Wenn einer eine Reise tut

Bekanntlich ist Irland eine Insel und wenn wir verreisen, dann tun wir das bevorzugt mit dem Flugzeug. Es gibt zwar auch die Möglichkeit es den Vorfahren gleichzutun, aber, ich nehme an auf Grund schlechter Erfahrungen, nehmen Iren ungern die Fähren Richtung England oder Frankreich.
Das machen sie höchstens wenn sie ihr Auto lieben und genügend Freizeit besitzen, dass sie im Auto das Festland bereisen. Vielfach machen sie das höchst ungern denn man darf nicht vergessen, Kontinentaleuropäer fahren grundsätzlich auf der „falschen“ Seite.

Nun kommt man von Cork aus nicht überall hin und die Reise beginnt schon vor der Reise, so auch für mich und meine Frau. Nun ist es nicht mehr so, wie vor 150 Jahren, als man mit der Postkutsche mühsam die Stadt verliess, um die grossen Häfen zu erreichen von denen aus Schiffe in die ganze Welt ablegten und Richtung England, oder bevorzugt in die neue Welt ablegten.
Cobh, östlich von Cork gelegen und Dublin waren die Häfen von denen aus Millionen von Iren, manchmal nicht ganz freiwillig, die Insel verliessen, um entweder in den Kolonien ihre Strafen zu Verbüßen, oder in den Vereinigten Staaten ihr Glück zu suchen.
Mein Frau und ich wollten weder das eine, noch das andere sondern lediglich Urlaub in ihrem Heimatland verbringen, also Flüge und Aircoach gebucht und ab ging es in Richtung Dublin. Nun liegt Dublin nicht um die Ecke, sondern 3 1/2 Stunden entfernt, also in den Bus gezwängt und ab ging die Fahrt in’s Ungewisse.

Dummerweise haben Menschen die Angewohnheit, selbst wenn sie alleine reisen, jeweils einen Platz zu belegen, dann gibt es noch die Spezies, die grundsätzlich ihrem Rucksack einen eigenen Sitzplatz gönnen und es partout nicht verstehen, warum ihr Rucksack nun im Gepäckabteil über ihren Köpfen reisen soll, also sassen wir in der letzen Reihe, neben dem Klo, was interessante Einblicke über die Fahrgäste gewährt. Dummerweise war die letzte Bank dreisitzig, so dass ich eingezwängt zwischen meiner Frau und einem Italiener sass, der eine etwas andere Auffassung von Raumgefühl besass. Ich kam mir vor wie der Belag zwischen zwei Sandwichscheiben und konnte mit der Zeit philosophisch nachvollziehen, wie sich eine Salamischeibe fühlen muss wenn sie zwischen zwei Brothälften steckt. Aber nun gut, Opfer müssen gebracht werden und wer weiss für was es gut ist.

So zuckelten wir Richtung Dublin und meine Gedanken wurden unterbrochen vom Italiener, sowie diversen Fahrgästen die die Toilette aufsuchten, meist mit ihren Mobilephones, so als wäre es lebenswichtig Freunde und Bekannte über den Zustand des Magens auf dem laufenden zu halten. „Mama, ich habe ganz schön Kack gemacht, ui das schwankt viellicht, gut dass ich kein Flitzkack machen muss.“ So, oder so ähnlich stelle ich es mir vor, oder so einen Dialog wie, „Schatz weisst Du was? Ich bin schwanger, ja ich sitz grad mit dem Schwangerschaftstest auf der Toilette eines Aircoaches. Was? Ja, ich musste es wissen und konnte nicht warten. Da musste ich einfach auf die Toilette, egal, auch wenn der Bus 150 fährt, das war wichtig! Schatz? Schatz? Aufgelegt der Drecksack.“

Und so erreichten wir unser Ziel mit den letzten Verbliebenen, denn die meisten stiegen in der Dubliner Innenstadt aus. Nachdem wir erst einmal unsere Knochen sortiert und die Muskeln gelockert hatten kam die zweite Etappe unserer Reise, der Ryan Air Check In. Nun muss man wissen, das dies, im späteren Verlauf eine wichtige Rolle spielt, wir also unser Gepäck eingecheckt, wobei die Waage offensichtlich sehr großzügig mit dem Gewicht unseres Gepäcks umging und allen Ernstes behauptete, unsere Koffer hätten das Idealgewicht eines Flugzeugträgers der Nimitzklasse, ohne Zuladung. Die Dame war allerdings sehr freundlich und drückte beide Augen zu, informierte uns, dass das Gate um 19.10 öffnen würde und der Abflug Punkt 19.40 erfolgt.

