Warten auf Godot-Update

In meinem Post „Warten auf Godot,“ habe ich über die Widrigkeiten berichtet, die man mit so Premiumanbietern, wie Eircom erleben kann.
Mittlerweile ist Schwung in die Sache gekommen, nachdem ich im Forum von Eircom meinem Aerger Luft machte und schrieb, dass man einen Service wie Internet auch in einem Land wie Angola ohne Probleme im hintersten Busch erhalten könnte.
Hoehnisch fügte ich noch hinzu, dass der Yeti seine 100 Mbit Leitung in seiner Höhle im hintersten Himalaya dazu benutzt, um bei EBay Fussspuren in Gips gegossen zu versteigern.

Die Antwort liess nicht lange auf sich warten und ein Typ namens EircomMark meldete sich per PN (ich nehme an es war ein Pseudonym). Er teilte mir mit, dass Eircom sehr bestürzt sei und er gewillt ist alles erdenkliche, also was in seiner Macht steht, zu tun, damit wir Eircom gewogen sind. Nun wollte ich nicht unbedingt, dass Nordirland der Republik Irland angegliedert wird und schrieb was passiert war und was ich von der Sache halte, da O2 auf Grund der Limitbeschraenkung uns den Hotspotzugang begrenzt hatte, war ich auf mein iPhone angewiesen und kam mir vor, wie Tom der Kater, als ich meine Antwortmail in“s Telefon zimmerte.
Schon am nächsten Tag kam eine Antwort, EircomMark entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten bei mir und meinte er würde sich später wieder melden.
Später hiess in dem Fall Montag, denn die Mail schrieb er Freitag morgen bei der Teepause.

Am Montag schrieb er, dass er sich unseren Fall angeschaut hätte und man sich so schnell wie möglich der Sache annehmen wolle. Ich schrieb ihm zurück dass ich sein Engagement sehr schätzen würde und mich freuen würde, wenn man sich vor Ablauf der Woche bei uns meldet.
Darauf kam die rasche Antwort, dass man so kurz vor dem Wochenende keinen Techniker rausschickt (es war Montag) und das ja eine recht komplizierte Sache wäre. Meinen Einwand, dass ich seit über 20 Jahren in der IT beheimatet bin und mich auch mit Netzwerken auskenne liess man nicht gelten, immerhin handele es sich hier um EFibre, nicht um ein profanes W-Lan Netzwerk, was quasi jeder Affe mit abgebrochener Highschool problemlos einrichten könne. Der einzige Techniker, so schrieb er, wäre immerhin bei der NASA ausgebildet worden, wenn das kein Qualitätsmerkmal für Eircom wäre, dann wüsste er auch nicht.
Mir war das alles ziemlich egal ob der Techniker bei der IT-Crowd die Grundlagen des Internets erlernt hätte, ich für meinen Teil wolle eigentlich nur einen Internetanschluss, mehr nicht.
Er schrieb dann, dass man so etwas profanes wie Internet nicht hätte, schliesslich sei man im 22 21. Jahrhundert angelangt und würde bei Eircom nicht mehr das Morsealphabet nutzen.

Er riet mir eine offizielle Beschwerde bei Eircom einzulegen, was meine Frau und ich auch nutzten, d.h. meine Frau nutzte das, weil sie langsam von dem ganzen hin und her entnervt war.
Also dort angerufen und gewartet, dann mit der Beschwerdestelle gesprochen.
Sie hat die Situation in allen Farben geschildert und dass das kein Zustand sei, man könne nicht zwei Monate warten, bis sich eine Firma entschliesst eine Dienstleistung, die man offeriert, auch einzuhalten. Die Mitarbeiterin entschuldigte sich und versprach uns eine Lösung, wobei wir an unserer Kündigung festhielten.

Danach haben wir bei UPC angerufen, denen die Situation geschildert und man hat uns den Anschluss am nächsten Tag freigeschaltet (das Modem hatten wir ja noch), die Aktivierungsgebuehr hat man uns erlassen und wir haben nun eine schnellere Internetverbindung für weniger Geld.
Geht also auch.

Eigentlich könnte hier die Geschichte enden mit, „Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende,“ denn hier kommt wieder EircomMark and the Funky Bunch in’s Spiel.
Ich hatte ihm geschrieben dass wir endgültig auf Eircom verzichten und zur Konkurrenz gewandert sind, da wir a.) das Internet nicht zum spielen, sondern zum arbeiten brauchen und b.) wahrscheinlich von daheim arbeiten, wenn das Wetter uns dazu zwingt.
Das wollte er nun nicht gelten lassen und seit zwei Wochen ist Eircom sehr aktiv und ruft mich an, oder schickt mir SMS mit dem Hinweis, dass der Techniker am 10. Dezember Zeit hätte und ich nur Bescheid sagen soll, ob mir dieser Termin passt, oder er früher kommen soll, womit wir fast wieder am Anfang wären, wobei, wir bleiben jetzt bei UPC. Es ist alles geklärt, da wir unter einem Heuhaufen eine Nadel gefunden habe und dabei auch noch Gewinn machten. Warum sollen wir zu einem Anbieter wechseln, der in seinem Habitus schlimmer ist als die Telekom vor der Privatisierung.
Mittlerweile habe ich mitbekommen dass EFibre ein aufgebohrtes Internet ist, dass nicht die Leistung hält, die es verspricht, dafür aber sehr teuer ist.-Neuer Name, mehr Profit-

To be continued…..

