Blut und Boden

Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnenreihe vor – seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. – Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant – das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt – und – und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald, und – ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt – wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein – das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann – und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost. Carl Zuckmayer „Des Teufels General“  Völkermühle Europas

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AfD sauer weil Deniz freigelassen und nicht gefoltert wurde.

Eigentlich ist es schon eine Groteske wenn man eine Debatte darüber anstößt, wer einem Volk angehören darf und wer nicht. Diese Groteske fand in Deutschland ihren Höhepunkt, mit einem Antrag der AfD, zur Freilassung Deniz Yücels aus einem türkischen Gefängnis. Mir geht es nicht darum, ob die Bundesregierung nun auf die Türkei eingewirkt hat oder nicht, oder ob irgendwelche Deals stattgefunden haben.  Ich glaube es war so, wie der im Asyl lebende türkische Journalist Can Dündar in einem Interview mit der Zeit geantwortet hat: „Der Sultan hat Deniz Yücels Verhaftung angeordnet und der Sultan hat beschlossen, dass er freigelassen wird.“

Ich war genauso froh wie die Meisten, dass Deniz frei ist und das zählt erst einmal. Und ich hoffe, dass auch die anderen inhaftierten Journalisten freikommen, deren Verbrechen es ist, dass sie ihren Job ausüben. Mir geht es allerdings um etwas anderes, denn der Antrag der AfD hat gezeigt, auf welchem Weg Europa mittlerweile angekommen ist. Es geht der AfD auch nicht darum, was Yücel, der übrigens damals für seinen Artikel 20.000€ Strafe zahlen musste, nun geschrieben hat und was nicht. Und wenn nicht Deniz Yücel, sondern Fürchtegott Liebrecht Frommhold, der Antrag wäre gar nicht gestellt worden.

Es geht der AfD auch nicht darum, dass die Bundesregierung ihre Missbilligung über einen Artikel Yücels zum Ausdruck bringt, den er vor einigen Jahren schrieb, sie wissen wahrscheinlich selber dass das Absurd ist.

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Cem Özdemir in Hochform zerlegt die AfD

Es geht der AfD vielmehr darum auszuloten, wie weit sie in dieser Gesellschaft gehen können. 2005 sorgte die sächsischen NPD Abgeordneten Apfel und Gansel für einen Eklat, als sie vom „Bombenholocaust“ und von der „vermeintlichen Befreiung“ Deutschlands sprachen. Sowohl die NPD als auch die AfD wissen genau, dass sie mit solchen Eskapaden nicht durchkommen, aber es sorgt für allgemeinen Zuspruch bei den sogenannten „Wutbürgern.“Sie haben die Möglichkeit auszuloten, wie weit sich Meinungsfreiheit und parlamentarische Demokratie dehnen lassen und besitzen die Meinungshoheit bei Leuten, die schon gewußt haben wollen, dass Deutschland von Volksverrätern regiert wird. Man gibt diesen Leuten auch das Instrument in die Hand, sich als Opfer darzustellen, die zu Unrecht in die Schmuddelecke gestellt werden. Dass sie das sind, Schmuddel, steht außer Frage, aber man muß ihnen nicht noch das Büßergewand reichen. Und folgerichtig kam es, wie es kommen mußte die AfD sieht sich als moralischen Sieger dieser Groteske und jauchzt: „MERKE: Wenn Gutmenschen kritisiert werden, ist es Hetze. Wenn eine Aussage gegen Deutsche („Köterrasse“) kritisiert wird, ist es Zensur. Und wenn Herr Yücel ein „deutscher Patriot“ sein soll, muss rasch das Staatsangehörigkeitsrecht überdacht werden. #afd“ So schrieb es der Herr Beckamp, Landtagsabgeordenter der AfD in NRW, auf seinem Twitter Account.

Sowas kommt an bei denen, die der Meinung sind, dass Roberto Blanco seinen deutschen Paß doch eh mit irgendwelchem Bimbes erhalten hat, gut an. Volkszugehörigkeit definiert sich nicht durch Paß oder Geburt, nein ihrer Meinung nach definiert sich Volkszugehörigkeit nach dem Ahnenstamm.

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Westentaschenführer muss eingestehen: Hitler war gar kein Deutscher

Nur wer lückenlos nachweisen kann, dass sein Stammbaum bis zu Otto dem Kühnen zurückreicht, ist es wert in den Kreis des Kollektivs aufgenommen zu werden. Oder, für Österreicher, ein direkter Nachfahr Ludwig III ist, dem Urvater der Babenberger und Gründer Österreichs.

Leider hat das in Europa unter all diesen Populisten schon seit längerem Methode und beschränkt sich nicht auf Deutschland oder Österreich. Hier in Irland findet man sehr häufig Kommentare, die Neubürgern das Recht absprechen Iren zu sein, oder sich als solche zu bezeichnen. Allen Ernstes fordern sie, dass nur Ire sein darf, wer praktisch noch vor Ankunft der Wikinger im Land lebte. Eine in der Tat groteske Situation denn Irland war in der Vergangenheit immer der Vorgarten fremder Mächte. Die Kelten waren die Ersten die vom Festland aus die Insel besiedelten. Ihnen folgten die Mönche, meist Angelsachsen, dann kamen die Wikinger bis die Normannen Fuß fassten und Irland für die englische Krone in Besitz nahmen.

In Cork haben wir einen Juwelier mit Namen Hilser und ich nehme nicht an, dass die Hilser Brothers mit den Hilsers in Furtwangen verwandt oder verschwägert sind. Eher nehme ich an, dass die Vorfahren in Schweizer Diensten standen und die Schweizer wiederum in englischen. Wahrscheinlich war der Herr Hilser in Irland stationiert und hat sich, nach Ende der Dienstzeit, hier niedergelassen, geheiratet und Kinder bekommen. Der erste Staatspräsident des Freistaates Irland, Éamon de Valera, geht auf Spanier zurück. Wahrscheinlich haben sich auch Türken hier niedergelassen, als der türkische Sultan während des Famines Schiffe nach Irland sandte, wer weiß.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, genannt der Viktator, beschwört in jeder seiner Reden das Großmagyarische Reich.

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Der Viktator liebt Kinder und verschweigt seine Westsibirische Abstammung…Komplott der Liberalen?

Das kommt an, lenkt von Problemen wunderbar ab, denn „Wir“ gegen „Die“ begreift auch der größte Holzkopf. Ungarn sind nicht mehr die, die im europäischen Ausland leben und arbeiten, denn die könnten ihm ja in die Suppe spucken. Oh nein, Ungarn sind die, die im Kernland und im historischen Ungarn leben, also auch die ungarische Minderheit in Rumänien. Das ist eine griffige Formel und alle die im Ausland arbeiten haben ihr Recht verwirkt Angehörige der Magyaren zu sein, praktisch Verräter.

