Traveller

„Ich war noch ein Kind da kamen Zigeuner Zigeuner in unsere Stadt
Tam ta ta tam tam ta tam tam ta tam
kamen in unsere Stadt
die Wagen so bunt die Pferdchen so zottig sie zogen die Wagen so schwer
Tam ta ta tam tam ta tam tam ta tam
und ich lief hinterher immer nur hinterher
Dann kam der Abend es wurde ein Feuer entfacht
La la la
und die Zigeuner sie haben getanzt und gelacht
La la la “                                                                                                                                         Alexandra Zigeunerjunge 

1967 sang Alexandra über die Zigeuner und ihre bunten Wagen, wie sie in die Stadt kommen, ein Lager aufschlagen und singen und tanzen.

Zigeuner, korrekterweise Sinti und Roma, betrachtete man immer mit einer Mischung aus Bewunderung und Abscheu. Ganze Generationen von Liedermachern schufen Lieder über die Zigeuner, die frei wie die Vögel durch die Lande reisten, von einer Stadt zur anderen und dort ihre Dienste anboten als Wahrsager, Scherenschleifer und Kesselflicker. Im 19. Jahrhundert, ausgehend von der Romantik, hielten die Zigeuner Einzug in das deutsche Liedgut und Dutzende Burschenschafter und Umherreisende sangen das fröhliche Lied vom „lustigen Zigeunerleben,“ das alles andere als Lustig war. Besonders während der NS Zeit war Schluss mit Lustig und in deutschen Besserungsanstalten wurde insgesamt 500.000 Sinti und Roma gezeigt, was die Herrenrasse von ihnen gehalten hat. Als „unwertes Leben“ standen sie außerhalb der Gesellschaft und stehen da noch Heute. Sobald es heißt „die Zigeuner kommen!“ werden in vielen Teilen Besen vor die Haustür gestellt, weil das die Umherreisenden abhalten soll, quasi der Böse Blick für Touristen.

Zigeuner, oder Gypsies, wie sie hier genannt werden, leben verstreut um den ganzen Erdball und viele von ihnen sind Heute seßhaft, gehen einer geregelten Arbeit nach und verreisen nur noch wenn sie Urlaub haben. Allerdings gibt es immer noch viele, die in Wohnwagen umherreisen, ihre Clanstrukturen pflegen und oft genug die Frage aufwerfen, wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren. Die Zigeuner bei uns werden Traveller, Tinker (umherziehende Kesselmacher) oder auch Pavee’s genannt, oder auf irisch Lucht Siúil. 2016 lebten, laut Census, etwa 30.987 von ihnen in der Republik Irland und obwohl sie keine signifikant höhere Kriminalitätsrate aufweisen, werden sie von der Bevölkerung abgelehnt.

Ein Vorurteil gegenüber den Traveller ist, dass wenn sie als Gast in einem Pub sind, dieser Pub nach kurzer Zeit fest in der Hand der Traveller ist und andere Gäste abgehalten werden. Ob das so stimmt, ich weiß es nicht. Auch sind die Traveller Communities dafür verantwortlich, dass die Grundstückspreise in den Keller sinken in Gegenden in denen sie leben. Die Liste der Vorurteile ist lang und Traveller sind nicht nur in Irland bekannt, nein auch in Deutschland macht man jährlich Bekanntschaft mit ihnen und sie bedienen das klassische Klischee das man von Engländern und Iren im allgemeinen hat.

Warum ist das so? Ein Grund könnte in der Lebensweise liegen. Der Lebensunterhalt der meisten Traveller Communities besteht in der Pferde- und Hundezucht. Regelmäßig wird ein Großteil der Pferde von den Behörden beschlagnahmt da es die Traveller mit den allgemeinen Vorschriften nicht so genau nehmen und ihre Pferde überall weiden lassen, auch auf öffentlichem Grund. Auf den regelmäßig stattfindenden Märkten werden die Pferde meist an Pferderennställe verkauft, die sie entweder für Pferde- oder Trabrennen verwenden. Trainiert werden sie auf öffentlichen Straßen, denn die Traveller scheren sich einen Dreck um irgendwelche Auflagen und werden regelmäßig von der Garda verfolgt. Hunde werden entweder als Rennhunde verwendet, oder sie werden an Ausrichter für illegale Hundekämpfe verkauft. Das sind so zwei Gründe, warum man sie mit Argwohn betrachtet. Tierquälerei ist an der Tagesordnung und ein Dorn im Auge der Tierschutzorganisationen