Nun hatten wir also noch genügend Zeit bis der Flug abhob und das dumme ist, man wird in der Abflughalle nicht über eventuelle Verspätungen informiert, wir kamen also auf dem Flugdeck an und warfen einen Blick auf die Anzeigetafel. Dort stand, dass der Flug nach Budapest, Abflug 19.40 ein bisschen Verspätung hätte, nichts weltbewegendes und statt 19.40 um 0.25 abfliegen würde. Für irische Verhältnisse eigentlich eine normale Verspaetung, allerdings nicht, wenn man beispielsweise 250 Kilometer von daheim entfernt ist und, sagen wir mal, einen wichtigen Termin hat, dann kann das irische Zeitverständnis eine Katastrophe bedeuten.

Nun war guter Rat teuer, zurück konnten wir nicht mehr und Mitarbeiter von Ryan Air waren nicht ausfindig zu machen. Der Slogan von Ryan Air bekommt hier eine völlig neue Bedeutung, denn wozu sollte man sowas wie einen Informationsschalter besitzen, den man darüber hinaus noch mit völlig unnützen Dingen wie Personal betreiben müsste. An irgendwas muss man ja sparen, sonst könnte man nicht die günstigen Preise anbieten, die nebenbei bemerkt, so günstig auch nicht sind.
Wir steuerten also die nächste Bar an, bestellten was zu trinken und gingen auf die Terrasse, um bei einer Zigarette zu beratschlagen wie es nun weitergeht. Charterflug? Zu teuer, ausserdem hätten wir uns zur Check In Halle durchkämpfen müssen. Motorjacht oder Fischtrawler fiel ebenso, aus den vorgenannten Dingen aus. Wir gingen nocheinmal kurz die Optionen durch, eventuell eine Maschine entführen, einfach einen anderen Flug besteigen und dann unsere Forderungen überbringen, aber da seit dem 11. September 2001 die Sicherheitsvorkehrungen sehr rigide sind und das Montjoy Gefaegnis in Dublin nicht gerade ein Wohlfuehl Palast ist, kamen diese Optionen auch nicht in Frage, also hiess es Warten auf Godot, bzw. auf den Flug. Mittlerweile leerte sich die Halle und zurück blieben eine Handvoll Ungarn in der Diaspora, geduldig wartend auf eine Möglichkeit jemals ihre Heimat wiederzusehen.
Unruhe machte sich breit, als die einzige Bar anfing die Gäste rauszuschmeissen, da man pünktlich um 21.30 schliessen wollte und so ein paar Zecher dabei nur hinderlich waren. Geschäftssinn wäre es gewesen, wenn man die Bar open end offen gehalten hätte, bis auch der Letzte hätte kaum mehr stehen können, aber auf dieses Geschäft verzichtete man lieber und so schob sich der verbliebene Tross Richtung Gate und kehrte ein, in einer weiteren Bar, dessen Besitzer offensichtlich das Geschäft seines Lebens witterte. Wann hat man schon einmal so eine Gelegenheit, also wurde das Personal angewiesen solange offenzuhalten, solange die Maschine nicht da war, koste es was es wolle und sollten die Getränke ausgehen, wurde die Parole ausgegeben, „Heute kennen wir keine Konkurrenz, sollte der Stoff ausgehen, dann sind diese Läden zu plündern, so eine Gelegenheit wie Heute kommt nie wieder.“ Jubel brandete auf unter dem Personal und jeder legte sich eifrig in’s Zeug den Hahn offen zu halten.

Derweil sass ich trübsinnig in der Halle und wartete auf meine Frau, sowie die Maschine, die dem Lockruf des Weins gefolgt war und einen Cabernet Sauvignon für den Preis einer Flasche im Tesco genoss. „Aber wenigstens war er gut,“ waren ihre Worte, „fuer den üblichen Verdächtigen aus Chile sehr annehmbar.“
Endlich war es dann soweit und als der Ruf durch die Lautsprecher hallte, das Flugzeug nach Budapest habe endlich den Flughafen Dublin gefunden, da brandete sowas wie verhaltener Jubel auf. Natürlich, wie so üblich, konnten wir nicht in’s Flugzeug, sondern mussten erstmal auf der Treppe warten, bis alles erledigt und wir in’s Flugzeug konnten, Ein Ungar aus der Schlange meinte zu seiner Begleiterin, „in der Zeit hätten wir auch schon fast in Toronto sein können,“ und endlich wurde die Schleuse geöffnet, die uns zum Flugzeug brachte. So ähnlich müssen sich die Kinder Israels gefühlt haben, als Moses sie nach 40 Jahren in der Wüste in’s gelobte Land brachte.