Das Problem ist, dass Volk, leider auch von Liberalen, auf einen völkischen Nenner runtergebrochen wurde. Man definiert sich durch Abstammung, nicht durch Geburt. Der Satz, „eine Katze die in einem Fischladen geboren wurde, ist noch lange kein Fisch,“  sagt alles worum es diesen Leuten eigentlich geht. Und das kommt an. Man kann sich so auch als unschuldiges Opfer der bösen „Gutmenschen“ sehen und Orbán spielt diese Klaviatur des Opfers noch eine Oktave höher, in dem er den „Verfolgten des westlichen Liberalismus“ Asyl anbietet. Quasi eine Wagenburg der europäischen Identität.

So sehr ich Cem Özdemirs Wutausbruch im Bundestag auch nachvollziehen kann und ihn im ersten Moment, als ich ihn gesehen habe, Beifall zollte, so sehe ich jetzt in seiner Rede einen Steilpaß für diese Populisten.

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Gottfried Curio AfD: Baut der Physiker vielleicht eine Atombombe im Keller?

Die Frage allerdings wird sein, wie geht am Besten mit diesen Leuten um? Im englischen und irischen Fernsehen läuft häufiger die Werbung von Ancestor DNA, Vielleicht sollte man diese Leute, und ihre Sympathisanten, zwingen sich einem DNA Test zu unterziehen. Eventuell erledigt sich dieses völkische Kasperltheater von selbst, wenn ein Herr Gauland plötzlich die Feststellung macht, dass einer seiner Vorfahre ein durchreisender Mongole aus der Steppe ist, oder Herr Gottfried Curio stellt überrascht fest einen Ahnherren aus den Weinbergen Sardiniens zu besitzen.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob damit die Debatte und groteske Aträge der Vergangenheit angehören würden. So wie ich diese rechten Wuthamster einschätze würden sie dann die nächste Sau durch‘s Dorf treiben.

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Traveller

„Ich war noch ein Kind da kamen Zigeuner Zigeuner in unsere Stadt
Tam ta ta tam tam ta tam tam ta tam
kamen in unsere Stadt
die Wagen so bunt die Pferdchen so zottig sie zogen die Wagen so schwer
Tam ta ta tam tam ta tam tam ta tam
und ich lief hinterher immer nur hinterher
Dann kam der Abend es wurde ein Feuer entfacht
La la la
und die Zigeuner sie haben getanzt und gelacht
La la la “                                                                                                                                         Alexandra Zigeunerjunge 

1967 sang Alexandra über die Zigeuner und ihre bunten Wagen, wie sie in die Stadt kommen, ein Lager aufschlagen und singen und tanzen.

Zigeuner, korrekterweise Sinti und Roma, betrachtete man immer mit einer Mischung aus Bewunderung und Abscheu. Ganze Generationen von Liedermachern schufen Lieder über die Zigeuner, die frei wie die Vögel durch die Lande reisten, von einer Stadt zur anderen und dort ihre Dienste anboten als Wahrsager, Scherenschleifer und Kesselflicker. Im 19. Jahrhundert, ausgehend von der Romantik, hielten die Zigeuner Einzug in das deutsche Liedgut und Dutzende Burschenschafter und Umherreisende sangen das fröhliche Lied vom „lustigen Zigeunerleben,“ das alles andere als Lustig war. Besonders während der NS Zeit war Schluss mit Lustig und in deutschen Besserungsanstalten wurde insgesamt 500.000 Sinti und Roma gezeigt, was die Herrenrasse von ihnen gehalten hat. Als „unwertes Leben“ standen sie außerhalb der Gesellschaft und stehen da noch Heute. Sobald es heißt „die Zigeuner kommen!“ werden in vielen Teilen Besen vor die Haustür gestellt, weil das die Umherreisenden abhalten soll, quasi der Böse Blick für Touristen.

Zigeuner, oder Gypsies, wie sie hier genannt werden, leben verstreut um den ganzen Erdball und viele von ihnen sind Heute seßhaft, gehen einer geregelten Arbeit nach und verreisen nur noch wenn sie Urlaub haben. Allerdings gibt es immer noch viele, die in Wohnwagen umherreisen, ihre Clanstrukturen pflegen und oft genug die Frage aufwerfen, wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren. Die Zigeuner bei uns werden Traveller, Tinker (umherziehende Kesselmacher) oder auch Pavee’s genannt, oder auf irisch Lucht Siúil. 2016 lebten, laut Census, etwa 30.987 von ihnen in der Republik Irland und obwohl sie keine signifikant höhere Kriminalitätsrate aufweisen, werden sie von der Bevölkerung abgelehnt.

Ein Vorurteil gegenüber den Traveller ist, dass wenn sie als Gast in einem Pub sind, dieser Pub nach kurzer Zeit fest in der Hand der Traveller ist und andere Gäste abgehalten werden. Ob das so stimmt, ich weiß es nicht. Auch sind die Traveller Communities dafür verantwortlich, dass die Grundstückspreise in den Keller sinken in Gegenden in denen sie leben. Die Liste der Vorurteile ist lang und Traveller sind nicht nur in Irland bekannt, nein auch in Deutschland macht man jährlich Bekanntschaft mit ihnen und sie bedienen das klassische Klischee das man von Engländern und Iren im allgemeinen hat.

Warum ist das so? Ein Grund könnte in der Lebensweise liegen. Der Lebensunterhalt der meisten Traveller Communities besteht in der Pferde- und Hundezucht. Regelmäßig wird ein Großteil der Pferde von den Behörden beschlagnahmt da es die Traveller mit den allgemeinen Vorschriften nicht so genau nehmen und ihre Pferde überall weiden lassen, auch auf öffentlichem Grund. Auf den regelmäßig stattfindenden Märkten werden die Pferde meist an Pferderennställe verkauft, die sie entweder für Pferde- oder Trabrennen verwenden. Trainiert werden sie auf öffentlichen Straßen, denn die Traveller scheren sich einen Dreck um irgendwelche Auflagen und werden regelmäßig von der Garda verfolgt. Hunde werden entweder als Rennhunde verwendet, oder sie werden an Ausrichter für illegale Hundekämpfe verkauft. Das sind so zwei Gründe, warum man sie mit Argwohn betrachtet. Tierquälerei ist an der Tagesordnung und ein Dorn im Auge der Tierschutzorganisationen

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Leider eine typische Szene

Hinzu kommt ihre unflexibilität und das Ausnutzen ihres Status als ethnische Minderheit. Als der Konzern Apple seinerzeit die Gebäude in Knocknaheeny erweiterte mußte man sich mit den dort, seit den Achtziger Jahren, lebenden Traveller arrangieren. 1982 hatte Apple, im Zuge der Erweiterung, den Traveller Häuser gebaut so dass sie praktisch ihr Dorf direkt vor dem Eingang hatten. Öfters kam es zu Zusammenstößen zwischen Mitarbeitern und Anwohnern und ich kann mich an die Geschichte erinnern, als ein Supportmitarbeiter des französischen Teams in’s Koma geschlagen wurde, weil er den Kindern sagte sie sollen aufhören einen Hund zu quälen. Bei der zweiten Erweiterung wurden die Traveller auf die andere Straßenseite umgesiedelt und Apple ließ sich die Häuser jede Menge Geld kosten, da sie nach den neuesten Standards errichtet wurden. Allerdings gefiel das nicht allen Travellern und kurz nach Eröffnung mehrten sich die Klagen, dass sie nun nicht mehr ihre Pferde dort unterbringen konnten und die Folge daraus einen seelischen Schaden für manche bedeutete. Kinder konnten plötzlich nicht mehr einschlafen da die Pferde früher im Erdgeschoss ihr Nachlager fanden.