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Leider eine typische Szene

Hinzu kommt ihre unflexibilität und das Ausnutzen ihres Status als ethnische Minderheit. Als der Konzern Apple seinerzeit die Gebäude in Knocknaheeny erweiterte mußte man sich mit den dort, seit den Achtziger Jahren, lebenden Traveller arrangieren. 1982 hatte Apple, im Zuge der Erweiterung, den Traveller Häuser gebaut so dass sie praktisch ihr Dorf direkt vor dem Eingang hatten. Öfters kam es zu Zusammenstößen zwischen Mitarbeitern und Anwohnern und ich kann mich an die Geschichte erinnern, als ein Supportmitarbeiter des französischen Teams in’s Koma geschlagen wurde, weil er den Kindern sagte sie sollen aufhören einen Hund zu quälen. Bei der zweiten Erweiterung wurden die Traveller auf die andere Straßenseite umgesiedelt und Apple ließ sich die Häuser jede Menge Geld kosten, da sie nach den neuesten Standards errichtet wurden. Allerdings gefiel das nicht allen Travellern und kurz nach Eröffnung mehrten sich die Klagen, dass sie nun nicht mehr ihre Pferde dort unterbringen konnten und die Folge daraus einen seelischen Schaden für manche bedeutete. Kinder konnten plötzlich nicht mehr einschlafen da die Pferde früher im Erdgeschoss ihr Nachlager fanden.

Ich muss gestehen, dass ich während meiner Zeit bei Apple nie Probleme mit ihnen hatte, im Gegenteil. Man wollte mir öfters Hunde oder Pferde verkaufen. Zu den Kindern hatte ich ein entspanntes Verhältnis und mit den Erwachsenen habe ich öfters ein paar Worte gewechselt. Aber ich kann verstehen, dass man ihnen gegenüber eher mißtrauisch und reserviert ist, denn sie tragen nicht gerade zu einem entspannten Klima bei. Immer wieder gibt es Klagen und selbst die Anerkennung der Traveller als ethnische Minderheit wird nichts daran ändern. Der Journalist Ralf Sotschek, der seit über 20 Jahren in Irland lebt und offensichtlich, wenn man seine Bücher liest, sich ein Irland ohne die Iren wünscht, hat nicht begriffen, dass es viel mehr zwischen Iren und Iren gibt. So schreibt er unter anderem in einem Artikel für die TAZ: „Wo immer ein Halteplatz geplant ist, hagelt es Einspruch der Anwohner, um den Bau zu verhindern oder zumindest so lange wie möglich zu verzögern. Die Gründe, die angeführt werden, sind angeblich antisoziales Verhalten, wilde Müllkippen, nächtliche Partys, Lagerfeuer und steigende Verbrechensraten.“ Die Frage, die man Herrn Sotschek stellen sollte ist, ob er selber schon einmal in der Nachbarschaft einer Travellercommunity gelebt hat, oder regelmäßig irische Zeitungen liest.

Das Problem, so wie ich das sehe und erlebe, ist nicht dass es Traveller gibt. Das Problem ist, das die Traveller keine Anstalten machen sich in die Gesellschaft zu integrieren. Traveller werden nicht, auch wenn er das schreibt, in separaten Klassen unterrichtet, sie verlassen allerdings die Schule 5 Jahre früher als der Durchschnitt.

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Tiermisshandlung ist kein Einzelfall

Sie schotten sich gegenüber der Gesellschaft ab und machen es den Councils zusätzlich schwer weil sie auf ihrer Unabhängigkeit bestehen. Jede Anstrengung wird torpediert und sie sind stolz darauf nicht Teil der Gesellschaft zu sein. Hinzu kommt, dass die Interessenvertretungen offensichtlich nicht genug Einfluss auf die Community haben, sonst wäre die Kindersterblichkeit unter ihnen nicht so exorbitant hoch.

Naturgemäß trägt daran selbstverständlich die Regierung die Schuld und so erklärte der Sprecher der Traveller Association: “Life expectancy is lower in the Travelling Community. There’s a huge amount of them living in poor conditions and severe overcrowding.” Es wäre allerdings für die Communities einfacher die Angebote, die jedem Iren offen stehen, in Anspruch zu nehmen. Es wäre einfacher, wenn sie die alten Clanstrukturen aufbrechen und über den Schatten springen würden, anstatt auf Abschottung zu bestehen. ich habe auch so den Eindruck sie pflegen ihren Bad Guy Status und

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Leider kein Klischee

kultivieren ihn. Und das macht die Sache kompliziert. Natürlich gibt es in dieser Community Menschen die dieses Umfeld verlassen haben, aber solange die Anderen sich weigern auf alte Strukturen zu verzichten wird sich am Status Quo nichts ändern. Natürlich ist es Klasse im Wohnwagen zu leben und von A nach B zu reisen, das Pferd hinten angebunden, aber wir leben auf einer Insel nicht auf dem Kontinent und da sind die Reiseziele naturgemäß begrenzt.

