Grimms Unsinn

2000
Da muss sich selbst Johnson an den Kopf fassen, nachdem er Grimms Beitrag auf der Achse des Guten gelesen hat

Die Achse des Guten kenne ich seit 2004 und habe sie regelmäßig gelesen da sie Themen bot, die Nachrichten aus einem anderen Blickwinkel zeigten und beispielsweise nicht aus permanenten Bush Bashing bestanden. Sie war zwar stets polemisch, aber in meinen Augen nie bösartig, vor allem schrieben dort gute Autoren wie David Harnasch, Alan Posener oder Hannes Stein. Die Seite bot, wie Philipp Dudek in der Taz schrieb, „eine feste liberale Gegenöffentlichkeit im Internet“ zu bilden.“

Irgendwann, das muss so um das Jahr 2010 gewesen sein, driftete die Seite in eine Richtung die man schon als Rechtspopulismus bezeichnen konnte. Vielleicht wollte man den gemeinen Wutbürger bedienen, der sich schon vorher auf die Seite verirrt hatte wenn die Achse einen Beitrag veröffentlichte, der in der Filterblase gut ankam. Plötzlich reichte es den Machern nicht mehr denn, so stellte man fest, gab es dort draußen eine große Anzahl Menschen die begeistert die Artikel kommentierten. Also schrieb man für den Pöbel mit Abitur denen die Pi-News zu schmuddelig waren. Leute wie Akif Pirinçci durften ihren Menschenverachtenden Müll in die Tastatur rotzen bis er selbst der Achse zu unappetitlich wurde. Mittlerweile  kann man die Seite nicht mal mit der Kneifzange anfassen, denn es sind immer die gleichen Thema und die gleichen Autoren. Da kommen die Klimaskeptiker von EIKE zu Wort, deren einzige Legitimation darin besteht, dass sie eine Wetterstation besitzen. Autoren, die gerne das Wort Lügenpresse und Fakenews bemühen, aber ausschließlich alternative Fakten präsentieren. Vielleicht dachte man auch Parteien, wie AfD oder FPÖ, wären sehr daran interessiert ein Haus- und Hofblatt zu besitzen, Leute, die es diesen linksgrün versifften Gutmenschen zeigen.

Erstaunlich ist, wie viele ehemalige Bürgerrechtler, die endlich Rechtsaußen angekommen sind, bei der Achse schreiben. Vera Lengsfeld zum Beispiel, die Leute die ihr nicht passen an den öffentlichen Pranger stellt, wie beispielsweise Anetta Kahane. Auch Peter Grimm ist ein ehemaliger Bürgerrechtler und schreibt von Zeit zu Zeit auf der Achse Texte, dass sich einem die Fußnägel hochrollen. So zum Beispiel über den Wahlerfolg Boris Johnsons in England und da passt der Text meiner Meinung nach auf diesen Blog, schließlich ist Großbritannien unser direkter Nachbar und damit hängen auch wir, gerade durch Nordirland, mit dran.

Am 13.12, nach der Wahl in GB, veröffentlichte der Herr Grimm einen Text der es in sich hatte. Begünstigt wurde Johnson nämlich nicht, wie alle glauben, durch das Brexit Gezerre, sondern, man höre und staune, durch Angela Merkel und Ursula von der Leyen. In seinem ganzen Text legt er eine erstaunliche Ahnungslosigkeit und Unkenntnis an den Tag die einen fremdschämen läßt, allerdings durchaus den Argumenten der Euroskeptiker entspricht und die man bei Parteien wie Lega Nord, FPÖ, oder AfD antrifft. Die EU ist für ihn ein Moloch, ohne demokratische Befugnisse und diktatorisch ist sie auch. Nicht Unwarheiten erzählt von Herrn Johnson führten zum Brexit Referendum und der einfachen Mehrheit, sondern allein die EU, die laut ihm, die Mitgliedsstaaten bevormundet, so als gäbe es das Unterhaus gar nicht.

Man kann und muß die EU kritisieren, allein wegen ihrer Außendarstellung wenn man einen Satz wie den folgenden liest: „Weniger Bevormundung durch nicht hinreichend demokratisch legitimierte EU-Gremien, keine weitere ungeregelte Zuwanderung, keine größeren Geldflüsse der vom Steuerzahler aufgebrachten Mittel in irrationale und rein weltanschaulich begründete Projekte.“ Ich weiß nicht ob er schon mal was vom Schengener Abkommen gehört hat, wahrscheinlich nicht, denn dann wüßte er dass eine unkontrollierte Zuwanderung nach Großbritannien oder Irland nicht stattfindet. Einmal durch die geographische Lage, zum anderen weil Zollkontrollen durchgeführt werden. Jeder der als EU Bürger britischen oder irischen Boden betritt muß seinen Paß vorzeigen. Selbst wir Iren müssen durch die Kontrolle, sowohl im europäischen Ausland als auch auf heimischen Boden.

Ja, es gibt illegale Einwanderer nach Großbritannien, das bestreitet niemand. Ein Streitpunkt des Brexit war aber die Freizügigkeit, nämlich das EU Bürger überall in Europa leben und arbeiten können. Vielleicht informiert sich der Herr Grimm erstmal über die Stimmung in England gegenüber Osteuropäern, bevor er so einen Blödsinn schreibt. Migration gehört zu den Aufreger-Themen im Land. In der Regel dreht sich die Debatte aber um legal Zugezogene aus EU-Ländern, insbesondere Rumänien und Bulgarien, oder um Gruppen aus ehemaligen Commonwealth-Ländern, die oft britische Pässe besitzen, schreibt das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom August 2018.

Sein zweiter Punkt, das mit den größeren Geldflüssen, schaut er am Besten noch einmal nach. Ja, Großbritannien ist der Drittgrößte Nettozahler in der EU und…., sie würden mehr zahlen wenn Maggie Thatcher nicht Sonderkonditionen ausgehandelt hätte. Allerdings, schaut man auf die Argumente der Remainer, erfährt man das Großbritannien zwar zu den EU-Nettozahlern gehört, dass das Land aber ein Vielfaches des investierten Geldes wieder herausbekommt – und zwar durch den erleichterten Handel mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten. Dieser sorge in Großbritannien sowohl für niedrigere Preise als auch für höhere Investitionen und für die Schaffung zusätzlicher Jobs.

Die EU-Befürworter gehen davon aus, dass in Großbritannien drei Millionen Jobs mit dem EU-Handel verbunden sind. Jeden Tag würden Investoren aus EU-Ländern 66 Millionen britische Pfund (umgerechnet knapp 84 Millionen Euro) in Großbritannien anlegen. Die Einfuhr günstiger Waren aus der EU würde dafür sorgen, dass jeder Brite jährlich 350 Pfund (umgerechnet 445 Euro) sparen könne.