Ich muss gestehen, dass ich während meiner Zeit bei Apple nie Probleme mit ihnen hatte, im Gegenteil. Man wollte mir öfters Hunde oder Pferde verkaufen. Zu den Kindern hatte ich ein entspanntes Verhältnis und mit den Erwachsenen habe ich öfters ein paar Worte gewechselt. Aber ich kann verstehen, dass man ihnen gegenüber eher mißtrauisch und reserviert ist, denn sie tragen nicht gerade zu einem entspannten Klima bei. Immer wieder gibt es Klagen und selbst die Anerkennung der Traveller als ethnische Minderheit wird nichts daran ändern. Der Journalist Ralf Sotschek, der seit über 20 Jahren in Irland lebt und offensichtlich, wenn man seine Bücher liest, sich ein Irland ohne die Iren wünscht, hat nicht begriffen, dass es viel mehr zwischen Iren und Iren gibt. So schreibt er unter anderem in einem Artikel für die TAZ: „Wo immer ein Halteplatz geplant ist, hagelt es Einspruch der Anwohner, um den Bau zu verhindern oder zumindest so lange wie möglich zu verzögern. Die Gründe, die angeführt werden, sind angeblich antisoziales Verhalten, wilde Müllkippen, nächtliche Partys, Lagerfeuer und steigende Verbrechensraten.“ Die Frage, die man Herrn Sotschek stellen sollte ist, ob er selber schon einmal in der Nachbarschaft einer Travellercommunity gelebt hat, oder regelmäßig irische Zeitungen liest.

Das Problem, so wie ich das sehe und erlebe, ist nicht dass es Traveller gibt. Das Problem ist, das die Traveller keine Anstalten machen sich in die Gesellschaft zu integrieren. Traveller werden nicht, auch wenn er das schreibt, in separaten Klassen unterrichtet, sie verlassen allerdings die Schule 5 Jahre früher als der Durchschnitt.

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Tiermisshandlung ist kein Einzelfall

Sie schotten sich gegenüber der Gesellschaft ab und machen es den Councils zusätzlich schwer weil sie auf ihrer Unabhängigkeit bestehen. Jede Anstrengung wird torpediert und sie sind stolz darauf nicht Teil der Gesellschaft zu sein. Hinzu kommt, dass die Interessenvertretungen offensichtlich nicht genug Einfluss auf die Community haben, sonst wäre die Kindersterblichkeit unter ihnen nicht so exorbitant hoch.

Naturgemäß trägt daran selbstverständlich die Regierung die Schuld und so erklärte der Sprecher der Traveller Association: “Life expectancy is lower in the Travelling Community. There’s a huge amount of them living in poor conditions and severe overcrowding.” Es wäre allerdings für die Communities einfacher die Angebote, die jedem Iren offen stehen, in Anspruch zu nehmen. Es wäre einfacher, wenn sie die alten Clanstrukturen aufbrechen und über den Schatten springen würden, anstatt auf Abschottung zu bestehen. ich habe auch so den Eindruck sie pflegen ihren Bad Guy Status und

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Leider kein Klischee

kultivieren ihn. Und das macht die Sache kompliziert. Natürlich gibt es in dieser Community Menschen die dieses Umfeld verlassen haben, aber solange die Anderen sich weigern auf alte Strukturen zu verzichten wird sich am Status Quo nichts ändern. Natürlich ist es Klasse im Wohnwagen zu leben und von A nach B zu reisen, das Pferd hinten angebunden, aber wir leben auf einer Insel nicht auf dem Kontinent und da sind die Reiseziele naturgemäß begrenzt.

Expedition Selfishness

Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre brachen Legionen westeuropäischer junger Leute in Richtung Indien auf. Der Hippie Trail prägte Generationen von Aussteigern und Abenteurern und schuf den Mythos von Bully, Käfer, Mercedes und Ente.

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Hippie Bully

Der Ansturm dieser zivilisationsmüden Europäer nötigte die marokkanische Regierung dazu, dass man den langhaarigen unter ihnen den Zugang verweigerte. Nordamerikaner, Australier und Neu Seeländer bevorzugten den direkten Weg und kauften sich Flugtickets nach Bangkok, Goa, oder Kabul. Oder sie fuhren Richtung Mexiko. Meist blieben sie dort in Tijuana, genossen die Zeit, und machten sich nach einer Weile wieder auf in das Alltagsleben.

Viele Bücher wurden geschrieben und viele Lieder komponiert. Am Ende wurden die Meisten erwachsen und tauschten ihr „Hippie Leben“ für ein bürgerliches Leben ein, wurden seßhaft, gründeten eine Familie und tauschten Kabul gegen einen Job im Büro. Einige machten Karriere und es gab einige, bei denen dauerte der Selbstfindungstrip ein Leben lang, oder endete, wie im Falle vieler junger Briten durch eine Überdosis Heroin auf dem britischen Friedhof von Kabul.

In den Achtziger Jahren lernte ich drei Leute kennen, für die war das Abenteuer weit mehr als der Versuch irgendwo im Ausland ein Aussteigerleben zu führen. Einer davon war Koch. Beeindruckt hat mich sein wildes Aussehen, denn mit Bart, Ohrring, und Freibeuterhose sah er aus, als wäre er aus der Zeit gefallen. An seinen Namen erinnere ich mich nicht mehr. Kennengelernt hatte ich ihn, als ich mir ein bißchen Geld als Aushilfe verdient habe und von einem Gastronom als Kellner angeheuert wurde. Der Koch arbeitete ausschließlich als Saisonkraft sechs Monate in Deutschland bis er genügend Geld für seine eigentliche Leidenschaft hatte, Reisen und Fotografieren.

Sobald die Saison beendet war schnallte er sich seine Enduro auf den Rücken, packte ein paar Klamotten und seine Kameraausrüstung ein, die wahrscheinlich jedem Fotografen Tränen in die Augen getrieben hätte, und machte sich auf den Weg nach Afrika. Dort fuhr er kreuz und quer, machte tausende von Aufnahmen und, wenn das Geld knapp wurde, arbeitete er in den Touristenressorts als Koch oder Spüler, bis das Geld für die nächste Passage, den nächsten Grenzübertritt, oder halt zum Leben reichte, obwohl er nicht viel benötigte.

