Der Sieger heißt…Boris Johnson

Zumindest für die Achse des Guten.

Im letzten Jahr habe ich über Peter Grimms Unkenntnis über die Wahl in Großbritannien geschrieben, da er behauptet hat, dass Ursula von der Leyen und Angela Merkel für den Wahlsieg der Tories bei den Neuwahlen verantwortlich gewesen seien.

In diesem Jahr sind es gleich zwei Kandidaten die dem Begriff „alternative Fakten“ eine neue Bedeutung geben. Der eine ist Thomas Rietzschel, der besser mal beim Kulturressort geblieben wäre und der zweite ist Dr. Benny Peiser.

Der Brexit ganz anders, oder Benny Peiser weiß Bescheid

Fangen wir mit Rietzschel an. Im September 2020 kam Boris Johnson auf den Einfall, das sogenannte „Binnenmarktgesetz“ auf den Weg zu bringen, das den Brexit Vereinbarungen zuwidergelaufen wäre, da Großbritannien selber der Seegrenze zwischen Nordirland und Großbritannien zugestimmt hat. Das Binnenmarktgesetz hätte eine mögliche Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland bedeutet und damit möglicherweise ein wiederaufflammen des Nordirland Konfliktes.

Rietzschel war offensichtlich die Geschichte Irlands und der zwischen der EU und Großbritannien geschlossene Vertrag nicht bekannt, sonst hätte er nicht gejubelt „In der Rage mag ihr entgangen sein, dass England bereits Ende Januar aus der EU ausgetreten ist und zum Schluss des Jahres auch die Zollunion und den EU-Binnenmarkt verlassen wird.“ Nein Thomas, das ist der Frau von der Leyen nicht entgangen, hättest Du den Vertrag gelesen, wäre auch Dir aufgegangen dass sich Großbritannien zu einer Seegrenze verpflichtet hat, übrigens eine Idee Theresa Mays.

Das Binnenmarktgesetz hätte gegen diesen Vertrag verstoßen, sowie gegen internationales Recht, aber man nimmt es bei der Achse nicht so genau mit Fakten und hält sich lieber an Trumps Pressesprecherin, die Diskrepanz der Inauguration Donald Trumps, bezüglich der Teilnehmer, mit alternativen Fakten erklärt hat. Das er die Queen im Kensington Palace wohnen lässt, ist wahrscheinlich seiner Ignoranz geschuldet.

Und da ist man bei der Achse wahrlich Meister. Man biegt sich Fakten so, dass sie in‘s eigene Weltbild passen. Und da haben Demokratie, Gesetz, oder Expertenmeinungen keinen Platz. Man bejubelt Personen wie Donald Trump, Boris Johnson, oder Viktor Orbán. Bieten sie doch dem liberalen Establishment die Stirn und werden vom Leserkreis, die es mit Gemeinschaft auch nicht so haben, höchstens wenn es um die Volksgemeinschaft geht, goutiert.

Der zweite Protagonist, Benny Peiser, schoss dann allerdings im Dezember den Vogel ab und erklärte Boris Johnson zum Sieger der Vertragsverhandlungen. Nun lebt Herr Peiser schon etwas länger in England und sollte eigentlich das Geschehen im Blick haben, allerdings nicht, wenn man sich um den ganzen Brexit nur am Rande interessiert, oder aus konservativen, Brexitnahen Zeitungen informiert.

Peiser hat die Global Warming Policy Foundation gegründet, eine Lobbyorganisation, die den Klimawandel leugnet und einen gewissen Einfluss unter den Tories besitzt, bezeichnet dieser Boris Johnson auch gerne mal als Linksradikalen, weil er nicht Berater der Premiers in Sachen Klima geworden ist, und Johnsons Kabinett an den Klimazielen festhält.

Aber hier geht es nicht um Klima, sondern darum der verhassten EU in die Suppe zu spucken. „Wir befinden uns im Jahre 2021 n. Chr. Ganz Europa ist von einer Großmacht besetzt… Ganz Europa? Nein! Eine von unbeugsamen Briten bevölkerte Insel hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.“ Beginnt er seinen Text und verkennt, dass die Europäische Union sich selten in die Belange seiner Mitglieder eingemischt hat. Auch vergisst er, dass britische Regierungen gerne mal EU Gesetze in nationales Recht umgewandelt haben.