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Ganz normaler Rassismus

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„Falls ein paar von euch auf irgendeine Art Homosexuelle, Leute mit anderer Hautfarbe oder Frauen hassen, tut uns bitte einen Gefallen…Kommt nicht zu unseren Konzerten und kauft unsere Platten nicht.“ Kurt Cobain 1967-1994

Kaum hatte ich meinen Post veröffentlicht, da las ich auf Facebook einen Post unseres lokalen Radiosenders „Cork 96 FM.“Die Redakteure veröffentlichten die Mail einer Hörerin die sie erhalten hatten und die in dieser Mail Ihre Erfahrungen mit Rassismus schilderte:

„I listen to you every morning on my way to work in the car and at work I just want to say you are my favourite.Recently you have touched on many topics but there is one topic I would like you to please discuss with your listeners on Thursday 16 th November 2017 I was at the McDonald’s (close to Dealz) in Cork city I ordered my food and went to get a seat I found a seat upstairs.Right in front of me were 4 teenagers between the ages of 13/14 …..I sat down and started eating I was looking out of the window and one of them sitting right in front of me told me that I’m as dark as a spade (in cards)she also called me a black face,ugly and other racial slurs I ignored her then she proceeded in sitting next to me and continued saying nasty things to my face .Neil I nearly lost it but I kept calm I didnt say anything to her I just keept minding my own business…… but I couldn’t take it any more. I couldn’t eat I lost my appetite so I got up and cleaned up after my self I went downstairs and asked for a manager I explained what happened and left. Now Neil I have been living in Ireland for 10 years and I have been living in Cork for about 5 years I went to college in Cork and now I’m working in Cork … I was not born in Ireland I was born in Nigeria ….I was told so many times that Irish people are not racist but then things like this happen to me this is not the first or second time I never had it easy because of the colour of my skin I always had to work harder to prove to people that I’m actually a hard working person …when ever I try and talk about racism people always ask me wasn’t it a old person that said that to you? (Apparently old people are ignorant)Or come on there are kids don’t take it seriously ….but that is the problem after what happened it’s time to stop making excuses for any one who is a racist i don’t care if you are old or young shame on you to look down and people who have a different skin colour …I’m sure there are loads of people who have experience the same things I have this has to stop.
Parents please educate your children about different cultures,races and religions teach them not to be ignorant but to be open there is noting wrong in having dark skin or being different ….I’m absolutely discussed this is wrong the same people that called me black face are the same people that support black entertainers eg Beyoncé ,Pharrall willams,Oprah,Michael Jackson. Look Niel I know rasicm is everywhere but I’m begging you to please use your platform to help people like me ,you have spoken on a lot of difficult topics on your show I know this topic might not be of an interest to everyone but believe me if we can educate people and tell them what rasicm can do to people and how it destroys self esteems ,life’s ……it could make a difference.“

Die Kommentare unter diesem Post waren mehrheitlich positiv und auch andere Radiohörer schilderten ihre negativen Erfahrungen die sie in Irland gemacht haben.

Dies war von daher interessant weil auch Leute zu Wort kamen die, salopp ausgedrückt, als mitteleuropäische Weissbrote eher unverdächtig sind rassistisch beleidigt zu werden.

„My son, who was born here, & represents Cork City for soccer, was playing a match last week for the school. Another lad started shoving,& my fella shoved back. The other boy was starting to get angrier & tried to lash out & slipped & obviously was embarrassed! My son was walking away when the other boy told him, go back to your country & stop stealing our jobs!!! That is from an adults mouth, not something a 14 year old came up with on their own! Things quickly went downhill from there, but my son refused to let me report it, saying it’s grand. My boy is as Irish as you can get,& bravo for his attitude. But what about other youngsters who aren’t physically able to hold their own, or speak back??? I know not everyone will like each other, but just leave everyone to their own way- some horrible bullies out There!“

Eine Kommentatorin schrieb daraufhin, dass sie seit 14 Jahren in Irland lebt und trotz dieser langen Zeit nicht das Gefühl hat akzeptiert zu sein und schildert, dass ihr das in England nie so ging, woraufhin jemand schrieb, dann solle sie doch wieder nach England gehen. Nun ist die Kommentatorin offensichtlich mit einem Iren verheiratet, möglicherweise eine Irin, die nach langer Zeit in England zurückgekehrt ist, denn diese Aussagen habe ich öfters von Iren gehört die sich, nachdem sie zurückkehrten, fremd im eigenen Land fühlten und das weniger auf Grund der Ausländer.

Lustig auf jeden Fall war die Antwort auf den Kommentar mit dem Land verlassen, denn derjenige, der der Frau empfahl, wenn es ihr hier nicht gefällt, dann solle sie doch nach England gehen. Er hat offensichtlich als Profilbild das Logo des Liverpool FC und wurde natürlich gefragt wie es denn sein könne so ein Profilbild zu haben, wenn er so eine Einstellung hat. Natürlich wurde es nicht verstanden, derjenige, der sich abfällig über die Frau geäußert hat weiß offensichtlich nicht, dass Liverpool und sein Umfeld ein Weltoffener Verein sind in dem Rassismus und Ausgrenzung keinen Platz haben. Auch ist ihm offensichtlich nicht bekannt, das sein Lieblingsclub, um überhaupt spielen zu können, Schotten importieren mußte, sehr zum Leidwesen des englischen Verbandes.

