Von Dublin in die Karibik

Wie ich bereits erwähnt habe, seit ich in Irland lebe habe ich mich zum Porter Liebhaber entwickelt und bin natürlich immer auf der Suche nicht nur nach neuen Porter, vielmehr auch nach gutem Porter.

Wir haben sehr viele gute und junge Brauereien, sogenannte junge Wilde, die ihr Handwerk verstehen und das Herz eines Porter Liebhabers höher schlagen lassen. Allerdings bringt auch der Platzhirsch Dialego, der Besitzer der Altehrwürdigen Guinness Brauerei, manchmal ein Kleinod auf den Markt.
Die Brauerei unterstützt im Moment junge Brauer und ermuntert sie nicht nur neue Wege zu beschreiten, sondern auch mit neuen Rezepten zu experimentieren. So wurden junge Brauer ermutigt, mal einen Blick in die alten Rezeptbücher zu werfen und dazu hatte man sie in den „Bunker“ gelassen, so wird der Raum genannt, in dem das Originalrezept des Guinness Stout aufbewahrt wird, so wie es Arthur Guinness im Jahre 1778 anfing zu brauen.
Herausgekommen sind zwei wirklich sehr gute Porter die auf ein Rezept von 1796 und 1801 zurückgehen.

Das Dublin Porter hat 3,8% Alkoholgehalt und einen sehr angenehmen Geschmack nach geröstetem Malz und Caramel. Ob das Bier damals wirklich 3,8% hatte, lässt sich nicht mehr überprüfen. Nach allem was ich über Porter gelernt habe, vermute ich einfach mal, dass es damals einen höheren Alkoholgehalt besass, die Brauer aber, um den Geschmack so angenehm wie möglich zu machen, den Alkoholgehalt gesenkt haben.
Das andere Porter nennt sich West-Indies Porter, nach einem Rezept von 1801 und das hat es wahrlich in sich und beweist, die Guinness Brauerei hatte sehr leckere Biere im Portfolio. Es ist schade, dass sie sowas heutzutage nicht mehr für den Massenmarkt brauen und im Prinzip ein Stout haben, was sehr wässrig schmeckt und Blähungen verursacht, die offensichtlich schlimmer als bei einem Veltins sind.

Das West-Indies ist im Moment mein Favorit. Dieser Geschmack von Karamell und, wenn man den ersten Schluck geniesst, dann gesellt sich der Geschmack von Schokolade dazu, aber nicht billige Milchschokolade, sondern schon was ordentliches. Der Alkoholgehalt liegt mit 6% durchaus im Rahmen und entspricht dem, wie man damals Bier gebraut hat. Da Bier auf den Schiffen transportiert wurde und nach Möglichkeit haltbar sein sollte, hat man das Bier mir mehr Alkohol gebraut, im Falle des West-Indies Porter merkt man das nicht.
Nun wird das Bier nicht mehr auf Segelschiffen rund um die Welt transportiert, also bleibt diese Juwel hoffentlich im Land. Ich kann jedem, der Irland besucht, nur empfehlen nach diesen beiden Bieren Ausschau zu halten. Ich habe keine Ahnung, ob die beiden Porter in ausgewählten Pubs angeboten werden, oder ob diese Beiden im Ausland in ausgewählten Getränkeshops erhältlich sind, sollte das der Fall sein, dann würde ich zuschlagen. Sie dürften zwar preislich im oberen Bereich liegen, aber dieser Preis lohnt sich, wenn man Porter liebt.

In diesem Sinne….Sláinte

GUINNESS announces the launch of two new beers – GUINNESS Dublin Porter and GUINNESS West Indies Porter. The two porters are the first releases from ‘The Brewers Project’ initiative that gives brewers the license to explore new recipes, reinterpret old ones and collaborate freely to bring exciting beers to life."   The beers are now available in selected pubs and retailers. For more information visit www.pursuitofmore.com  GUINNESS DUBLIN PORTER AND WEST INDIES PORTER
GUINNESS announces the launch of two new beers – GUINNESS Dublin Porter and GUINNESS West Indies Porter. The two porters are the first releases from ‘The Brewers Project’ initiative that gives brewers the license to explore new recipes, reinterpret old ones and collaborate freely to bring exciting beers to life.“
The beers are now available in selected pubs and retailers. For more information visit http://www.pursuitofmore.com
GUINNESS DUBLIN PORTER AND WEST INDIES PORTER

