Expedition Selfishness

Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre brachen Legionen westeuropäischer junger Leute in Richtung Indien auf. Der Hippie Trail prägte Generationen von Aussteigern und Abenteurern und schuf den Mythos von Bully, Käfer, Mercedes und Ente.

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Hippie Bully

Der Ansturm dieser zivilisationsmüden Europäer nötigte die marokkanische Regierung dazu, dass man den langhaarigen unter ihnen den Zugang verweigerte. Nordamerikaner, Australier und Neu Seeländer bevorzugten den direkten Weg und kauften sich Flugtickets nach Bangkok, Goa, oder Kabul. Oder sie fuhren Richtung Mexiko. Meist blieben sie dort in Tijuana, genossen die Zeit, und machten sich nach einer Weile wieder auf in das Alltagsleben.

Viele Bücher wurden geschrieben und viele Lieder komponiert. Am Ende wurden die Meisten erwachsen und tauschten ihr „Hippie Leben“ für ein bürgerliches Leben ein, wurden seßhaft, gründeten eine Familie und tauschten Kabul gegen einen Job im Büro. Einige machten Karriere und es gab einige, bei denen dauerte der Selbstfindungstrip ein Leben lang, oder endete, wie im Falle vieler junger Briten durch eine Überdosis Heroin auf dem britischen Friedhof von Kabul.

In den Achtziger Jahren lernte ich drei Leute kennen, für die war das Abenteuer weit mehr als der Versuch irgendwo im Ausland ein Aussteigerleben zu führen. Einer davon war Koch. Beeindruckt hat mich sein wildes Aussehen, denn mit Bart, Ohrring, und Freibeuterhose sah er aus, als wäre er aus der Zeit gefallen. An seinen Namen erinnere ich mich nicht mehr. Kennengelernt hatte ich ihn, als ich mir ein bißchen Geld als Aushilfe verdient habe und von einem Gastronom als Kellner angeheuert wurde. Der Koch arbeitete ausschließlich als Saisonkraft sechs Monate in Deutschland bis er genügend Geld für seine eigentliche Leidenschaft hatte, Reisen und Fotografieren.

Sobald die Saison beendet war schnallte er sich seine Enduro auf den Rücken, packte ein paar Klamotten und seine Kameraausrüstung ein, die wahrscheinlich jedem Fotografen Tränen in die Augen getrieben hätte, und machte sich auf den Weg nach Afrika. Dort fuhr er kreuz und quer, machte tausende von Aufnahmen und, wenn das Geld knapp wurde, arbeitete er in den Touristenressorts als Koch oder Spüler, bis das Geld für die nächste Passage, den nächsten Grenzübertritt, oder halt zum Leben reichte, obwohl er nicht viel benötigte.

Ich fand ihn Cool. Nach Feierabend zeigte er seine Fotos die er geschossen hatte und man merkte ihm seine Freude darüber an, dass er mit wenig Geld, sich seinen Traum von Lebensplanung erfüllen konnte.
Ich habe keine Ahnung was aus ihm geworden ist. Vielleicht führt er Heute das typische Leben eines Mittelständlers, vielleicht ist er aber auch immer noch mit seiner Enduro von Marokko bis Südafrika unterwegs auf der Suche nach dem Besten Fotomotiv.

Ein Anderer arbeitete in den Wintermonaten als Spüler. Sobald das Wetter besser wurde heuerte er bei einer der Transkontinentalen Speditionen an und fuhr, da LKW-Führerschein, mit seiner Fracht teilweise bis nach Sibirien.

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70er Jahre, vom Sande verweht: Mühsam sind die langen Touren bis nach Pakistan. Sand-bound in the 1970s: A journey to Pakistan was a long and difficult proposition.