Der irische, in Bremen lebende und bekennende Werderfan, Autor Ian Watson beschreibt in seinem Buch Spielfelder“ die Migration der Iren in englische Fußballclubs, bzw. die Gründung so unbedeutender Vereine wie z.B. Celtic Glasgow, oder Hibernian Edinburgh. Es zeigt allerdings was ich im vorigen Post erwähnt habe, nämlich dass Leute, die alles Fremde ablehnen, dafür aber ausländische Vereine unterstützen, oft keine Ahnung über Hintergründe oder Geschichte haben.

                                                       

                                                                 

                                                           Kein Respekt

 

Die Erziehung streut keinen Samen in die Kinder hinein, sondern lässt den Samen in ihnen aufgehen.

Khalil Gibran


Der amerikanisch-libanesische Philosoph und Künstler Khalil Gibran war der Meinung, dass Kinder bereits Eigenschaften in sich tragenmdie durch die Erziehung gefördert, oder rausgebildet werden können. Die Kommentare, auch die Eingangsmail, beschäftigen sich allerdings damit, dass es Jugendliche waren, die sich rassistisch geäußert, bzw. beleidigend waren. Nun kann man damit argumentieren dass das soziale Umfeld, bzw. das Internet für den Anstieg der Gewalt, sei es physisch oder psychisch, verantwortlich ist. Allerdings wenn die Alten schon Fremdenfeindlich sind, dann werden die lieben Kleinen nicht unbedingt Nächstenliebe und Mitgefühl in sich tragen. Es ist immer noch die Gesellschaft die Werte vorlebt, wenn diese Werte nicht vorhanden sind, oder verkümmert, dann sind davon Generationen betroffen.

I was walking home from town one day out to Blackpool and a child no more then 10 years old with a few of his friends shouts at me to go back home where I came from and called me a foreigner. I’m a born and bread corkconian along with all my family. Theses a**holes don’t care about anything or anyone of any age or race or religion. You don’t need to go to fota to see the animals anymore, there up and down your streets.
This is not an isolated incident. I have encountered 2 sets of teenagers who were physically intimidating & verbally abusive aswell. Bear in mind they were challenging adults, knowing d adult can’t retaliate, as theyd be ostracized altogether!! I stopped d car & got out to give out to them. When they heard my norrie accent giving out they shut up!! I have 2 teenagers, if i thought that either of them, or their friends for that matter, treated/disrespected anyone of any colour/race id mangle them!!!! Sorry u had to endure that, I agree it does stem from home but also from social media. Teenagers have very little fear of consequences nowadays. Keep d head held high hun, always take d high road and know no matter where we are in d world, this does happen. But ur right to bring more awareness to this, it’s d only way to address this.
Diese zwei Kommentare bringen es eigentlich auf den Punkt. Ich habe sehr oft das Gefühl, dass die Minderjährigen in diesem Land keinerlei Respekt vor ihren Mitbürgern haben. Sie haben nicht mal Respekt vor älteren Leuten, oder der Obrigkeit. Wie sollen sie dann Respekt vor anderen Nationalitäten haben. Vor allem, wenn ihnen dieser mangelnde Respekt vorgelebt wird und man ihnen das Gefühl gibt, man wäre Teil einer prähistorischen Gesellschaft in der nur der Stärkste überlebt, dann entwickelt sich gar nichts.
Bedenklich finde ich in diesem Zusammenhang die Begründung für Fremdenfeindlichkeit. Irland habe das beste Schulsystem weltweit und die Regierung würde trotzdem Ausländer in’s Land holen die den anständigen Iren die Arbeit wegnehmen während die rechtschaffene autochthone Bevölkerung Biertrinkend vor dem Fernseher sitzt und von Sozialhilfe lebt. Allein dieses Beispiel zeigt ein verqueres Weltbild welches die Realität komplett ausblendet. Nun ist das irische Bildungssystem nicht schlecht, aber es ist nicht das Beste in Europa. Und, das wird offensichtlich vergessen, bezeichnen viele Kritiker das Schulsystem als Verwahranstalt. Hinzu kommt das „wir“ hier sind, nicht weil wir so gut ausgebildet sind, das sind viele Iren auch, sondern weil wir mehrere Sprachen sprechen und das ist der Schlüssel warum die Multinationalen Konzerne uns beschäftigen.
Was soll man auch erwarten, wenn in den Kommentaren zur Wahl in Deutschland, Angela Merkel als Schlampe bezeichnet wird die Schuld am Zustand Irlands ist.
Da kommt keine Selbstkritik auf und wenn ich das im Beisein meiner Kinder sage, dann rutschen die Deutschen in den Mittelpunkt, obwohl die Deutschen in Irland mit Sicherheit nichts mit Merkels Politik zu schaffen haben. Auf der anderen Seite werden dann Organisationen wie PEGIDA gegründet, oder Wahlerfolg der AFD gefeiert mit dem Hinweis, solche Parteien bräuchten wir auch hier in Irland, so als wären Identity Ireland, oder National Party nicht genug. Und mit Renua Ireland haben wir ein Pendant zur AFD, allerdings mit weniger Erfolg als AFD.
                                                              Anstieg des Rassismus
Die Soziologen Ronit Lentin und Robbie McVeigh sind der Meinung, dass der Rassismus hier In Irland in den Neunziger Jahren begonnen hat. Zielscheibe der Fremdenfeindlichkeit waren die polnischen Arbeiter. Die Polen sind eh beliebtes Opfer in Irland. Man unterstellt ihnen das es ihnen zu verdanken sei, dass die Sozialhilfe so niedrig ist und man nun gezwungen, einen Scheck auf der Bank einzulösen. Vorher, ja vorher, da wurde das Geld von einem Boten persönlich auf der Bank einbezahlt und war so hoch, da war Irland quasi das Elysium, aber mit den Polen, alles weg jetzt. Wenn Politiker und Richter dann noch in das gleiche Horn stoßen, was will man dann noch erwarten.
Allerdings ist das Thema nun auch Dublin etwas unangenehm, denn man lebt bequem mit den Multinationalen Konzernen, den Steuern dieser Mitarbeiter und der Reputation als Firmenstandort im Ausland der von der eigenen Bevölkerung torpediert werden könnte. Da ließ man Aktion folgen und leistet sich eine Agentur gegen Rassismus die mit sinnvollen Tips punktet wie man sich im Falle von Mobbing verhält. Natürlich sucht man dann als Schwarzafrikaner die nächste Garda Station auf. ENAR, eine irische NGO, die sich um Rassismusfälle kümmert gibt regelmäßig Berichte zur Situation in Irland heraus.
So schrieben irische Medien von einem Anstieg rassistisch motivierter Gewalttaten gegen Ausländer in diesem Land. Und selbst in Indien versteht man unter „Hunderttausend Grüße“ mittlerweile etwas anderes.
                                                                     