Desweiteren, wenn er durch Großbritannien reist, dann wird er viele Schilder finden auf denen die EU als Bauherr steht. Besonders in Wales oder Nordirland, wo die SEUPB ( Special EU Programmes Body ) Geld im Rahmen des Good Friday Agreements investiert hat. Falls das für Herrn Grimm ein irrationales und weltanschauliches Projekt ist, dann sollte er sich nochmal mit den Werten der EU auseinandersetzen, oder mal die Geschichte des Nordirland Konflikts lesen.

Wenn Angela Merkels Deutschland Klimapakete schnürt, deren Kernpunkt eine CO2-Abgabe ist, die vor allem zu einer Verteuerung nicht nur der Energiepreise sorgt und Merkels langjährige Gefolgsfrau Ursula von der Leyen als neue EU-Kommissionspräsidentin anschließend einen „Green Deal“ ausruft dann klingt das für Menschen, die ihren Lebensunterhalt in produzierenden Industriebetrieben verdienen – zurückhaltend gesagt – wenig attraktiv.

Zunächst mal bleibt festzuhalten dass der Klimawandel bei dem Referendum 2016 keine Rolle gespielt hat und Ursula von der Leyen zu dem Zeitpunkt noch Verteidigungsministerin war. – Ich lebe zwar seit 2010 in Irland, aber das war selbst mir bekannt. – Zum anderen hat Großbritannien weit vor den Klimazielen, auf die sich der Grimm beruft, begonnen den CO2 Ausstoß zu reduzieren und 2017 verkündete die Regierung dass sie bis 2040 ein Verbot von Verbrennern durchsetzen will. Warum das bei der Wahl eine Rolle gespielt haben soll, das weiß auch nur er alleine.

Etliche der Wähler, die Boris Johnson jetzt zu seinem Sieg verhalfen, obwohl sie eigentlich keine Konservativen-Wähler sind, haben vor allem gegen die EU in ihrer jetzigen Verfasstheit gestimmt. Die wollten sie nicht mehr haben und nur Boris schien die Gewähr dafür zu bieten, dass man sie hinter sich lassen kann. In diesem Sinne haben Angela Merkel und Ursula von der Leyen mitsamt ihren Getreuen wirklich ganze Arbeit als Wahlhelferinnen für den Premierminister geleistet.

Wenn man schaut, warum Johnson so deutlich gewonnen hat dann lag das weniger am Ausland oder an der EU. „Ich denke hier waren zwei Dinge verantwortlich, denn es war eindeutig eine Brexit-Wahl und eine Corbyn-Wahl. Die Labour Party erhielt in einigen Landesteilen ihre Stimmen. Es war O.K. sie in London zu wählen und es war O.K. sie in Universitätsstädten zu wählen, in denen der Corbynismus beliebt ist. Aber Corbyn und der Corbynismus waren eine Katastrophe für viele der traditionellen Labour Sitze die mit Leave gestimmt haben. Die Leute werden lange streiten, ob der Brexit, oder Corbyn zur Wahlschlappe geführt haben. Das Projekt Corbyn ist auf jeden Fall abgeschlossen,“ antwortet David Runciman, Professor für Politik an der Universität Cambridge in einem Interview mit dem New Yorker. Viele Leute waren das Gezerre einfach leid, hinzu kam, dass niemand wußte wo Labour eigentlich steht. Corbyn hat nie klar gemacht ob er für den Verbleib, oder für den Brexit ist. Wer sich mit ihm beschäftigt, der weiß dass er ein ausgesprochener Gegner der EU ist. Er hält es für einen kapitalistischen Moloch und einen Ausbeuter der Arbeiterklasse. Erst ganz zum Ende kamen von ihm Einlassungen zum Brexit, beziehungsweise so etwas wie ein Ja zum Remain.

Hinzu kommt, dass der Corbynismus Strukturen innerhalb Labours gezogen hat die es vielen Leuten, die traditionell eher Linksliberal sind, unmöglich machten Corbyn zu wählen. Der innere Zirkel Corbyns, bei dem man das Gefühl hat die Altstalinisten feiern ihren x-ten Frühling, trugen maßgeblich dazu bei. Das zeigt die Bewegung Momentum, die Kritiker und Abweichler gnadenlos verfolgt und die jüdischen Labourwähler und Mitglieder in Juden ( wenn sie sich Kritisch zu Israel äußern ) und Zionisten ( wenn sie sich solidarisch mit Israel erklären ) einteilt. Dann noch dieses um den heißen Brei herumstreifen bezüglich der Antisemitismus Erklärung, verbunden mit dem Aufweichen, dass man Antisemitismus mit Rassismus gleichsetze und mit der Erklärung Labour sei „Antirassistisch“ sich von jeglichen Äußerungen reinwusch.

Ein weiterer Punkt war die Berichterstattung der britischen Medien, denn ein Wahlprogramm hatte Johnson nicht. Wie ein Mantra wiederholte er ständig „Get Brexit done, more money for NHS and Education and more Police on the Streets.“ Wie er das bewerkstelligen will dazu schweigt der Westentaschen Churchill, vielleicht baut er ja die gleichen Luftschlösser wie als Bürgermeister von London. In der Zeit in der die Tories nun die Regierung bilden haben sie das NHS praktisch totgespart. Die Gelder für die öffentliche Sicherheit zusammengestrichen, Behinderte, die für nicht Arbeitstauglich erklärt wurden, von den Arbeitsämtern mit Sanktionen belegt. Und mit dem Abkommen zwischen Johnson und Farage wird mehr Libertarismus in England Einzug halten, denn Farage ist der Meinung der Staat habe sich aus dem Leben seiner Bürger rauszuhalten, besonders wenn es um Wirtschaft und Finanzen geht.