„Das Vereinigte Königreich wird sich nun zusehends aus den Fängen eines Riesen-Oktopus befreien. Es hat die volle Kontrolle über die Einwanderungspolitik und die Grenzen wieder erlangt. Britische Steuerzahler überweisen keine Milliarden mehr an den EU-Haushalt. Großbritannien liegt nunmehr außerhalb der Zuständigkeit des Europäischen Gerichtshofs. Das Land kann Handelsabkommen mit anderen Ländern auf der ganzen Welt schließen. Und auf längere Sicht wird es viel weniger Regeln und Kosten geben.“

Schreibt er weiter und mir stellt sich die Frage, wo Herr Peiser die letzten 40 Jahre gelebt hat? Großbritannien hatte immer die Kontrolle über seine Einwanderungspolitik und die Brexiteers vergessen, das die Osterweiterung maßgeblich von Großbritannien ausging und man auch hinter dem Freizügigkeits Grundsatz stand. Die Ablehnung des Schengenabkommens erlaubte Großbritannien – Übrigens auch Irland – weiterhin souverän über seine Grenzen zu wachen. Man musste sich einer Paßkontrolle unterziehen wenn man aus der EU aus und nach Großbritannien einreisen wollte.

Einer der Gründe für das Referendum war, dass man sich das anders vorgestellt hatte, Freizügigkeit ja, aber doch nicht für Osteuropäer und schon gar nicht, dass Polen die Jobs übernahmen die die englische Bevölkerung nicht machen wollte. Freizügigkeit bedeutete vielmehr das man selber in Europa ohne Probleme leben kann.

Auch werden die Steuerzahler weiterhin Gelder nach Brüssel überweisen, da das Land weiterhin in einigen Organisationen verbleibt und die Mitgliedschaft Geld kostet. Auch konnte GB Verträge mit anderen Ländern schließen, es profitierte aber von der starken Gemeinschaft die die EU bietet. Aber hey, die Verträge, die im Zuge des Deals den Briten zufallen bedeuten nicht, dass man da weitermachen kann, wo man ausgestiegen ist. Man wird diese neu verhandeln müssen, zu neuen Konditionen.

Als ich ……“Durch die Sicherung eines Brexit-Handelsabkommens hat Johnson das geliefert, was seine Kritiker nicht für möglich hielten. Während seine Kritiker ihn seit Jahren als einen ideologischen Fanatiker und Polit-Clown verschrien, hat er sich als das erwiesen, was viele Briten in ihm sehen – ein realpolitischer Pragmatiker.

Einer der Gründe, warum Johnson, im Gegensatz zu seiner Vorgängerin Theresa May, einen Großteil seiner Unterstützung halten konnte, ist, dass er die britische Volkssouveränität mehr als die parlamentarische Souveränität respektierte, ja respektieren musste, um letztendlich das Referendum und mithin den Willen des Volkes zum Erfolg zu führen.

„Tatsächlich hatte Boris Johnson bei den Verhandlungen mit der EU keinen großen Spielraum für Kompromisse. Das Schicksal Theresa Mays und das Überleben der konservativen Partei standen auf dem Spiel. Denn das erste, ursprünglich von Theresa May und der EU ausgehandelte Austrittsabkommen war von den britischen Wählern und dem Unterhaus kategorisch abgelehnt worden.“…gelesen habe, da mußte ich lauthals lachen. Mir stellt sich die Frage, ob Peiser völlig realitätsfern ist und auf der Jagd nach dem Einhorn, oder im Koma lag.

Schauen wir uns doch mal den „Erfolg“ an: Die EU hat den Vertrag bekommen, den sie sich mühsam erarbeitet hat. Ich erkläre auch warum. Als Theresa May im Unterhaus ihre Rede zum, von Boris Johnson „ausgehandelten“ Deal hielt, adressierte sie das Ganze an Keir Starmer, Vorsitzender der Labour Party, meinte aber Boris Johnson.

Sie sagte es sei der Vertrag den sie ausgehandelt habe, der mehrfach abgelehnt wurde – auch von Jeremy Corbyn und Labour – und nun in leicht veränderter Form vom Unterhaus bestätigt wird. Zum einen hätte man den Vertrag viel früher und besser haben können, aber man wollte ihn nicht. Dann lehnte Johnson den Vertrag im September ab und versuchte das Binnenmarktgesetz in‘s Spiel zu bringen und damit Nordirland vor den Bus zu stoßen. Es wurde noch ein bisschen nachverhandelt, und als ein No Deal drohte, unterschrieb er.

