Feindbild E-Mobilität

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Sion, Sono Motors

Ich habe es schon mal geschrieben, ich bin ein Anhänger der E-Mobilität und freue mich natürlich wenn ich lese, dass wir hier in Irland immer mehr Menschen haben, die vom Verbrenner auf die E-Mobilität umsteigen. Auch wenn die Irish Times fragt, ob denn genügend Ladepunkte vorhanden sind, so muss man unserer Regierung bescheinigen, dass man, bevor man die E-Mobilität forcierte, sich um die Ladeinfrastruktur gekümmert hat. Gut, es ist auf jeden Fall ausbaufähig, keine Frage, aber wenn ich bedenke das gegenüber meines ersten Apartments eine Ladestation stand, dann zeigt es, dass man das Ganze sehr ernst nahm.

Allerdings habe ich, was Deutschland betrifft, immer noch den Eindruck, als wolle man mit allen Mitteln verhindern, dass der Anteil an E-Autos einen größeren Anteil am Verkehr einnimmt. Gut, die Redakteure der Daily Mail sind offensichtlich entschiedene Gegner der E-Mobilität und versuchen, so wie es in der englischen Berichterstattung üblich ist, ihre Leser mit Horrorstories von den E-Autos abzubringen. Aber auch die Deutschen sind offensichtlich immer noch nicht weiter und ich kann nicht umhin zu sagen, die Dummheit und Verve mit der manche Kommentatoren und Redakteure ihre Ahnungslosigkeit zeigen, zeigt wie wenig sich die Leute damit auseinandergesetzt haben.

Wasserstoff ist die Zukunft

Ich gestehe, vor 10 Jahren habe ich den menschengemachten Klimawandel auch in das Reich der Legende verwiesen, aber, und das ist das Gute am Internet, wenn man wirklich an etwas interessiert ist dann findet man alle Informationen die man sucht. Und, ich weiß das ist so, die Klimaforscher haben die besseren und plausibleren Argumente. Hinzu kommt, dass diejenigen die sich abwertend, oder skeptisch, zum Klimawandel äußern, meist über keinerlei wissenschaftliche Ausbildung verfügen. Nehmen wir das „Klimainstitut“ EIKE, dessen Präsident, Holger Thuß, hat eigentlich einen Doktor in Geschichte. Aber da sich jeder, der eine Wetterstation an der Wand hängen hat, als Klimaexperte bezeichnen kann, lädt das Institut, das eigentlich kein Institut ist sondern ein Club aus Rentnern mit Langeweile, regelmäßig zum Schwoof ein und referiert, mit freundlicher Unterstützung amerikanischer Lobbygruppen die glauben, man kann einen Klimawandel mit Geld beseitigen. Da bleibt es nicht aus, auch die AfD greift fleißig auf die Ergüsse dieser „Experten“ zurück.

Mein Liebling, Guido Reil -ein Bekannter aus Deutschland machte mich auf ihn aufmerksam-, ist zwar dumm wie ein Bagger, aber da er offenbar die Testperson von Dunning und Kruger war, zelebriert er seine Ahnungslosigkeit –„In Grönland war es vor 800 Jahren warm. Entschuldigung ich bin Bergmann, ich kann Ihnen was

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Toyota Mirai Quelle: Wikipedia

über Kohle erzählen“-. Zum Glück liess er die Ruhrpottgrammatik daheim und sagte nicht, „ich kann Sie watt zu die Kohle erzählen,“ und ich fragte mich, ob er auch einen Bergmannsschlüpfer an hat, vorne Kupfer, hinten Kohle. Jemand wie Reil sitzt dann im Europaparlament und bestätigt die Worte Kurt Schumachers: „Wenn wir irgend etwas beim Rechtspopulismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, daß ihm zum erstenmal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist.“ Nun richtete Schumacher die Rede nicht an die AfD, sondern an Goebbels, aber wenn man sich die AfD anschaut, dann wundert einen gar nichts mehr.

