Apple Intern

Ich bin von einem Bekannten aus Deutschland darauf aufmerksam gemacht worden, dass eine ehemalige Mitarbeiterin ein Buch geschrieben hat, welches sich mit Apple beschäftigt und in dem sie schwere Vorwürfe gegen die Arbeitsbedingungen erheben würde. Daniela Kickl, so heißt die Autorin hat, laut eigenen Angaben, drei Jahre bei Apple gearbeitet und beschreibt die Arbeit als Hölle auf Erden. „Nanu,“ dachte ich, denn ich war selber bei der Firma und sogar in der selben Abteilung beschäftigt und mir ist eigentlich nie aufgefallen wie schlecht es mir in den Jahren meiner Tätigkeit ging. Im ersten Moment wundert man sich und liest alles was denn so im Netz an Informationen verfügbar ist. 
Die Autorin, oder ihr Verlag, waren sehr umtriebig, denn man kann fast in jeder deutschsprachigen Zeitung lesen, wie unmenschlich das System bei Apple sei. Quasi, so die Lesart, wäre das Leben in einem Gulag besser als das Arbeiten bei Apple. Natürlich war mein Interesse geweckt, denn so, wie in den Interviews und Artikeln beschrieben, hatte ich es nicht in Erinnerung. Klar, natürlich gab es Kritik, da manche Dinge bei Apple recht seltsam sind, aber das ist wohl in jeder Firma so, dass man mit vielen Dingen nicht einverstanden ist. Und da kommen wir zu einem Problem, dass jede Firma, die schnell gewachsen ist, betrifft. Viele Dinge sind nicht durchdacht und einige, besonders große Firmen, produzieren ein Management, in dem Leute arbeiten, die völlig ungeeignet sind Leute zu führen, aber das ist ein ganz anderes Thema. Ich habe mir also bei Amazon das Buch bestellt, da es in einer irischen Buchhandlung schwer zu finden ist, und war gespannt auf die Skandale, die die Presse versprach. Vor allem denkt man, dass bei 286 Seiten, die das Buch hat, ein bisschen mehr rausspringt als das, was in den Interviews und Artikeln geschrieben und gesagt wurde.
Die Autorin beschreibt auch keine drei Jahre, sondern beschränkt sich auf einen Zeitraum von etwa 9 Monaten und man könnte das, was sie zu sagen hat, auf eine DIN A4 Seite beschränken, denn der Informationsgehalt ist mehr als dürftig und wird dem Anspruch, es sei „investigativer Journalismus“ der hier statt findet, nicht gerecht, statt dessen erfährt man viel über die Gemütsverfassung der Autorin und das Buch bietet, gerade für Psychologen, ein reiches Betätigungsfeld, denn man wird über das Innenleben der Frau Kickl bestens informiert. 
Mittlerweile ist es leider so, dass Leute, die sich für talentierter als Thomas Mann halten, die Möglichkeit bekommen in Eigenregie und mit begrenzten literarischen Mitteln, ein Buch nicht nur zu schreiben, sondern auch zu veröffentlichen. Frau Kickl steht, trotz eines Verlages im Hintergrund, dem in nichts nach. Im Stile eines Schulaufsatzes –„Mein aufregendstes Erlebnis“– breitet sie ihr Innenleben aus und offenbart dem Leser, ob ihm das nun gefällt oder nicht, wie sie tickt, und das ist wahrlich nicht schön.

„Ich war in der glücklichen Lage, iPhones bereits vor meinem Arbeitsantritt exzellent bedienen zu können. Es gab keine Funktion und keine Einstellung, die ich nicht kannte und erklären konnte. Ich wusste teilweise sogar mehr als Jürgen.“ (Apple intern, Seite 61,62)
Als bekannt gegeben wurde, wer in welches Team kommt, schreibt die Autorin, “ ‚Buhhh‘ und ‚Ooooooh‘ machen meine Kollegen. Ich habe mich zu einer Art Integrationsfigur im Team entwickelt.“ (Apple intern, Seite 68) 

Nun ist es völlig normal, dass man die Leute bei so einer großen Gruppe auf verschiedene Teams aufteilt, bei der Autorin liest es sich aber so, als wäre sie bei den Leuten so beliebt, dass jeder in ihr quasi die Übermutter sieht. Und diesen Stil behält sie das ganze Buch über bei, so dass man sich fragt, ob sie bei diesem Ego noch normal durch die Tür passt. 

„Hallo liebe neue Kollegen, ich bin Daniela aus Wien, 44 Jahre alt und habe in Österreich in der IT-Branche gearbeitet. Das muß genügen für den Anfang, denke ich. Ich muß ja nicht gleich zu Beginn meiner Karriere bei Apple auffallen.“ (Apple intern, Seite 85)

Nun ja, wenn man Kollegen darüber belehrt, dass man es besser weiss, wie alles funktioniert und dies auch einem Kollegen an den Kopf wirft, der bereits 5 Jahre in einem Unternehmen arbeitet, das sind natürlich ideale Voraussetzungen, um sich im Kollegenkreis beliebt zu machen, vor allem wenn man bedenkt, dass viele Mitarbeiter, auch im iOS bzw. Mac Support aus der IT-Branche kommen und teilweise eine Ausbildung, oder ein IT-Studium vorweisen können. Die Autorin ist also nicht die Einzige, die „überqualifiziert“ für einen Job im Callcenter ist, denn dies ist Apple Care, ein riesiges Callcenter mit Leuten aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Qualfikationen. Die Dame denkt aber offensichtlich, dass Apple ihr einen Platz außerhalb von Apple Care hätte anbieten müssen. Produktdesigner eventuell, also jedenfalls etwas, das so einer Hochintelligenten Frau liegt. 
Ich gebe zu, ich musste das Buch mehrfach aus der Hand legen, denn so ein Schwachsinn ist mir selten untergekommen. Ich habe versucht neutral an das Buch heranzugehen, obwohl ich selber bei Apple gearbeitet habe und mich an Frau Kickl vage erinnern kann. Aber die Lektüre des Buches war stellenweise eine Tortur, denn die Autorin kann alles besser, weiß alles besser und macht auch alles besser, ohne dass es die Manager bei Apple mitbekommen haben, dabei hat Apple doch ein allumfassendes Überwachungssystem. 
Laut eigener Aussage hatte sie, bevor sie bei Apple anfing, eine Initiativbewerbung an Apple geschickt, über die konkreten Gründe schweigt sie sich aus. Sie hätte, da sie ja überqualifiziert sei, sich auch um eine Stelle bei SAP in Galway bemühen können, denn sie hat ja, laut eigener Aussage, für SAP in Wien gearbeitet. Offensichtlich hat sie das nicht gemacht und auch die Stellenangebote bei Apple, die weit mehr beinhalten als Jobs im iOS Support, hat sie sich gar nicht angeschaut. Da stellt sich die Frage, was sie sich vorgestellt hat. Dachte sie die Mitarbeiter bei HR schauen sich die Lebensläufe der Bewerber an und sagen von sich aus: „Hey, hier habe ich ein Genie. Kickl heißt sie und hat schon für Konrad Zuse den Computer gebaut, da müssen wir ihre Bewerbung aber gleich an Cupertino in die Entwicklungsabteilung weiterleiten, warten die doch händeringend darauf, dass endlich jemand iOS verbessert.“ 