Einmal erzählte er mir wie er Anfang der Achtziger Jahre mit einer Fracht nach Pakistan unterwegs war. In Afghanistan brach zu dem Zeitpunkt gerade der Krieg aus, also bemühte er sich so schnell wie möglich Pakistan zu erreichen. Da er für eine Siegburger Spedition unterwegs war kam es wie es kommen musste und er wurde von den Mujaheddin festgehalten, die natürlich der Meinung waren das SU nicht für Siegburg stehen würde, sondern für Sowjetunion und das er kein Deutscher, sondern Russe sei. Nach langem Hin und Her gelang es ihm seine Geiselnehmer zu überzeugen und, damit ihm das nicht wieder passieren würde, pinselte man mit weißer Farbe das SU zu und mit schwarzer Farbe ein arabisches Zeichen drüber. So kam er dann auf Umwegen zur pakistanischen Grenze und seine Fracht nach Islamabad.
Allerdings habe ich ihn nicht gefragt, wie er denn wieder nach Deutschland kam, denn der einzige Rückweg führte über Tadschikistan, welches zu dem Zeitpunkt sowjetisches Hoheitsgebiet war.

Der dritte im Bunde, mein damaliger Bekannter Joachim, fuhr immer die Skandinavien Route bis in den hintersten Winkel Finnlands. Er meinte, dass diese Strecke niemand gerne fuhr, so dass er immer Jobs bekam weil die Speditionen Fahrer speziell für diese Route benötigten.
Keiner der Drei hat jemals drüber geschrieben was sie so erlebt hatten bei ihren „Abenteuern.“ Der Erste erfüllte sich seinen Lebenstraum mit seinen Reisen, die beiden Anderen verknüpften den Beruf mit dem Abenteuer um andere Länder zu bereisen. Entweder man war Auslandskorrespondent bei ARD und ZDF, oder halt Fernfahrer.

Im Zeitalter des Internet findet man, wenn man ein bisschen googlet, Hunderte von Leuten, die von Ihren Reisen berichten. Sei es als Blog, oder Vlog. Viele von ihnen kann man mit Fug und Recht als Abenteurer bezeichnen die Postings ihrer Reise entweder aus Kathmandu auf ihrem Blog hinterlassen, oder als Backpacker aus China berichten. Ich denke mal dass die Meisten von ihnen keinerlei finanzielle Interessen haben, sondern mit ihren Berichten ihre Reise finanzieren. Auch mit dem Fahrrad um die Welt ist keine neue Geschichte.

Abenteurer des 19ten und frühen 20ten Jahrhunderts, oder mit dem Hochrad um die Welt

Der erste, der diese Reise unternahm, war der Engländer Thomas Stevens. Stevens, 1854 im beschaulichen Great Berkhamstead geboren, umrundete auf seinem Hochrad 1884 die Welt von seinem Wohnort San Francisco aus. Seine Reise endete wieder in San Francisco am 17.12.1886 und brachte ihn, wie weiland Phileas Fogg, allerdings in 105 Tagen um die Welt.

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Thomas Stevens

1894 brach dann die erste Frau zu ihrer Weltreise per Fahrrad auf. Annie Londonderry, eine lettische Immigrantin aus Boston, ließ 23 jährig ihren Ehemann mit den drei Kindern daheim zurück und radelte, finanziert von Sponsoren, mit dem Fahrrad um die Welt. Beeindruckender war wohl nicht die Reise an sich, sondern die Geschichten die Mrs. Londonderry von ihrer Reise zu berichten wußte.

Neu ist auch nicht das Sponsoring, denn viele Reisende -siehe Mrs. Londonderry- promoteten ihre Reise rund um den Erdball. Sei es mit Zeitungswerbung, Reiseberichten, oder Büchern. Und nicht nur per Fahrrad, per Auto, zu Fuß, per Esel, Pferd, Anhalter usw. usw. die Berichte sind recht vielfältig.

