Franz‘ Quelle

Geht es um Stout, dann ist das Franciscan Well auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Brauerei, mit angeschlossenem Pub, sorgt seit 1998 nicht nur mit Bier, sondern auch mit einer sehr guten Pizza für das Wohl seiner Gäste.
Der Pub selbst ist nicht sehr gross aber dadurch, dass es einen Biergarten gibt, ist der Pub, besonders an den Wochenenden gut besucht. Hinzu kommt, dass das Franciscan Well sich einen eigenen Hausgeist gönnt und damit in der Top 10 der Spukplätze in Cork rangiert.
Nun geht der durchschnittliche Pubbesucher aber nicht unbedingt wegen irgendwelcher Geister in den Pub, sondern um sich alkoholisch erhellen zu lassen, quasi Biergeist.

Ich persönlich muss gestehen, dass ich nicht gern dorthin gehe, dass mag an der Atmosphäre liegen, oder auch am Publikum das sich zu grossen Teilen aus Angestellten der grossen Konzerne, die in Cork sitzen, zusammen setzt und man fast zwangsläufig einen seiner Manager trifft. Nun muss ich aber zum Glück nicht auf das Shandon Stout verzichten denn die Brauerei beliefert einige lokale Pubs wo man in den Genuss eines Shandon, oder eines Friar Weisse kommt, meine beiden Lieblingsbiere der Brauerei.

Das Friar riecht und schmeckt in der Tat nach Banane und Zitrone, dabei ist es eher Süßlich und den Hopfen kann man nur erahnen. Gut es ist wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack aber in der Tat kein schlechtes Bier und nur zu empfehlen, wenn man mal in Cork weilt.

Das Shandon Stout riecht und schmeckt leicht nach Lakritze. Der cremige Schaum, der allen Portern und Stouts gemein ist, schmeckt leicht nach Hopfen und bietet einem guten Kontrast wie im übrigen auch der Rest des Stouts, die Süße, mit dem Hopfen ist einfach gut und man merkt, dass sich die Brauer sehr viel Gedanken über ihr Bier gemacht haben. Shandon ist eine gute Alternative zu Guinness, Beamish und Murphy, besonders wenn es um Innovation geht.

Im letzten Jahr startete die Jameson Destillerie einen Werbespot mit dem Titel Jameson Caskmates Story. Die Legende besagt, dass der Master Distiller der Jameson Destillerie im Franciscan Well auf ein Pint einkehrte. Er kam mit seinem Nachbarn in’s Gespräch (das ist völlig normal in einem Pub) und es stellte sich heraus, das sein Nachbar der Braumeister des Franciscan Well war. Man philosophierte also über Bier, Whiskey und die Gemeinsamkeiten, sowie darüber, dass doch beide gemeinsam hinter dem Tresen eines Pubs zu finden wären.
Die Zeit verging und ein Pint nach dem anderen floss durch die Kehle und so kam es, dass beide einen Plan hatten, schliesslich ging es auch um Cork. So kam es, dass am nächsten Tag einige Fässer aus der Jameson Destillerie in Midleton, den Weg in die North Mal fanden und mit Stout befuellt wurden. Nachdem die Fässer leer waren, fanden sie den Weg wieder zurück in den heimischen Stall und heraus kamen zwei Produkte.
Zum einen das Franciscan Well Jameson Cask Stout und zum anderen der Jameson & Craft Stout.

Das Stout habe ich bisher noch nicht getrunken, kann also dazu nichts sagen, weil mich der exorbitante Preis von 15€ abgehalten hat. Es heisst, dass man einen leichten Whiskeygeschmack wahrnehmen und schmecken kann. Den Whiskey dagegen habe ich schon kosten dürfen und muss sagen, er ist wirklich sehr gut mit einer feinen Stoutnote und selbstverständlich hat er die typische Milde des Jameson.
Es hiess, das die Flaschen limitiert sind und den Whiskey nur ausgewählte Pubs führen, ob dem so ist, dazu kann ich nichts sagen, soweit ich weiss kann man ihn im Jameson Shop in Midleton kaufen und sollte man mal in Cork sein, dann würde ich eine Tour durch die Destillerie wärmstens empfehlen.

Das Stout hingegen bekommt man in vielen Off Licence, in einem Pub habe ich es allerdings noch nicht gesehen. Es heisst, dass The Bierhaus einige Flaschen anbietet, aber bei den Preisen dürfte die Flasche wohl 20€ kosten, aber wer weiss, vielleicht schaue ich beim nächsten Mal einfach nach.

Sláinte!!

