Postleitzahlen

Im letzten Monat wurde fast völlig unbemerkt ein System bei uns eingeführt, das angeblich das Zusammenleben der Iren revolutionieren soll und angeblich den Postbetrieb erheblich vereinfacht. Am 18 Juni verkündete RTÉ den start von Eircode, was nichts weiter ist, als die Einführung von Postleitzahlen.

Nun waere Irland nicht Irland, wenn sowas nicht mit der Einführung einer zusätzlichen Behörde und einem Medienrummel auskommen würde. Alex White, unser Minister für Kommunikation, sagte gegenüber der Presse, dass das System Irland in die Reihe anderer europäischer Staaten bringen würde und es im Prinzip ja auch nur 26 Mio € kostet. Na wer sagt’s denn, ein Schnäppchen in Anbetracht der Probleme die dieses Land immer noch hat, aber Hauptsache wir haben jetzt Postleitzahlen nach englischem Muster.
Kritiker hingegen werfen dem System vor, dass es das Land nicht genügend abdeckt und regionale Gegebenheiten, beispielsweise Orte in gaelischer Sprache gar nicht berücksichtigt.

Man kann ja schon von Glück reden, dass wir diese Postleitzahlen nicht auch noch kaufen müssen, sondern uns unsere Regierung diese Mildtätigkeit kostenlos zur Verfügung stellt. „Sie brauchen keine Kreditkarte in die Hand nehmen und uns nicht Ihre Bankverbindung angeben, nein, dieses System stellen wir Ihnen voellig kostenlos zur Verfügung, wir wollen ja, dass Sie uns bei der nächsten Wahl wieder zur Nummer 1 machen.“
Dabei besitzen wir noch nicht einmal Hausnummern. Wir wohnen im Hausnummer 7, könnten aber auch in Hausnummer 5 oder 12 wohnen, so genau wissen wir das nicht, wir haben keine Nummer an der Tür angebracht und die Post kommt auch so immer. Ok, es kommt auch Post für unsere Nachbarn, weil auch der Postbote zeitweise die Koordination verliert und der Einfachheit halber die Post bei uns einwirft, aber er wird schon wissen was er tut. Das Misstrauen gegenüber Hausnummern hat wohl mit dem natürlichen Misstrauen der Iren gegenüber der Obrigkeit zu tun. Unter den Engländern hatte man aus Prinzip keine Hausnummer und hat dieses Verhalten, nach Gründung des irischen Staates gleich beibehalten.

Nun solle es nicht nur für die Postboten, sondern auch für alle anderen Institutionen, Firmen, Charityorganisationen, Parteien usw. usf. einfacher machen die Post besser zu adressieren. In der Vergangenheit war es so, dass jeder Postbote/Postbotin seinen Postbezirk aus dem FF kannte und wenn er/sie einen Brief in der Hand hielt, der an den „halbblinden und schielenden Pat“ adressiert war, sofort wusste, dass damit nur der griesgrämige Pat O’Flannaghan gemeint ist, der in der Seitengasse hinter dem Shamrock“s Inn auf der Linken Seite am Ende der Sackgasse wohnt. Selbst die Garda griff auf die Dienste von An Post zurück, wenn es darum ging, einen Verdächtigen zu finden. Dazu reichte es schon beispielsweise nach einem Banküberfall den maskierten Verdächtigen so zu schildern: „Ca. 1,80 Gross, hinkend und mit einem Manchester United Jersey und einer grauen, mit Flecken versifften Jogginghose bekleidet. Fahrzeug ein verrosteter Renault.“
Der befragte Postbote wusste natürlich sofort, dass es sich dabei nur um Kenny Brown aus Skibbereen handeln kann und natürlich ist es auch so, sodass die Garda wieder einen Erfolg im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verkünden kann, der ohne die zahlreichen Hinweise nicht möglich gewesen wäre.

Unsere Postboten sind nicht nur hervorragende Pfadfinder und finden mit traumwandlerischer Sicherheit jedes Haus und jede Wohnung, sondern sie sind darueberhinaus auch noch exzellente Hobbybiologen und Botaniker, sowie besser als jedes GPS.
Nun sind Ihre Dienste in Zukunft wohl nicht mehr gefragt, denn Eircode erleichtert es ja gerade, dass mehr Business in Irland statt findet, besonders wenn die Werbebriefe unserer Parteien rumgeschickt werden und man nun die Bewohner mit Namen anreden kann, um sie zur nächsten Wahl zu ermutigen das Kreuz nur bei einer bestimmten Partei zu machen.

Vielleicht, so vermute ich, hat es was mit einem Anruf zu tun, den ich vor ein paar Jahren von einer Kundin aus Deutschland erhalten habe. Diese Frau wollte einen Brief an unsere Firma schicken und als ich ihr die Adresse genannt hatte, verlangte sie auch die Postleitzahl. Ich antwortete ihr wahrheitsgemäß das wir sowas nicht haben, woraufhin sie ärgerlich wurde und sagte, „natürlich müssen Sie eine Postleitzahl haben, jede Stadt in Deutschland hat eine Postleitzahl und wenn Sie die nicht wissen, dann verbinden Sie mich mit jemanden der die Postleitzahl weiss.“Ich antwortete, dass ich sie zwar verbinden könne, aber sie trotztem keine Postleitzahl bekommt, weil wir in ganz Irland keine Postleitzahlen haben. Sie meinte daraufhin, dass ich mich gefälligst darum kümmern sollte, damit sie ihren Brief schicken kann. Sie liess sich auch nicht davon überzeugen, dass bei uns alle Briefe an der richtigen Adresse ankommen, so sagte ich ihr, dass ich selbstverständlich unseren Minister darüber informieren würde, damit auch wir endlich in den Schoss der europäischen Gemeinschaft aufgenommen würden, wo das Staatswesen mit der Existenz einer Postleitzahl stehen und fallen kann.