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Annie Londonderry

1907 nahm das Abenteuer professionelle Züge an, als die französische Zeitung Le Matin am 31. Januar folgenden Artikel veröffentlichte: „Was heute noch bewiesen werden muss, ist, dass ein Mann, solange er im Besitz eines Autos ist, alles tun und sich überall hinbegeben kann. Gibt es jemanden, der diesen Sommer eine Fahrt per Automobil von Peking nach Paris unternehmen wird?“
Insgesamt machten sich dann 40 Teilnehmer per Schiff auf nach Peking, allerdings blieben davon nur 5 Teilnehmer übrig. Nachdem entschieden worden war, dass das Rennen nicht stattfinden sollte, machten sich die verbliebenen 5 halt ohne Genehmigung auf die damals 16.000 Kilometer lange Reise quer durch China, Mongolei, Russland, Lettland, Polen und Deutschland auf nach Paris. Dem Gewinner der Rally winkte, als „grandioser Preis,“ eine Magnum-Flasche Mumm Champagner. Man stelle sich vor, es würde heute dem Gewinner statt Geld, eine Palette Red Bull winken.

Der Gewinner damals, der italienische Adlige Scipione Borghese, fuhr auch nicht selber, sondern hatte seinem Mechaniker und Chauffeur Ettore Guizzardi das Volant überlassen. Komplettiert wurde das Duo und damit zum Trio, durch den Reporter Luigi Barzini vom Corriere della Sera, der minutiös über jeden Kilometer der Reise nach Italien berichtete. So gesehen war es für Borghese auch ein finanzieller Gewinn. Zweiter wurde übrigens der Engländer Charles Goddard, der diese Reise aus Geldmangel komplett fremd finanzieren und seinen Spyker öfters ausleihen musste, um diese Reise zu bewältigen. Allerdings ist nicht bekannt was aus Goddard wurde.

Es gab und gibt allerdings immer Menschen die diese Dinge nicht unbedingt aus Selbstlosigkeit, oder aus Abenteuerlust starten, sondern weil sie ein finanzielles Interesse daran haben und es ist natürlich ungefährlicher mit dem Rucksack durch Neuseeland zu trampen, als ein Badeurlaub am Unterlauf des Amazonas. Vor zwei Wochen bekam ich auf Grund unserer Sehgewohnheiten einen Vorschlag von Netflix. Der Film „Expedition Happiness“ handelt von zwei jungen Leuten, die auf der Suche nach dem „Glück,“ mit einem umgebauten Schulbus von Alaska bis Feuerland reisen wollen. Soweit so interessant. Also habe ich mir diese selbstgedrehte Doku angeschaut.

YouTube goes Hollywood

Felix Starck und seine Freundin, die Sängerin Selima Taibi, genannt Mogli, wohnen in Berlin, sind gelangweilt von der Routine und wollen sich einen Traum erfüllen, den der Selbstverwirklichung. Klar, wer will das nicht? Also kaufen sie sich via Internet einen alten Schulbus in den USA, verkaufen und kündigen fix alles, setzten sich in den Flieger und düsen ab nach Amerika. Dort verwandeln sie dann den Schulbus in ein Wohnmobil und fahren, da das Touristenvisa langsam ausläuft, mit Sack und Pack und Hund nach Kanada.
Alles noch sehr sympathisch, da beide sich bemühen beim zusehenden Publikum gut auszusehen.

Unterbrochen werden die Selfies von Landschafts- sowie Tieraufnahmen und man sieht auch andere Menschen als die Beiden. An der kanadisch-amerikanischen Grenze gelingt es ihnen ein erneutes Touristenvisa zu bekommen, so dass sie nach Alaska können. Und hier fängt der Film langsam an ärgerlich zu werden.
In Alaska filmen sie den Denali, der höchste Berg der USA, erwähnen aber nicht den Namen, „ach und wir sind jetzt am höchsten Berg der USA.“

 

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Irgendsoein hoher Berg

Wissen sie es nicht oder ist der Name für sie eher nebensächlich, weil es eigentlich um sie geht.Zurück in Kanada haben sie einen Termin im US-Konsulat, da sie ja wieder ein Visa benötigen um die USA zu durchqueren. Beim ersten Mal geht es schief, denn der Beamte vermutet dass die Beiden sich beim ersten Mal illegal in den USA aufgehalten haben und verweigert das Visum. Zu allem Unglück muß auch der Hund zum Tierarzt. Ist blöd, aber sie schildern den Besuch im Konsulat als überaus dramatisch, wo mir dann nur einfällt, „do your homework.“ Natürlich informiert sich der Beamte und hat zig tausend Fragen, wenn man keine, oder nur unbefriedigende Antworten, zur Verfügung hat, dann hält er sich an das Gesetz. Vor allem sind die Gesetze in den USA schärfer und seit Donald Trump noch stringenter.