Man trinkt schwarz

Es ist schon ein paar Jahre her, da machte sich der Vorsitzende der irischen Pubvereinigung im irischen Rundfunk Luft. „Es sei eine Unverschämtheit,“ so wetterte er, „dass die Supermärkte (gemeint waren Tesco, Dunnes und M&S) Bier viel billiger verkaufen und dem heimischen Pubsterben damit Vorschub leisten würden.“
Nur vergass er dabei zu erwähnen, dass die irische Regierung und einige ihrer Massnahmen einen viel größeren Einfluss am Pubsterben hatten, als eine Dose Carling für einen Euro im Tesco.
In der Tat kann ein Besuch im Pub ein Loch in’s Portemonnaie schlagen, denn man darf nicht vergessen, dass ein Pint im Pub je nach Lokal zwischen 3.50 und 5 Euro kostet. Manche Pubs bewerben die Angebote der Woche und haben Plakate vor der Tür auf denen ein Pint Beamish für 3.50 angeboten wird. Alkohol ist bei uns sehr teuer und für eine Dose zahlt man zwischen einem Euro (Carling) und 3.50 (Weihenstephaner), da ist es kein Wunder, dass manche Iren neidisch über das Meer schauen, wenn man ihnen sagt, dass in dem Land wo man her kommt, 20 Flaschen für den gleichen Preis, oder ein wenig mehr zu haben sind. Man mag sich vielleicht über die Qualität Gedanken machen, aber nicht über die Quantität.

Dabei sind es nur zwei Majorbreweries, die sich den heimischen Biermarkt aufteilen. Auf der einen Seite ist das die bei uns ansässige Heineken Brauerei, die neben Heineken einige andere Biere in Lizenz braut und mit Murphys und Beamish zwei hiesige Bierbrauereien geschluckt hat. Auf der anderen Seite ist es die in Dublin ansässige Guiness Brauerei die zum Diageo Konzern gehört. Nicht nur Guinness wird dort gebraut sondern auch Kilkenny -besonders bekannt in Deutschland- und Smithwicks -Kilkenny, der Exportname, wird mittlerweile auch in Irland verwendet, dabei ist es aber kaum günstiger zu bekommen-.

Im Laufe der Jahre aber haben sich hier sogenannte Microbreweries etabliert, die das Bild der Guiniesstrinkenden Nation, wie man uns im Ausland sieht, gerade rücken. Rückblickend für mich, als ich nach Irland kam, hatte ich natürlich auch dieses Bild im Kopf und muss sagen, meine ersten Pints in einem irischen Pub waren Guiness. Nach und nach gesellten sich die heimischen Stouts Beamish und Murphy“s hinzu. Mittlerweile, den irischen Microbreweries sei Dank, bin ich ein Stout und Porterliebhaber geworden. Deswegen steuere ich auch nur einen oder zwei Pubs an. Zum einen das Abbot’s Alehouse, einen Off Licence mit angeschlossenem Pub in der Coburg Street, wo sich meine Freunde Evgenij und Terence um Ihre Gäste kümmern und mit Sachverstand die Unterschiede zwischen den Biersorten erklären, dem Bierhouse, wo mein Freund Ronan arbeitet und von Zeit zu Zeit das Franciscan Well. Eine Brauerei mit angeschlossenem Pub.
Diese Leute und ihr Wissen um gutes Bier machen einen Besuch zum Erlebnis und lassen mich einen Bogen um die üblichen Pubs machen, wo die üblichen Biere, die dem Massengeschmack dienen, verkauft werden. Erst hier in Irland habe ich gelernt, dass besonders Stout und Porter eine Wissenschaft darstellen können und wenn man sich in diese Biersorten verguckt, es sehr spannend ist, die Unterschiede zwischen den Brauereien herauszuschmecken.

Ich werde in der Zukunft einige dieser Brauereien vorstellen und auch die eine oder andere Destillerie vorstellen, die Irlands Alkohollandschaft prägen, dabei ist dann auch die Blackwaterdistillery, wo ein Bekannter von mir Mitbesitzer ist.
Der britische Schauspieler Nigel Lorraine sagte im Film „The Guinea Pig“ von 1948 „Britain is a noble Cinderella, sparsely clad and much interfered with. Britain today is a powerhouse of ideas, experiments, imagination…..“
Richtigerweise könnte man sagen „Ireland today is a powerhouse of ideas, experiments, imagination…..“ Vielleicht weil es genügend Iren gibt, die sich mittlerweile neu orientieren und eingefahrene Wege verlassen und sei es nur in Alkoholischer Hinsicht. Ich bin gespannt, wann die ersten Weingüter sich etablieren, oder independant Ciderproduktionen entstehen und der erste irische Calvados gebrannt wird.