Brians Mütze

Inspiriert durch eine Sendung im History Channel, in der ein „Geologe“ auf der Suche nach Artefakten ist und kreuz und quer über den Erdball reist um Salomons verlorenen Kamm, die Tagebucheinträge von Eva Braun, den Plüschteddy von Josef Stalin oder den goldenen Schnuller von König Midas zu finden, fiel mir diese Geschichte ein. Ich muss gestehen von einem Kanal, der sich mit Archäologie und Geschichte befasst, hätte ich keine Verschwörungstheorien erwartet und vor allem eine bessere Kenntnis über die Lage anderer Länder. Es ging in dieser Sendung über die Bundeslade die, so wurde es erzählt, sich erst auf dem Hill of Tara im County Meath befand und dann, man weiss nicht wieso, plötzlich im hintersten Winkel von Wyoming landete. Bemerkenswert daran war nicht die völlig abstruse Geschichte, sowie die offensichtliche Überzeugung, dass eh alles in den USA zu finden ist, sei es vom Schatz der Templer, bis hin zu Jesus alter Kuscheldecke aus Bethlehem, sondern selbstverständlich auch die Bundeslade, die einfach so per UPS in einer Scheune abgeliefert wurde. Bemerkenswert war die Tatsache, dass man mal eben den County Meath in das Hochland Schottlands verlegt hat…klar ist ja auch nicht weit bis dahin und Irland oder Schottland, ach was macht das schon, ist ja eh alles das Gleiche.

Unser Held in dieser Geschichte ist ein alter Bekannter den man sofort erkennt, wenn man die Arbeiten von Franquin zu schätzen weiss. Unser Held heisst Bring M. Backalive und das ist seine Geschichte die er exklusiv in die Tastatur der Rebelarmycork Redaktion diktiert hat. Selbstverständlich haben wir nichts daran geändert, nur hier und da etwas weggelassen weil es den Rahmen gesprengt hätte. Hier nun also seine Geschichte:

Auf der Suche nach der magischen Flatcap des Brian Boru

Mein Name ist Bring M. Backalive, ich bin Journalist, Abenteurer, Entdecker, Tierdompteur, Landvermesser, Erdumrunder, kurz, ich kann alles. Von Beruf bin ich studierter Origamilehrer, aber das hat mich selbstverständlich nicht ausgefüllt. Auf der Suche nach dem verlorenen Tempel der Mayas im brasilianischen Hinterland habe ich den Amazonas durchschwommen, bin auf jeder Storage Auflösung zwischen Miami und Barrow gewesen, weil meine Überzeugung, dass sich der Tempel irgendwo in den USA aufhalten muss, alle Instinkte geweckt hat. Nächtelang habe ich sämtliche Marvelcomics, Verschwörungsliteratur, also sämtliche Quellen die mir zur Verfügung standen und deren Titel mir jetzt nicht so einfallen, aber irgendwas mit alten Trümmern zu tun hatten, gelesen und was soll ich sagen, da steht dieser verblödete Tempel so mir nix Dir nix neben einem Diner in Las Vegas. Unglaublich, nicht?

Mein schwierigstes Abenteuer, das ich zu bestehen hatte, war allerdings die Suche nach Brian Borus Flatcap. Brian Boru, bekannt aus Film, Funk und Fernsehen, sowie einigen Comics, soll eine Schiebermütze getragen haben. Natürlich habe ich, Backalive, herausgefunden, dass diese Kappe selbstverständlich magische Kräfte besitzt…ich mein wer bin ich…pffhh einfache Flatcap, mit sowas gibt sich ein weltberühmter Wahnsinniger und semiprofessioneller Schiffsschaukelanschubser doch gar nicht ab. Nein, nein, da war mehr hinter dieser Kappe als alle zunächst annahmen, also buchte ich einen Flug nach Irland…leider über London, also erst nach London…Sie verstehen was ich meine.