Natürlich schauen sie sich die Bewerbungen durch und wenn sie denken, iOS wäre etwas, was den Fähigkeiten des Bewerbers entsprechen könne, dann bieten sie ihm diesen Job an. Es ist immer noch die Entscheidung des Einzelnen, ob er dieses Angebot akzeptiert oder sagt, „ach nein, ich habe eigentlich eher damit gerechnet in den Apple Vorstand berufen zu werden.“

Diese fehlende Selbstwahrnehmung ist ein Phänomen, das ich sehr oft im Laufe meines Lebens beobachten konnte. Leute, die der Meinung waren, sie könnten sich mit Albert Einstein vergleichen, ohne einer zu sein, waren im Laufe ihrer Beschäftigung zutiefst frustriert, weil niemand ihr Talent sah, außer sie selbst. Ich nehme an, die Autorin leidet unter dem gleichen Mangel an Wahrnehmung und hat dieses Buch aus einem einzigen Grund geschrieben, sie möchte sich offensichtlich an ihrer vermeintlichen Liebe rächen und dazu ist ihr jedes Mittel recht. Wenn man damit noch ein paar Euro verdienen kann, weil es um Apple geht, warum nicht. Der Psychologe Peter Lauster beschrieb das Phänomen folgendermaßen: „Enttäuschte Liebe ist enttäuschte Erwartung. Wenn keine Erwartungen bestehen, kann keine Enttäuschung eintreten. Erwartungen sind die Ursache für unser seelisches Elend, für Unzufriedenheit, Angst, Nervosität und fehlenden Kontakt zur Wirklichkeit.“ In dem Buch beschreibt die Autorin ihr anfängliches Verhältnis zu Apple und man liest, dass sie sich offensichtlich keine Gedanken darüber gemacht hat, dass Apple, genauso wie jede andere Firma, gewinnorientiert ist. Nicht umsonst gilt Apple mittlerweile als die reichste Firma der Welt. Selbst Steve Jobs, den manche anscheinend immer noch wie einen selbstlosen Heiligen sehen, quasi einen Siddharta Gautama, der durch Meditation zum Buddha wurde, war zeit seines Lebens darum bemüht, Geld aus seinen Aktivitäten zu machen. Das kann man wissen, wenn man sich mit ihm beschäftigt, aber für einige ist dies anscheinend hinderlich.

Durch Andy Warhol kennen einige, die sich mit ihm beschäftigt haben, den Medienphilosophen Marshall McLuhan. Dieser prägte den Ausdruck „15 Minuten Ruhm.“ Zusammengefasst läßt es sich so ausdrücken: „Die Flüchtigkeit von Ruhm und medialer Aufmerksamkeit, ist die Zeit, die sich schnell durch eine Ablenkung auf ein anderes Objekt fokussiert, sobald die Aufmerksamkeitsspanne des Betrachters erschöpft ist.“ Oder, moderner ausgedrückt: „Im Zeitalter des Reality TVs bewirkte eine ironische Neuschaffung des Ausspruchs, wonach jeder 15 Minuten – nicht mehr – zu sehen ist. Vermutlich ausgelöst durch das Aufkommen von Social Networks, Blogs und anderer Internet-Erscheinungen, wurde der Spruch auch in “In the future, everyone will be famous to fifteen people” (Alternativ: “On the web, everyone will be famous to fifteen people”) abgeändert. Letztere Aussage wird dem schottischen Künstler Momus zugeschrieben. 
Das läßt natürlich Rückschlüsse auf die Intelligenz der Autorin zu, denn mit dem Buch hat sie sich zwangsläufig in’s Abseits gekick(l)t. Kein Arbeitgeber wird der Frau auch nur einen Job anbieten und es steht die Frage im Raum, wäre es nicht besser gewesen eine Faust in der Tasche zu machen und zu sagen, „ich scheiss Euch jetzt was“? Aber offensichtlich sieht sie sich selbst für eine moderne Ausgabe der Emmeline Pankhurst, nur Pankhurst wusste, im Gegensatz zur Autorin, was sie wollte. Und es mutet auch seltsam an, wenn Frau Kickl schreibt, „zuletzt möchte ich mich bei all jenen Helden bedanken, die sich erhoben haben, um die Welt zu einer Besseren zu machen. Ich danke Ben Farrell für seinen Blog über Apple, Julian Assange für seinen Einsatz im Kampf um die Wahrheit und Gerechtigkeit, Edward Snowden, der sein eigenes Leben dem höheren Zweck untergeordnet hat, Erin Brockovich, die einfach das Richtige getan hat. Sie alle waren und sind mir Vorbild.“ 
Na da hat sie ja schöne Vorbilder, wie gescheiterte Existenzen, eine Frau, die sich wirklich für das Recht eingesetzt hat und nicht für eine Vision, oder Geld und Ruhm, sowie einen Ex-Mitarbeiter, der einen Blog Artikel geschrieben und sich über die Gründe ausgelassen hat, warum er bei Apple kündigte, wobei niemand genau sagen kann, ob die Vorwürfe, die Farrell erhoben hat, sich auch so zugetragen haben. Und das ist ein Problem, auch wenn viele die sogenannte Work-Life Balance bei Apple beklagen, gibt es auf der Gegenseite viele Mitarbeiter, die das als Plus sehen. Und da ist, wie überall, die Wahrheit irgendwo dazwischen. Frau Kickl passt höchstens zu den erst genannten, Julian Assange, der mittlerweile seit 2012 in der Ecuadorianischen Botschaft lebt und davor eher als Verschwörungsguru denn als Investigativer Journalist auftrat und von seinen ehemaligen Mitarbeitern ob seines Führungsstils kritisiert wurde. Der auch fordert, dass ein ehemaliger afghanischer Informant am besten von den Geheimdiensten ausgeschaltet wird und ein profaner Datendieb. Snowden, der offensichtlich zuviel Agentenkrimis gelesen hat und von westlichen Politikern, sowie der Presse, als Kämpfer für Freiheit und Demokratie betrachtet wird, flüchtet ausgerechnet nach Russland. Klar Russland unter Putin ist ja auch der Garant der freien Meinungsäußerung. In den Siebziger und Achtziger Jahren, ja da war es noch Usus entweder in die DDR, die Sowjetunion oder die Bundesrepublik zu fliehen, wenn man aufflog. Und in dieser Tradition sieht sich offensichtlich auch Frau Kickl. Nicht der schnöde Mammon war ihr Leitmotiv, sondern die Befreiung der Arbeiterklasse aus dem kapitalistischen System. Dieses hehre Ziel bekommt allerdings einige Kratzer wenn sie bezüglich eines Schichttausches schreibt: „Ich bitte nur um Berücksichtigung meiner familiären Umstände und um freie Wochenenden. Meinetwegen die Spätschicht, aber Wochenenden gehen mit schulpflichtigen Kindern nicht.“ Daraufhin, man weiß es nicht, geht Apple wirklich hin, tauscht ihre Schicht mit der einer Kollegin und, als diese Kollegin sich bei ihr beschwert, schiebt sie die Schuld auf Apple. 