Zum Glück fuer das Personal verzichtete man auf das, was für Ryan Air typisch ist. Es gab keine Verkaufsveranstaltung, nur 10 Bingolose zum Preis von 5, Rheumadecken jetzt im Angebot, Ihre Gesundheit wird’s Ihnen danken, oder nur Heute unser Schnellkochtset.“ Auch wurde verzichtet darauf, den übermüdeten Passagieren Parfum, oder Zigaretten, sowie die übliche Werbebroschüre unterbrochen mit ein paar Werbeinhalten, „Siena im Sommer nur 39€ ab Galway usw.“ anzubieten. Das machte die Sache erträglicher. Und als das Flugzeug landete verzichtete nan auf die übliche Fanfare und die Selbstbeweihräucherung die für Ryan Air bei jeder Landung obligatorisch ist. Nun ja, es wäre auch ein bisschen seltsam ruebergekommen, wenn man auf die Pünktlichkeit hingewiesen hätte, nachdem man gerade 5 Stunden zu spät in Dublin abgeflogen ist.
Endlich in Budapest angekommen, stand die Frage im Raum, wie kommen wir an unseren Zielort und zum Glück war meine Frau vorausschauend und hatte ein Miettaxi bestellt, das uns um 3.30 irischer Zeit am Flughafen erwartete.
Der Fahrer schien etwas übernächtigt, aber fit genug fuer die Fahrt und so konnten wir unsere Odyssee endlich gegen 5.30 irischer Zeit beenden.

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Von Heiligen und Menschen

Ich habe es schon einmal geschrieben, abgesehen von Italien ist Irland für mich das mit Abstand katholischste Land das ich kenne.
Auch wenn Skandale und Skandaelchen die katholische Kirche Irlands begleiten, so ist doch der Glaube im Land tief verwurzelt.
Unerschütterlich wandern die Iren Woche für Woche in die Kirchen und beten inbrünstig um ihr Seelenheil. Selbst wenn sie nicht in die Kirche gehen, Jesus, oder irgendein anderer aus der unerschöpflichen Heiligenfamilie der letzten Tausend Jahre, hängt als Bild an der Wand, oder steht als kitschiger Staubfänger auf den Kommoden des Landes.

Hier in Cork gibt es auch entsprechende Shops für das seelische Heil, in Form von Büchern, Heiligenbildchen, Figuren, oder Rosenkränze in schmuddeligen Strassen und dazugehörigen Häusern angeboten, schliesslich kam Jesus ja auch in einem Stall in Bethlehem und nicht in einer Villa im Tudorstil zur Welt. Für jeden Tag gibt es auch den dazugehörigen Sinnspruch aus der Bibel gratis dazu. Ich kenne diese Läden aus Orvieto, wo in der Nähe des Domes Devotionalienlaeden wie Pilze aus dem Boden schossen und allerlei Tand an die Touristen verkauften

Der wichtigste Heilige Irlands ist dabei St. Patrick, oder Padraigh, der Nationalheilige der irischen Insel. Dabei ist Paddy strenggenommen gar kein Ire, sondern ein Einwanderer aus Wales. Es heisst, dass er die Schlangen von der Insel vertrieb, was eigentlich Quatsch ist, es gab nämlich schon damals keine Schlangen, die er hätte vertreiben können, was der Lage Irlands geschuldet ist und wie Spötter behaupten, dem irischen Wetter. Entweder wären sie ertrunken, oder erfroren.Im letzten Jahr rief sogar PETA zum Boycott des St. Patrick’s Day -eines der höchsten irischen Feste- auf, da PETA der Meinung war, das der Heilige quasi einen Massenmord begangen hat.
Ueber Patrick ist auch wenig bekannt. Einige Quellen sagen, dass er der Sohn eines römischen Offiziers war, der als Missionar nach Irland kam. Andere Quellen besagen, er wäre als Sklave von irischen Piraten verschleppt worden und hätte, während er Schafe hütete zum christlichen Glauben gefunden. Wobei man wissen muss, dass England wiederholt das Ziel irischer Piraten war, die von ca. 450 bis etwa 900 n. Chr. englische Küstenstädte und römische Handelsschiffe in der irischen See plünderten.
Laut den Legenden kam er um 432 nach Irland und begann die Iren zu missionieren, wie man sieht, mit Erfolg.
Der Grund für seine Beliebtheit dürfte wahrscheinlich in Luke Wadding’s Wirken begründet sein. Wadding, ein Franziskaner Mönch aus Waterford, war ein glühender Nationalist -Quasi ein antiker Piusbruder-. Während seiner Zeit in Rom reifte in ihm der Plan den Iren eine nationale Identifikation zu stiften, um so die Iren gegen die Engländer zu einen und Irland zu befreien. Die meisten Iren kannten die Legenden um St. Patrick und Wadding’s Kalkül beruhte darauf.
Dabei wäre ein anderer Heiliger viel besser geeignet, aber leider ist er etwas in Vergessenheit geraten.