                                                                        Einzelfälle
Nun mag man sagen das es doch nur Einzelfälle sind und natürlich ist der Mehrheit der Iren Weltoffen. In der Tat, aber wir sind ein kleines Land, Vorfälle wie diese werden mehr als zur Kenntnis genommen, man diskutiert in der Gesellschaft ob Irland langsam aber sicher ein ernsthaftes Problem hat…und…wenn man das nicht in den Griff bekommt, eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort bedeutet, denn man darf nicht vergessen die Firmen, die hier ihren Europasitz haben, haben etwas andere ethische Vorstellungen als irgendein Hillybilly von der Countryside der Ausländer zum Kotzen findet.
Man verstehe mich nicht miß, ich lebe nach wie vor gern in Irland und werde auch hier bleiben, allerdings gibt es Dinge die man, wenn man mit offenen Augen durch das Leben geht und Anhänger einer offenen Gesellschaft ist, mit Sorge betrachtet

PEGIDA

Alltagsrassismus

Bisher war ich eigentlich immer froh, dass es hier in Irland kaum extrem rechte Ansichten gibt bzw. Populisten, wie Pegida oder AFD, auf Kontinentaleuropa beschränkt sind. Rassismus? Ja! Wie überall, aber doch schon so versteckt, dass man manchmal genau hinsehen muß um ihn zu entdecken.

Aufgewachsen bin ich, wie man heute so sagt, in einem “Multikulti” Umfeld. Rassismus war für mich nie ein Thema und wenn ich Streit hatte, dann mit der Person, nicht mit der Nationalität. Ich bekenne mich dazu dass auch ich von Zeit zu Zeit Klischees über Nationalitäten teile obwohl ich weiß, dass die Klischees nicht auf alle Angehörigen einer Nationalität zutreffen. Aber ich denke das liegt in der Natur des Menschen kleine Eigenheiten als symptomatisch für eine Gruppe anzunehmen.

Rassismus hier in Irland habe ich erfahren, als ich einmal auf ein Taxi warten mußte und eine Frau, die sich vorgedrängelt hatte in das Taxi stieg und es sofort wieder verließ. Ich habe mir keine großen Gedanken gemacht, bis der Fahrer fragte ob ich ein Problem damit hätte das er schwarz ist. “Natürlich nicht,” sagte ich und mir fiel wieder ein, dass ich öfters Leute beobachtet hatte, die an wartenden Taxis vorbeiliefen und sich gezielt das Taxi raussuchten in dem ein Weißer saß.

Mein Fahrer erklärte mir daraufhin wie die Erfahrung als Schwarzer in Irland ist, das Leute ihn, oder andere als Affen beleidigen, oder ihnen sagen, dass sie doch dorthin zurückkehren sollten wo sie hergekommen sind. Oder, so völlig beiläufig erwähnten, wenn sie schon das Taxi nutzten, dass es doch allgemein bekannt sei, dass alle Afrikaner Aids haben, Diebe, oder Räuber sind und sie hier in Irland doch nur die Sozialhilfe kassieren würden, die sie dann an ihre Sippe, daheim in Afrika, schicken. Groteskerweise erwarten solche Leute dann auch noch das der Fahrer ihnen zustimmt. Ein Bekannter von mir, Michael, der aus Nigeria nach Irland kam und einen Abschluss in Wirtschaft machte hatte mir damals das Gleiche erzählt, ohne das ich nachgehakt hätte.