Auf jeden Fall hatte ich eine Diskussion auf der Facebookseite der Achse des Guten, die regelmäßig ihre Ahnungslosigkeit in Sachen E-Mobilität publik macht und mit einem

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Hyundai Nexo Quelle: Wikipedia

Beitrag zu den Gefahren der E-Autos bewies. Ein Leser schrieb daraufhin, dass die Linksgrüne Lobby den deutschen Wutbürger, äääh Autofahrer enteignen will und dieser gezwungen wird für teuer Geld ein E-Auto zu kaufen, dabei, das sei doch bekannt, sei das Wasserstoffauto viel besser und man solle gefälligst darauf warten. Nun, niemand bestreitet die Effizienz eines Wasserstoffautos, sowie die Umweltverträglichkeit, nur sollte man sich, wenn man schon Links herbeizieht, diese auch lesen. Sein Link bestand aus einem Artikel in dem der Redakteur darüber schrieb, warum Wasserstoff derzeit wenig Sinn macht. Zum einen sind die Umweltbelastungen höher. So schreibt das Handelsblatt:

„Denn eine wichtige Hürde bei der Markteinführung ist das teure Platin: In jeder Brennstoffzelle stecken gut 60 Gramm des teuren Edelmetalls. Das entspricht circa 3000 Euro pro Zelle. „Die größte Herausforderung ist es, ein Substitut für das teure Platin zu finden“, so Experte Bratzel. Daimler forscht gerade daran, den Platinanteil in den Zellen zu senken. Das ist auch nötig, denn würden alle Autos und Lkw mit Brennstoffzellen heutiger Bauart ausgerüstet, wären sämtliche Platinressourcen, die noch im Boden schlummern, mit einem Mal aufgebraucht.

Nicht nur Autoexperten, auch Umweltverbände sehen die Einführung des Wasserstoffautos skeptisch. „Es wird so getan, als lösten Wasserstoffautos das Klimaproblem. Das ist aber nicht so“, sagt Wolfgang Lohbeck von Greenpeace. Vielmehr sei der Wasserstoff „ein Placebo für die Umwelt“, da die Energie um den Wasserstoff zu erzeugen unverhältnismäßig groß sei.

Zumeist wird Wasserstoff aus Erdgas gewonnen: Bei hoher Temperatur und hohem Druck wird in einem speziellen Verfahren Wasserstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid aufgespalten. Dem Klima sei so nicht geholfen, so Lohbeck. Denn das CO2, das bei der Verbrennung des Wasserstoffs eingespart werde, entstehe dabei bei der Herstellung des Wasserstoffs.“

Und viel hat sich seitdem leider nicht geändert, auch wenn die Asiaten weiter am Ball bleiben. Das günstigste Wasserstoffauto, der Hyundai Nexo, kostet laut Hersteller in Deutschland ab 69.000€. Ein Toyota lag zu Beginn bei 98.000€ und ist jetzt ab 78.000 zu haben. Hinzu kommt, so schrieb der Spiegel vor wenigen Tagen: „Bisher sind es 71 bundesweit (Tankstellen für Wasserstoff), bis zum Jahresende sollen es 100 sein – zu wenig, um Deutschland flächendeckend zu versorgen. Zum Vergleich: Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte für Batterie-Elektroautos lag nach Angaben des Energieverbands BDEW zuletzt bei rund 17.400. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von privaten Ladestationen – Batterieautos lassen sich zu Hause betanken, Wasserstoffautos nicht.“

Da wir allerdings jetzt Alternativen brauchen, auch wenn E-Mobilisten erklären, dass der Elektroantrieb eigentlich immer noch am Anfang steht, mag es zwar eine gute Idee sein, wenn man die Forschung weiter betreibt, aber im Moment ist es völlig an der Realität vorbei wenn man man an seinem Diesel festhält und auf das Einhorn wartet.