Also nehmen sie den nächsten Termin wahr -Drama- und bekommen ihr Visum das ihnen ermöglicht, durch die USA nach Mexiko reisen zu können.
Kurz nach der Grenze dann das nächste Ärgernis für den Zuschauer. Der Hund muß in Quarantäne. Nun ist Quarantäne ein normaler Vorgang, allerdings sagen sie, dass der Hund dort schlecht behandelt wird und trotz Hitze kein Wasser bekommt. Ich habe keine Ahnung ob es sich so zugetragen hat, würde aber spätestens jetzt den Heimweg antreten, denn der Hund wäre mir wichtiger als mein Ego.
Für beide scheint es aber kein großes Problem zu sein denn schließlich ist der Weg das Ziel und der heißt Feuerland.

In Kalifornien beschließen sie kurzerhand durch die Mojave zu fahren denn klar, dem Hund tut ja ein bisschen Wüstenluft bestimmt gut und es kommt wie es kommen muss, der Hund kollabiert. Hektisch bemüht sich Selima den Hund mit nassen Tüchern zu kühlen und groß ist die Freude als der Hund sich wieder berappelt. Wahrscheinlich hat der arme Wuff zu diesem Zeitpunkt bereits mit seinem Leben abgeschlossen.
Zum Glück, auch für den Zuschauer der bis hierhin durchgehalten hat, erreichen sie Mexiko und es gibt mehr Bilder von der Landschaft zu sehen.

Eingeladen werden sie in eine Chili Fabrik und zum Abschluss dürfen sie die Farm besuchen, wo die Chilis geerntet werden. Nun wundern sie sich warum der Besitzer zwei Tiger im Käfig hat, sie Teile der Farm nicht filmen dürfen (eigentlich filmen sie überwiegend sich selber) und im hinteren Teil der Farm ein Rollfeld mit einer Boing steht. Später erfahren wir, dass es sich anscheinend um einen Drogenboss handelt, „ich weiss nicht wie man die nennt…ich glaube so Narco, oder Narcos oder so, auf jeden Fall gefährlich.“ Hätten sie sich vor der Reise informiert, dann wäre Ihnen bewusst geworden, dass der gesamte Norden Mexicos im Kriegszustand mit der Regierung in Mexico City ist und ein Menschenleben dort nicht viel gilt. So erklärt sich auch das Abends auf dem Parkplatz, wo sich ihr Nachtlager befindet, schwerbewaffnetes Militär steht –„Ich glaube die sind hier um uns zu beschützen“

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Mojave: Paradies für Berner Sennenhunde

Sie verlassen also die Gegend und reisen an den Golf von Mexiko und dort passiert es dann, der Hund kollabiert endgültig und muß in die Tierklinik. Nun steht nicht die Überlegung im Raum sofort die Reise abzubrechen, sondern ob der Hund es bis nach Panama schafft, sind ja auch nur knapp 3.166 Km. Nachdem der Hund sich langsam zum Sterben vorbereitet und die Tierärztin den Beiden den Ernst der Lage erklärt, dass der Hund es nicht mehr länger schafft auf Grund der Strapazen und dass er schon sehr viel an Medikamenten bekommen hat, da entscheiden die Beiden die Reise aufzugeben und nach Deutschland zurückzukehren.