In London angekommen war ich verblüfft über die Stadt, durch meinen 3D View-Master von Sawyer’s Photo Service sah die Stadt viel größer aus. Da wusste ich, „Bring, hier beginnt eine Herausforderung für Dich.“ Ich betrat den nächsten Shop und fragte völlig unumwunden, schliesslich bin ich ja auch Investigativ Journalist, „Gute Frau, ist das hier London?“ Die Frau, die wahrscheinlich noch die Revolutionskriege erlebt hatte meinte zu mir, „natuerlich, was sonst?“
Ich wäre ja nun kein Gambler, wenn ich nicht nachgefragt hätte, ist so wie beim Mau Mau, wenn Du zuviel Karten hast, dann stehen Deine Chancen ziemlich schlecht zu gewinnen. Ich fragte sie also knallhart und ganz direkt, „London in England? Nein,“ meinte sie, „natuerlich London in Ohio, was haben denn Sie gedacht?“ ‚Mist,“ dachte ich, immer das Gleiche, wenn Du billig kaufst, dann kaufst Du zweimal. Mir war diese Internetnetseite, „Raisen wohin Du wolle,“ gleich nicht ganz geheuer, zumal das Internetportal eine indische Adresse und die Preise in Rupien angegeben waren. Naja, auch ein Abenteurer kann mal falsch liegen, besonders wenn es sich um den größten Abenteurer seit Indiana Jones handelt, also murmelte ich kurz etwas in meinen Bart und begab mich schnurstracks in das nächste Internetcafe um meine Reise zu buchen.
Diesmal ging ich aber auf Nummer Sicher und suchte eine vertrauenswürdige Seite. Ich machte mir auch nicht viel Gedanken über die merkwürdigen Buchstaben auf der Seite, „Ali Babas Teppichairline,“ klingt in meinen Augen mehr als seriös, vor allem wenn sie mit dem Spruch werben, „Reisen für Abenteurer.“ Flugs hatte ich meine Amex in der Hand und die Reise gebucht, dann machte ich mich auf den Weg zum 300 Km entfernten Flughafen. Mich hat natürlich nicht gewundert, dass die Maschine eine DC 4 der „Never come backair“ war, Hauptsache es ging nach London. Gewundert habe ich mich nur, als ich wieder etwa 400 Km nach London reisen musste, auf meinem View Master sah das alles ganz anders aus und der Flughafen lag eigentlich direkt in London…na egal. Ich rückte meine Baskenmütze zurecht und betrat den erstbesten Laden, wollen doch mal sehen und zeigen, wo Bartels den Most holt und der Lurch die Locken hat.

Frech und direkt fragte ich den Mann hinter der Theke, ob das hier London sei und ergänzte, „aber nicht London in Ohio!“ „Oh nein,“ meinte er, „wir sind hier im wunderschönen London in Kentucky und immerhin Hauptstadt des County.“ Sichtlich mitgenommen rang ich nach Fassung und musste von dem, im Laden anwesenden, Personal sanft nach draussen getragen werden. Hier stellte ich fest, dass Eier nach vier Wochen in der Sonne einen sehr interessanten Geruch entwickeln können und kletterte aus dem Müllcontainer.
So langsam hatte ich das Gefühl das an dieser Sache doch mehr dran war als ich es vermutet hatte, wie sonst war es zu erklären das ich, der grosse Bring M. Backalive, von seiner Reise nach Irland abgehalten wurde. Lag vielleicht ein Fluch auf diesem Artefakt, um diesen Fragen nachzugehen und mich diesmal besser auf meine Reise vorzubereiten reiste ich in mein Office, welches in einem Hinterhof der Bronx liegt und studierte bei einem leckeren Doughnut und einem Becher Kaffee in Muriel und Al’s Diner diverse Webseiten. Da ich keine Redaktion habe, die für mich diese Aufgaben der Recherche -obwohl brauche ich das?- übernimmt, beauftrage ich Eliah, den Sohn meiner Nachbarn mit der Recherche, schliesslich ist Eliah der beste Schüler an der Newark Junior High und kostet auch weniger. Allerdings hat auch er seinen Preis und verdammt, die sind gestiegen. Unter einem Juniormenü geht da gar nix, aber am Ende landete ich schliesslich in London, ich wusste doch, das dieses England keine Legende ist wie man mir als Kind immer weismachen wollte, wenn wir in Disneyland waren, allerdings sahen die Leute hier so gar nicht aus, wie ich es aus Büchern kannte, komisch. Keine Anzüge, Regenschirme, lustige Hüte, na ja, man kann nicht alles haben. Hauptsache England.