Nun war, und ist es wahrscheinlich immer noch so, dass man die Möglichkeit hat, seine bevorzugten Schichten anzugeben. Die Schichten ändern sich alle 6 Wochen und man wird, wenn man senil ist, darüber informiert, dass die Möglichkeit der Wunschschicht besteht und, sobald die Schicht online ist, das man diese nun einsehen kann. Macht man es nicht und läßt alles so wie es ist, dann kann es sein, daß man am Wochenende arbeiten muss. In Deutschland ging meine Mutter auch am Wochenende arbeiten, ohne dass aus mir ein Bettnässer oder Stotterer geworden wäre. Nun war mein Vater an den Wochenenden daheim und man weiss nun nicht ob ihr „Sweetheart“ daheim war, also, wo ist nun der große Skandal, außer dass jemand der Meinung ist, er verdiene eine besondere Behandlung.

Der zweite Kratzer ist ihr Vergleich mit Strafgefangen, die es ja angeblich besser haben als Apple Advisor. So schreibt sie auf die Anordnung den Arbeitsplatz wegen eines Besuches aus Cupertino aufzuräumen, „Räumen wir doch einfach unsere Sachen weg. Ist nicht so schlimm für einen Tag.“ „Doch, ich finde das schlimm,“ sage ich. „es ist sogar schlimmer als bei Strafgefangenen. Weißt Du warum? Weil die wissen, dass sich im Notfall Amnesty International um sie kümmert…“
Hey, da kommt doch direkt Sympathie für die Autorin auf und alle Strafgefangenen, die in irgendeinem Folterknast vor sich hin rotten haben direkt einen entspannteren Tag, denn es kümmert sich Amnesty um sie. Bestimmt sagen sie sich, „scheiße, ich habe zwar schwer auf die Fresse bekommen und nach dem Stromstoß in die Hoden krümme ich mich vor Nierenschmerzen, aber hey, bei Apple müßte ich jetzt meinen Schreibtisch aufräumen, hier kommt wenigstens ein Vertreter von Amnesty vorbei und streichelt mir den Rücken.“

Dann die Sache mit dem verweigerten Urlaub. Nun ist es so, dass Firmen, nicht nur Apple, zu gewissen Zeiten eine Urlaubssperre haben. Meist sind diese Urlaubssperren vor Messen, Neuerscheinungen oder Feiertagen, bei denen die Unternehmen davon ausgehen, dass ein erhöhtes Aufkommen an Anrufen erfolgt. Bei der Autorin ist es so, dass sie sich selbst als etwas ganz besonderes sieht und offensichtlich Probleme mit Entscheidungen hat. Als nämlich ihr Antrag abgelehnt wird, entwickelt sie eine Art von Ehrgeiz und sucht so lange, bis sie den genehmigten Urlaubsantrag einer Kollegin findet. Der Leser erfährt nicht, warum der Urlaub dieser Kollegin genehmigt wurde, Frau Kickl tut aber so, als würde von ihrem Urlaubsantrag die Psyche ihres Kindes abhängen, könnte ihr Sohn doch Bettnässer, Serienmörder, oder noch schlimmer, gar homosexuell werden. Dabei wird sie mit Sicherheit beim Einstellungsgespräch darüber informiert worden sein, dass es zu Urlaubssperren, wie auch zu Schichten an den Wochenenden kommen kann. Sie kann niemandem erzählen, sie hätte dies nicht gewußt, und jetzt künstlich empört reagieren. „Wie, ich muß am Wochenende arbeiten, da hat mir doch keiner was von gesagt? Gilt denn für mich nicht die Begabtenregel, werde ich wirklich wie ein Proletarier behandelt? Ich, die so klug und gebildet ist und mindestens 100 Jahre Berufserfahrung besitzt?“
Wie sagt man das so treffend? „Das Leben ist kein Ponyhof!“ Die Autorin macht allerdings den Eindruck, dass diese Weisheit auf sie nicht zutrifft und das Leben sich nach ihr richten muss. Diese Haltung ist extrem störend und unsympathisch. Man muss ständig Kompromisse eingehen, besonders in einem großen Unternehmen, in dem viele Menschen auf begrenztem Raum arbeiten. Dazu muss ein Unternehmen dieser Größe auch Regeln aufstellen, sonst bricht über kurz oder lang Chaos aus. Frau Kickl, die ja auch Personalmanagement studiert hat, scheint dies aber offensichtlich verpaßt zu haben, denn die Personaleinsatzplanung – Business Needs, wie sie ständig im Buch betont – doch Teil des Studiums sein sollte. 

