns in‘s Haus. Fixte die Telephonleitung und ging wieder, denn fuer Internet sei er nicht zustaendig.
Wieder ein Anruf bei Eircom, „ja,“ sagten sie, „der Anschluss sei jetzt aktiv, aber fuer Internet muessten wir halt warten, denn,“ so die Aussage von Eircom, „es handele sich hier um EFibre und da muesste ein Techniker kommen und uns das Modem bringen.“
Auf die Frage, wie lange es wohl dauern koenne einen einfachen Internetanschluss zu machen kam die Aussage, „etwa 5 bis 10 Werktage.“

Am Dienstag bekam ich dann einen Anruf mit der Goennerhaften Aussage, dass der Techniker naechste Woche Zeit haette. Mir gingen daraufhin die Nerven durch und ich stornierte mit der Aussage, „es koenne ja wohl nicht sein, dass man ueber einen Monat auf Internet warten muss, eine Dienstleistung die selbst in Kenia in ein paar Tagen erledigt ist. Dann wuerde ich eben gar nichts bekommen,“ kam die schnippische Antwort.
Meine Frau versuchte zu retten, was zu retten war und rief bei Eircom an. Kuehl kam die Antwort, das man erst im Dezember gewillt sei einen Termin zu vereinbaren.
Nun sitzen wir zwei Monate ohne Internet, eigentlich ein Witz im 21sten Jahrhundert und vielleicht nur erklaerlich, wenn man seinen Wohnsitz auf dem Matterhorn hat.
Wir zahlen also fuer einen Service, den wir nicht nutzen koennen und selbst wenn wir einen anderen Anbieter waehlen wuerden, muessten wir doppelt bezahlen und haetten nur die Wahl zwischen UPC, Eircom und Sky, andere Anbieter, wie O2, Vodafone oder 3 bieten, anders als in anderen Laendern, nur Hotspot an.

Von daher wundert es mich nicht, dass sich Irland die rote Laterne mit Aegypten teilt, hier ist man naemlich grade im 20. Jhr. angekommen und man fragt sich, was um Himmels Willen der Staat mit den ganzen EU Geldern gemacht hat, eine vernuenftige Infrastruktur sieht anders aus, aber dafür platzt man fast vor Stolz

2 Kommentare zu „Warten auf Godot

Gib deinen ab

  1. 2 Monate ohne Internet – das toppt sogar noch die 6 Wochen ohne Telefon und Internet, die wir Ende 2012 unserem Wechsel zur Deutschen Telekom zu verdanken hatten… Erst Monate später entschuldigte sich die Telekom und gab zu, dass nicht der Voranbieter Schuld war sondern dass sie den Auftrag verschlampt hatten. Da würde ich mich in Irland total heimisch fühlen… 😉

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