Ich fand ihn Cool. Nach Feierabend zeigte er seine Fotos die er geschossen hatte und man merkte ihm seine Freude darüber an, dass er mit wenig Geld, sich seinen Traum von Lebensplanung erfüllen konnte.
Ich habe keine Ahnung was aus ihm geworden ist. Vielleicht führt er Heute das typische Leben eines Mittelständlers, vielleicht ist er aber auch immer noch mit seiner Enduro von Marokko bis Südafrika unterwegs auf der Suche nach dem Besten Fotomotiv.

Ein Anderer arbeitete in den Wintermonaten als Spüler. Sobald das Wetter besser wurde heuerte er bei einer der Transkontinentalen Speditionen an und fuhr, da LKW-Führerschein, mit seiner Fracht teilweise bis nach Sibirien.

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70er Jahre, vom Sande verweht: Mühsam sind die langen Touren bis nach Pakistan. Sand-bound in the 1970s: A journey to Pakistan was a long and difficult proposition.

Einmal erzählte er mir wie er Anfang der Achtziger Jahre mit einer Fracht nach Pakistan unterwegs war. In Afghanistan brach zu dem Zeitpunkt gerade der Krieg aus, also bemühte er sich so schnell wie möglich Pakistan zu erreichen. Da er für eine Siegburger Spedition unterwegs war kam es wie es kommen musste und er wurde von den Mujaheddin festgehalten, die natürlich der Meinung waren das SU nicht für Siegburg stehen würde, sondern für Sowjetunion und das er kein Deutscher, sondern Russe sei. Nach langem Hin und Her gelang es ihm seine Geiselnehmer zu überzeugen und, damit ihm das nicht wieder passieren würde, pinselte man mit weißer Farbe das SU zu und mit schwarzer Farbe ein arabisches Zeichen drüber. So kam er dann auf Umwegen zur pakistanischen Grenze und seine Fracht nach Islamabad.
Allerdings habe ich ihn nicht gefragt, wie er denn wieder nach Deutschland kam, denn der einzige Rückweg führte über Tadschikistan, welches zu dem Zeitpunkt sowjetisches Hoheitsgebiet war.

Der dritte im Bunde, mein damaliger Bekannter Joachim, fuhr immer die Skandinavien Route bis in den hintersten Winkel Finnlands. Er meinte, dass diese Strecke niemand gerne fuhr, so dass er immer Jobs bekam weil die Speditionen Fahrer speziell für diese Route benötigten.
Keiner der Drei hat jemals drüber geschrieben was sie so erlebt hatten bei ihren „Abenteuern.“ Der Erste erfüllte sich seinen Lebenstraum mit seinen Reisen, die beiden Anderen verknüpften den Beruf mit dem Abenteuer um andere Länder zu bereisen. Entweder man war Auslandskorrespondent bei ARD und ZDF, oder halt Fernfahrer.

Im Zeitalter des Internet findet man, wenn man ein bisschen googlet, Hunderte von Leuten, die von Ihren Reisen berichten. Sei es als Blog, oder Vlog. Viele von ihnen kann man mit Fug und Recht als Abenteurer bezeichnen die Postings ihrer Reise entweder aus Kathmandu auf ihrem Blog hinterlassen, oder als Backpacker aus China berichten. Ich denke mal dass die Meisten von ihnen keinerlei finanzielle Interessen haben, sondern mit ihren Berichten ihre Reise finanzieren. Auch mit dem Fahrrad um die Welt ist keine neue Geschichte.

Abenteurer des 19ten und frühen 20ten Jahrhunderts, oder mit dem Hochrad um die Welt

Der erste, der diese Reise unternahm, war der Engländer Thomas Stevens. Stevens, 1854 im beschaulichen Great Berkhamstead geboren, umrundete auf seinem Hochrad 1884 die Welt von seinem Wohnort San Francisco aus. Seine Reise endete wieder in San Francisco am 17.12.1886 und brachte ihn, wie weiland Phileas Fogg, allerdings in 105 Tagen um die Welt.

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Thomas Stevens

1894 brach dann die erste Frau zu ihrer Weltreise per Fahrrad auf. Annie Londonderry, eine lettische Immigrantin aus Boston, ließ 23 jährig ihren Ehemann mit den drei Kindern daheim zurück und radelte, finanziert von Sponsoren, mit dem Fahrrad um die Welt. Beeindruckender war wohl nicht die Reise an sich, sondern die Geschichten die Mrs. Londonderry von ihrer Reise zu berichten wußte.

Neu ist auch nicht das Sponsoring, denn viele Reisende -siehe Mrs. Londonderry- promoteten ihre Reise rund um den Erdball. Sei es mit Zeitungswerbung, Reiseberichten, oder Büchern. Und nicht nur per Fahrrad, per Auto, zu Fuß, per Esel, Pferd, Anhalter usw. usw. die Berichte sind recht vielfältig.

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Annie Londonderry

1907 nahm das Abenteuer professionelle Züge an, als die französische Zeitung Le Matin am 31. Januar folgenden Artikel veröffentlichte: „Was heute noch bewiesen werden muss, ist, dass ein Mann, solange er im Besitz eines Autos ist, alles tun und sich überall hinbegeben kann. Gibt es jemanden, der diesen Sommer eine Fahrt per Automobil von Peking nach Paris unternehmen wird?“
Insgesamt machten sich dann 40 Teilnehmer per Schiff auf nach Peking, allerdings blieben davon nur 5 Teilnehmer übrig. Nachdem entschieden worden war, dass das Rennen nicht stattfinden sollte, machten sich die verbliebenen 5 halt ohne Genehmigung auf die damals 16.000 Kilometer lange Reise quer durch China, Mongolei, Russland, Lettland, Polen und Deutschland auf nach Paris. Dem Gewinner der Rally winkte, als „grandioser Preis,“ eine Magnum-Flasche Mumm Champagner. Man stelle sich vor, es würde heute dem Gewinner statt Geld, eine Palette Red Bull winken.

Der Gewinner damals, der italienische Adlige Scipione Borghese, fuhr auch nicht selber, sondern hatte seinem Mechaniker und Chauffeur Ettore Guizzardi das Volant überlassen. Komplettiert wurde das Duo und damit zum Trio, durch den Reporter Luigi Barzini vom Corriere della Sera, der minutiös über jeden Kilometer der Reise nach Italien berichtete. So gesehen war es für Borghese auch ein finanzieller Gewinn. Zweiter wurde übrigens der Engländer Charles Goddard, der diese Reise aus Geldmangel komplett fremd finanzieren und seinen Spyker öfters ausleihen musste, um diese Reise zu bewältigen. Allerdings ist nicht bekannt was aus Goddard wurde.