Das Ende der Atacamawüste

Die Öffentlich-rechtlichen Sender werden seit einigen Jahren generell von deutschen

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Salzsee Atacamawüste Quelle: Wikipedia

Wuthamstern als Lügenpresse bezeichnet. Selbst wenn der Wetterbericht zutrifft, dann regen sich die deutschen Michel darüber auf, dass es 2 Grad zu warm, oder zu kalt ist. Von daher sollte man doch eigentlich, wenn man schon einen Faktencheck einrichtet wie die ARD, in der Lage sein, vernünftig seine Beiträge zu recherchieren. Am 4. Juni strahlte die ARD (WDR) einen Beitrag aus, mit dem Thema „Kann das Elektroauto die Umwelt retten“, wobei der ursprüngliche Titel auf YouTube lautete, „die Lüge vom Elektroauto,“ ich kann mich zwar nicht genau daran erinnern, aber einige E-Blogger, die sich mit dem Beitrag beschäftigten schrieben das.

Mir wurde er mir auf YouTube angeboten und ich dachte, „nanu? Das E-Auto der Klimakiller Nr. 1?“ Was ich da sehen konnte war an Ressentiments, Verdrehungen und Lobbyismus kaum zu übertreffen und teilweise hatte ich den Eindruck, Vertreter der Ölindustrie, sowie die „Experten“ von EIKE hätten beratend zur Seite gestanden.

Die Atacamawüste war schon mal das Thema des Herrn Prof. Lesch und des ZDF und schon damals kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus als ich mir die hahnebüchenen Argumente durchschaute. Es wunderte mich nicht wirklich, dass ausgerechnet Klimaskeptiker, die Gruppe „Freie Fahrt für freie Lanzbulldogbesitzer“(ab Minute 3.21), die „Stickstoffschnüffler Stuttgart,“ sowie die „Petrolheads Paderborn“ das Video mit Harald Lesch teilen mussten, spricht er ihnen doch aus dem Herzen. Anscheinend wollte der WDR da nicht zurückstehen und dachte, „da geht noch was,“ also

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Guido Reil „Klimaexperte,“ Bergmann und für die AfD im Europaparlament Quelle: Wikipedia

setzte man sich mit Sack und Pack in’s Flugzeug, weil das Klima ja egal ist, wenn es darum geht irgendeine Sauerei aufzudecken und düste nach Südamerika, genauer nach Argentinien. Dort angekommen zeigte man ein paar Leute, Landwirte, die dort ihre Lamas hielten und auf das Wasser angewiesen sind. Nun ist es immer blöd und setzt einen in Erklärungsnot den Nutzen der E-Autos zu erklären, wenn Leute in die Öffentlichkeit kommen und in die Kamera sagen, „nur weil Ihr Deutschen ein sauberes Klima wollt, werden wir vergiftet und müssen verdursten!“ Bämm, das sitzt, denn wie will man das begründen, wenn ein paar findige Köpfe genau denselben Kniff verwenden wie Populisten, nämlich vereinfachen und weglassen.

Fehlen durfte auch nicht jemand von Brot für die Welt, die von den erhabenen Flamingos sprach die nun, wegen den E-Auto Spinnern, dort verjagt werden. Nun liegt mir Whataboutism fern, allerdings sei die Frage gestattet, wie man auf der einen Seite Klimaskeptikern kritisch begegnet, auf der anderen Seite aber das Flugzeug nutzt, um nach Argentinien zu kommen, denn laut Brot für die Welt war man öfters vor Ort und offensichtlich nicht in der Lage, oder nicht Willens -vielleicht hat man diesen Hinterhältigen Indios aber auch nicht vertraut- eine Skypeverbindung aufzubauen und sich über die Lage vor Ort informieren zu lassen. Und die gelieferten Argumente liefern geradezu eine Steilvorlage gegen die E-Mobilität.