Was hat er bekommen? Johnson brachte gegen Ende die Fischindustrie in‘s Spiel die 80% der Fanggründe für die britischen Fischer beanspruchte, obwohl sie nur 1% zum BIP beitragen und das meiste eh in die EU exportiert wird. Man fischt auch überwiegend Kabeljau und ganz ehrlich, Fische kennen keine Nationalität. Am Ende haben die britischen Fischer gar nichts bekommen, denn es bleibt so wie es war mit einer Ausnahme, dass man in 5 Jahren neu verhandelt.

Service- und Dienstleistungssektor machen 70% des britischen BIP aus, allerdings war dieser Sektor kein Bestandteil der Verhandlungen, so dass das Ergebnis sein wird, dass Johnson Nachverhandlungen beantragen muß, will er nicht für einen massiven Crash verantwortlich sein. Viele Dienstleister haben ihre Sitze nach Dublin, Frankfurt, Paris, oder Amsterdam verlegt. Was Boris Johnson nämlich nicht bedacht hat ist, dass Finanzfirmen ihren Sitz in der Europäischen Gemeinschaft haben müssen, da sie sich EU-Regeln unterzuordnen haben.

Das ist spätestens seit 2018 bekannt und dementsprechend schreibt Peter S. Goodman in der New York Times: „Nach dem Brexit-Referendum verlagerten viele Unternehmen Vermögenswerte, Büros oder Geschäftsbetriebe aus Großbritannien nach Kontinentaleuropa. Bis Anfang April 2019 haben Banken mehr als 1 Billion US-Dollar aus Großbritannien verlagert, und Vermögensverwaltungs- und Versicherungsunternehmen haben 130 Milliarden US-Dollar aus Großbritannien transferiert.

Ein Bericht des unabhängigen Forschungsinstituts New Financial vom März 2019 identifizierte 269 Unternehmen aus dem Banken- oder Finanzdienstleistungssektor, die nach dem Brexit Teile ihres Geschäfts oder ihrer Belegschaft verlagert hatten; von diesen Umzügen wurden 239 als Brexit-bedingt bestätigt. Die meisten Umzüge erfolgten nach Dublin (30 %), gefolgt von Luxemburg (18 %), Frankfurt (12 %), Paris (12 %) und Amsterdam (10 %).“ Und es wird weitergehen und viele werden in der Finanzmetropole London ihre Arbeitsplätze verlieren dank Brexit. – Anmerkung, der Report wurde Oktober 2019 upgedated –

Ich möchte hier auch nicht erwähnen, dass 70% der britischen Unternehmen auf den Brexit nicht vorbereitet sind, da es bis zuletzt keine Informationen darüber gab was sich alles ändert. Laut Boris Johnson sind das die Unternehmen schuld, denn Verantwortung übernimmt er grundsätzlich nicht. Um das zu wissen sollte man sich seine Reden im Unterhaus anhören. Für ihn und die Tories sind alle anderen Schuld.

Das NHS wurde jahrelang kaputt gespart, und mit dem Brexit verlor es einen großen Teil seiner Pflegekräfte aus EU-Ländern. Die Reaktion eines Brexiteers war, dass diese Osteuropäer schnell den Schwanz einklemmen, wenn mal eine kleine Epidemie kommt und die Engländer im Stich lassen. Ein anderer schrieb naiv, dann sollte das NHS für Nachwuchs sorgen, als wäre der Heilberuf mit einem Abendbesuch auf dem College in 2 Wochen erlernbar.

Durch Covid-19 wurde die ganze Situation noch verschärft. Unicef richtet Suppenküchen für Kinder und Jugendliche, besonders in Nordengland ein und erreicht damit 4,2 Millionen die unter der Armutsgrenze leben. Die Zahl der Obdachlosen steigt rasant, und immer mehr Briten müssen Universal Credit beantragen, um zu überleben. Währenddessen verlagerte Jacob Rees-Mogg, der Multimillionär aus dem Unterhaus, der aussieht, als hätte er einen Stock im Arsch und wäre aus der Zeit gefallen, Teile seines Konglomerats nach Dublin aus, um weiter in der EU Geschäfte zu machen, während der größte Spalter, Lügner und staatlich lizensierte Hochstapler Nigel Farage Jagd auf „illegale Migranten“ macht und nicht davor zurückschreckt, wenn er nicht in Dover Patrouilliert, Hotels abfährt und von den Angestellten wissen will, ob dort Flüchtlinge untergebracht sind. Im übrigen spekulieren britische Medien, ob er schon in der deutschen Botschaft einen Deutschen Pass beantragt hat, seine Frau und seine Kinder sind Deutsche.