Die Leute beim Zoll schauten mich etwas ungläubig an, als ich dabei war meine Hose auszuziehen, sie meinten das wäre in England unüblich, gut konnte ich ja nicht wissen das hier die Uhren anders gehen als in Kolumbien. Nachdem ich durch den Zoll war, mein Gepäck geholt hatte, verliess ich den Flughafen, den ich mir eigentlich ein bisschen Größer vorgestellt hatte, naja es ist halt nicht wie bei uns.
Gerade hatte ich das Gebäude verlassen und wollte mich nach einem Taxi umschauen, als ich plötzlich ein verzweifeltes Hupen beim überqueren der Strasse hörte….ich wachte drei Tage später im Krankenhaus auf.

Vor mir stand der Arzt und rührte mit einem Kopfschütteln in seiner Tasse, „ts ts ts,“ hörte ich ihn, „warum, um Himmels Willen, sind Sie einfach über die Strasse gelaufen, haben Sie denn nicht im Verkehrsunterricht aufgepasst?“ „Unverschämtheit,“ dachte ich so bei mir, wie kann dieser Neandertaler einen der größten Abenteurer der modernen Zeit zurechtweisen? „Natürlich habe ich geschaut, ich konnte ja nicht ahnen das man in diesem rückschrittlichen Land auf der falschen Seite fährt!“
„Natürlich fahren wir auf der richtigen Seite,“ sagte er und nahm einen Schluck aus seinem Becher, da fiel mir dann wieder ein, dass ich auch ein leichtes Durstgefühl spürte und gerne eine Tasse Kaffee gehabt hätte. Offensichtlich wurden meine Gedanken erhört, denn eine Krankenschwester kam in das Zimmer und schob einen einen Wagen vor sich her auf dem ein grosser Kessel stand. „Mit Milch?“ fragte sie und goss mir einen Becher ein. Herzhaft nahm ich einen Schluck und spukte diesen in grossem Bogen aus, „iiiiihhh, das ist ja widerlich! Was ist denn das für eine Plörre? Nicht mal in Franzoesich Guayana habe ich so einen miesen Kaffee getrunken!!!“ Ich hätte das wohl nicht sagen sollen und hatte offensichtlich die Gefühle der Einheimischen verletzt, denn ich fand mich kurz danach auf dem Trottoir vor der Klinik wieder und spürte plötzlich ein warmes Gefühl am Bein, als sich ein Hund, offensichtlich zweifelhafter Herkunft, an meinem Bein verlustierte. Naja, das war jetzt auch egal, also fragte ich die Person am Ende der Leine wie ich am besten nach Irland komme. Ich hatte gleich so ein komisches Gefühl als ich dieses feiste Gesicht und diese Schweinsäuglein sah, aber ich hatte ja keine andere Wahl. Er schaute mich so komisch und abschätzig an und meinte dann ich sei hier völlig falsch -als wenn ich das nicht wüsste, schließlich bin ich der größte Abenteurer der Neuzeit und habe schon mit Erich von Däniken die berühmten Pyramiden im Hochland von Papua Neuguinea entdeckt- Er schickte mich zum Bahnhof und meinte ich müsste dort eine Karte nach Edinburgh kaufen und wäre direkt in Irland. Ich konnte ja nicht ahnen, dass England und Irland zwei verschiedene Inseln sind, woher soll man das auch wissen und welchen Unterschied macht das.

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