Es gab und gibt allerdings immer Menschen die diese Dinge nicht unbedingt aus Selbstlosigkeit, oder aus Abenteuerlust starten, sondern weil sie ein finanzielles Interesse daran haben und es ist natürlich ungefährlicher mit dem Rucksack durch Neuseeland zu trampen, als ein Badeurlaub am Unterlauf des Amazonas. Vor zwei Wochen bekam ich auf Grund unserer Sehgewohnheiten einen Vorschlag von Netflix. Der Film „Expedition Happiness“ handelt von zwei jungen Leuten, die auf der Suche nach dem „Glück,“ mit einem umgebauten Schulbus von Alaska bis Feuerland reisen wollen. Soweit so interessant. Also habe ich mir diese selbstgedrehte Doku angeschaut.

YouTube goes Hollywood

Felix Starck und seine Freundin, die Sängerin Selima Taibi, genannt Mogli, wohnen in Berlin, sind gelangweilt von der Routine und wollen sich einen Traum erfüllen, den der Selbstverwirklichung. Klar, wer will das nicht? Also kaufen sie sich via Internet einen alten Schulbus in den USA, verkaufen und kündigen fix alles, setzten sich in den Flieger und düsen ab nach Amerika. Dort verwandeln sie dann den Schulbus in ein Wohnmobil und fahren, da das Touristenvisa langsam ausläuft, mit Sack und Pack und Hund nach Kanada.
Alles noch sehr sympathisch, da beide sich bemühen beim zusehenden Publikum gut auszusehen.

Unterbrochen werden die Selfies von Landschafts- sowie Tieraufnahmen und man sieht auch andere Menschen als die Beiden. An der kanadisch-amerikanischen Grenze gelingt es ihnen ein erneutes Touristenvisa zu bekommen, so dass sie nach Alaska können. Und hier fängt der Film langsam an ärgerlich zu werden.
In Alaska filmen sie den Denali, der höchste Berg der USA, erwähnen aber nicht den Namen, „ach und wir sind jetzt am höchsten Berg der USA.“

 

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Irgendsoein hoher Berg

Wissen sie es nicht oder ist der Name für sie eher nebensächlich, weil es eigentlich um sie geht.Zurück in Kanada haben sie einen Termin im US-Konsulat, da sie ja wieder ein Visa benötigen um die USA zu durchqueren. Beim ersten Mal geht es schief, denn der Beamte vermutet dass die Beiden sich beim ersten Mal illegal in den USA aufgehalten haben und verweigert das Visum. Zu allem Unglück muß auch der Hund zum Tierarzt. Ist blöd, aber sie schildern den Besuch im Konsulat als überaus dramatisch, wo mir dann nur einfällt, „do your homework.“ Natürlich informiert sich der Beamte und hat zig tausend Fragen, wenn man keine, oder nur unbefriedigende Antworten, zur Verfügung hat, dann hält er sich an das Gesetz. Vor allem sind die Gesetze in den USA schärfer und seit Donald Trump noch stringenter.

Also nehmen sie den nächsten Termin wahr -Drama- und bekommen ihr Visum das ihnen ermöglicht, durch die USA nach Mexiko reisen zu können.
Kurz nach der Grenze dann das nächste Ärgernis für den Zuschauer. Der Hund muß in Quarantäne. Nun ist Quarantäne ein normaler Vorgang, allerdings sagen sie, dass der Hund dort schlecht behandelt wird und trotz Hitze kein Wasser bekommt. Ich habe keine Ahnung ob es sich so zugetragen hat, würde aber spätestens jetzt den Heimweg antreten, denn der Hund wäre mir wichtiger als mein Ego.
Für beide scheint es aber kein großes Problem zu sein denn schließlich ist der Weg das Ziel und der heißt Feuerland.

In Kalifornien beschließen sie kurzerhand durch die Mojave zu fahren denn klar, dem Hund tut ja ein bisschen Wüstenluft bestimmt gut und es kommt wie es kommen muss, der Hund kollabiert. Hektisch bemüht sich Selima den Hund mit nassen Tüchern zu kühlen und groß ist die Freude als der Hund sich wieder berappelt. Wahrscheinlich hat der arme Wuff zu diesem Zeitpunkt bereits mit seinem Leben abgeschlossen.
Zum Glück, auch für den Zuschauer der bis hierhin durchgehalten hat, erreichen sie Mexiko und es gibt mehr Bilder von der Landschaft zu sehen.

Eingeladen werden sie in eine Chili Fabrik und zum Abschluss dürfen sie die Farm besuchen, wo die Chilis geerntet werden. Nun wundern sie sich warum der Besitzer zwei Tiger im Käfig hat, sie Teile der Farm nicht filmen dürfen (eigentlich filmen sie überwiegend sich selber) und im hinteren Teil der Farm ein Rollfeld mit einer Boing steht. Später erfahren wir, dass es sich anscheinend um einen Drogenboss handelt, „ich weiss nicht wie man die nennt…ich glaube so Narco, oder Narcos oder so, auf jeden Fall gefährlich.“ Hätten sie sich vor der Reise informiert, dann wäre Ihnen bewusst geworden, dass der gesamte Norden Mexicos im Kriegszustand mit der Regierung in Mexico City ist und ein Menschenleben dort nicht viel gilt. So erklärt sich auch das Abends auf dem Parkplatz, wo sich ihr Nachtlager befindet, schwerbewaffnetes Militär steht –„Ich glaube die sind hier um uns zu beschützen“

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Mojave: Paradies für Berner Sennenhunde

Sie verlassen also die Gegend und reisen an den Golf von Mexiko und dort passiert es dann, der Hund kollabiert endgültig und muß in die Tierklinik. Nun steht nicht die Überlegung im Raum sofort die Reise abzubrechen, sondern ob der Hund es bis nach Panama schafft, sind ja auch nur knapp 3.166 Km. Nachdem der Hund sich langsam zum Sterben vorbereitet und die Tierärztin den Beiden den Ernst der Lage erklärt, dass der Hund es nicht mehr länger schafft auf Grund der Strapazen und dass er schon sehr viel an Medikamenten bekommen hat, da entscheiden die Beiden die Reise aufzugeben und nach Deutschland zurückzukehren.

Der Zuschauer sagt nun, „endlich! Gottseidank ist der Film vorbei!“ Und ich frage mich warum ich mir die 90 Minuten angetan habe. Bin ich etwa wie diese Schaulustigen? Diejenigen die sich über andere Schaulustige aufregen, aber selber unbedingt hinschauen müssen, wenn ein Unfall passiert ist. Wahrscheinlich ja, denn sonst hätte ich nicht im Internet nachgeschaut, wer die Beiden eigentlich sind.

Felix Starck, der männliche Teil, wurde bekannt als „Weltumradler,“ wobei Welt es nicht ganz trifft, denn geradelt ist er eigentlich nur einzelne Etappen und meist ist er schlicht und ergreifend geflogen. Dann hat er das ganze, was er gefilmt hat, auf DVD gezogen und war völlig überrascht, als sein Film von Kinobesitzern angefragt wurde. Im Kino schauten sich 180.000 Leute seine YouTube goes Movie an und bescherten ihm ein „bißchen“ Geld, so dass er sein Startkapital für Expedition Happiness zusammen hatte.