Natürlich, und das gebe ich ganz offen zu, haben die meisten Menschen ab einem gewissen Alter Probleme sich unterzuordnen, besonders wenn die ein lange Berufslaufbahn hinter sich haben, mir ging es ganz genauso und ich musste teilweise das Zusammenleben mit anderen wieder lernen. Gäbe es keine Regeln, dann hätten auch die Teamleiter einen schweren Stand, denn es ist nicht wie im Sportunterricht, wo man sich die Mitglieder seines Teams aussuchen kann. Man bekommt eine Anzahl von neuen Mitarbeitern und muss aus diesem Material ein funktionierendes Team bilden und das ist nicht immer leicht. Ich weiß, wovon ich schreibe.

Da die Autorin schreibt, sie hätte schon Teams geleitet, sollte sie eigentlich wissen, wie schwer es sein kann, mit verschiedenen Mentalitäten umzugehen, aber anscheinend ist ihr das völlig unbekannt.

Das Machwerk, als Buch kann man es nicht bezeichnen, ist auch kein Tatsachenbuch, oder Sachbuch und die Autorin ist weder ein Bob Woodward, oder Carl Bernstein, noch ein Günther Wallraff. Das, was sie hier als „Skandal“ verkaufen möchte, ist nichts mehr als die persönliche Abrechnung einer in ihrem Ego verletzten Person.

Toilettengate
Frau Kickl schreibt, und es wird auch ständig in Interviews und Artikeln betont, dass das System bei Apple so unmenschlich sei und nur Acht Minuten am Tag für den Toilettengang vorgesehen sind. Der unbedarfte Leser schüttelt nun verwundert den Kopf, reißt die Augen auf und ruft in verständlicher Überraschung wie furchtbar das sei. Die Autorin, sowie die Journalisten vergessen aber ein kleines winziges Detail. Sie beschreibt am Anfang des Buches die Pausenregelung bei Apple, dass Apple insgesamt eine Stunde Pause vorgesehen hat, und dass täglich 10 Minuten Admin Offline Time, kurz vor Ende der Schicht, gewährt werden. Liest man nicht das Buch oder kennt sich bei Apple aus, dann klingt es natürlich dramatisch, denn so reduziert man einen Unternehmen auf einen Sklaventreiber, der insgesamt nur 8 Minuten gewährt. Sie macht auch nicht die Anstalten diese 8 Minuten zu erklären, oder darauf hinzuweisen, dass diese 8 Minuten zusätzlich gewährt werden. Das muss sie auch nicht, geht es doch darum, dem Ex-Arbeitgeber eine Ohrfeige zu verpassen und was passt da besser als die selektive Wahrheit. 
Frau Kickl macht sich sogar die Mühe und stoppt mit ihrem iPhone – eine Uhr wäre ja auch zu profan – die Zeit, die ein Advisor vom hintersten Winkel des Raumes bis auf die Toilette benötigen würde und schreibt diese Zeit penibel auf. Da sie sich grundsätzlich nicht beschwert, weil sie dies für destruktiv hält, macht sie halt einen Verbesserungsvorschlag, besser benennt es so, weil es ja konstruktiver ist. Nun ist es mit Verbesserungsvorschlägen so eine Sache, es kommt darauf an, wie man sie vorbringt und nach dem Eindruck, den mir das Buch geliefert hat, kann ich mir vorstellen, wie das ablief.
Frau Kickl, mit hochrotem Kopf, erklärt ihrer Teamleiterin ganz konstruktiv wie Scheisse das ist, wenn die Klospülung nicht richtig funktioniert und darüber hinaus, kacken ein rudimentäres Menschenrecht ist, das Apple mit Füßen tritt. Ja, da wird jeder Teamleiter vor Begeisterung in die Hände klatschen, so ein wertvolles Mitglied in seinen Reihen zu wissen. Geht es nur um die Toilettenspülung, dann reicht eigentlich ein kurzer Hinweis an das Management und die geben es an Facility weiter. Vor allem glaubt die Autorin allen Ernstes nur sie habe das Problem und sei die Einzige, die sich meldet?