Ich finde es erstaunlich wenn viele Personen in Deutschland, oder besser in der DACH Region, grenzenlosen Narzissten wie Donald Trump, oder Boris Johnson zujubeln und im Falle Johnson schreiben, er sei der beste Mann. Das sind auch die Leute, die deutschsprachigen Medien, bis auf wenige Ausnahmen, grundsätzlich nicht trauen, oder Angela Merkel alles anlasten. Man hat den Eindruck Frau Merkel sei selbst dann schuld, wenn es regnet. Nun ist diese Sichtweise nicht auf Deutschland beschränkt, denn die Brexiteers schreiben vom angeblichen vierten Reich, wenn man Angela Merkel unterstellt sie würde die Europäische Union kontrollieren und steuern. Gustave Le Bon schrieb einst, „Die großen Führer aller Zeiten, die der Revolution Hauptsächlich, waren sehr beschränkt und haben deshalb den größten Einfluss ausgeübt.“ Hört man Johnson und die Reaktionen seiner Anhänger zu, dann kann man, wenn man sich mit Johnson beschäftigt, nur zustimmen, denn, das wußte schon Le Bon, „Die Menge wird sich immer denen zuwenden, die ihr von absoluten Wahrheiten erzählen, und wird die anderen verachten.“

Vor dem Referendum 2016, erklärte Boris Johnson 2001 es sei absolute Idiotie aus der Europäischen Union auszutreten und er könne sich nicht vorstellen dass das jemand ernsthaft wollen könnte, um dann etwas später auf den Zug der Brexiteers aufzuspringen da er sich davon mehr Macht innerhalb der Tories versprach. So tourte er mit seinem berühmten roten Bus durch’s Land und verkündete man zahle wöchentlich 350 Mio Pfund and die EU, was dreist gelogen war. Es ist irgendwie Grotesk, wenn man Angela Merkel und die deutsche Regierung am liebsten in die Wüste schicken würde, aber bei einem Pinocchio Johnson Schnappatmung vor Erregung bekommt.

Übrigens sollte Herr Grimm sich über das Referendum von 2016 informieren. Der überwältigende Erfolg betraf nämlich nur England und Wales, während Gibraltar, Schottland und Nordirland für den Verbleib gestimmt haben. Die Überseegebiete wurden erst gar nicht gefragt.

Am Ende bleibt festzuhalten, auch wenn das Herr Grimm und seine Gefolgschaft anders sehen, dass die Wahl, besser der Erfolg der Tories sich fast ausschließlich auf England und Wales beschränken, also könnte man ihn fragen, wenn Merkel und von der Leyen maßgeblich am Erfolg Johnsons beteiligt waren, warum hat es für die Konservativen dann nicht in Schottland und Nordirland gereicht und warum durfte Gibraltar nicht wählen?

 

Feindbild E-Mobilität

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Sion, Sono Motors

Ich habe es schon mal geschrieben, ich bin ein Anhänger der E-Mobilität und freue mich natürlich wenn ich lese, dass wir hier in Irland immer mehr Menschen haben, die vom Verbrenner auf die E-Mobilität umsteigen. Auch wenn die Irish Times fragt, ob denn genügend Ladepunkte vorhanden sind, so muss man unserer Regierung bescheinigen, dass man, bevor man die E-Mobilität forcierte, sich um die Ladeinfrastruktur gekümmert hat. Gut, es ist auf jeden Fall ausbaufähig, keine Frage, aber wenn ich bedenke das gegenüber meines ersten Apartments eine Ladestation stand, dann zeigt es, dass man das Ganze sehr ernst nahm.

Allerdings habe ich, was Deutschland betrifft, immer noch den Eindruck, als wolle man mit allen Mitteln verhindern, dass der Anteil an E-Autos einen größeren Anteil am Verkehr einnimmt. Gut, die Redakteure der Daily Mail sind offensichtlich entschiedene Gegner der E-Mobilität und versuchen, so wie es in der englischen Berichterstattung üblich ist, ihre Leser mit Horrorstories von den E-Autos abzubringen. Aber auch die Deutschen sind offensichtlich immer noch nicht weiter und ich kann nicht umhin zu sagen, die Dummheit und Verve mit der manche Kommentatoren und Redakteure ihre Ahnungslosigkeit zeigen, zeigt wie wenig sich die Leute damit auseinandergesetzt haben.

Wasserstoff ist die Zukunft

Ich gestehe, vor 10 Jahren habe ich den menschengemachten Klimawandel auch in das Reich der Legende verwiesen, aber, und das ist das Gute am Internet, wenn man wirklich an etwas interessiert ist dann findet man alle Informationen die man sucht. Und, ich weiß das ist so, die Klimaforscher haben die besseren und plausibleren Argumente. Hinzu kommt, dass diejenigen die sich abwertend, oder skeptisch, zum Klimawandel äußern, meist über keinerlei wissenschaftliche Ausbildung verfügen. Nehmen wir das „Klimainstitut“ EIKE, dessen Präsident, Holger Thuß, hat eigentlich einen Doktor in Geschichte. Aber da sich jeder, der eine Wetterstation an der Wand hängen hat, als Klimaexperte bezeichnen kann, lädt das Institut, das eigentlich kein Institut ist sondern ein Club aus Rentnern mit Langeweile, regelmäßig zum Schwoof ein und referiert, mit freundlicher Unterstützung amerikanischer Lobbygruppen die glauben, man kann einen Klimawandel mit Geld beseitigen. Da bleibt es nicht aus, auch die AfD greift fleißig auf die Ergüsse dieser „Experten“ zurück.

Mein Liebling, Guido Reil -ein Bekannter aus Deutschland machte mich auf ihn aufmerksam-, ist zwar dumm wie ein Bagger, aber da er offenbar die Testperson von Dunning und Kruger war, zelebriert er seine Ahnungslosigkeit –„In Grönland war es vor 800 Jahren warm. Entschuldigung ich bin Bergmann, ich kann Ihnen was

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Toyota Mirai Quelle: Wikipedia

über Kohle erzählen“-. Zum Glück liess er die Ruhrpottgrammatik daheim und sagte nicht, „ich kann Sie watt zu die Kohle erzählen,“ und ich fragte mich, ob er auch einen Bergmannsschlüpfer an hat, vorne Kupfer, hinten Kohle. Jemand wie Reil sitzt dann im Europaparlament und bestätigt die Worte Kurt Schumachers: „Wenn wir irgend etwas beim Rechtspopulismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, daß ihm zum erstenmal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist.“ Nun richtete Schumacher die Rede nicht an die AfD, sondern an Goebbels, aber wenn man sich die AfD anschaut, dann wundert einen gar nichts mehr.