Im Prinzip wäre dagegen auch nichts einzuwenden und ich wäre der Letzte der etwas dagegen hätte, im Gegenteil, ich bewundere Leute die clever genug sind selbst mit Nichts Geld zu verdienen. Hier allerdings verhält es sich etwas anders und der gute Mann ist in meinen Augen nichts als ein Selbstdarsteller, allerdings ein guter, der anderen Leuten etwas vorheuchelt. Zu seinem „Expedition Happiness“ erklärt er in seinem Vlog, dass nicht geplant sei damit Geld zu verdienen, warum er den Film dann ausschließlich in englischer Sprache gemacht hat und nicht auf YouTube veröffentlicht, wenn ihn Geld nicht interessiert, ist ein bisschen Rätselhaft. Auch sein Umgang mit kritischen Kommentaren zeugt nicht gerade von Professionalität. So sperrt er konsequent kritische Kommentare, beleidigt die Personen und droht mit seinen Anwälten gegen Kritiker vorzugehen. Auch die Vermarktung der DVDs hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, wenn man den Käufern für gute Kritiken bei Amazon gratis DVDs verspricht.

„Frohes Neues ihr Rabauken! Als Start in das Jahr 2016 habe ich gerade 5.000€ an das DRK Herxheim und HerxheimBUNT gespendet. Kaum setzt man ein Zeichen gegen Fremdenhass bekommt man direkt Gegenwind. Bei amazon bewerten Leute meine Doku Pedal the World mit nur einem Stern, obwohl sie den Film nie gesehen haben – einfach nur zum „haten“! Ich würde mich freuen wenn sich ein paar von euch die Zeit nehmen den Film objektiv zu bewerten. Als Dankeschön würde ich ein paar kostenlose DVDs an die Schreiberlinge schicken. Wer hat Lust? Hier geht es zur DVD: goo.gl/BWy4Wn“

„ach und vielleicht die negativen kommenare als „nicht hilfreich“ deklarieren…“ (Quelle: Amazon Pedal the World)

Schon der erste Film war kein Hobbyprojekt und er hat es nicht mit Nichts gestartet, wie er an einigen Stellen erzählt. In einem Interview mit dem Spiegel zu seinem Film „Pedal the World“ erklärt er, 12.000€ gespart zu haben und für die Reise habe er alles verkauft, „Ich habe vier Jahre lang Geld von meinem Gehalt abgezapft und vor der Abfahrt alles verkauft: mein Auto, meinen Kühlschrank, meinen Mac. Ich hatte nichts mehr. Aber das war es mir wert.“
Naja, so ganz erklärt es nicht, warum er auf seiner Website schreibt: „Nach erfolgreichem Abschluss nutzte ich meine Kontakte in der Sportartikelbranche und suchte mir so die nötigen Sponsoren um eine solche Reise realisieren zu können.“ Klingt also schon ein bisschen anders.

„Dieses habe ich auch hier als Renzension kundgetan. Daraufhin wurde ich auf Facebook von Felix Starck angegangen und er betonte, meine „Aktion“ wäre geschäftsschädigend: „Verlieren bestimmt etliche käufe durch den S*****“.
Eine neue DVD wurde mir dann schlussendlich gegen das Entfernen meiner Rezension angeboten – die aber auch erst noch mehrmaligem Nachfragen dann tatsächlich versandt wurde.
Ich weiß nicht, in welcher Welt man einen Kunden so behandelt aber das ist so verdammt unsympathisch gewesen, dass der nette und sympathische Hauptdarsteller aus dem Film direkt klar gemacht hat, worum es hier geht: Marketing und Geldmacherei.
Das macht alles, wofür der Film stehen könnte, kaputt.“ (Quelle Amazon: Pedal the World)

Auch ist seiner Freundin offensichtlich nicht die Decke auf den Kopf gefallen, sondern sie hat die Möglichkeit gesehen ihr Musikalbum besser zu vermarkten.
Noch einmal, ich habe nichts dagegen wenn jemand mit dem was er macht Erfolgreich ist und ich gönne jedem den Erfolg, wenn dieser auch erarbeitet ist. Ich fühle mich aber verschaukelt, wenn mir das Märchen vom Tellerwäscher vorgegaukelt wird. Hätte er gesagt, „ja, ich habe mir mit Crowdfunding die Reise finanziert und versprochen, dass ich einen Film drehe,“ fair enough, das hätte sich auch besser angehört.

Und das ist das Problem an Kanälen wie YouTube. Es gibt dort viele Talente, es gibt aber auch ebensoviele Selbstdarsteller/Blender und diese Selbstdarsteller/Blender haben meist die größte Anzahl an Follower und Claqueure, die jeden noch so hahnebüchenen Unsinn mit Zähen und Klauen verteidigen. Hinterfragt wird kaum etwas und wenn jemand es wagt die Aussagen zu hinterfragen, dann wird beleidigt und mit dem Anwalt gedroht. Schöne neue Welt.

Übrigens: Viel substanzielles hatte der Film nicht zu bieten. Außer einem jungen hübschen und selbstverliebtem Pärchen, kamen nur Weisheiten aus dem Spruchkalender zum Einsatz. Haben sie ihr Glück gefunden? Das können nur sie selber beantworten, ich denke aber, wenn sie einen Blick auf die Verkaufszahlen werfen, dann dürften sie wohl glücklich sein und die alte Wahrheit bestätigen „Geld bedeutet nicht alles, aber es beruhigt ungemein.“ Mein Fazit: Wer nicht viel Wert auf gute Reisedokumentationen legt und stattdessen YouTube Social Media Influencer genießen möchte, dem sei der Film empfohlen. Alle anderen…Finger weg!

„Bei kleinsten Problemen wurden bereits im Blog sehr komische, teils sehr beleidigende Äußerungen getroffen. So wurden nach einem schwierigen Grenzübergang erst einmal pauschal alle Amerikaner gnadenlos in einen Topf geschmissen und beleidigt. Bei sachlich geäußerter Kritik (ich kann sehr wohl zwischen Kritik und Hass-Kommentaren unterscheiden) wurden auf Facebook und Co. die „doofen“ Kommentare gelöscht, die Kritiker direkt gesperrt, z.B. ich. Spricht nicht gerade für die Professionalität des selbsternannten Filmemachers.
Und als dann bei der Abenteuerreise aufgrund der hohen Kosten das Geld ganz schön schnell das Konto verließ, wurde schnell ein Spendenaufruf gestartet, damit der Zuschauer auch weiterhin mit tollen Bildern versorgt wird. Ein Luxusurlaub mit anschließendem Spendenaufruf? Klingt sehr komisch, zumal der Hauptdarsteller im Vlog zuvor über seine finanziellen Erfolge von „Pedal the world“ berichtet hatte. Das Geld sei ihm gegönnt, aber die vorgespielte Bedürftigkeit klingt danach in meinen Ohren wie eine große Unverschämtheit.“ (Quelle Amazon: Expedition Happiness)

 

 

 

Bloggergate auf Irisch

Paul Stenson
Paul Stenson

Den Hotelier Paul Stenson, bzw. das The White Moose Cafe kannte ich bis Dato nicht, erst seit der Berichterstattung in den Medien ist mir Paul Stenson ein Begriff. Auf seinem YouTube Kanal gibt er Tips wie man mit wenig Geld effektives Marketing betreibt und in den sozialen Medien für Gesprächsstoff sorgt. Er dürfte wahrscheinlich einer der Wenigen sein, die ihre eigene Berichterstattung in den Medien genießen, und bei Paddy Power an der Wetttafel stehen. Anfang jeden Jahres werden Wetten angenommen, wie lange es dauert bis Paul sich mit irgendjemanden anlegt. Dieses Jahr zumindest hat es nicht lange gedauert.