St. Brendan, Schutzpatron der Schiffer, wurde etwa 484 wahrscheinlich in Annagh geboren und erlangte in Europa Berühmtheit durch die „Navigatio Sancti Brendani“, einem Reisebericht der erzählt, wie St. Brendan und seine 12 Gefährten die Reise über den Ozean machten und wahrscheinlich sogar als erste Europäer lange vor den Wikingern und Columbus Amerika entdeckt haben. Am 16. Mai 1976 machte sich der britische Abenteurer Timothy Severin in einem Curragh auf und stach von der Mündung des Brendon Creeks auf, um die Legende entweder zu bestätigen, oder zu widerlegen und kam bis nach Amerika. Theoretisch wäre es also möglich gewesen, dass der irische Marco Polo die Küste vor New York entdeckt hat. Nur ist St. Brendan im Gedächtnis der Iren wenig präsent und seine Navigatio kennen auch nur wenige, vor allem ist es das Verdienst eines Australiers, der die Navigation aus dem Lateinischen in’s englische übersetzte. Ich weiss nicht mal, ob seine Abenteuer auf dem Lehrplan irischer Schulen stehen. Bei den Schiffern jedenfalls, da geniesst er einen hohen Stellenwert.

Das bringt uns zum dritten wichtigen Heiligen und zum Schutzheiligen von Cork, Saint Finbarr, dem das Verdienst zukommt, von Katholiken und Protestanten gleichermassen verehrt zu werden. Finbarr wurde wahrscheinlich um 550 in Bandon Co. Cork als Lochn geboren und erhielt den Namen Fionhbarr (Blondschopf) offensichtlich während seines Studiums im County Kilkenny. Finbarr war, wie alle irischen Heiligen, ein Außergewöhnlicher Mann und besass offensichtlich den typisch irischen Sturschaedel. Von ihm wird berichtet, dass er die Sümpfe um Cork trocken legte, die Stadt erbaute und als sie ihm doch nicht als geeignet erschien, er sein Kloster auf Spike Island erbaute. Da Legenden kaum nachprüfbar sind kann es so gewesen sein, oder auch nicht. Fakt zumindest ist die Besiedlung von Spike Island im 7. Jahrhundert und bei Ausgrabungen fand man auch Reste eines Klosters aus dieser Zeit. Da Finbarr um 623 starb also durchaus im Bereich des Möglichen. Der Keltologe Pádraig Ó Rain allerdings hält es für wahrscheinlicher, dass Finbarr nie gelebt hat, sondern auf eine keltisch-irische Gottheit zurückgeht, die schlicht und ergreifend im Zuge der Christianisierung Irlands vereinnahmt wurde. Wenn man die Kirchengeschichte kennt, dann macht das durchaus Sinn.

Ein Ire hat es allerdings nie in den kirchlichen Olymp geschafft, obwohl er durchaus die Anlagen dazu gehabt hätte, aber vielleicht liegt es auch daran, das Brian Boru sich nicht wirklich als Heiliger eignet. Dabei war Boru der erste Ire, der die Clans unter sich einigen konnte und 1005 Ard-Ri auf dem Tara, dem heiligen Berg (eher Hügel) der Iren gekrönt wurde. Danach gab es keinen Hochkönig mehr, ausser Edward Bruce, der Bruder von Robert Bruce, der 1318 meinte, dass er sich zum Hochkönig ausrufen müsste, damit Schottland in der irischen Erbfolge einen Fuss in die Tür bekommt.
Nun hat wahrscheinlich Brians Einigung mit Maél Sechnaill über die Aufteilung Irlands dazu geführt, dass er nicht mal in die Nähe einer Seligsprechung kam, denn Maél kam aus Armagh, was im Norden der Insel liegt und somit Nordirland, sowie englisches Gebiet ist. Aber das ist wohl eher unwahrscheinlich denn Brian ist im Gedächtnis der Iren sehr präsent. Angeblich, so heisst es, seien die irischen Freiheitskämpfer 1916 mit Brian’s Boru March in den Kampf gezogen, was wenig glaubhaft ist. Zum Heiligen hat es nie gereicht.