Ich denke jeder der hier arbeitet, hat schon mal die eine oder andere Form der Ablehnung erlebt. Klassisch ist das Beispiel das man gefragt wird, warum man denn hier in Irland den Iren die Arbeitsplätze wegnimmt. Erklärt man das mit den Multinationalen Firmen, die in Irland ihren Sitz haben und das diese Firmen Mitarbeiter suchen, die in der Lage sind zwei Sprachen zu sprechen, nämlich die Heimatsprache und englisch, dann kann man in den Gesichtern ablesen wie die Information verzweifelt eine Station zum andocken sucht. Natürlich gibt es diese Leute in jedem Land, aber es ist extrem nervig sich dafür zu rechtfertigen warum man im Land ist und keineswegs einem Iren den Arbeitsplatz streitig macht. Ich kenne auch viele Iren, die mehrsprachig sind und durchaus fremde Märkte bearbeiten. Aber um die geht es auch nicht.

Das Problem dieser Leute ist, dass sie nicht einmal die eigene Geschichte kennen. Vor ein paar Wochen zum Beispiel, da war ein Bericht auf RTÉ, unserem staatlichen Rundfunksender, zum Thema Asylanten. Vorgestellt wurden 3 Syrer, die in einem Sternerestaurant in Galway Arbeit fanden. Der Besitzer war voll des Lobes und erzählte, dass die 3, bevor sie nach Irland gekommen sind, in einem Hotel in Damaskus arbeiteten. Einer der Drei war dort Küchenchef, bevor er die beschwerliche Flucht auf sich nahm.

Es gab zu dem Bericht mehrheitlich positive Kommentare, aber im Gedächtnis blieben mir die Hasserfüllten rassistischen.

Flüchtlinge

Als Irland sich dazu bereit erklärte, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, da setzte man als Bedingung die Leute vor Ort auszuwählen, so wie es Groß Britannien gemacht hat. Der Faktencheck der Zeitung “The Journal” schrieb im November 2016, dass insgesamt 616 Flüchtlinge aufgenommen wurden. Die Organisation “The Borgen Project” schrieb, dass in diesem Jahr, bis Mai 2017, Irland weitere 273 Flüchtlinge aufgenommen hat. Insgesamt sollen etwa 4000 Flüchtlinge in Irland eine Heimat finden, ob nun vorübergehend oder dauerhaft.

Einigen Leuten sind schon 200 Flüchtlinge zuviel und obwohl die Regierung nicht mal in der Lage ist die benötigten Unterkünfte bereitzustellen, sorgen sich einige Iren darum, dass mit den Flüchtlingen auch Probleme für die Autochthone Bevölkerung zu befürchten sind. “Schmarotzer” war noch eine der harmlosen Umschreibungen für Leute, die durch den Bürgerkrieg alles verloren haben und die nicht sonderlich darüber erfreut gewesen sein dürften ihr Land zu verlassen.

Die Phobie, die die Flüchtlinge, sowie die Migranten ausgelöst haben, sorgte dann dafür, dass sich hier in dem Land eine PEGIDA gründete, quasi die Auslandsorganisation kontinentaleuropäischer Rassisten. Der Gründer, Peter O’Loughlin, ist auch der Initiator der “Identity Ireland,” einer Ansammlung ewig Gestriger, die mit dem Slogan „Irland der Iren“ hausieren gehen. Allerdings ging die Generalprobe von PEGIDA gründlich in die Hose. Die Teilnehmer, die sich offensichtlich in historischer Verklärung auf den Weg zum GPO (General Post Office) machten, wurden von Gegendemonstranten auseinander getrieben, in eine Seitenstraße gejagt und mußten ausgerechnet in einem 1€ Shop, betrieben von Nichtiren, Schutz vor dem aufgebrachten Mob suchen.

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Hilfe von der Garda für Rassisten der PEGIDA

Erst die Garda konnte die wackeren Vorkämpfer für ein weißes Europa aus ihrer mißlichen Lage befreien. Bei O’Loughlin und den anderen Idioten zeigt sich vor allem das mangelnde Wissen der irischen Geschichte. Irland war zwar nie ein klassisches Einwanderungsland, aber die wechselnde Geschichte hat zahlreiche Ausländer nach Irland gebracht. Allein Eamon de Valera hätte davon erzählen können.

Exkurs in Geschichte

Khaleefah Abdul-Majid I, der Sultan des Osmanischen Reiches, war von den Berichte über die Hungersnot in Irland so erschrocken, dass er, um die Not zu lindern, Queen Victoria 10.000£ (etwa 1 Million €) spenden wollte damit die Hungersnot bekämpft werden könne. Victoria, der diese Summe als viel zu hoch erschien, schließlich hatte man selber nur 2.000£ zur Verfügung gestellt, sagte ihm das 1.000£ durchaus genug wären. Nun wollte es der Sultan nicht bei dem Geld belassen, sondern sandte auch Schiffe in Richtung Irland, um Nahrungsmittel zu bringen, was von den britischen Behörden abgelehnt wurde, so dass die türkische Flotte in einer Nacht und Nebel Aktion in Drogheda landete und die Ladung löschte.