Auf jeden Fall hatte ich eine Diskussion auf der Facebookseite der Achse des Guten, die regelmäßig ihre Ahnungslosigkeit in Sachen E-Mobilität publik macht und mit einem

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Hyundai Nexo Quelle: Wikipedia

Beitrag zu den Gefahren der E-Autos bewies. Ein Leser schrieb daraufhin, dass die Linksgrüne Lobby den deutschen Wutbürger, äääh Autofahrer enteignen will und dieser gezwungen wird für teuer Geld ein E-Auto zu kaufen, dabei, das sei doch bekannt, sei das Wasserstoffauto viel besser und man solle gefälligst darauf warten. Nun, niemand bestreitet die Effizienz eines Wasserstoffautos, sowie die Umweltverträglichkeit, nur sollte man sich, wenn man schon Links herbeizieht, diese auch lesen. Sein Link bestand aus einem Artikel in dem der Redakteur darüber schrieb, warum Wasserstoff derzeit wenig Sinn macht. Zum einen sind die Umweltbelastungen höher. So schreibt das Handelsblatt:

„Denn eine wichtige Hürde bei der Markteinführung ist das teure Platin: In jeder Brennstoffzelle stecken gut 60 Gramm des teuren Edelmetalls. Das entspricht circa 3000 Euro pro Zelle. „Die größte Herausforderung ist es, ein Substitut für das teure Platin zu finden“, so Experte Bratzel. Daimler forscht gerade daran, den Platinanteil in den Zellen zu senken. Das ist auch nötig, denn würden alle Autos und Lkw mit Brennstoffzellen heutiger Bauart ausgerüstet, wären sämtliche Platinressourcen, die noch im Boden schlummern, mit einem Mal aufgebraucht.

Nicht nur Autoexperten, auch Umweltverbände sehen die Einführung des Wasserstoffautos skeptisch. „Es wird so getan, als lösten Wasserstoffautos das Klimaproblem. Das ist aber nicht so“, sagt Wolfgang Lohbeck von Greenpeace. Vielmehr sei der Wasserstoff „ein Placebo für die Umwelt“, da die Energie um den Wasserstoff zu erzeugen unverhältnismäßig groß sei.

Zumeist wird Wasserstoff aus Erdgas gewonnen: Bei hoher Temperatur und hohem Druck wird in einem speziellen Verfahren Wasserstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid aufgespalten. Dem Klima sei so nicht geholfen, so Lohbeck. Denn das CO2, das bei der Verbrennung des Wasserstoffs eingespart werde, entstehe dabei bei der Herstellung des Wasserstoffs.“

Und viel hat sich seitdem leider nicht geändert, auch wenn die Asiaten weiter am Ball bleiben. Das günstigste Wasserstoffauto, der Hyundai Nexo, kostet laut Hersteller in Deutschland ab 69.000€. Ein Toyota lag zu Beginn bei 98.000€ und ist jetzt ab 78.000 zu haben. Hinzu kommt, so schrieb der Spiegel vor wenigen Tagen: „Bisher sind es 71 bundesweit (Tankstellen für Wasserstoff), bis zum Jahresende sollen es 100 sein – zu wenig, um Deutschland flächendeckend zu versorgen. Zum Vergleich: Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte für Batterie-Elektroautos lag nach Angaben des Energieverbands BDEW zuletzt bei rund 17.400. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von privaten Ladestationen – Batterieautos lassen sich zu Hause betanken, Wasserstoffautos nicht.“

Da wir allerdings jetzt Alternativen brauchen, auch wenn E-Mobilisten erklären, dass der Elektroantrieb eigentlich immer noch am Anfang steht, mag es zwar eine gute Idee sein, wenn man die Forschung weiter betreibt, aber im Moment ist es völlig an der Realität vorbei wenn man man an seinem Diesel festhält und auf das Einhorn wartet.

Das Ende der Atacamawüste

Die Öffentlich-rechtlichen Sender werden seit einigen Jahren generell von deutschen

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Salzsee Atacamawüste Quelle: Wikipedia

Wuthamstern als Lügenpresse bezeichnet. Selbst wenn der Wetterbericht zutrifft, dann regen sich die deutschen Michel darüber auf, dass es 2 Grad zu warm, oder zu kalt ist. Von daher sollte man doch eigentlich, wenn man schon einen Faktencheck einrichtet wie die ARD, in der Lage sein, vernünftig seine Beiträge zu recherchieren. Am 4. Juni strahlte die ARD (WDR) einen Beitrag aus, mit dem Thema „Kann das Elektroauto die Umwelt retten“, wobei der ursprüngliche Titel auf YouTube lautete, „die Lüge vom Elektroauto,“ ich kann mich zwar nicht genau daran erinnern, aber einige E-Blogger, die sich mit dem Beitrag beschäftigten schrieben das.

Mir wurde er mir auf YouTube angeboten und ich dachte, „nanu? Das E-Auto der Klimakiller Nr. 1?“ Was ich da sehen konnte war an Ressentiments, Verdrehungen und Lobbyismus kaum zu übertreffen und teilweise hatte ich den Eindruck, Vertreter der Ölindustrie, sowie die „Experten“ von EIKE hätten beratend zur Seite gestanden.

Die Atacamawüste war schon mal das Thema des Herrn Prof. Lesch und des ZDF und schon damals kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus als ich mir die hahnebüchenen Argumente durchschaute. Es wunderte mich nicht wirklich, dass ausgerechnet Klimaskeptiker, die Gruppe „Freie Fahrt für freie Lanzbulldogbesitzer“(ab Minute 3.21), die „Stickstoffschnüffler Stuttgart,“ sowie die „Petrolheads Paderborn“ das Video mit Harald Lesch teilen mussten, spricht er ihnen doch aus dem Herzen. Anscheinend wollte der WDR da nicht zurückstehen und dachte, „da geht noch was,“ also

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Guido Reil „Klimaexperte,“ Bergmann und für die AfD im Europaparlament Quelle: Wikipedia

setzte man sich mit Sack und Pack in’s Flugzeug, weil das Klima ja egal ist, wenn es darum geht irgendeine Sauerei aufzudecken und düste nach Südamerika, genauer nach Argentinien. Dort angekommen zeigte man ein paar Leute, Landwirte, die dort ihre Lamas hielten und auf das Wasser angewiesen sind. Nun ist es immer blöd und setzt einen in Erklärungsnot den Nutzen der E-Autos zu erklären, wenn Leute in die Öffentlichkeit kommen und in die Kamera sagen, „nur weil Ihr Deutschen ein sauberes Klima wollt, werden wir vergiftet und müssen verdursten!“ Bämm, das sitzt, denn wie will man das begründen, wenn ein paar findige Köpfe genau denselben Kniff verwenden wie Populisten, nämlich vereinfachen und weglassen.