Vergessen wurde nämlich folgendes: Nicht nur in Argentinien, auch in Leschs Thema, Chile, wurde der Hinweis vergessen, dass der Abbau des Lithiums, einem Abfallprodukt der Salzgewinnung, nicht erst sei Anfang des Jahres stattfindet, sondern bereits in den Neunziger Jahren begann, denn Lithium wird nicht nur in den Akkus der E-Autos verwendet, sondern auch in Akkus für Computer, Smartphones und Herzschrittmacher, dann in Glas und Keramik, Schmiermittel, Strangguss, Kunststoff, Aluminium und Klimaanlagen. Die Akkus für E-Fahrzeuge, dazu gehören alle Fahrzeuge mit Batterie (auch Elektroboote, Elektroroller, E-Bikes und Motorräder), machen einen Teil der 35% Batterien und Akkumulatoren aus. Das zu erwähnen hätte den ganzen Bericht wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen.

Weiter kommt dass die Leute das Land nicht besitzen, sondern sich darauf berufen schon immer da gelebt zu haben. Das Land gehört dem Staat und es ist nicht ersichtlich, wurde auch gar nicht hinterfragt, ob die argentinische Regierung ihnen einen Ausgleich angeboten hat, was sie eigentlich schon in den Neunzigern hätte machen müssen. An Hand von Leschs Aussagen zu Chile hat sich die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie die Mühe gemacht für Klarheit zu sorgen, sie schreiben: „Danach sind derzeit die weltgrößten Förderländer Australien, Chile, Argentinien und China. Künftig wird auch Bolivien dazu kommen, wo die größten Reserven lagern, und wo die Regierung gerade mit Deutschland einen Vertrag zwecks einer gemeinsamen Gewinnung/Verarbeitung des Lithiums geschlossen hat. Denn die deutsche Autoindustrie bezieht bisher kein reines Lithium für ihre Akkus aus dem Ausland – und auch nicht aus Chile – sondern nur Zellen bzw. ganze Akkus.“ Weiter schreiben sie: „Nach Berechnungen aus dem Jahr 1996 nimmt das Gebiet durch ober- und unterirdische Zuflüsse sowie Regen jährlich 172 Millionen Kubikmeter Wasser auf. Andererseits werden 27 Millionen Kubikmeter Wasser für die Landwirtschaft entnommen, und sogar 145 Millionen Kubikmeter verdunsten jährlich, wobei darin das Wasser der Kaliumchlorid-/Lithiumchlorid-Förderung enthalten sein dürfte. Ob durch die Förderung der Grundwasserspiegel für die wenigen dort lebenden Menschen sinkt, wird zwar bisweilen behauptet, ist aber nicht eindeutig. Denn die von Lesch so dramatisch aufgeführten 21 Millionen Liter Wasser täglich sind auch „nur“ 21.000 Kubikmeter pro Tag und rund 7,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr, also eine relativ geringe Menge im Wasserhaushalt des Salzsees.“ (Das gilt für Chile) für Argentinien wurden gar keine Zahlen angegeben, nur dass jährlich etwa 10 Mrd Liter Wasser abgepumpt werden. Zahlen habe ich, ich gestehe es, keine gefunden, vielleicht hat ja jemand weitergehende Informationen. Nun listet Brot für die Welt auch die anderen Produkte auf bei denen Lithium verwendet wird, da das aber dem Konzept widersprechen würde wurde das in der Dokumentation einfach weggelassen, es geht um den Klimakiller, Fakten verwirren da nur.

Da Nachhaltigkeit alles ist und Recherche hinderlich, setzt man den deutschen Autobauern in Interviews die Pistole auf die Brust und will von ihnen wissen, ob diese denn ihre Lieferanten dazu verpflichten, auf einen ökologisch unbedenklichen Abbau zu setzen. Allen diese Frage zeigt, wie Ahnungslos die Macher an das Thema herangegangen sind, denn die Autobauer beziehen kein Lithium, sie kaufen fertige Akkus. Und auch wurde die Frage nicht erörtert, wo denn das Lithium überhaupt herkommt, ja, auch aus Chile, bzw. Argentinien, aber nicht nur. „Denn die deutsche Autoindustrie bezieht bisher kein reines Lithium für ihre Akkus aus dem Ausland – und auch nicht aus Chile –, sondern nur Zellen bzw. ganze Akkus von Herstellern wie CATL/China, Panasonic/Japan, Samsung und LG/Korea. Das Fehlen einer eigenen Zellfertigung in Europa ist Thema in allen Medien. Dass die großen Zellfertiger nicht jedes Gramm in der Zelle nach Herkunft beschriften, ist klar, zumal sie selbst den Rohstoff rund um die Welt einkaufen. Damit erübrigt sich auch die Frage nach der Herkunft des Lithiums.“ Schreibt die Gesellschaft für Sonnenenergie.