Selbstüberschätzung

Elle Darby, 22 Jährige Vloggerin aus Bath in Groß Britannien, wurde in diesem Jahr zum Opfer des genialen Wahnsinnigen aus Dublin. Vielleicht ist Stenson aber auch einfach nur ein Misanthrop, wer weiß. Auf jeden Fall war Miss Darby der Meinung mit ihrem YouTube Kanal einen gewaltigen Einfluss auf die Welt außerhalb des sozialen Netzwerkes zu besitzen und dafür prädestiniert, vom White Moose Cafe einen kostenlosen Hotelaufenthalt gesponsert zu bekommen.

Soweit, so gut. Allerdings nahm das ganze eine völlig andere Wendung, denn Paul Stenson hat nicht einfach die Mail beantwortet, sondern die Mail auf der Facebookseite seines Hotels veröffentlicht und dazu dann auch noch seine Antwort auf die Mail öffentlich gemacht. Nun wird das Ganze ein wenig kompliziert und jeder hat eine andere Darstellung der Geschichte.

Besucher der Seite hätten, findig wie sie sind, den Kanal der Vloggerin ausfindig gemacht und daraufhin einen Shitstorm gegen die Betreiberin gestartet. Eine andere Version ist folgende: Elle Darby hätte die Antwort gesehen und daraufhin ein 17 Minütiges Video gemacht und darin erklärt, wie sehr sie in ihren Gefühlen von den Ü-30 Jährigen gemobbt wurde.

Wie dem auch sei die Geschichte zeigt eines sehr deutlich, nämlich die Selbstüberschätzung mancher Leute. In den Kommentaren fand ich viele die der Meinung waren, dass Paul Stenson keine Ahnung von der „Macht der Blogger“ hätte und allen Ernstes glaubten, dass wenn man negativ über ein Unternehmen berichtet es Einfluß auf die Welt außerhalb der Social Media Blase hat, was natürlich Quatsch ist. Natürlich stehe ich auf Seiten des Hoteliers, nicht weil er Ire ist, sondern weil er in meinen Augen absolut richtig reagiert hat.

Zuerst einmal glaube ich, dass Miss Darby ihre Anfrage im Copy & Past Verfahren nicht nur an Hotels in Dublin, sondern wahrscheinlich auch in England geschickt hat. Jeder der eine gewisse Position inne hat und mit Geschäftsleuten Umgang, der achtet auf die Etikette, egal ob 22 oder 62. Für Miss Darby mag es natürlich ein Geschäft und das Normalste auf der Welt sein einen flapsigen Umgangston zu pflegen. In gewissen Kreisen kann das aber als Beleidigend aufgefasst werden.

Um ein Beispiel zu nennen: Ich arbeite in der IT. Manche Manager laufen in den Firmen rum, als wären sie erst vor kurzem in einer Kleidertonne der Caritas aufgewacht. Sie sitzen Dir beim Interview auch so gegenüber, erwarten aber, dass Du zum Interview einen Anzug trägst. Man mag das Gut, oder Schlecht finden, es gehört aber zum Geschäftsleben dazu.

Recherche, Recherche, Recherche

Normal sollte es eigentlich sein das ich mich über das Unternehmen informiere, oder zumindest rausfinde wer der Ansprechpartner ist und meine Mail nicht mit einem flapsigen „Hallo da draußen“ beginne. Es mag, wie ich schon schrieb, normal für sie sein, aber für andere halt nicht. In der Mail schreibt sie weiter über sich und wieviel Follower sie auf YouTube und Instagram hat und es für das White Moose Cafe doch etwas ganz tolles sei, wenn sie von „Celebrities“ kontaktiert werden, dafür würde sie natürlich positiv über das Unternehmen berichten. Zum Abschluss schreibt sie noch mit einem Unternehmen in Orlando „zusammengearbeitet“ zu haben, welches von ihrem Ruhm profitiert habe. Das Unternehmen um das es hier geht ist das Universal Orlando Resort und es scheint, dass Miss Darby zwar dort übernachtet hat, aber das wohl nicht kostenlos. Ehrlich gesagt kann Universal auch auf solcherart Werbung ganz gut verzichten.

Der Orlando Sentinel berichtet in einer Ausgabe vom 26. Oktober 2016, dass der Umsatz der Theme Parks um 14,2% auf 21,3 Mrd. $ gestiegen ist. Ich denke nicht, dass Elle Darby Universal so wichtig war, dass sie ihr die Übernachtung spendiert haben. Die Follower, die Miss Darby in die Waagschale werfen kann sind Peanuts. Ich finde es also schon mehr als Realitätsfern, wenn man mit Selbstüberschätzung versucht Dienstleistungen für lau zu bekommen.

Zurück aber zu ihrer Mail. Wer den Besitzer, beziehungsweise das The White Moose Cafe und die Charleville Lodge kennt der weiß, dass Paul vor Freude in die Luft springen würde hätte er, so wie dargestellt, ein Luxus Etablissement, hat er aber nicht. Das Hotel ist, laut seiner Angabe, im 3 Sterne Bereich angesiedelt und in dem Preissegment bekommt man dutzende Hotelzimmer in Dublin in zentraler Lage. Phibsborough ist auch nach Aussage vieler Dubliner kein Stadtteil wo man unbedingt hinmuß und die Charleville Lodge schreibt Spaßeshalber

„While the area sometimes resembles a scene from the night of the living dead, you’ve nothing really to worry about as 85% of cafe visitors make it home alive. As long as you don’t make eye contact with the locals you’ll be grand.“

Der nächste Punkt (ich hatte es ja weiter oben erwähnt) ist, dass Paul Stenson in Dublin eine lebende Legende ist und dementsprechend ein Meister des Guerilla-Marketings. Es gelingt ihm immer wieder mit wenig Aufwand ein Maximum an Aufmerksamkeit zu generieren. Sei es über die Homepage, Twitter, Instagram, oder seinen Blog. Er freut sich diebisch wenn die Zeitungen über ihn berichten und er wußte, als er die Mail las, dass das eine Steilvorlage für sein Unternehmen bedeutet.