Franz‘ Quelle

Geht es um Stout, dann ist das Franciscan Well auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Brauerei, mit angeschlossenem Pub, sorgt seit 1998 nicht nur mit Bier, sondern auch mit einer sehr guten Pizza für das Wohl seiner Gäste.
Der Pub selbst ist nicht sehr gross aber dadurch, dass es einen Biergarten gibt, ist der Pub, besonders an den Wochenenden gut besucht. Hinzu kommt, dass das Franciscan Well sich einen eigenen Hausgeist gönnt und damit in der Top 10 der Spukplätze in Cork rangiert.
Nun geht der durchschnittliche Pubbesucher aber nicht unbedingt wegen irgendwelcher Geister in den Pub, sondern um sich alkoholisch erhellen zu lassen, quasi Biergeist.

Ich persönlich muss gestehen, dass ich nicht gern dorthin gehe, dass mag an der Atmosphäre liegen, oder auch am Publikum das sich zu grossen Teilen aus Angestellten der grossen Konzerne, die in Cork sitzen, zusammen setzt und man fast zwangsläufig einen seiner Manager trifft. Nun muss ich aber zum Glück nicht auf das Shandon Stout verzichten denn die Brauerei beliefert einige lokale Pubs wo man in den Genuss eines Shandon, oder eines Friar Weisse kommt, meine beiden Lieblingsbiere der Brauerei.

Das Friar riecht und schmeckt in der Tat nach Banane und Zitrone, dabei ist es eher Süßlich und den Hopfen kann man nur erahnen. Gut es ist wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack aber in der Tat kein schlechtes Bier und nur zu empfehlen, wenn man mal in Cork weilt.

Das Shandon Stout riecht und schmeckt leicht nach Lakritze. Der cremige Schaum, der allen Portern und Stouts gemein ist, schmeckt leicht nach Hopfen und bietet einem guten Kontrast wie im übrigen auch der Rest des Stouts, die Süße, mit dem Hopfen ist einfach gut und man merkt, dass sich die Brauer sehr viel Gedanken über ihr Bier gemacht haben. Shandon ist eine gute Alternative zu Guinness, Beamish und Murphy, besonders wenn es um Innovation geht.

Im letzten Jahr startete die Jameson Destillerie einen Werbespot mit dem Titel Jameson Caskmates Story. Die Legende besagt, dass der Master Distiller der Jameson Destillerie im Franciscan Well auf ein Pint einkehrte. Er kam mit seinem Nachbarn in’s Gespräch (das ist völlig normal in einem Pub) und es stellte sich heraus, das sein Nachbar der Braumeister des Franciscan Well war. Man philosophierte also über Bier, Whiskey und die Gemeinsamkeiten, sowie darüber, dass doch beide gemeinsam hinter dem Tresen eines Pubs zu finden wären.
Die Zeit verging und ein Pint nach dem anderen floss durch die Kehle und so kam es, dass beide einen Plan hatten, schliesslich ging es auch um Cork. So kam es, dass am nächsten Tag einige Fässer aus der Jameson Destillerie in Midleton, den Weg in die North Mal fanden und mit Stout befuellt wurden. Nachdem die Fässer leer waren, fanden sie den Weg wieder zurück in den heimischen Stall und heraus kamen zwei Produkte.
Zum einen das Franciscan Well Jameson Cask Stout und zum anderen der Jameson & Craft Stout.

Das Stout habe ich bisher noch nicht getrunken, kann also dazu nichts sagen, weil mich der exorbitante Preis von 15€ abgehalten hat. Es heisst, dass man einen leichten Whiskeygeschmack wahrnehmen und schmecken kann. Den Whiskey dagegen habe ich schon kosten dürfen und muss sagen, er ist wirklich sehr gut mit einer feinen Stoutnote und selbstverständlich hat er die typische Milde des Jameson.
Es hiess, das die Flaschen limitiert sind und den Whiskey nur ausgewählte Pubs führen, ob dem so ist, dazu kann ich nichts sagen, soweit ich weiss kann man ihn im Jameson Shop in Midleton kaufen und sollte man mal in Cork sein, dann würde ich eine Tour durch die Destillerie wärmstens empfehlen.

Das Stout hingegen bekommt man in vielen Off Licence, in einem Pub habe ich es allerdings noch nicht gesehen. Es heisst, dass The Bierhaus einige Flaschen anbietet, aber bei den Preisen dürfte die Flasche wohl 20€ kosten, aber wer weiss, vielleicht schaue ich beim nächsten Mal einfach nach.