Vielleicht verschwindet dieses System aber auch im Orkus der irischen Geschichte, wie so einiges, was nach einem Regierungswechsel, oder einer Tasse Tee, in den Archiven des Dáil Éireann Staub ansetzt und was sind da schon 26 Mio, Peanuts, mehr nicht.

Franz‘ Quelle

Geht es um Stout, dann ist das Franciscan Well auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Brauerei, mit angeschlossenem Pub, sorgt seit 1998 nicht nur mit Bier, sondern auch mit einer sehr guten Pizza für das Wohl seiner Gäste.
Der Pub selbst ist nicht sehr gross aber dadurch, dass es einen Biergarten gibt, ist der Pub, besonders an den Wochenenden gut besucht. Hinzu kommt, dass das Franciscan Well sich einen eigenen Hausgeist gönnt und damit in der Top 10 der Spukplätze in Cork rangiert.
Nun geht der durchschnittliche Pubbesucher aber nicht unbedingt wegen irgendwelcher Geister in den Pub, sondern um sich alkoholisch erhellen zu lassen, quasi Biergeist.

Ich persönlich muss gestehen, dass ich nicht gern dorthin gehe, dass mag an der Atmosphäre liegen, oder auch am Publikum das sich zu grossen Teilen aus Angestellten der grossen Konzerne, die in Cork sitzen, zusammen setzt und man fast zwangsläufig einen seiner Manager trifft. Nun muss ich aber zum Glück nicht auf das Shandon Stout verzichten denn die Brauerei beliefert einige lokale Pubs wo man in den Genuss eines Shandon, oder eines Friar Weisse kommt, meine beiden Lieblingsbiere der Brauerei.

Das Friar riecht und schmeckt in der Tat nach Banane und Zitrone, dabei ist es eher Süßlich und den Hopfen kann man nur erahnen. Gut es ist wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack aber in der Tat kein schlechtes Bier und nur zu empfehlen, wenn man mal in Cork weilt.

Das Shandon Stout riecht und schmeckt leicht nach Lakritze. Der cremige Schaum, der allen Portern und Stouts gemein ist, schmeckt leicht nach Hopfen und bietet einem guten Kontrast wie im übrigen auch der Rest des Stouts, die Süße, mit dem Hopfen ist einfach gut und man merkt, dass sich die Brauer sehr viel Gedanken über ihr Bier gemacht haben. Shandon ist eine gute Alternative zu Guinness, Beamish und Murphy, besonders wenn es um Innovation geht.

Im letzten Jahr startete die Jameson Destillerie einen Werbespot mit dem Titel Jameson Caskmates Story. Die Legende besagt, dass der Master Distiller der Jameson Destillerie im Franciscan Well auf ein Pint einkehrte. Er kam mit seinem Nachbarn in’s Gespräch (das ist völlig normal in einem Pub) und es stellte sich heraus, das sein Nachbar der Braumeister des Franciscan Well war. Man philosophierte also über Bier, Whiskey und die Gemeinsamkeiten, sowie darüber, dass doch beide gemeinsam hinter dem Tresen eines Pubs zu finden wären.
Die Zeit verging und ein Pint nach dem anderen floss durch die Kehle und so kam es, dass beide einen Plan hatten, schliesslich ging es auch um Cork. So kam es, dass am nächsten Tag einige Fässer aus der Jameson Destillerie in Midleton, den Weg in die North Mal fanden und mit Stout befuellt wurden. Nachdem die Fässer leer waren, fanden sie den Weg wieder zurück in den heimischen Stall und heraus kamen zwei Produkte.
Zum einen das Franciscan Well Jameson Cask Stout und zum anderen der Jameson & Craft Stout.

Das Stout habe ich bisher noch nicht getrunken, kann also dazu nichts sagen, weil mich der exorbitante Preis von 15€ abgehalten hat. Es heisst, dass man einen leichten Whiskeygeschmack wahrnehmen und schmecken kann. Den Whiskey dagegen habe ich schon kosten dürfen und muss sagen, er ist wirklich sehr gut mit einer feinen Stoutnote und selbstverständlich hat er die typische Milde des Jameson.
Es hiess, das die Flaschen limitiert sind und den Whiskey nur ausgewählte Pubs führen, ob dem so ist, dazu kann ich nichts sagen, soweit ich weiss kann man ihn im Jameson Shop in Midleton kaufen und sollte man mal in Cork sein, dann würde ich eine Tour durch die Destillerie wärmstens empfehlen.

Das Stout hingegen bekommt man in vielen Off Licence, in einem Pub habe ich es allerdings noch nicht gesehen. Es heisst, dass The Bierhaus einige Flaschen anbietet, aber bei den Preisen dürfte die Flasche wohl 20€ kosten, aber wer weiss, vielleicht schaue ich beim nächsten Mal einfach nach.

Sláinte!!