Das Tesla eine Drehgenehmigung für ihre Gigafactory verweigerte wunderte mich da nicht mehr so wirklich. Und, hätte man die Eingangs gezeigten E-Autobesitzer gefragt, man hätte sich den ganzen Film sparen können, denn die wissen besser Bescheid und sind sich auch über die Probleme bewusst, im Gegensatz zum WDR.

Da fällt auch die „Schwedenstudie“ nicht mehr weiter in’s Gewicht. Einzig im Fazit bin ich auf der Seite der Macher. Ja, wir brauchen eine andere Mobilität, sicher weniger Individualverkehr, aber auch hier greift man wieder zu kurz, was macht man mit den Menschen in ländlichen Gebieten? Hier in Irland sind wir ohne Auto aufgeschmissen. Der Busverkehr ist zwar gut, aber trotzdem gibt es Gegenden die kein Bus anfährt. Das gilt für Deutschland gleichermassen und man kann nicht die Landbevölkerung zwingen in die Stadt zu ziehen, das geht nicht, also muss man alternative Lösungen finden. Die Firma E-Flat hat, wie ich finde ein sehr gutes Konzept, denn man kann dort einen flexiblen Leasingvertrag abschliessen und entweder ein E-Auto testen, oder die Zeit überbrücken bis man ein Eigenes hat.

Mehr Anreize

In einem Bericht über China und den Verkehrskollaps, sowie die Industrialisierung, wurde erzählt, dass die Regierung, um dem entgegenzuwirken, eine Mindestanzahl an E-Autos staatlich verordnet hat. Jeder Fahrzeughersteller ist per Gesetz dazu verpflichtet

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Microlino verfügbar Herbst 2019

auch eine Palette an E-Autos zu produzieren, macht er das nicht, drohen Strafen. Im Gegenzug bekommt man eine Förderung von umgerechnet etwa 10.000$, damit das E-Auto nicht viel teurer als ein Verbrenner ist. Dementsprechend ist die Entwicklung sehr hoch und weiter fortgeschritten als in der „Autonation“ Deutschland. Chinesische Autohersteller haben die Ambition selbst Tesla vom Thron zu stoßen und der Weltgrößte Produzent von Elektrofahrzeugen zu werden.

Ich muss es gestehen, ich mag die Chinesische Politik nicht und habe es lange vermieden Elektroprodukte aus China zu kaufen, aber es geht nicht, China beherrscht mittlerweile die Märkte. Allerdings muss ich anerkennen, dass eine Ein Parteien Diktatur auch Vorteile bringt, was das Umdenken anbetrifft. Nun bin ich zwar nicht der Meinung europäische Regierungen sollten Autobauer zwingen mehr E-Autos zu produzieren, allerdings wären höhere Anreize ein Mittel um die E-Mobilität voranzutreiben, verbunden mit einem besseren Ausbau der Lade- und Infrastruktur, wenn man es mit dem Klimawandel wirklich ernst nimmt denn der Autoverkehr nimmt den ersten Platz der Umweltsünder ein. (Vielleicht hat ja jemand aktuelle Zahlen dazu)

Ach übrigens die AfD hat mich auf Twitter geblockt. War mir klar, denn Leute die sich in ihrer Opferrolle suhlen und von Meinungsfreiheit faseln sind unendlich froh, dass es in Sozialen Netzwerken die Funktion des Blockieren gibt, wenn einem die Fragen nicht passen.