Als irische Nationalisten um Unterstützung für ihre Sache nachsuchten, da wurden sie auch in Berlin vorstellig. Zu der Zeit allerdings war man in Berlin nicht unbedingt bereit die irische Sache zu unterstützen. Das war 1912, ein Krieg nicht in Sicht, und die Deutschen nicht bereit sich auf Abenteuer einzulassen. Das änderte sich allerdings 1914 und die Deutsche Regierung unterstützte, wenn auch Halbherzig, die Rebellen durch Waffenlieferung und die Genehmigung deutsche Gefangenenlager zu besuchen, damit die Rebellen Werbung für ihre Sache unter den irischen Kriegsgefangenen machen konnten und zwischen 1936-1937 kämpften ca. 700 Freiwillige der Legion of St. Patrick für Franco und gegen die spanische Republik. Nun kämpften zwar auch Iren in den Internationalen Brigaden, aber ihre Zahl war wesentlich überschaubarer.

Viele Iren, besonders diejenigen die jetzt Stimmung gegen Migranten machen, haben keine Ahnung davon. Sie wissen auch nicht, dass es eine Zeit gab in der irische Migranten wie Aussätzige behandelt wurden.

In England beispielsweise wurden Iren mit Affen gleichgesetzt. Iren betrachtete man als Minderwertig und gerade während der Famines verweigerte man Iren in England Jobs mit dem Hinweis, das Iren bekannt für ihren Alkoholismus und ihre Gewalttätigkeit wären. Die Anti-irischen Ressentiments beschränkten sich allerdings nicht auf England allein. 1860 gab es in amerikanischen Städten die Kampagne “No Irish need applying.” Iren wurden auf Grund ihrer Religion, ihrer Ansichten, oder gleich alles zusammen von der Gesellschaft ausgegrenzt. Auch wenn Historiker erklären diese Kampagne in den USA sei nicht auf Iren beschränkt gewesen, so ist es auffällig wenn man liest, dass diese Anti-irischen Ressentiments überall im Commonwealth Anklang fanden und nicht nur in den USA.

Die Rassisten hier wollen davon nichts wissen, halten sich für überlegen gegenüber anderen Gruppen die hier leben und halten es auch für falsch, wenn Iren im Ausland arbeiten bzw. Sportveranstaltungen im Ausland besuchen. Diskussionen haben also wenig Sinn. Sie begreifen auch nicht, dass ohne die Multinationalen Firmen “ihr” Irland auf einen Agrarstatus zurückfallen würde, denn die irischen Firmen, die im 21 Jahrhundert angekommen sind, brauchen diese Leute nicht und wären wahrscheinlich über kurz oder lang auch nicht wettbewerbsfähig da viele Iren die Insel verlassen würden. Irische Firmen auf dem Weltmarkt kann man wahrscheinlich an den Fingern einer Hand abzählen, was zu wenig ist um das Land international voranzubringen.

Irland den Iren

Als die Professorin für Soziologie am Trinity College, Ronit Lentin, in einem Interview erklärte, Migration wäre für Irland absolut notwendig, da brach ein Shitstorm über Frau Lentin herein. Allein die Tatsache das eine Ausländerin, dazu noch jüdisch und Israelin, ausgerechnet den Iren erklärt Irland wäre gut beraten mehr Migranten im Land aufzunehmen brachte für diese Leute das Fass zum überlaufen.

Grotesk an der Geschichte ist, das Frau Lentin für ihre Antiisraelische und Antizionistische Haltung von irischen und englischen Pro-Israelischen Gruppen stark kritisiert wird. Dinge also, für die sie eigentlich von rassistischen Gruppen Zuspruch kriegen müsste, wäre da halt nicht die Migration. Ich will jetzt nicht wirklich die Meinung einiger Gruppen dazu verlinken denn die sind nicht gerade Jugendfrei und weit unterhalb der Gürtellinie.

Ronit Lentin, und ihr Kollege Robbie McVeigh, erklärten in der Irish Times, dass man die Gründung eines PEGIDA Ablegers und den Anstieg des Rassismus in Irland mit Sorge betrachten würde. Da etwa 770.000 Menschen ausserhalb Irlands geboren wurden, wäre es an der Zeit die Regularien zur Erlangung der irischen Staatsbürgerschaft zu überdenken. Für unsere wackeren Kämpfer zuviel, wo kommen wir denn hin wenn jeder Schwarzafrikaner und Pakistaner plötzlich mit Dublinakzent redet und einen roten Pass mit Harfe besitzt.

Ich lebe nun schon länger hier und Irland ist meine Heimat geworden, aber ich finde Entwicklungen wie PEGIDA und Identity Ireland mehr als verstörend. Ich weiss das die Iren keine Heiligen sind und es ebenso, wie in anderen Völkern auch, komplette Vollidioten gibt. Verstörend waren auch die Kommentare in den Medien die sich beleidigend zu Frau Merkel äusserten und in ihr alles Übel in Europa auszumachen glauben. Ich hoffe aber, dass die Mehrheit der Iren die offen sind, auch offen bleiben und das dieser versteckte Rassismus gegen Ausländer, besonders Polen und Schwarzafrikanern hoffentlich bald der Vergangenheit angehört, denn im Moment klingt  „céad mile fáilte“ wie das Pfeifen im dunklen Wald.