Ein Highlight des Artikels, er zitiert Alexander von Schönburg, der in der britischen Mail folgendes Schmankerl zum Besten gibt:
„Was Boris Johnson erreicht hat, ist eine maßgeschneiderte Vereinbarung, die Grossbritannien den uneingeschränkten Zugang zum EU Binnenmarkt ermöglicht und gleichzeitig erlaubt, eigene Gesetze und Standards zu schreiben, ein Abkommen, das geradezu sensationell ist: „Rechtlich außerhalb der EU, aber mit vollem wirtschaftlichen Zugang zum EU-Binnenmarkt“, so lautet von Schönburgs Fazit.“

Nun lese ich selten die Mail, in der man nicht mal seine Fish & Chips einwickeln möchte, aber der Artikel ist von daher originell weil am gleichen Tag sein Kollege der Bildzeitung, Albert Link, schreibt, „Als eine der auflagenstärksten Zeitungen des Landes nimmt die „Mail on Sunday“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Visier. „Merkel will, dass Großbritannien über Glasscherben krabbelt“, titelt die Zeitung unter Bezugnahme auf eine anonyme Regierungsquelle.“

Artikel vom 13.12 der Mail, nun was stimmt denn jetzt?

Und in der Tat, auf der Hauptseite der Mail on Sunday vom 13.12.2020, liest man genau das. Wie Peiser und Schönburg auf den Gedanken kommen, Angela Merkel hätte Druck auf die EU ausgeübt wissen nur die Beiden. Merkel hat Johnson untersagt die Hauptstädte aufzusuchen, um direkt mit den einzelnen Regierungschefs zu sprechen. Kann man alles schon mal vergessen im Eifer des Geschäfts. Das Königreich hat auch keinen „vollen“ Zugang zum EU-Binnenmarkt wie die beiden fantasieren, sondern ist an viele Bedingungen geknüpft, die sowohl Firmen in der EU als auch auf der Insel belasten werden. Beispielsweise muß nun eine Steuernummer in Großbritannien beantragt werden, wenn man mit englischen Firmen Geschäfte macht, das war vorher nicht nötig.

Ja, Herr Peiser, ihre alternative Brexiterzählung zeigt einen Sieger Broris Johnson auf ganzer Linie. Übrigens, da ich vermute dass er einen EU-Pass hat, muß er sich um den Brexit keine Gedanken machen, kann er doch, im Gegensatz zu den Briten überall in Europa ohne Schwierigkeiten leben. Und was das Erasmus Programm betrifft, da die Tories sagen, dass es doch besser ist, wenn die jungen Leute ein Studienjahr in Australien, oder Kanada machen, hat man mit dem Brexit das Programm verlassen und will es nach dem britischen Mathematiker Alan Turing benennen. Experten fürchten es wird die Steuerzahler eine Menge Geld kosten und ein Loch in die Kassen reißen, aber ja, Sieg auf ganzer Linie.

„Die Feder ist mächtiger als das Wort,“ stellte der Politiker und Schriftsteller Edward George Bulwer-Lytton vor über hundert Jahren fest. Die Achse verdeutlicht dies, denn es geht ihnen längst nicht mehr um eine Gegenargumentation, oder Kritik. Ja, Kritik an der EU ist notwendig und es gibt viele Baustellen, wie das Vetorecht, das es Ungarn erlaubt davon reichlich Gebrauch zu machen, besonders wenn es um die Menschenrechte geht. Der Achse und ihren Autoren geht es allein darum alles abzulehnen und zu diffamieren, beziehungsweise diskreditieren, was nicht in ihr Nationalkonservatives Weltbild passt. Dafür lieben sie ihre Leser und feuern sie an. Sie reagieren allerdings hochaggressiv wenn einzelne Autoren mal einen vernünftigen Artikel schreiben, zum Beispiel Trump zu entfernen.