Sláinte!!

Dark Arts

Wie ich in einem vorigen Beitrag schrieb ist Guinness zwar das Stout, oder Porter, mit dem man Irland assoziiert, aber nicht die einzige Brauerei. In den letzten Jahren haben sich bei uns viele sogenannte Microbreweries gegründet, die sehr innovativ neue Wege gehen und hervorragende Porter brauen.

Eine dieser, jungen Wilden, ist die Trouble Brewing Brauerei aus Kill im County Kildare. 2010 überlegten sich die drei Freunde Thomas Prior, Stephen Clinch und Paul O Connor bei einem Pubbesuch, dass es an der Zeit wäre eigenes Bier zu brauen, was nicht nur ihnen, sondern auch anderen besser schmecken würde als das immer gleiche Angebot in den Pubs. Aus dieser Idee ging Trouble Brewing hervor und Dark Arts war eines ihrer Produkte.

Das Problem bei uns ist, dass die Vielfalt an guten Bieren in den Pubs fehlt. Bier ist Massengeschmackstauglich und es ist im Grunde genommen egal in welchen Pub man geht, es gibt vom Fass meist die üblichen Verdächtigen wie Guinness, Miller, Budweiser, Carlsberg, Heineken, Murphy’s, Beamish und Bulmers (Cider). Sollte es etwas billiger sein, dann gibt es Carling vom Fass. Einige Pubs haben sich darauf spezialisiert dieses Bier, so man davon sprechen kann, ihren Gästen anzubieten. Das sind dann zumeist Pubs, die in der Nähe von An Post Filialen liegen und den Dole Empfängern ihr Arbeitslosengeld aus der Tasche ziehen. Eine Dose Carling bekommt man in den Off Licence für einen Euro angeboten was angesichts der Qualität einen Euro zuviel bedeutet.

Zurück aber zu einem meiner Lieblings Porter. Mit Dark Arts kam ich 2011 in Berührung, als mein Stammpub Dark Arts vom Fass angeboten hat. Es riecht nach frisch geröstetem Kaffee und dunkler Schokolade.Der Geschmack von Sckolodae verstärk sich auf dem Gaumen, wo Dark Arts seine unglaubliches Aroma verstärkt. Nicht so strak gehopft, dafür dunkel und kräftig im Geschmack. Ein wirklich tolles Porter und, man muss es so sagen, die Jungs haben sich wirklich Gedanken gemacht, was die Gestaltung der Flasche und der Pint Gläser betrifft.

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Das Comicmotiv, bei Dark Arts die Voodoo Puppe, ist ein Element, dass die Produkte von Trouble Brewing kennzeichnet und die Innovation zeigt, die die jungen irischen Brauer antreibt gute Biere und damit verbunden gute Porter auf den Markt zu bringen. Es muss nicht immer Guinness sein, wenn man ein gutes Porter schätzt, dann lohnt es sich die Augen offen zu halten und Pubs zu besuchen, die mit der Gewohnheit gebrochen haben, Biere für ein Massenpublikum anzubieten.

Und, was viel wichtiger ist, die lokalen Braueren und Supermärkte zu stärken, die in den letzten Jahren entdeckt haben, dass es auch eine Welt ausserhalb St. James Gate gibt.
Sollte man nach Cork kommen, dann lohnt sich ein Besuch im Abbot’s Alehouse,oder im Bierhaus wo neben Dark Arts einige andere Biere, sowie diverse andere Spirituosen, auf ihre Entdeckung warten.

Sláinte!!

Guinness is good for you

Die Erfolgsgeschichte des schwarzen Goldes aus Irland begann im Jahr 1759. Arthur Guinness ein Bierbrauer aus Celbridge, im County Kildare, südlich von Dublin, pachtete mit seinen 100£ eine Brauerei am St. James Gate und begann erst das typische Ale zu brauen.
Erst als Arthur davon hörte, dass das beliebteste Getränk in Londoner Pubs ein schwarzes Bier namens Porter war begann er sich dem Zeitgeist anzupassen und braute die irische Variante.
Damit war der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt, die bis Heute anhält und Busladungen voll von Touristen am St. James Gate ausspuckt, weil die Guinness Brauerei, gegenüber der Heuston Station, immer noch der erste Anlaufpunkt ist, wenn man Dublin besucht.