Geisterstunde

Deerpark CBS
Geisterstunde?

Ich nehme an, dass Sie noch nie etwas von der Deerpark Christian Brothers School gehört haben, immerhin ist es die älteste Schule in Cork. Trösten Sie sich, ich lebe zwar seit ein paar Jahren in Cork, wußte aber nie, dass das Gebäude das ich öfters passiert habe, eine Schule ist.

Deerpark CBS wurde 1828 von einer christlichen Gemeinschaft gegründet und ist auch der Träger des 1880 gegründeten Christian Brothers College hier in Cork. Da hier, wie in anderen europäischen Ländern, Schulen meist von der Kirche gegründet wurden, ist Deerpark eigentlich eine ganz normale Schule, wie jede andere auch. Allerdings ist Deerpark seit Anfang Oktober bekannt bis in’s hinterste Kathmandu.

Der Grund, warum eine Schule in Cork auf der Weltbühne erscheint, ist ein Video das von einer CCTV aufgenommen wurde und angeblich einen Poltergeist zeigt, der in der Schule sein Unwesen treibt. Zuerst wurde das Video von Deerpark auf YouTube veröffentlicht und ging, kurz nach der Veröffentlichung viral im Netz.

Zeitungen, Onlinemagazine und Fernsehsender rund um den Globus zeigen ein Video, auf dem man sieht wie sich erst eine Tür öffnet und dann mit lautem Knall schließt, Schränke bewegt und Sachen durch den Raum fliegen.

Die Schule, die bisher nicht für irgendetwas aufregendes stand -vielleicht für die Schüler, die während der Examen schwitzen-, ist nun in den internationalen Fokus gerückt und trägt das Bild Corks hinaus in die weite Welt.

Ob es dort wirklich paranormale Phänomene gibt, oder das Ganze ein Schülerstreich ist, die Aktivitäten zeigen auf jeden Fall sehr schön, wie soziale Netze arbeiten. Kaum waren die ersten Artikel veröffentlicht, meldeten sich auch schon die ersten selbsternannten Experten zu Wort.

Nun ist es zwar schön, wenn eine gewisse Skepsis herrscht, aber man macht sich meist selbst lächerlich wenn man nicht mal einen Funken Anstand besitzt und ohne Rücksicht auf Verluste ausfallend und beleidigend wird, nur weil jemand die Sicht nicht teilt.

Das Problem ist außerdem, wenn man nicht weiß wie die Aufnahmen zustande gekommen sind. Die Schule erklärte gegenüber der Presse, dass es häufiger zu Vorfällen gekommen ist die man sich nicht erklären können und bat, falls jemand eine logische Erklärung hat, würde man sich sehr darüber freuen, denn man sei an einer Aufklärung sehr interessiert. Leider kam bisher nicht wirklich etwas, was die Sache erklären könnte.

Ok, man kann natürlich damit argumentieren, dass die Schule einfach Werbung für ihr Fest an Halloween machen wollte. Für mich kein überzeugendes Argument, denn wenn man lokal Werbung machen will, dann lädt man sowas nicht auf den Server von You Tube.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Uhrzeit des Videos und der Erklärung des Principals sowie des Head Teacher. Der gezeigte Flur befindet sich im Obergeschoss, das Fenster war geschlossen -was eine Leiter unwahrscheinlich erscheinen läßt- und es ist unlogisch, dass Minderjährige nachts in die Schule kommen, da die CCTVs mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind. Es käme natürlich eine Zeitschaltuhr in Frage, d.h. Man hätte die Gegenstände wie die Tür im Hintergrund, den Schrank, oder die Schranktür, sowie das Warnzeichen mit Angeldraht präpariert und via Zeitschaltuhr einen Mechanismus ausgelöst.

Ich persönlich weiß, dass es Dinge gibt, die man auch mit Logik nicht erklären kann und habe in der Vergangenheit ein paar selber erlebt. Hier allerdings glaube ich schon an einen Hoax, sehe aber nicht wie man das alles, ohne zutun der Direktion abgelaufen sein sollte. Die Direktion der Schule macht zwar, wie bei uns in Irland üblich ist, Witze über die Sache, so dass viele Leute, die den irischen Humor nicht verstehen, sofort davon überzeugt sind, es wäre ein Schwindel.

So lange aber niemand von der Schule erklärt, „ja, wir haben uns einen Spaß erlaubt,“ bleibt es was es ist, ein Rätsel. Da kann man noch so oft schreiben die Schuldirektion hat den Schwindel zugegeben (hat sie nicht).

Übrigens hat die Schule mittlerweile ein zweites Video veröffentlicht.

In diesem Sinne….einen gruseligen Abend