Ich weiss natürlich nicht was diese Heiligen zu den Skandalen der katholischen Kirche in Irland sagen würden, ebensowenig weiss ich um die Reaktionen, allerdings weiss ich, dass viele Iren am Wochenende wieder in die Kirche gehen und sich von Fr. Seamus und Liam den Segen abholen. Danach stehen sie im Pub, schimpfen über Gott und die Welt und dass endlich Schluss sein müsste mit Kirche, sowie mit den ganzen Skandalen die das Land, zwar nicht erschüttern, aber einen Bericht in den Abendnachrichten bei RTÉ wert sind.

Buddy Jesus Reloaded

Was ich vergass zu erwähnen, ich kenne kein Land, Italien mal ausgenommen, weil ich eine Zeit dort verbracht habe, wo es Tanks mit Weihwasser gibt. Ja, Sie haben ganz richtig gelesen, bei uns gibt es tatsaechlich Kirchen die im Hinterhof eine Weihwasserquelle haben. Mag man kaum glauben, ist aber so und ich frage mich jedesmal, „Arbeitet van Helsing in der Stadt? Gibt es Vampire in Irland, oder sonstwas dämonisches? Warum, um alles in der Welt, hat man eine Weihwasserquelle?“ Nutzt man das Wasser um seine Kartoffel zu kochen und sagt zu seinen Lieben, „It’s a Holy Mash!“ Nimmt man Gallonen davon, heizt es auf und fuellt es in die Badewanne? Steht Jesus ploetzlich neben einem und sagt, „Naja, zwei Liter haetten es auch getan.“ 

Klingelt man bei seinem Nachbarn, schuettet ihm eine Flasche in’s Gesicht und schreit „Vade retro!!!!“ weil er einem letzte Woche im Suff in die Begonien gepinkelt hat und man schon immer den Argwohn hatte, „so ganz dicht ist der nicht.“

Was macht man mit dem Wasser, auch wenn viele Iren das ganze Ensemble der Krippe auf dem Board haben, mag ich nicht glauben, dass sie sich damit bekreuzigen. Nutzen sie es als Eau de Toilette, gehen sie bei Einbruch der Dunkelhait auf Jagd nach Vampiren, oder Werwoelfen im County Cork, trinken sie es und werden nicht nur heilig, sondern auch high davon. Ist das Wasser aus dem River Lee, wer haelt seine Hand darüber, fliegt es die irische Luftwaffe nach Rom und der Papst segnet das, oder schreitet der Archbishop von Dublin durch das Land und sagt, „Ich segne Dich, Wasser!“ Und der Messdiener sagt, „Das kostet Dich jetzt aber ein Snickers, oder ’nen Tenner, kannst mir auch 20 quitt geben.“

Ich muss gestehen, ich bin sehr neugierig und werde an dieser Sache bleiben, weder habe ich die richtige Religion, noch mit Religion etwas am Hut, aber ich bin halt extrem neugierig und wenn der Priester die St. Paul’s verlaesst werde ich ihn umhauen, am Boden festnageln und ihn der hochtnotpeinlichen Befragung unterziehen, was es mit diesen Weihwasserquellen auf sich hat. Spaetestens, wenn ich ihm die Unterhose die Kerbe hochziehe, wird er plaudern. Zur Not verbrenne ich ein Heiligenbild, weil ich muss das wissen. Kann es sein, dass Leprechauns bei Dunkelheit und einem Topf Gold ueberlegen, unsere Regierung zu kaufen, ist es moeglich, dass die Banshee jetzt schon fuer unseren Taoiseach singt. Verlassen die Feen das Land mit der Faehre Richtund England. All das moechte ich gern wissen und das aus erster Hand. Und wenn man das mit dem Wasser verhindern kann, aber hallo, ich kaufe Kanister bei 53 Degrees North, schliesslich habe ich eine Kundenkarte. Ich moechte mich nicht ueberraschen lassen, schon gar nicht von der Kirche.