Fehlen durfte auch nicht jemand von Brot für die Welt, die von den erhabenen Flamingos sprach die nun, wegen den E-Auto Spinnern, dort verjagt werden. Nun liegt mir Whataboutism fern, allerdings sei die Frage gestattet, wie man auf der einen Seite Klimaskeptikern kritisch begegnet, auf der anderen Seite aber das Flugzeug nutzt, um nach Argentinien zu kommen, denn laut Brot für die Welt war man öfters vor Ort und offensichtlich nicht in der Lage, oder nicht Willens -vielleicht hat man diesen Hinterhältigen Indios aber auch nicht vertraut- eine Skypeverbindung aufzubauen und sich über die Lage vor Ort informieren zu lassen. Und die gelieferten Argumente liefern geradezu eine Steilvorlage gegen die E-Mobilität.

Vergessen wurde nämlich folgendes: Nicht nur in Argentinien, auch in Leschs Thema, Chile, wurde der Hinweis vergessen, dass der Abbau des Lithiums, einem Abfallprodukt der Salzgewinnung, nicht erst sei Anfang des Jahres stattfindet, sondern bereits in den Neunziger Jahren begann, denn Lithium wird nicht nur in den Akkus der E-Autos verwendet, sondern auch in Akkus für Computer, Smartphones und Herzschrittmacher, dann in Glas und Keramik, Schmiermittel, Strangguss, Kunststoff, Aluminium und Klimaanlagen. Die Akkus für E-Fahrzeuge, dazu gehören alle Fahrzeuge mit Batterie (auch Elektroboote, Elektroroller, E-Bikes und Motorräder), machen einen Teil der 35% Batterien und Akkumulatoren aus. Das zu erwähnen hätte den ganzen Bericht wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen.

Weiter kommt dass die Leute das Land nicht besitzen, sondern sich darauf berufen schon immer da gelebt zu haben. Das Land gehört dem Staat und es ist nicht ersichtlich, wurde auch gar nicht hinterfragt, ob die argentinische Regierung ihnen einen Ausgleich angeboten hat, was sie eigentlich schon in den Neunzigern hätte machen müssen. An Hand von Leschs Aussagen zu Chile hat sich die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie die Mühe gemacht für Klarheit zu sorgen, sie schreiben: „Danach sind derzeit die weltgrößten Förderländer Australien, Chile, Argentinien und China. Künftig wird auch Bolivien dazu kommen, wo die größten Reserven lagern, und wo die Regierung gerade mit Deutschland einen Vertrag zwecks einer gemeinsamen Gewinnung/Verarbeitung des Lithiums geschlossen hat. Denn die deutsche Autoindustrie bezieht bisher kein reines Lithium für ihre Akkus aus dem Ausland – und auch nicht aus Chile – sondern nur Zellen bzw. ganze Akkus.“ Weiter schreiben sie: „Nach Berechnungen aus dem Jahr 1996 nimmt das Gebiet durch ober- und unterirdische Zuflüsse sowie Regen jährlich 172 Millionen Kubikmeter Wasser auf. Andererseits werden 27 Millionen Kubikmeter Wasser für die Landwirtschaft entnommen, und sogar 145 Millionen Kubikmeter verdunsten jährlich, wobei darin das Wasser der Kaliumchlorid-/Lithiumchlorid-Förderung enthalten sein dürfte. Ob durch die Förderung der Grundwasserspiegel für die wenigen dort lebenden Menschen sinkt, wird zwar bisweilen behauptet, ist aber nicht eindeutig. Denn die von Lesch so dramatisch aufgeführten 21 Millionen Liter Wasser täglich sind auch „nur“ 21.000 Kubikmeter pro Tag und rund 7,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr, also eine relativ geringe Menge im Wasserhaushalt des Salzsees.“ (Das gilt für Chile) für Argentinien wurden gar keine Zahlen angegeben, nur dass jährlich etwa 10 Mrd Liter Wasser abgepumpt werden. Zahlen habe ich, ich gestehe es, keine gefunden, vielleicht hat ja jemand weitergehende Informationen. Nun listet Brot für die Welt auch die anderen Produkte auf bei denen Lithium verwendet wird, da das aber dem Konzept widersprechen würde wurde das in der Dokumentation einfach weggelassen, es geht um den Klimakiller, Fakten verwirren da nur.

Da Nachhaltigkeit alles ist und Recherche hinderlich, setzt man den deutschen Autobauern in Interviews die Pistole auf die Brust und will von ihnen wissen, ob diese denn ihre Lieferanten dazu verpflichten, auf einen ökologisch unbedenklichen Abbau zu setzen. Allen diese Frage zeigt, wie Ahnungslos die Macher an das Thema herangegangen sind, denn die Autobauer beziehen kein Lithium, sie kaufen fertige Akkus. Und auch wurde die Frage nicht erörtert, wo denn das Lithium überhaupt herkommt, ja, auch aus Chile, bzw. Argentinien, aber nicht nur. „Denn die deutsche Autoindustrie bezieht bisher kein reines Lithium für ihre Akkus aus dem Ausland – und auch nicht aus Chile –, sondern nur Zellen bzw. ganze Akkus von Herstellern wie CATL/China, Panasonic/Japan, Samsung und LG/Korea. Das Fehlen einer eigenen Zellfertigung in Europa ist Thema in allen Medien. Dass die großen Zellfertiger nicht jedes Gramm in der Zelle nach Herkunft beschriften, ist klar, zumal sie selbst den Rohstoff rund um die Welt einkaufen. Damit erübrigt sich auch die Frage nach der Herkunft des Lithiums.“ Schreibt die Gesellschaft für Sonnenenergie.

Das Tesla eine Drehgenehmigung für ihre Gigafactory verweigerte wunderte mich da nicht mehr so wirklich. Und, hätte man die Eingangs gezeigten E-Autobesitzer gefragt, man hätte sich den ganzen Film sparen können, denn die wissen besser Bescheid und sind sich auch über die Probleme bewusst, im Gegensatz zum WDR.

Da fällt auch die „Schwedenstudie“ nicht mehr weiter in’s Gewicht. Einzig im Fazit bin ich auf der Seite der Macher. Ja, wir brauchen eine andere Mobilität, sicher weniger Individualverkehr, aber auch hier greift man wieder zu kurz, was macht man mit den Menschen in ländlichen Gebieten? Hier in Irland sind wir ohne Auto aufgeschmissen. Der Busverkehr ist zwar gut, aber trotzdem gibt es Gegenden die kein Bus anfährt. Das gilt für Deutschland gleichermassen und man kann nicht die Landbevölkerung zwingen in die Stadt zu ziehen, das geht nicht, also muss man alternative Lösungen finden. Die Firma E-Flat hat, wie ich finde ein sehr gutes Konzept, denn man kann dort einen flexiblen Leasingvertrag abschliessen und entweder ein E-Auto testen, oder die Zeit überbrücken bis man ein Eigenes hat.