Überall Selbstmorde

Im Buch, sowie den Artikeln, wird gesagt, dass es bei Apple zu 3 Suiziden kam, die Autorin aber nicht sagen konnte, ob die Selbstmorde etwas mit der Arbeit zu tun haben, weil man ja eh manisch depressiv wird, oder nicht. Und sie konnte auch nicht sagen, ob diese Selbstmorde, bis auf einen, wirklich statt gefunden haben. In der ganzen Zeit, in der ich bei Apple tätig war, gab es einen Selbstmord. Der Advisor arbeitete von Daheim aus und es ist nicht sicher, ob sein Tod etwas mit der Arbeit zu tun hatte. Alles was ich so mitbekommen habe war, dass er schon eine Zeit an Depressionen litt. Die anderen beiden Abgänge, da wusste sie nichts drüber, aber weil Gerüchte entstanden sind ist es natürlich klar was los war, denn, so die Erklärung der Autorin, „Gerüchte haben ja einen wahren Kern. Wenn man mehrere solche Sachen hört und sich völlig entmenschlich fühlt, kann man das nachvollziehen. Dann glaubt man diese Gerüchte auch. Und aus meiner Lebenserfahrung kann ich sagen: Die meisten Gerüchte haben einen wahren Hintergrund.“
Das war ihre Antwort auf die Feststellung, dass sie allenfalls nur Gerüchte weitergeben würde. Es gibt viele Arten von Gerüchten und sie können auch einen wahren Kern enthalten, nur bleiben es Gerüchte so lange man nicht sicher ist, oder diese belegen kann. Jemand, der sich aufgemacht hat, ein Enthüllungsbuch zu schreiben, sollte eigentlich wissen, dass man Aussagen nicht ungeprüft übernehmen kann. Jeder Journalist weiss das und richtet sich danach. Gut, nicht alle, aber die meisten. Selbst seriöse Blogger sind in der Lage, ihre Aussagen durch Quellenangaben, oder weitergehende Informationen, zu belegen. Dies sollte man auch von jemanden erwarten können, der nicht Journalist ist und kein Blogger, sonst macht man sich mit seinen Vorwürfen wenig glaubwürdig. 
Was man an Apple kritisieren kann, das ist die Informationspolitik, die schon Steve Wozniak zu der Kritik hinriss, „90% Geheimnis ist auch noch gut genug.“ Apple lässt sich nicht gern in die Karten schauen und ist auch in Personalangelegenheiten außerordentlich zugeknöpft. Selbst die Manager wussten teilweise nicht, warum jetzt der Advisor oder der Manager nicht mehr an seinem Platz ist. Ob das nun für einen Skandal taugt? Mit Sicherheit nicht.

Incidents

Frau Kickl beschreibt das System der Incidents, also Krankheit oder Fehlzeiten, und gibt das, nicht nur im Buch, sondern auch in den Interviews verkürzt und falsch wieder. 
Zunächst bleibt festzuhalten, dass das übliche Praxis in Irland ist. Man kann das nun toll finden oder abartig es ändert nichts an der Tatsache, dass es hier praktiziert wird. Es ist auch falsch und kontraproduktiv zu behaupten, man wäre Gehaltseinbußen, oder Sanktionen unterlegen. Sanktioniert wird man, wenn man in einem gewissen Zeitraum eine Mindestanzahl an Incidents anhäuft. Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn man diese Incidents davon abhängig machen würde, was die Gründe für die Fehlzeiten sind. Jemand, der notorisch zu spät kommt, oder gerne unter der Woche feiern geht und am nächsten Tag nicht aus dem Bett, sollte anders behandelt werden als jemand, der öfters krank ist. Das ist aber etwas was Apple, bzw. der Gesetzgeber entscheiden muss. So lange das System so ist wie es ist, muss man damit leben. Natürlich gibt es auch Firmen, die sich nicht strikt daran halten, es gibt aber auch Firmen, die einen zum Vertrauensarzt schicken, um abzuklären, ob der Mitarbeiter wirklich krank ist oder nur simuliert. 

Ich nehme an, sie meint die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und das ist etwas vollkommen anderes und auch vom Gesetzgeber geregelt. In einem Krankheitsfall bezahlt Apple einem ca. 60% vom Bruttogehalt. Die restlichen 40% erhält man von Social Welfare, das man dann beantragen muss. Nun ist es in Irland so, dass man mindestens 2 Jahre hier beschäftigt sein muss, um diese Zuzahlung beantragen zu können. Man kann das für einen Skandal halten, oder man beschäftigt sich mit dem Land, in dem man arbeiten will. In Deutschland, zum Beispiel, gibt es auch nach einer gewissen Zeit eine Lohnfortzahlung die von der Krankenkasse übernommen wird. Ich nehme an, der gleiche Fall gilt für Österreich und ich habe noch niemanden schreien hören, „das ist ja eine Riesensauerei!“

Frau Kickl konnte auch auf die Frage, ob sie, als sie krank war, kein Gehalt bekommen hat nicht sagen, ob sie bezahlt wurde oder nicht. Moment mal, Apple gibt jeden Monat ihren Mitarbeitern einen Gehaltszettel und da wird man ja wohl ersehen können ob man bezahlt wurde oder nicht und wenn es Unklarheiten gibt, dann kann man sich, wie in jeder Firma, an die Lohnbuchhaltung wenden. Das ist bei Apple nicht anders als in anderen Unternehmen.

Gehalt

Es steht in der Presse, dass Frau Kickl gerade einmal 1800€ Brutto monatlich bei Apple verdient hat und das ist glatt gelogen. Das Einstiegsgehalt betrug zum Zeitpunkt, als sie bei Apple anfing, 23000€ Brutto jährlich. Nun habe ich mich gefragt, ob die Journalisten, die sich wie ein Pawlow’scher Hund auf das Schnitzel, bereitwillig auf die Story gestürzt haben als sie den Namen Apple hörten, und was die Beweggründe gewesen sein mochten. Vielleicht hatten sie in Frau Kickl den lebenden Beweis, was für eine Schweinefirma Apple sein muss, wenn Tim Cook Europa 13 Mrd. $ an Steuern schuldet. Da flogen bei ihnen die Sicherungen raus und bereitwillig wurde alles gedruckt, was Frau Kickl so von sich gab, ohne den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Natürlich kann man sagen, Apple gab keine Stellungnahme ab, man hätte aber auch, wenn jemand so eine Story aus dem Hut zaubert, darauf bestehen können, dass der Betreffende Belege für seine Behauptungen bringt. Das ist nicht geschehen und wirft eher ein befremdliches Licht auf die Berichterstattung in den Zeitungen. Wobei es zur Zeit egal ist, ob nun Apple, Microsoft, oder Google da steht. Laut der SPD weiss man ja, dass die amerikanischen Firmen allesamt asozial sind. 