Ich hatte ja schon darüber geschrieben, das man denkt Irland wäre Guinness und Guinness wäre Irland, aber das stimmt natürlich so nicht, allerdings, muss ich zugeben, nimmt es in der Tat einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft ein und ein Pub ohne Guinness wäre nicht denkbar, egal ob vom Fass, oder aus der Flasche.
Ganze Kochbrigaden machen nichts weiter als Rezepte mit, oder über Guiness zu finden und das Motto „Guinness is good for you,“erfunden von findigen Werbestrategen in den fünfziger Jahren, hat dazu geführt, dass selbst Mediziner sich mit dem Getränk beschäftigen und ihm eine, gegen Herzkrankheiten, vorbeugende Wirkung bescheinigen.

Guinness soll sogar die irischen Rebellen 1916 begleitet haben, was ich mir kaum vorstellen kann und halte das eher für eine Legende, aber es zeigt, Guinness hat über die Jahre Kultstatus ausserhalb Irlands erreicht. Am Arthur’s Day, zum 250. Geburtstag der Brauerei 2009 zelebriert, beteiligten sich weltweit Pubs und Lokale und begannen exakt um 17.59 Uhr Guinness auszuschenken. 2012 nahmen hier in Irland 686 Pubs an den Feierlichkeiten mit Livemusik, Tanz und natürlich Guinness in rauen Mengen teil.
Es heisst, dass man selbst im hintersten Kathmandu auf ein Lokal treffen kann, in dem eine verstaubte Flasche Guinness steht, was ich gern glauben mag. 40% der weltweiten Produktion werden in Afrika unter Lizenz gebraut und vertrieben. Die erste Brauerei ausserhalb Irlands entstand in Nigeria, als ein Familienmitglied des Guinness Clans seine Kontakte, die er in Afrika gesammelt hatte, nutzte und einen Deal mit der nigerianischen Regierung einfädelte.

Natürlich darf man dem bösen Gerücht nicht glauben, dass viele Nigerianer nur nach Irland wegen der Guinness Brauerei gekommen sind, aber es zeigt, Guinness ist auf Grund seiner Bekanntheit fast mit dem Land gleich zu setzen.
Weitere Länder in denen Guinness in Lizenz gebraut wird sind: die Bahamas, Kanada, Kamerun, Kenya, Uganda, Namibia und man mag es kaum glauben, Indonesien.
Dabei wird im Stammhaus streng darauf geachtet, dass Guinness überall auf der Welt gleich schmeckt. Um dieses Ergebnis zu erreichen gibt es in der Guinness Brauerei einen streng abgeschirmten Raum, in dem die Originalmixtur liegt. Es heisst, dass Guinness in jeder Lizenzbrauerei einen Vertreter hat, der streng die Einhaltung überwacht. Ich weiss nicht ob es stimmt und manche Guinnesskenner sagen, dass Guinness nur in Irland wie Guinness schmeckt, wobei ich eher denke, dass die verschiedenen Sorten, die es vom Guinness gibt, einen Einfluss auf den Geschmack haben dürften. Hat Guinness bei uns 4,2% Alkohol, so liegt dieser beispielsweise in Deutschland bei 4,8 für das Guinness Original/Extra Stout (laut Wikipedia wird er für Irland mit 4,1 angegeben, ich habe allerdings noch keine Flasche gesehen wo dieser Wert angegeben wurde).

Wie ich zuletzt in der Sendung „Wie gut ist unser Bier“ (ZDF Mediathek) sehen durfte, beklagen sich deutsche Biertrinker, dass die Biere der deutschen Brauer sich im Geschmack kaum unterscheiden und dass es ausgerechnet ein Amerikaner war, der die Goldmedaille in der Paradedisziplin Pils, wieder zurück nach Deutschland brachte.
Sowas waere hier undenkbar. Die dunklen Biere von Guinness, Beamish und Murphy’s, um die drei Marktführer zu nennen, unterscheiden sich im Geschmack sehr deutlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stouttrinker den Unterschied nicht rausschmecken könnte.

Was 1759 in einer kleinen Brauerei mit 100£ anfing, ist heute nicht nur zu einem nationalen, sondern zu einem Weltweiten Symbol Irlands geworden und Iren werden automatisch damit identifiziert, neben einigen unbedeutenden anderen Dingen.
Ich weiss nicht was Arthur darüber denkt, der eigentlich nur ein engliches Bier nachbrauen wollte, bin mir aber ziemlich sicher, dass er ein kleines bisschen auf diesen Erfolg stolz sein dürfte.

In diesem Sinne….Sláinte