 

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Gedankenspiele

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Als vor zwei Tagen unser Sender RTÉ einen Artikel zum Weltflüchtlingstag veröffentlichte, da kamen natürlich auch die üblichen Kommentare, die in den Flüchtlingen eine Form der modernen Invasion sehen. Auffällig ist, dass diese Kommentatoren grundsätzlich nationale, beziehungsweise nationalistische Symbole in ihren Profilen haben, entweder in Form des ungeteilten Irland in den irischen Farben, oder die Harfe, das ganze mit einem irischen Slogan versehen. Was mich daran am meisten verwundert ist, dass einige Solidarität mit Palästina, beziehungsweise dem palästinensischen Volk bekunden, auf der anderen Seite aber die Angst vor einer muslimischen Bedrohung schüren. Mir stösst auch vor allem die mangelnde Aufklärung, sowie mangelhafte Geschichstkenntnisse übelst auf.

Mein Bekannter, Thomas von der Osten Sacken, veröffentlichte auf Facebook eine Kritik an dem Schweizer Rechtsanwalt Emrah Erken. Der schrieb nämlich als Reaktion auf eine Meldung des Humanistischen Pressedienstes folgendes: „Zum guten Glück existiert die natürliche Grenze des Mittelmeers, die uns vor dieser Invasion schützt,“ und legte nach, „Ohne die wirksame Hinderung der NGO-Taxi-Dienste wäre es eine Invasion. Sie wurde einstweilen verlangsamt.“ Thomas, der von vielen scharf kritisiert wurde, legte dann noch einen Post nach und erklärte seine Kritik, obwohl es das nicht gebraucht hätte.

Kommen wir also zurück zu Irland, obwohl man eigentlich jedes Land nehmen könnte, denn in der Vergangenheit waren genügend Europäer Flüchtlinge und sind es immer noch, wenn man beispielsweise auf Albanien blickt. 2007 schrieb die Süddeutsche Zeitung als es zum Streit zwischen der EU und der israelischen Regierung um den Grenzzaun zwischen Israel und der Westbank kam, der auf Grund der gehäuften Terroranschläge errichtet wurde, „Auf welcher Grundlage – fragt nicht ohne Recht, aber auch nicht ohne Heuchelei die Regierung des Staates Israel – kritisiert die Europäische Union, die einen solchen Zaun errichtet, den israelischen Schutzwall gegen die Palästinenser? Wer immer einen Zaun baut, kann auf einen anderen zeigen, der es auch tut,“  Und der Blog Band of Brothers ergänzte: „Er wurde 2006 auf sechs Meter erhöht, ein Bauwerk aus Stahl, Beton und Stacheldraht: Alle 40 Meter ein Wachturm, Richtmikrophone, Scheinwerfer, eine Tränengasanlage, bis zu 1200 Grenzwachen und Militär.“ 60 Mio.€ liess man sich den Zaun kosten um die Flüchtlinge, mit Hilfe der marokkanischen Behörden, draußen zu halten. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, steigt die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen Spanien über das Mittelmeer zu erreichen, wieder an.

Irland erlebte während des Famine (1845-1852) eine der grössten Auswanderungswellen. Etwa 2 Millionen Menschen verließen die Insel, die meisten Richtung Übersee. So und

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Zeichnung hungernder Iren, die sich nach Kartoffeln bücken Quelle: Hilton Archive/Getty Images

 

jetzt nehmen wir mal für einen kurzen Moment an, dass die sogenannten Asylgesetze schon immer Geltung hatten, auch und gerade zwischen 1845 und 1852. Millionen Flüchtlinge landeten in Ellis Island und zogen durch die Registrierung. Nehmen wir weiter an, Ellis Island sei auch nicht 1890, sondern unter James Monroe entstanden, der der Meinung war, die in den jungen USA lebenden Einwohner seien genug und erweiterte die Monroe-Doktrin dahingehend Einwanderer und Flüchtlinge abzulehnen.