Business needs und common sense

In ihrem Buch schreibt Frau Kickl alle Nase lang, wenn sie wieder etwas hat, was ihrer Meinung nach nicht in Ordnung ist, dass die Manager die Begriffe business needs und common sense verwenden würden, wenn sie etwas begründen. Nun kenne ich die Manager nicht, die sie hatte, aber ich weiss, das kein Manager diese Begriffe jemals verwendet hat. Wozu auch? Entspricht es dem logischen Verstand selber zu erkennen was geht und was nicht, und sollten sie diese Begriffe ihr gegenüber verwendet haben spricht es eher gegen sie und nicht gegen das Management, wenn man ihr erklären muss, dass man nun einmal keine Stunde auf der Toilette verbringen kann, oder alle 10 Minuten eine Raucherpause nehmen. Man sollte erwarten können, dass eine Frau, die angeblich soviel Berufserfahrung besitzt, selber weiss, was gesunder Menschenverstand ist.
Das sind so einige Punkte, die beim Lesen auffallen, aber es gibt noch mehr, so erklärt die Autorin am Anfang des Buches, dass alle Namen fiktiv sind, aber durch ihre Schilderung kann man, wenn man die Leute gut kennt, wissen, wer dort gemeint ist. Auch das die Area Managerin erst eine Spanierin und ein paar Seiten weiter eine Schwedin ist, wirft ein bezeichnendes Bild auf die Autorin. Ich kenne die Schwedin, die im Übrigen keine Fratze hat, und kann sagen, dass sie auf mich einen sehr netten Eindruck gemacht hat, aber da die Manager laut Buch alle inkompetent sind und man das Gefühl hat, man hätte es mit grenzdebilen Vollidioten zu tun, die nicht mal in der Lage sind, sich die Schuhe zu schnüren, muss natürlich, um die Illusion einer Hölle aufrecht zu erhalten, das Gesicht einer Managerin mit einer Fratze verglichen werden.
Auch das der Begriff Hollyhell sich weniger auf Apple, als vielmehr auf den Stadtteil Hollyhill bezieht, was soll’s.
Über die Benefits, die Apple bietet, verliert die Autorin auch kein Wort, wahrscheinlich hätte das auch nur das Gesamtkonzept gestört. Apple Mitarbeiter haben die Möglichkeit Apple Geräte für 27% Preisnachlass zu erhalten, sowie alle 3 Jahre einen Sonderbonus von 300€, so dass ein MacBook in den Bereich des finanzierbaren kommt, denn nicht jeder hat mal eben 1799€ für ein MacBook Pro der gehobenen Kategorie.
Apple bietet, als einer der wenigen Arbeitgeber, eine Renten- und Krankenversicherung. Man mag jetzt einwenden, das sei doch normal. Nein, in Irland nicht und es gibt viele Firmen, wo man sich selber versichern muss. 

Man hat die Möglichkeit und kann Aktienanteile an der Firma erwerben, auch das ist etwas, was man nur bei Firmen wie Apple finden kann. Natürlich bieten auch andere amerikanische Firmen die Möglichkeit, aber auch das wäre etwas, was den negativen Aussagen des Buches zuwidergelaufen wäre.

Fazit: Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt und ich hätte Apple nicht verlassen, wenn ich nicht, aus Gesundheitsgründen, in eine andere Abteilung gewechselt wäre. Das wäre eigentlich Grund zur Kritik, denn die Manager dort haben kritische Mitarbeiter, oder Mitarbeiter die sie nicht leiden konnten, mit fadenscheinigen Begründungen so lange abgemahnt, bis diese entnervt das Weite gesucht haben. Es ist nämlich, wie ich erwähnt habe, ein Riesenproblem wenn Firmen zu schnell wachsen und Manager kommen, die menschlich und fachlich völlig ungeeignet für die Position sind und eher bei einer Drückerkolonne oder einer Reinigungsfirma als Teamleiter besser aufgehoben sind, als bei Apple. Diese Manager sind praktisch eine Firma in der Firma, für die die Regeln nur solange gelten, solange sie diese zu ihren Gunsten auslegen können. Das ist ein ernsthaftes Problem, aber es wäre für mich kein Grund, darüber ein Buch zu schreiben. Ich hege auch keinen Groll gegen die Firma, sondern gegen diese Leute. iOS wurde mir nach 5 Jahren zu stressig auf Grund einer Herzerkrankung, die allerdings nichts mit der Arbeit zu tun hat, sondern genetisch bedingt ist. Meine letzte Managerin bei iOS habe ich heiß und innig geliebt. Ich kann dieses Buch nur denjenigen empfehlen, die selber bei Apple gearbeitet haben, vielleicht sogar in der gleichen Abteilung. Ansonsten ist dieses Buch für die üblichen Applehasser geeignet, die in Diskussionen und Foren Munition gegen Apple brauchen.
Hier der Link zur Leseprobe falls man das Buch nicht kaufen mag

13 Kommentare zu „Apple Intern

  1. A really well formulated summary, which is nearly longer than „The Book“ itself. I can only agree with the content of said article/blog. Unlike the book, its coherent, well formulated, and – most importantly – very fair and true. Perhaps, in Daniela’s view my opinion would be classed as Stockholm Syndrome but having lived and worked in Ireland for most of my working life, I can attest to the fact that few companies offer what Apple does, in regard to insurance, pay and perks. Is there room for improvement? Hell yeah! Like the author here said, management is like a company within a company. Pot luck on who you are assigned to. Is it the worst ever? Hell no! As far as Call Centers go, this is truly one of the better. I worked with Daniela but do not know her personally, per se. While the media frenzy hypes on her „scandalous account of an insider“, I wager that she will remain living in Ireland where she can draw Social Welfare till her pension – for I agree – she won’t be touched with a barge pole by any other employer. And Austria will not allow her to live on benefits indefinitely. On a plus point, she now has all the time in the world to arttend her kid’s special moments. And – God forbid – write more scandals.

  2. Ich arbeite auch bei Apple in Cork und brauche keine Nick Names…Ich heisse Thorsten!!! Das Buch ist ebenso daneben wie dieses Forum. Einfach mal den Hafen halten macht echt Sinn.