Der Zuschauer sagt nun, „endlich! Gottseidank ist der Film vorbei!“ Und ich frage mich warum ich mir die 90 Minuten angetan habe. Bin ich etwa wie diese Schaulustigen? Diejenigen die sich über andere Schaulustige aufregen, aber selber unbedingt hinschauen müssen, wenn ein Unfall passiert ist. Wahrscheinlich ja, denn sonst hätte ich nicht im Internet nachgeschaut, wer die Beiden eigentlich sind.

Felix Starck, der männliche Teil, wurde bekannt als „Weltumradler,“ wobei Welt es nicht ganz trifft, denn geradelt ist er eigentlich nur einzelne Etappen und meist ist er schlicht und ergreifend geflogen. Dann hat er das ganze, was er gefilmt hat, auf DVD gezogen und war völlig überrascht, als sein Film von Kinobesitzern angefragt wurde. Im Kino schauten sich 180.000 Leute seine YouTube goes Movie an und bescherten ihm ein „bißchen“ Geld, so dass er sein Startkapital für Expedition Happiness zusammen hatte.

Im Prinzip wäre dagegen auch nichts einzuwenden und ich wäre der Letzte der etwas dagegen hätte, im Gegenteil, ich bewundere Leute die clever genug sind selbst mit Nichts Geld zu verdienen. Hier allerdings verhält es sich etwas anders und der gute Mann ist in meinen Augen nichts als ein Selbstdarsteller, allerdings ein guter, der anderen Leuten etwas vorheuchelt. Zu seinem „Expedition Happiness“ erklärt er in seinem Vlog, dass nicht geplant sei damit Geld zu verdienen, warum er den Film dann ausschließlich in englischer Sprache gemacht hat und nicht auf YouTube veröffentlicht, wenn ihn Geld nicht interessiert, ist ein bisschen Rätselhaft. Auch sein Umgang mit kritischen Kommentaren zeugt nicht gerade von Professionalität. So sperrt er konsequent kritische Kommentare, beleidigt die Personen und droht mit seinen Anwälten gegen Kritiker vorzugehen. Auch die Vermarktung der DVDs hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, wenn man den Käufern für gute Kritiken bei Amazon gratis DVDs verspricht.

„Frohes Neues ihr Rabauken! Als Start in das Jahr 2016 habe ich gerade 5.000€ an das DRK Herxheim und HerxheimBUNT gespendet. Kaum setzt man ein Zeichen gegen Fremdenhass bekommt man direkt Gegenwind. Bei amazon bewerten Leute meine Doku Pedal the World mit nur einem Stern, obwohl sie den Film nie gesehen haben – einfach nur zum „haten“! Ich würde mich freuen wenn sich ein paar von euch die Zeit nehmen den Film objektiv zu bewerten. Als Dankeschön würde ich ein paar kostenlose DVDs an die Schreiberlinge schicken. Wer hat Lust? Hier geht es zur DVD: goo.gl/BWy4Wn“

„ach und vielleicht die negativen kommenare als „nicht hilfreich“ deklarieren…“ (Quelle: Amazon Pedal the World)

Schon der erste Film war kein Hobbyprojekt und er hat es nicht mit Nichts gestartet, wie er an einigen Stellen erzählt. In einem Interview mit dem Spiegel zu seinem Film „Pedal the World“ erklärt er, 12.000€ gespart zu haben und für die Reise habe er alles verkauft, „Ich habe vier Jahre lang Geld von meinem Gehalt abgezapft und vor der Abfahrt alles verkauft: mein Auto, meinen Kühlschrank, meinen Mac. Ich hatte nichts mehr. Aber das war es mir wert.“
Naja, so ganz erklärt es nicht, warum er auf seiner Website schreibt: „Nach erfolgreichem Abschluss nutzte ich meine Kontakte in der Sportartikelbranche und suchte mir so die nötigen Sponsoren um eine solche Reise realisieren zu können.“ Klingt also schon ein bisschen anders.