Mehr Anreize

In einem Bericht über China und den Verkehrskollaps, sowie die Industrialisierung, wurde erzählt, dass die Regierung, um dem entgegenzuwirken, eine Mindestanzahl an E-Autos staatlich verordnet hat. Jeder Fahrzeughersteller ist per Gesetz dazu verpflichtet

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Microlino verfügbar Herbst 2019

auch eine Palette an E-Autos zu produzieren, macht er das nicht, drohen Strafen. Im Gegenzug bekommt man eine Förderung von umgerechnet etwa 10.000$, damit das E-Auto nicht viel teurer als ein Verbrenner ist. Dementsprechend ist die Entwicklung sehr hoch und weiter fortgeschritten als in der „Autonation“ Deutschland. Chinesische Autohersteller haben die Ambition selbst Tesla vom Thron zu stoßen und der Weltgrößte Produzent von Elektrofahrzeugen zu werden.

Ich muss es gestehen, ich mag die Chinesische Politik nicht und habe es lange vermieden Elektroprodukte aus China zu kaufen, aber es geht nicht, China beherrscht mittlerweile die Märkte. Allerdings muss ich anerkennen, dass eine Ein Parteien Diktatur auch Vorteile bringt, was das Umdenken anbetrifft. Nun bin ich zwar nicht der Meinung europäische Regierungen sollten Autobauer zwingen mehr E-Autos zu produzieren, allerdings wären höhere Anreize ein Mittel um die E-Mobilität voranzutreiben, verbunden mit einem besseren Ausbau der Lade- und Infrastruktur, wenn man es mit dem Klimawandel wirklich ernst nimmt denn der Autoverkehr nimmt den ersten Platz der Umweltsünder ein. (Vielleicht hat ja jemand aktuelle Zahlen dazu)

Ach übrigens die AfD hat mich auf Twitter geblockt. War mir klar, denn Leute die sich in ihrer Opferrolle suhlen und von Meinungsfreiheit faseln sind unendlich froh, dass es in Sozialen Netzwerken die Funktion des Blockieren gibt, wenn einem die Fragen nicht passen.

 

Gedankenspiele

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Als vor zwei Tagen unser Sender RTÉ einen Artikel zum Weltflüchtlingstag veröffentlichte, da kamen natürlich auch die üblichen Kommentare, die in den Flüchtlingen eine Form der modernen Invasion sehen. Auffällig ist, dass diese Kommentatoren grundsätzlich nationale, beziehungsweise nationalistische Symbole in ihren Profilen haben, entweder in Form des ungeteilten Irland in den irischen Farben, oder die Harfe, das ganze mit einem irischen Slogan versehen. Was mich daran am meisten verwundert ist, dass einige Solidarität mit Palästina, beziehungsweise dem palästinensischen Volk bekunden, auf der anderen Seite aber die Angst vor einer muslimischen Bedrohung schüren. Mir stösst auch vor allem die mangelnde Aufklärung, sowie mangelhafte Geschichstkenntnisse übelst auf.

Mein Bekannter, Thomas von der Osten Sacken, veröffentlichte auf Facebook eine Kritik an dem Schweizer Rechtsanwalt Emrah Erken. Der schrieb nämlich als Reaktion auf eine Meldung des Humanistischen Pressedienstes folgendes: „Zum guten Glück existiert die natürliche Grenze des Mittelmeers, die uns vor dieser Invasion schützt,“ und legte nach, „Ohne die wirksame Hinderung der NGO-Taxi-Dienste wäre es eine Invasion. Sie wurde einstweilen verlangsamt.“ Thomas, der von vielen scharf kritisiert wurde, legte dann noch einen Post nach und erklärte seine Kritik, obwohl es das nicht gebraucht hätte.

Kommen wir also zurück zu Irland, obwohl man eigentlich jedes Land nehmen könnte, denn in der Vergangenheit waren genügend Europäer Flüchtlinge und sind es immer noch, wenn man beispielsweise auf Albanien blickt. 2007 schrieb die Süddeutsche Zeitung als es zum Streit zwischen der EU und der israelischen Regierung um den Grenzzaun zwischen Israel und der Westbank kam, der auf Grund der gehäuften Terroranschläge errichtet wurde, „Auf welcher Grundlage – fragt nicht ohne Recht, aber auch nicht ohne Heuchelei die Regierung des Staates Israel – kritisiert die Europäische Union, die einen solchen Zaun errichtet, den israelischen Schutzwall gegen die Palästinenser? Wer immer einen Zaun baut, kann auf einen anderen zeigen, der es auch tut,“  Und der Blog Band of Brothers ergänzte: „Er wurde 2006 auf sechs Meter erhöht, ein Bauwerk aus Stahl, Beton und Stacheldraht: Alle 40 Meter ein Wachturm, Richtmikrophone, Scheinwerfer, eine Tränengasanlage, bis zu 1200 Grenzwachen und Militär.“ 60 Mio.€ liess man sich den Zaun kosten um die Flüchtlinge, mit Hilfe der marokkanischen Behörden, draußen zu halten. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, steigt die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen Spanien über das Mittelmeer zu erreichen, wieder an.

Irland erlebte während des Famine (1845-1852) eine der grössten Auswanderungswellen. Etwa 2 Millionen Menschen verließen die Insel, die meisten Richtung Übersee. So und

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Zeichnung hungernder Iren, die sich nach Kartoffeln bücken Quelle: Hilton Archive/Getty Images

 

jetzt nehmen wir mal für einen kurzen Moment an, dass die sogenannten Asylgesetze schon immer Geltung hatten, auch und gerade zwischen 1845 und 1852. Millionen Flüchtlinge landeten in Ellis Island und zogen durch die Registrierung. Nehmen wir weiter an, Ellis Island sei auch nicht 1890, sondern unter James Monroe entstanden, der der Meinung war, die in den jungen USA lebenden Einwohner seien genug und erweiterte die Monroe-Doktrin dahingehend Einwanderer und Flüchtlinge abzulehnen.