  3. Sehr gut beschrieben!
    Arbeite zwar nicht bei Apple aber als Wienerin:
    1) klingt diese Frau nach einer typischen Wienerin….leider
    2) Durch viele Freunde und Bekannte die bei Apple arbeiten oder dort noch arbeiten: so schlimm ist es wirklich nicht 🙂

  4. Gefunden auf Facebook als Antwort auf diesen Blogeintrag.
    „Der Blogschreiber versucht, die Buchautorin auf persoenlichem Level zu als dumm zu disqualifizieren.
    Er schreckt auch nicht davor zurueck, die im Buch als Vorbilder gelisteten Whistleblower zu diffamieren, um seiner Kritik an der Persoenlichkeit der Autorin Fundament zu verleihen. “

    Sehr treffend formuliert auf den Punkt gebracht wie ich finde. Über das Buch und der Schreibweise der Autorin kann man natürlich geteilter Meinung sein. Die Art und Weise, wie das hier geschieht finde ich persönlich infam.

    Zu dem Punkt möchte ich noch etwas sagen:

    „Incidents

    Frau Kickl beschreibt das System der Incidents, also Krankheit oder Fehlzeiten, und gibt das, nicht nur im Buch, sondern auch in den Interviews verkürzt und falsch wieder.
    Zunächst bleibt festzuhalten, dass das übliche Praxis in Irland ist. Man kann das nun toll finden oder abartig es ändert nichts an der Tatsache, dass es hier praktiziert wird.“

    Kinderarbeit ist in manchen Ländern nicht verboten und eine wirtschaftliche Überlebensgrundlage. Die Arbeit der Kinder zu gebrauchen ist somit legal und gängige Praxis. Ist sie deshalb weniger fragwürdig und müssen wir dieses deshalb als gegeben akzeptieren?

    Das dass Incident gängige Praxis in Irland ist möchte ich an dieser Stelle stark bezweifeln. Ich habe mittlerweile in ein paar Unternehmen in Irland gearbeitet und kenne dieses System bisher nur von Apple. Auch in meinem Bekanntenkreis kenne ich niemanden jenseits von Apple, der mit diesem System vertraut ist. Noch dazu, wage ich als Nichtjurist zu behaupten, dass Apples Incident System mit dem Irischen Arbeitsgesetz konform ist. Aber selbst wenn es gängige Praxis wäre und kein Bruch mit dem Irischen Arbeitsgesetz einhergeht, nur weil etwas zum System geworden ist, ist es noch lange nicht richtig.

    1. Was Sie infam finden, das ist für mich so wichtig als wenn in China ein Sack Reis umfällt. Was mir an Leuten wie Ihnen, oder dem Kommentar auf Facebook auf die Nerven geht ist das fehlende Lese- und Textverständnis. Anscheinend ist es vielen Leuten nicht möglich zu präzisieren was sie an dem Text stört.
      Wenn Sei eine überspitzte Kritik schon als Beleidigung auffassen, dann würde ich an mir arbeiten.

      Niemand hat etwas gegen Kritik an seinem Arbeitgeber und ich bin der Letzte der dazu was sagt, so lange die Anschuldigungen Hand und Fuß haben. Die Autorin hat aber gegen Apple nichts in der Hand. Ich nehme an Sie haben das Buch gelesen, dann können Sie mir mit Sicherheit die Punkte aufzählen, die die Autorin kritisiert und die Sie genauso empfinden, oder empfunden haben. Eine Kritik a’la „ist alles Mist“ ist weder konstruktiv noch sonderlich zielführend. Und um das ganz klar zu stellen, die Autorin hat eher ein Problem mit sich selber das sie versucht in klingende Münze umzuwandeln, denn ihre Anschuldigungen sind einfach lächerlich, das kann man drehen und wenden wie man will. Sie hat keine Belege und keine Beweise für irgendeine Anschuldigung. Wenn für Sie, bis auf den Schreibstil, völlig in Ordnung ist, dann haben sie wahrscheinlich viel Spaß und regen sich über Kleinigkeiten auf.

      Zum Thema Whistleblower sollten Sie sich die Mühe machen und sich über Julian Assange und die Kritik an ihm informieren. Die Leute die ihn kritisieren sind keineswegs irgendwelche „Regierungsvertreter“ sondern Weggefährten die ihn als diktatorischen Choleriker beschreiben. Die Idee, die anfänglich bestand besteht mittlerweile nur noch aus Assange.
      Edward Snowden ist nichts weiter als ein Datendieb, mehr nicht. Er hat ja nicht mal irgendwelche Erkenntnisse gebracht. Es ist bekannt dass die Geheimdienste sich gegenseitig ausspionieren, da hat es einen Snowden nicht gebraucht. Und mal ganz ehrlich, Sie glauben jetzt nicht das Russland der Hort der Menschenrechte und die Wiege der Demokratie ist.

      Vorbilder hat wahrscheinlich jeder, aber Assange und Snowden? Wie Glaubwürdig ist das denn? Da kann ich auch Che Guevarra als Vorbild betrachten.

      Ihr Vergleich zwischen Kinderarbeit und dem Incidentsystem ist übrigens absolut Geschmacklos, und Sie werfen mir vor, ich wäre infam? Kinderarbeit ist gängige Praxis in Ländern mit Problemen im sozialen, sowie im Bildungsbereich -verkürzt ausgedrückt- und ich unterstütze seit Jahren Organisationen die diese Praxis bekämpfen und boykottiere Kleidung wo ich nicht sicher sein kann, das diese in Kinderarbeit produziert wurde. Ich unterstütze auch Projekte gegen Kinderprostitution in Kambodscha. Das macht mich zwar nicht zu einem besseren Menschen, aber das ist mir auch völlig egal. Da sie mich nicht kennen werfen sie mit völlig überzogenen Vergleichen um sich.
      Hier geht es allerdings um ein System, dass der irische Staat in seinen Gesetzen hat und natürlich glaube ich Ihnen, dass es bei den Firmen, in denen Sie gearbeitet haben nicht so ist, aber es ist in anderen Firmen anders und ich habe das nun selber erlebt, also kommen Sie mir nicht mit der Aussage nur weil Ihnen das unbekannt ist gäbe es das nicht.