„Dieses habe ich auch hier als Renzension kundgetan. Daraufhin wurde ich auf Facebook von Felix Starck angegangen und er betonte, meine „Aktion“ wäre geschäftsschädigend: „Verlieren bestimmt etliche käufe durch den S*****“.
Eine neue DVD wurde mir dann schlussendlich gegen das Entfernen meiner Rezension angeboten – die aber auch erst noch mehrmaligem Nachfragen dann tatsächlich versandt wurde.
Ich weiß nicht, in welcher Welt man einen Kunden so behandelt aber das ist so verdammt unsympathisch gewesen, dass der nette und sympathische Hauptdarsteller aus dem Film direkt klar gemacht hat, worum es hier geht: Marketing und Geldmacherei.
Das macht alles, wofür der Film stehen könnte, kaputt.“ (Quelle Amazon: Pedal the World)

Auch ist seiner Freundin offensichtlich nicht die Decke auf den Kopf gefallen, sondern sie hat die Möglichkeit gesehen ihr Musikalbum besser zu vermarkten.
Noch einmal, ich habe nichts dagegen wenn jemand mit dem was er macht Erfolgreich ist und ich gönne jedem den Erfolg, wenn dieser auch erarbeitet ist. Ich fühle mich aber verschaukelt, wenn mir das Märchen vom Tellerwäscher vorgegaukelt wird. Hätte er gesagt, „ja, ich habe mir mit Crowdfunding die Reise finanziert und versprochen, dass ich einen Film drehe,“ fair enough, das hätte sich auch besser angehört.

Und das ist das Problem an Kanälen wie YouTube. Es gibt dort viele Talente, es gibt aber auch ebensoviele Selbstdarsteller/Blender und diese Selbstdarsteller/Blender haben meist die größte Anzahl an Follower und Claqueure, die jeden noch so hahnebüchenen Unsinn mit Zähen und Klauen verteidigen. Hinterfragt wird kaum etwas und wenn jemand es wagt die Aussagen zu hinterfragen, dann wird beleidigt und mit dem Anwalt gedroht. Schöne neue Welt.

Übrigens: Viel substanzielles hatte der Film nicht zu bieten. Außer einem jungen hübschen und selbstverliebtem Pärchen, kamen nur Weisheiten aus dem Spruchkalender zum Einsatz. Haben sie ihr Glück gefunden? Das können nur sie selber beantworten, ich denke aber, wenn sie einen Blick auf die Verkaufszahlen werfen, dann dürften sie wohl glücklich sein und die alte Wahrheit bestätigen „Geld bedeutet nicht alles, aber es beruhigt ungemein.“ Mein Fazit: Wer nicht viel Wert auf gute Reisedokumentationen legt und stattdessen YouTube Social Media Influencer genießen möchte, dem sei der Film empfohlen. Alle anderen…Finger weg!

„Bei kleinsten Problemen wurden bereits im Blog sehr komische, teils sehr beleidigende Äußerungen getroffen. So wurden nach einem schwierigen Grenzübergang erst einmal pauschal alle Amerikaner gnadenlos in einen Topf geschmissen und beleidigt. Bei sachlich geäußerter Kritik (ich kann sehr wohl zwischen Kritik und Hass-Kommentaren unterscheiden) wurden auf Facebook und Co. die „doofen“ Kommentare gelöscht, die Kritiker direkt gesperrt, z.B. ich. Spricht nicht gerade für die Professionalität des selbsternannten Filmemachers.
Und als dann bei der Abenteuerreise aufgrund der hohen Kosten das Geld ganz schön schnell das Konto verließ, wurde schnell ein Spendenaufruf gestartet, damit der Zuschauer auch weiterhin mit tollen Bildern versorgt wird. Ein Luxusurlaub mit anschließendem Spendenaufruf? Klingt sehr komisch, zumal der Hauptdarsteller im Vlog zuvor über seine finanziellen Erfolge von „Pedal the world“ berichtet hatte. Das Geld sei ihm gegönnt, aber die vorgespielte Bedürftigkeit klingt danach in meinen Ohren wie eine große Unverschämtheit.“ (Quelle Amazon: Expedition Happiness)

 

 

 

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