Sie finden das zu abwegig? Ok, aber machen wir weiter. Von den Flüchtlingen bekamen nur 10% einen Aufenthaltstatus, den anderen wurde gesagt, dass man Wirtschaftsflüchtlinge nicht aufnehmen will, also sollen sie wieder zurück. Wer kann bucht ein Ticket in der Hoffnung, in Südamerika Aufnahme zu finden, wie etwa ein Teil der etwa 25 Millionen ausgewanderten Italiener. Nun kommen sie in, sagen wir, in Mexiko an und die Behörden sagen ihnen, da ihr Asylantrag in den USA abgelehnt wurde, sähe man sich nicht im Stande einem Asylantrag stattzugeben, schließlich sei die USA die erste Anlaufstelle gewesen und darüber hinaus ein sicheres Aufnahmeland. Im Übrigen hätte man in Mexiko schon genug Probleme und könne sich nicht auch noch um Wirtschaftsflüchtlinge aus Europa kümmern, die vor einer Hungersnot geflohen seien.

Nun könnte man auch die St. Louis als Beispiel nehmen, die Zahl entspricht zwar nicht der Zahl der Flüchtlinge in Irland (zur Zeit leben etwa 3700 Flüchtlinge hier, zugesagt wurde Asyl für etwas mehr als 6000), aber man kann sich überlegen und vielleicht mal für einen Moment vorstellen wie es für diese Leute ist. Vor ein paar Tagen schickte man mir einen. Link zu einer Dokumentation über die gegenwärtige Situation in Afghanistan. Trotz Meldungen, dass Afghanistan alles andere als sicher ist, werden Menschen dorthin zurückgeführt. Nun gibt es Menschen, die von sich aus in die Heimat zurückkehren,

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Skulpturen von Auswanderer während des Famines in Dublin

trotzdem darf man nicht vergessen, dass es daheim kein Zuckerschlecken ist. Und man muss auch die Fluchtursachen benennen, die im Falle Afrikas, nicht nur durch Kriege zu erklären sind. Hunger und Armut sowie massive Unterdrückung treiben auch viele Eritreer in die Migration. Das Land gilt wegen seines repressiven Systems als „Nordkorea Afrikas“. Schreibt das Bundesministerium für Verteidigung auf seiner Webseite. In den Achtziger Jahren hatte ich einen sehr guten Freund, der kam aus Eritrea (Asmara) und hat mir öfters Bilder von dort gezeigt. Zuletzt traf ich ihn 1996, da mich mein Beruf immer mehr in andere Städte brachte, das Letzte was ich gehört habe ist, dass er wieder nach Eritrea zurück gegangen ist.

Denke ich an meine Vorfahren, dann waren das Flüchtlinge, entweder aus Wirtschaftsgründen (Suche nach Arbeit), oder aus religiösen Gründen (Übertritt zum

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italienische Auswanderer Ellis Island Quelle: Casa Historia

protestantischen Glauben). Das kommt mir immer in den Sinn, wenn ich an die Flüchtlinge denke. Natürlich kann Europa nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, das ist mir völlig klar, aber eine Abschottung, wie in der Türkei oder Marokko, wo man in der Wüste ständig auf verendete Flüchtlinge stößt -viele werden von der marokkanischen Polizei, oder von den Schleppern dort ausgesetzt-, sind auf Dauer keine Lösung. Wir können nicht Despoten als die vermeintlich Guten permanent mit Geld unterstützen. Und den Iren, die der Meinung sind eine Invasion Irlands würde stattfinden, gebe ich immer das Beispiel meines Gedankenspiels, haut zwar nicht immer hin, aber bei einigen hilft es schon.

Vor allem wäre es schön -denkt man die europäische Geschichte- vielleicht 2 Minuten nachzudenken, bevor man sich wieder in Populismus stürzt, nach den Schlagworten, „Invasion Europas„, oder „Die Flüchtlinge sind unser Unglück.“

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Bild der italienischen Marine eines kenternden Bootes Quelle: Tagesspiegel Berlin