Sie finden das zu abwegig? Ok, aber machen wir weiter. Von den Flüchtlingen bekamen nur 10% einen Aufenthaltstatus, den anderen wurde gesagt, dass man Wirtschaftsflüchtlinge nicht aufnehmen will, also sollen sie wieder zurück. Wer kann bucht ein Ticket in der Hoffnung, in Südamerika Aufnahme zu finden, wie etwa ein Teil der etwa 25 Millionen ausgewanderten Italiener. Nun kommen sie in, sagen wir, in Mexiko an und die Behörden sagen ihnen, da ihr Asylantrag in den USA abgelehnt wurde, sähe man sich nicht im Stande einem Asylantrag stattzugeben, schließlich sei die USA die erste Anlaufstelle gewesen und darüber hinaus ein sicheres Aufnahmeland. Im Übrigen hätte man in Mexiko schon genug Probleme und könne sich nicht auch noch um Wirtschaftsflüchtlinge aus Europa kümmern, die vor einer Hungersnot geflohen seien.

Nun könnte man auch die St. Louis als Beispiel nehmen, die Zahl entspricht zwar nicht der Zahl der Flüchtlinge in Irland (zur Zeit leben etwa 3700 Flüchtlinge hier, zugesagt wurde Asyl für etwas mehr als 6000), aber man kann sich überlegen und vielleicht mal für einen Moment vorstellen wie es für diese Leute ist. Vor ein paar Tagen schickte man mir einen. Link zu einer Dokumentation über die gegenwärtige Situation in Afghanistan. Trotz Meldungen, dass Afghanistan alles andere als sicher ist, werden Menschen dorthin zurückgeführt. Nun gibt es Menschen, die von sich aus in die Heimat zurückkehren,

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Skulpturen von Auswanderer während des Famines in Dublin

trotzdem darf man nicht vergessen, dass es daheim kein Zuckerschlecken ist. Und man muss auch die Fluchtursachen benennen, die im Falle Afrikas, nicht nur durch Kriege zu erklären sind. Hunger und Armut sowie massive Unterdrückung treiben auch viele Eritreer in die Migration. Das Land gilt wegen seines repressiven Systems als „Nordkorea Afrikas“. Schreibt das Bundesministerium für Verteidigung auf seiner Webseite. In den Achtziger Jahren hatte ich einen sehr guten Freund, der kam aus Eritrea (Asmara) und hat mir öfters Bilder von dort gezeigt. Zuletzt traf ich ihn 1996, da mich mein Beruf immer mehr in andere Städte brachte, das Letzte was ich gehört habe ist, dass er wieder nach Eritrea zurück gegangen ist.

Denke ich an meine Vorfahren, dann waren das Flüchtlinge, entweder aus Wirtschaftsgründen (Suche nach Arbeit), oder aus religiösen Gründen (Übertritt zum

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italienische Auswanderer Ellis Island Quelle: Casa Historia

protestantischen Glauben). Das kommt mir immer in den Sinn, wenn ich an die Flüchtlinge denke. Natürlich kann Europa nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, das ist mir völlig klar, aber eine Abschottung, wie in der Türkei oder Marokko, wo man in der Wüste ständig auf verendete Flüchtlinge stößt -viele werden von der marokkanischen Polizei, oder von den Schleppern dort ausgesetzt-, sind auf Dauer keine Lösung. Wir können nicht Despoten als die vermeintlich Guten permanent mit Geld unterstützen. Und den Iren, die der Meinung sind eine Invasion Irlands würde stattfinden, gebe ich immer das Beispiel meines Gedankenspiels, haut zwar nicht immer hin, aber bei einigen hilft es schon.

Vor allem wäre es schön -denkt man die europäische Geschichte- vielleicht 2 Minuten nachzudenken, bevor man sich wieder in Populismus stürzt, nach den Schlagworten, „Invasion Europas„, oder „Die Flüchtlinge sind unser Unglück.“

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Bild der italienischen Marine eines kenternden Bootes Quelle: Tagesspiegel Berlin

 

 

Eight Amendment und deutsche Besserwisser

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Abtreibungsgegner in Dublin

Am 25. Mai entscheiden die irischen Bürger über den Artikel 40 der irischen Verfassung. Dieser Artikel besagt, dass sich die irische Regierung dazu verpflichtet das Leben aller Iren, selbst der Ungeborenen, zu schützen und wurde, am 7. Oktober 1983 per Gesetzesänderung, so in die Verfassung geschrieben (siehe Achtes Gesetz zur Änderung der Verfassung). Soweit so Gut, oder auch nicht, denn wenn ich die Berichte und Kommentare in deutschen Zeitungen verfolge, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren das Länderkritik das Hobby vieler Deutscher ist.

Selbst wenn sie absolut keine Ahnung haben wie es in fremden Ländern aussieht, eine Meinung haben sie trotzdem und müssen diese, egal wie bescheuert die auch sein mag, kund tun. Seit dem Anfang der Kampagne schaue ich hin- und wieder was deutsche Zeitungen so schreiben, beziehungsweise wie die Kommentare dazu sind und kann oft genug nur mit dem Kopf schütteln. Wahrscheinlich hatte der österreichische Journalist, Schauspieler und Schriftsteller Franz Schönthan von Pernwaldt diese Leute im Sinn als er schrieb: „Niemand weiß soviel Schlechtes von uns wie wir selbst. Und trotzdem denkt niemand so gut von uns wie wir selbst.“

Im Falle der irischen Debatte glaubt der Deutsche zu wissen, was wir sind und wie wir uns zu verhalten haben. In den Augen einiger sind wir „wilde Barbaren,“ „Rednecks“ und nicht würdig in der Mitte der europäischen Gesellschaft einen Platz zu haben. Manche gehen sogar soweit in ihren Kommentaren zu fordern, dass uns die EU aus der Gemeinschaft wirft auf Grund des Verfassungsartikels und gar nicht begreifen, bzw. begreifen wollen, wie der Artikel zu Stande kam und, knapp 35 Jahre später, ein neues Referendum notwendig macht. Außerdem fehlt das komplette Wissen, dass nicht nur in Irland die Rechtslage zur Zeit so ist wie sie ist, sondern auch in Polen das Abtreibungsrecht verschärft wurde, beziehungsweise in Malta Abtreibungen verboten sind.

Volksabstimmungen in Irland

Volksabstimmungen haben in Irland eine lange Tradition. Die Regierung lässt gerne das Volk abstimmen, wenn die Politiker sich nicht unbedingt in die Nesseln setzen wollen, wie zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Man kann damit auch kein Geld verdienen und hinterher, mit dem Hinweis „Ihr wolltet es doch so,'“ jegliche Verantwortung von sich schieben.