      Und wenn Sie den Beitrag gelesen hätten, dann hätten Sie lesen können was ich von dem System halte. Ich weiss von Firmen, bei denen die Krankheitstage vom Lohn abzogen werden -und Social Welfare zahlt erst ab einer Woche-. Ich weiss auch von Firmen die Ihnen den Schreibtisch ausräumen wenn Sie krank sind.
      Nun können Sie mir natürlich unterstellen ich finde das Gut und ich kann Ihnen im Gegenzug unterstellen dass viele Deutsche und Österreicher der Meinung sind es muss alles so wie Daheim funktionieren.

  5. „Was Sie infam finden, das ist für mich so wichtig als wenn in China ein Sack Reis umfällt. “

    Dafür dass es Ihnen so unwichtig ist, haben Sie abee sehr viel Zeit in Ihre Antwort investiert. Offenbar hatte noch keiner ihrer vorherigen Artikel so viele Klicks wie dieser- aber dieser kicklbedingte Ruhm aufgrund ihres Insiderwissens sei Ihnen gegönnt. Ihre Kritik ist insofern infam, da sie Frau Kickl Wörter in den Mund legen, die ihrer Fantasie entspringen und so nicht von der Autorin gesagt worden sind.

    Darüberhinaus war der Vermerk mit der Kinderarbeit keine Gleichsetzung von Kinderarbeit und dem Incident System sondern ein Hinweis, dass nur weil etwas legal ist, mit dem Wissen der Zivilisatorischen Vernunft vertretbar ist.

    1. Was Sie infam finden ist mir weiterhin egal, aber ich bin ja ein höflicher Mensch und helfe wo die Not am Größten ist.

      Wenn Sie der Meinung sind, ich hätte es auf Klickzahlen abgesehen, kann ich Ihnen versichern, dass mir auch das völlig egal ist. Nur weil jemand meinen Artikel teilt und Sie wie ein Pawlow’scher Hund auf’s Glöckchen springen, ist das nicht mein Problem.

      Bestimmt sind Sie in der Lage genau zu zeigen, wo ich der Autorin irgendwas in den Mund gelegt habe. Ich gehe davon aus, Sie haben das Ganze gelesen.

      Sie rudern hier zurück und schreiben, dass Sie es so ja nicht gemeint haben weil,…
      Aus der Nummer kommen Sie jetzt nicht mehr raus. Wenn es keine Gleichsetzung war, dann erklären Sie doch wie man die Kinderarbeit in der Welt stoppen kann oder das Incidentsystem in Irland ändern? Vielleicht bin ich aber auch ein Naivchen, wie Millionen andere auch und glaube doch wirklich wenn ich Geld zur Verfügung stelle, dann stoppe ich mit meinem Beitrag die Kinderarbeit.

  6. Nun, das ist wirklich unterste Schublade:

    „Frau Kickl tut aber so, als würde von ihrem Urlaubsantrag die Psyche ihres Kindes abhängen, könnte ihr Sohn doch Bettnässer, Serienmörder, oder noch schlimmer, gar homosexuell werden.“

    Das Ihnen Klckzahlen und die Aufmerksamkeit als Blogbetreiber gänzlich egal ist, ist nun wirklich mehr als unglaubwürdig. Wie Sie den Bezug zu Ihrem letzten Absatz herstellen wissen wahrscheinlich nur Sie selber.

    1. Satire ist Ihnen ein Begriff? Und das Buch haben Sie gelesen? Und Sie sind der Meinung, dass andere Leute egal sind, Hauptsache Sie bekommen Ihren Willen?
      Um das geht es hier nämlich. Es geht hier nicht um eine ernstgemeinte Kritik, sondern es geht hier -und das zieht sich komplett durch das Buch- um das verletzte Ego einer Person, die den Anschein macht, als wäre sie völlig überrascht wie es in der Arbeitswelt zugeht. Aber man sieht, wenn man das Buch gelesen hat, dass sie kein Newbie im Job ist. Wenn sie frühzeitig bekannt gegeben hätte, dass sie Urlaub benötigt, dann, können Sie mir glauben, hätte man das versucht. Sie können es selbstverständlich einen Skandal finden, dass eine arme, alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern von einem kapitalistischen und zutiefst entmenschlichten System dazu gezwungen wird, am Aufführungstag zu arbeiten. Sie können das aber auch als lächerlich empfinden und unfair gegenüber denen, die ohne Murren, weil sie genau wissen, dass es so sein muss, wie in jedem Unternehmen übrigens, arbeiten.
      Auf welcher Seite positionieren Sie sich? Und wie begründen Sie ihre Entscheidung?

      Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis. Ich wurde bis vor kurzem beim Mossad auf der Gehaltsliste geführt, aber da in Jerusalem die Gelder knapp werden, die NWO mich nicht übernehmen will und es in meinem erlernten Job als Schiffsschaukelbremser keine Arbeit gibt, arbeite ich jetzt für Tim Cook, weil das Singen in der Fußgängerzone hier in Cork nicht zum Leben reicht. Deswegen schaue ich auch penibel auf die Klickzahlen, damit ich wenigstens meine Miete zahlen kann und nicht bei Simon unterkommen muss.

      Da Sie mit Kinderarbeit angefangen haben, habe ich Sie gefragt, wie Sie denn die Kinderarbeit, bzw. das Incidentsystem ändern möchten. Eine einfach Frage, auf die Sie doch eine einfache Antwort finden können, oder nicht? Was ist daran jetzt nicht zu verstehen?

      1. Man muss kein Sozialist und auch kein Gewerkschafter sein, um gegen das Incident System zu sein. Auch aus Unternehmenssicht, ist das Incident System komplett unökonomisch und bevorteilt klar die Langzeitblaumacher, da es für einen einzelnen krankheitsbedingten Fehltag genauso einen Incident gibt wie für 8 Wochen am Stück blaumachen. Ergo Langzeitfehlen lohnt sich, denn jemand der 2 mal in 4 Minaten fehlt bekommt 2 Incidents ein anderer kommt nach 2 Monaten blaumachen incidentbefreit wieder.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s