Guinness is good for you

Die Erfolgsgeschichte des schwarzen Goldes aus Irland begann im Jahr 1759. Arthur Guinness ein Bierbrauer aus Celbridge, im County Kildare, südlich von Dublin, pachtete mit seinen 100£ eine Brauerei am St. James Gate und begann erst das typische Ale zu brauen.
Erst als Arthur davon hörte, dass das beliebteste Getränk in Londoner Pubs ein schwarzes Bier namens Porter war begann er sich dem Zeitgeist anzupassen und braute die irische Variante.
Damit war der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt, die bis Heute anhält und Busladungen voll von Touristen am St. James Gate ausspuckt, weil die Guinness Brauerei, gegenüber der Heuston Station, immer noch der erste Anlaufpunkt ist, wenn man Dublin besucht.

Ich hatte ja schon darüber geschrieben, das man denkt Irland wäre Guinness und Guinness wäre Irland, aber das stimmt natürlich so nicht, allerdings, muss ich zugeben, nimmt es in der Tat einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft ein und ein Pub ohne Guinness wäre nicht denkbar, egal ob vom Fass, oder aus der Flasche.
Ganze Kochbrigaden machen nichts weiter als Rezepte mit, oder über Guiness zu finden und das Motto „Guinness is good for you,“erfunden von findigen Werbestrategen in den fünfziger Jahren, hat dazu geführt, dass selbst Mediziner sich mit dem Getränk beschäftigen und ihm eine, gegen Herzkrankheiten, vorbeugende Wirkung bescheinigen.

Guinness soll sogar die irischen Rebellen 1916 begleitet haben, was ich mir kaum vorstellen kann und halte das eher für eine Legende, aber es zeigt, Guinness hat über die Jahre Kultstatus ausserhalb Irlands erreicht. Am Arthur’s Day, zum 250. Geburtstag der Brauerei 2009 zelebriert, beteiligten sich weltweit Pubs und Lokale und begannen exakt um 17.59 Uhr Guinness auszuschenken. 2012 nahmen hier in Irland 686 Pubs an den Feierlichkeiten mit Livemusik, Tanz und natürlich Guinness in rauen Mengen teil.
Es heisst, dass man selbst im hintersten Kathmandu auf ein Lokal treffen kann, in dem eine verstaubte Flasche Guinness steht, was ich gern glauben mag. 40% der weltweiten Produktion werden in Afrika unter Lizenz gebraut und vertrieben. Die erste Brauerei ausserhalb Irlands entstand in Nigeria, als ein Familienmitglied des Guinness Clans seine Kontakte, die er in Afrika gesammelt hatte, nutzte und einen Deal mit der nigerianischen Regierung einfädelte.

Natürlich darf man dem bösen Gerücht nicht glauben, dass viele Nigerianer nur nach Irland wegen der Guinness Brauerei gekommen sind, aber es zeigt, Guinness ist auf Grund seiner Bekanntheit fast mit dem Land gleich zu setzen.
Weitere Länder in denen Guinness in Lizenz gebraut wird sind: die Bahamas, Kanada, Kamerun, Kenya, Uganda, Namibia und man mag es kaum glauben, Indonesien.
Dabei wird im Stammhaus streng darauf geachtet, dass Guinness überall auf der Welt gleich schmeckt. Um dieses Ergebnis zu erreichen gibt es in der Guinness Brauerei einen streng abgeschirmten Raum, in dem die Originalmixtur liegt. Es heisst, dass Guinness in jeder Lizenzbrauerei einen Vertreter hat, der streng die Einhaltung überwacht. Ich weiss nicht ob es stimmt und manche Guinnesskenner sagen, dass Guinness nur in Irland wie Guinness schmeckt, wobei ich eher denke, dass die verschiedenen Sorten, die es vom Guinness gibt, einen Einfluss auf den Geschmack haben dürften. Hat Guinness bei uns 4,2% Alkohol, so liegt dieser beispielsweise in Deutschland bei 4,8 für das Guinness Original/Extra Stout (laut Wikipedia wird er für Irland mit 4,1 angegeben, ich habe allerdings noch keine Flasche gesehen wo dieser Wert angegeben wurde).

Wie ich zuletzt in der Sendung „Wie gut ist unser Bier“ (ZDF Mediathek) sehen durfte, beklagen sich deutsche Biertrinker, dass die Biere der deutschen Brauer sich im Geschmack kaum unterscheiden und dass es ausgerechnet ein Amerikaner war, der die Goldmedaille in der Paradedisziplin Pils, wieder zurück nach Deutschland brachte.
Sowas waere hier undenkbar. Die dunklen Biere von Guinness, Beamish und Murphy’s, um die drei Marktführer zu nennen, unterscheiden sich im Geschmack sehr deutlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stouttrinker den Unterschied nicht rausschmecken könnte.

Was 1759 in einer kleinen Brauerei mit 100£ anfing, ist heute nicht nur zu einem nationalen, sondern zu einem Weltweiten Symbol Irlands geworden und Iren werden automatisch damit identifiziert, neben einigen unbedeutenden anderen Dingen.
Ich weiss nicht was Arthur darüber denkt, der eigentlich nur ein engliches Bier nachbrauen wollte, bin mir aber ziemlich sicher, dass er ein kleines bisschen auf diesen Erfolg stolz sein dürfte.

In diesem Sinne….Sláinte

2 Kommentare zu „Guinness is good for you

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  1. Ich weiß ja nicht, wer der sogenannte „Experte“ ist, der meint, alle Pils in Deutschland schmecken gleich? Aber das ist, mit Verlaub, Bullshit! Natürlich gibt es Unterschiede. Wenn man ein Pilsner von Radeberger trinkt, ein Pilsner aus Wernesgrün und ein Pilsner aus Freiberg, wird man sehr wohl den Unterschied schmecken. Also mir geht es so und ich bin kein professioneller Bier-Sommelier :-).
    Genau wie bei Dir mit Guiness, Beamish und Murphy’s beschrieben.

    Zum Glück sind Geschmäcker eben verschieden!!!

    1. Hihi, hoer ich da etwa den verletzten Stolz eines Biertrinkers 🙂
      Aber im Ernst, es waren ein paar gestandene Franken die nicht in den Unterschied bei den Pilssorten erschmecken konnten. Ich nehme an, dass es an der Massenbierhaltung liegt. Mittlerweile gibt es ja Brauereien die auch experimentieren und vielleicht ist das ein Weg in die richtige Richtung

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