Die erste Volksabstimmung zum Abtreibungsgesetz gab es 1983. In Irland, wie wahrscheinlich in jedem anderen europäischen Land, wurde Abtreibung auch in hier leidenschaftlich diskutiert. Abtreibung war hier verboten und hätte es den Fall der Hausfrau Sheila Hodgers aus Dundalk nicht gegeben wäre es wahrscheinlich nie zur Abstimmung gekommen, wer weiß das schon. Mrs. Hodgers, die zu diesem Zeitpunkt unheilbar an Krebs erkrankt war, gebar wenige Tage nach ihrem Tod ein Kind, welches sofort verstarb. Daraufhin wurde eine Debatte geführt, ob es nicht besser gewesen wäre hätte man, wie in anderen Ländern, eine Abtreibung durchgeführt.

Fakt ist auf jeden Fall, dass die Abtreibungsgegner zu dem Zeitpunkt die besseren Argumente hatten und die Befürworter offensichtlich nur unzureichend vorbereitet waren, was dazu führte, dass die Gegner die Volksabstimmung gewannen und, da es auch darum ging das Leben aller Iren zu schützen, dieses in die Verfassung aufgenommen wurde, denn das war eines der Argumente. Auch wenn ich Religion ablehne, aber die katholische Kirche hatte wenig Einfluss auf die Debatte. Deutsche, die Leidenschaftlich die Bedingungen in anderen Ländern diskutieren, wären gut beraten, wenn sie sich informieren und nicht mit Hurragebrüll irgendetwas schreiben, nur weil das ihrer Vorstellung entspricht, wie andere Menschen zu sein haben.

Wie Falschmeldungen sich ausbreiten

In der Debatte über die Volksabstimmung kann man sehr gut beobachten, wie Falschmeldungen sich im Netz verbreiten und einfach Nachrichten übernommen werden statt sie zu prüfen. In einem Artikel für die taz schrieb Ralf Sotscheck über den Tod von Savita Halappanavar, „Die Ärzte weigerten sich: Solange das Herz des Embryos schlage, dürften sie nichts unternehmen. „Das ist ein katholisches Land“.“ In dem Artikel vermischt er Tatsachen mit Vermutungen zu dem Fall, die so gar nicht stattgefunden haben, aber von anderen deutschen Zeitungen ungeprüft übernommen wurden.

Am 28. Oktober2012 starb die 31 jährige Zahnärztin Savita Halappanavar im Universitätskrankenhaus von Galway an Schwangerschaftskomplikationen. Die Ärzte, das gibt Sotscheck korrekt wieder, verweigerten den Schwangerschaftsabbruch mit dem Hinweis auf das irische Gesetz, dann allerdings setzt er noch einen drauf und behauptet, dass die Ärzte gesagt hätten dies sei ein katholisches Land. Keine Ahnung wie er darauf kommt, aber das haben sie nie gesagt. Weder irische Zeitungen, noch die Krankenhausberichte wissen davon und der Bericht des HSE sowie das folgende Gerichtsurteil nahmen nicht Sotschecks Aussage, sondern das was wirklich gesagt wurde zum Anlass, dass der Gesetzgeber gezwungen war das Eight Amendment zu überarbeiten. Statt allerdings das Ganze zu kippen, wurde es verschlimmbessert, so das nun keiner mehr weiß was richtig ist.

Aber es war nicht nur diese Aussage die offensichtlich ungeprüft Einzug in deutsche Medien und damit auch Munition für sämtliche AbtreibungsbefürworterInnen lieferte. So schrieb Sotscheck davon, dass bei Abtreibung 14 Jahre Haft drohen. Wenn also, wie er vorher schrieb, Abtreibung in Irland verboten ist und Abtreibungskliniken nicht existieren, wie kann dann jemand für Abtreibung in Irland 14 Jahre Haft wegen Totschlags erhalten, macht wenig Sinn oder?

Laut dem Faktencheck der Irish Times reisten mehr als 170.000 irische Frauen in das europäische Ausland, um abtreiben zu lassen. Wären diese für 14 Jahre in’s Gefängnis gegangen, dann wären die irischen Gefängnisse überfüllt. Bezeichnend für diese Praxis in’s Ausland zu reisen ist der Fall eines jungen Paares denen der Arzt sagte, dass ihr Kind nur eine Woche überleben würde und riet dazu, dass die Beiden in England eine Abtreibungsklinik besuchen sollten, was sie schweren Herzens auch taten. Es kam wie es kommen musste, Freunde zeigten das Paar an und Beide gingen an die Öffentlichkeit und lösten in Irland eine neue Debatte aus.

Man verstehe mich nicht falsch. Ich habe natürlich kein Recht über den Körper einer Frau zu bestimmen und als Mann werde ich wohl kaum in die Verlegenheit kommen ob ich abtreibe oder nicht, außerdem wäre ich für eine Schwangerschaft auch viel zu alt. Als Liberaler stehe ich aber dazu das Frauen das Recht haben sollten über so eine Frage selbst entscheiden zu dürfen, ohne kriminalisiert zu werden. Aber es ärgert mich jedes Mal, wenn ich deutsche Zeitungen, beziehungsweise die Kommentare verfolge und frage mich, was maßen sich diese Leute eigentlich an uns zu beurteilen oder Ratschläge zu geben? Sotscheck liegt mir mit seinen Artikeln eh schon im Magen und ich frage mich manchmal, warum er seit 30 Jahren hier lebt, wenn er die Iren anscheinend nicht leiden kann. Und, bevor jemand fragt, ich und meine Frau unterstützen diese Kampagne voll und ganz.

In Polen debattiert man darüber das Abtreibungsrecht zu verschärfen und in Malta ist Abtreibung komplett verboten, aber bei Irland glaubt man, man müsse den Leute sagen was sie zu tun und zu lassen haben. Dabei wissen die Iren, wie sie es bei Abstimmung über Gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bewiesen haben, am Besten wie sie sich entscheiden müssen, ohne dass irgendwelche deutschen Besserwisser und Rechthaber das erklären müssen.

Wer sich informieren will:

http://www.thejournal.ie/abortion-referendum-1983-what-happened-1225430-Dec2013/

Darum geht’s

https://www.togetherforyes.ie

Das sind die Gegner der „Yes“ Kampagne

https://prolifecampaign.ie/main/

(Bezeichnenderweise sind viele junge Iren und Irinnen gegen die Abschaffung des Eight Amendment, wohingegen viele ältere Iren für die Abschaffung sind)

https://www.irishtimes.com/life-and-style/people/the-women-s-podcast

https://www.irishtimes.com/news/politics/abortion-referendum/abortion-facts

http://www.thejournal.ie/factcheck-uk-ireland-abortion-law-4027157-May2018/

https://edition.cnn.com/2018/05/22/health/ireland-abortion-referendum-travel-intl/index.html