„Unsurprisingly, there was a huge and immediate reaction to this post. I knew there’d be. I know that the vast majority of people on this planet work very hard for a living and would take issue with a self-entitled, self-proclaimed social media influencer with delusions of grandeur looking to blag a free room for 4 nights. I knew that people would be outraged, on so many levels.“

Hätte sich Elle Darby im Vorfeld informiert, dann hätte sie sich den ganzen Rummel ersparen können. Vielleicht hat sie sich aber auch informiert und dachte Paul sei ein putziger und lustiger Mensch, so denken ja viele über uns. Vielleicht dachte sie sich auch, dass durch die News der Vergangenheit, im White Moose Cafe der Schlüssel zu ihrem Erfolg liegt denn, ganz ehrlich, schaut man sich ihre Videos an, dann rollen sich einem die Fußnägel hoch. Der ganze Kanal ist eine einzige Selbstdarstellung der Person Elle Darby. Auch vor Ratschlägen zu einer Schönheits-OP ist man nicht gefeit. Geht man von den Followern aus, wobei die meisten wohl Minderjährig sind, dann hinterläßt das einen bittern Beigeschmack und stellt den Sinn des Social Media Marketing in Frage.

Social Media Influencer

Ich behaupte jetzt einfach mal das 90-95% der Blogger/VloggerInnen das ganze aus Spaß an der Freude betreiben und nur 5% damit Geld verdienen wollen (nicht müssen). Man schreibt über Käsekuchen, Stricken, Politik, oder wie ich, über das Land in dem man lebt.  Schreiben sehe ich eher als Therapie an die schon vor der Zeit des Blogs, bzw. des Internets statt fand. Wahrscheinlich geht es den anderen ebenso, dass sie den Blog praktisch als Internet Tagebuch verstehen. Früher Poesiealbum, Heute WordPress.

Für Miss Darby und die anderen 5% ist das aber eine Möglichkeit ohne besonderes Talent im Licht einer Öffentlichkeit zu stehen und, wenn man gut ist, von Firmen Aufträge bekommt, damit man seinen Follower Produkte empfiehlt. Früher träumte man davon SchauspielerIn, oder Model zu werden, Heute von einem Werbevertrag mit L’Oreal, natürlich ohne dafür etwas leisten zu müssen. Für Social Media braucht man keine Ausbildung denn es ist eine Bezeichnung die man nicht durch ein Studium, oder eine Lehre bekommt. Social Media Influencer kann sich auch der letzte Depp nennen.

Der Vlogger Matt Jarbo, der sich sehr kritisch über Elle Darby äußerte, erklärte in seinem Video, dass es vor 5 oder 6 Jahren einfacher war. Er sagte aber auch, dass es ihm nie in den Sinn kommen würde Firmen nach kostenlosen Produkten zu fragen. „Firmen,“ so seine Aussage, „kontaktieren die erfolgreichen Blogger/Vlogger und bieten ihnen, als Gegenleistung zu einer guten Bewertung, Produkte umsonst an.“ Er sagte er würde sich sehr genau überlegen, ob das Produkt zu seiner Zielgruppe paßt. Er meinte auch, dass Elle Darby auf Grund der Follower, keine „große Nummer“ sei.

Andere wiederum sprangen in die Bresche und meinten, sie hätten alles Recht dazu kostenlose Produkte zu fordern, schließlich würden sie ja Content zur Verfügung stellen. Naja, wenn man nicht mal weiß wen man anschreibt, dann ist der „kostenlose Content“ eher für die Tonne. Ich glaube nicht, dass sich 16-18 Jährige einen Aufenthalt in einem Luxus Spa, oder ein paar Kopfhörer für 800€ leisten können. Da kommt nämlich die Überlegung zur Zielgruppe in’s Spiel.

Und hier ist ein Problem, oder um es mit Paul Stenson zu sagen: „Sie hätte positiv über uns berichtet, nur weil sie etwas gratis bekommt.» Es ist aber kaum anzunehmen, dass Influencer dadurch Schaden davontragen. Firmen wissen, wie die Reviews ihrer Produkte zustande kommen. Die Einzigen, die sich dessen nicht immer bewusst sein dürften, sind die anvisierten Käufer – die Teenager.“

Das Phänomen des influencing hat es schon immer gegeben. Legionen von Gastro- und Hotelkritikern schwärmten bis in die hintersten Winkel des Globus aus, um dem Leser daheim die tollsten Plätze nahezubringen. Der Baedeker betreibt dieses Marketing schon seit 1832 und Guide Michelin, Gault Millau seit Jahrzehnten. Es gibt Menschen die planten ihre Reise an Hand des Feinschmeckers. Heutzutage haben Portale wie TripAdvisor oder Yelp diese Aufgabe übernommen. Der Unterschied zu Social Marketing, diese Leute bezahlen für ihre Dienstleistung.

Und hier beginnt das nächste Problem, denn wenn Leistungen, bzw. Produkte kostenlos abgegeben werden im Gegenzug für eine positive Rezension, wie soll man als Außenstehender das bewerten? Es steht ja nicht dabei, „Hey, das Produkt is voll leiwand weil ich es kostenlos bekommen habe.“ Besonders Amazon kann da als Beispiel gelten. Viele Selbstverleger kaufen positive Rezensionen, ebenso viele Produktanbieter. Der Gelackmeierte ist dann der, der auf Grund der guten Renzensionen das Produkt/Buch kauft und sich am liebsten in den Hintern beißen könnte vor Wut, dass er so einen „Dreck“ für teuer Geld erworben hat.

Alles auf Anfang

Ich denke, dass viele Leute auf das Thema Elle Darby vs. The White Moose Cafe“ deswegen so emotional reagieren, weil das ganze Dilemma mehr Öffentlichkeit bekommt und eine Diskussion angestoßen hat was „normal“ ist und was nicht. Es ist schon ein dickes Ding wenn Leute, die Irland, bzw. Dublin, nicht einmal Unfallfrei auf dem Globus finden können einem Hotelier eine schlechte Bewertung reindrücken und sich solidarisch mit einer Barbie Puppe erklären, der ihre Follower, bzw. die Umwelt, völlig am Allerwertesten vorbeigehen, denn sie ist sich selbst am Wichtigsten.

Mich regen auch diese Pro-Darby Kommentare von Blogger/VloggerInnen auf, die allen Ernstes glauben sie hätten wahnsinnig viel Einfluss und ein Anrecht darauf Dinge umsonst zu erhalten. Irland ist immer noch in einer Krise. In Dublin leben rund 1000 Obdachlose, teilweise haben sie unverschuldet ihre Häuser verloren. Viele Familien suchen verzweifelt günstigen Wohnraum und da kommt eine verwöhnte Göre und jammert tränenreich im Internet, dass man für seine Dienstleistung gern Geld hätte und nicht die Plattitüde „it was literally awesome.“