Der Boiler das unbekannte Wesen

Die deutsche Wochenzeitung die Zeit veröffentlichte am 6. Dezember unter dem Titel „Fürs Heizen zu arm“ einen Artikel, in dem die „Boilersituation“ in Gross Britannien beschrieben wird, dass die Boiler in englischen Haushalten teilweise noch aus der Zeit Queen Victorias stammen und dass, wenn die Leute heizen, die monatlichen Kosten exorbitant hoch sind.
Geschuldet ist das dem Alter der Boiler, als auch dem Alter der Häuser in denen diese Vorsintflutlichen Relikte britischer Ingenieurskunst ihren Dienst verrichten und dabei so präzise sind, wie ein Rolls Royce, wenn sie denn auch funktionieren.

Nun waren wir in Irland ja bekanntlich 800 Jahre von den Engländern besetzt, besser gesagt, zu unserem eigenen Schutz als Mündel gehalten und haben bekanntlich alles von den Engländern übernommen, wir sind also quasi das Disneyland Gross Britanniens.
Natürlich besitzen wir auch das Boilersystem und haben in unserem Haus einen Boiler von der Größe des „Little Boy“.
Wie in allen irischen Haushalten üblich fristen unsere Boiler ein Schattendasein, obwohl sie das wichtigste System im Haus darstellen. Während in dem Haus in dem ich vorher wohnte, der Boiler sich seiner Rolle sehr wohl bewusst war und zuverlässig wie ein Brigadier der englischen Kolonialarmee seinen Dienst verrichtete, d.h. das Wasser erwärmte und im Winter für eine flauschige Wärme sorgte, hat Floyd, unser Boiler, sehr wenig Aufgaben zu erledigen und fristet traurig, einsam und verlassen, sowie mit Tüll verpackt, sein Dasein in einem Kabuff der Schlafzimmer im oberen Stockwerk.
Von Zeit zu Zeit darf Floyd arbeiten, dann pfeift er fröhlich vor sich hin und klingt dabei wie eine Kreissäge im Dauerbetrieb.
Am Anfang mumasste meine Frau,dass eines der Nachbarkinder eine sehr laute Rennbahn hätte, während ich der Meinung war, dass ein Serienmörder unser Nachbar sein muss und ausgerechnet am Abend die Leichen zersägt.
Wir rätselten woher das Nervtötende Geräusch kommt und kamen von Bohrmaschine, über Standsäge bis zu Rennbahn, Motorflugzeug oder Motorcross.

Das ging einige Monate und immer dann, wenn wir die Heizung einschalteten, um Warmwasser zum Spuelen zu haben. Besonders extrem war es, als wir auf Grund der kalten Witterung die Heizung einschalten mussten, da war das Geräusch fast vom einschalten der Heizung bis zum Ausschalten zu vernehmen. Letztes Wochenende kamen wir endlich auf die Lösung als wir schon am Mittag Floyd einschalteten. Am frühen Abend gab es ein ohrenbetäubendes und nervtötendes Geräusch, vergleichbar einem Walfisch der sich selbst befriedigt. Ich kam dann darauf das es nur Floyd sein kann, als ich im Schlafzimmer vor dem Boiler stand, und ich schwöre, Floyd ein Geräusch erzeugte, als hätte er gerade einen Orgasmus gehabt. Er grunzte und stöhnte dermassen vor Wollust, dass ich dachte, gleich fliegt mir der Boiler samt Rohre um die Ohren. Er hat dann noch mit einem wohligen Gurgeln abgeschüttelt (wie jemand im Pub nach 3 Pint Heineken auf der Toilette) und war auf einmal ganz ruhig.

Da wusste ich, unser Boiler lebt! Wenn mir jemand etwas erzählt vonwegen „Mystic Ireland,“ dann glaube ich ihm auf’s Wort. Ich weiss jetzt dass Floyd ein Eigenleben hat und werde ihn auf jeden Fall mit dem nötigen Respekt behandeln, denn wer weiss wann er wie der Baum aus dem Herrn der Ringe sich plötzlich losreisst und lautstark nach einem Whiskey schreit.

PS. Ich bin ja mal gespannt wie hoch unsere Energierechnung ist, denn auch unser Haus ist, wie jedes Haus in Irland mit Erdgas gespeist.