So lange es gegen Menschen, wie Frau Kahane und die Amadeu Antonio Stiftung geht, die regelmäßig zur Zielscheibe werden weil ihnen das Engagement zuwider ist.
Oder man hat die Corona Maßnahmen zur Zielscheibe und hetzt Leute zu zivilem Ungehorsam auf, nur weil man als Feld, Wald, und Wiesendoktor glaubt das man auch Experte auf dem Gebiet der Virologie ist. Man denkt ernsthaft, nur weil man eine Boxershorts trägt, kann man mit dem amtierenden Boxweltmeister in den Ring steigen.

Was der Brexit bringt wissen wir alle nicht, allerdings wissen viele, auf Grund der Unwägbarkeiten, das es einfacher ist den Kaffeesatz zu lesen, als Prognosen über die langfristigen Folgen des Brexit zu machen.

Anmerkungen: Wer sich umfassender über den Brexit informieren möchte, dem seien die folgenden YouTube Kanäle an‘s Herz gelegt: Maximilien Robespierres, Der Betreiber ist ein Italien lebender Ire der sich seit Beginn mit dem Brexit beschäftigt. Marc Wesseling und sein „A German Eye on Brexit“ Und „A Different Bias“

Eight Amendment und deutsche Besserwisser

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Abtreibungsgegner in Dublin

Am 25. Mai entscheiden die irischen Bürger über den Artikel 40 der irischen Verfassung. Dieser Artikel besagt, dass sich die irische Regierung dazu verpflichtet das Leben aller Iren, selbst der Ungeborenen, zu schützen und wurde, am 7. Oktober 1983 per Gesetzesänderung, so in die Verfassung geschrieben (siehe Achtes Gesetz zur Änderung der Verfassung). Soweit so Gut, oder auch nicht, denn wenn ich die Berichte und Kommentare in deutschen Zeitungen verfolge, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren das Länderkritik das Hobby vieler Deutscher ist.

Selbst wenn sie absolut keine Ahnung haben wie es in fremden Ländern aussieht, eine Meinung haben sie trotzdem und müssen diese, egal wie bescheuert die auch sein mag, kund tun. Seit dem Anfang der Kampagne schaue ich hin- und wieder was deutsche Zeitungen so schreiben, beziehungsweise wie die Kommentare dazu sind und kann oft genug nur mit dem Kopf schütteln. Wahrscheinlich hatte der österreichische Journalist, Schauspieler und Schriftsteller Franz Schönthan von Pernwaldt diese Leute im Sinn als er schrieb: „Niemand weiß soviel Schlechtes von uns wie wir selbst. Und trotzdem denkt niemand so gut von uns wie wir selbst.“

Im Falle der irischen Debatte glaubt der Deutsche zu wissen, was wir sind und wie wir uns zu verhalten haben. In den Augen einiger sind wir „wilde Barbaren,“ „Rednecks“ und nicht würdig in der Mitte der europäischen Gesellschaft einen Platz zu haben. Manche gehen sogar soweit in ihren Kommentaren zu fordern, dass uns die EU aus der Gemeinschaft wirft auf Grund des Verfassungsartikels und gar nicht begreifen, bzw. begreifen wollen, wie der Artikel zu Stande kam und, knapp 35 Jahre später, ein neues Referendum notwendig macht. Außerdem fehlt das komplette Wissen, dass nicht nur in Irland die Rechtslage zur Zeit so ist wie sie ist, sondern auch in Polen das Abtreibungsrecht verschärft wurde, beziehungsweise in Malta Abtreibungen verboten sind.

Volksabstimmungen in Irland

Volksabstimmungen haben in Irland eine lange Tradition. Die Regierung lässt gerne das Volk abstimmen, wenn die Politiker sich nicht unbedingt in die Nesseln setzen wollen, wie zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Man kann damit auch kein Geld verdienen und hinterher, mit dem Hinweis „Ihr wolltet es doch so,'“ jegliche Verantwortung von sich schieben.

Die erste Volksabstimmung zum Abtreibungsgesetz gab es 1983. In Irland, wie wahrscheinlich in jedem anderen europäischen Land, wurde Abtreibung auch in hier leidenschaftlich diskutiert. Abtreibung war hier verboten und hätte es den Fall der Hausfrau Sheila Hodgers aus Dundalk nicht gegeben wäre es wahrscheinlich nie zur Abstimmung gekommen, wer weiß das schon. Mrs. Hodgers, die zu diesem Zeitpunkt unheilbar an Krebs erkrankt war, gebar wenige Tage nach ihrem Tod ein Kind, welches sofort verstarb. Daraufhin wurde eine Debatte geführt, ob es nicht besser gewesen wäre hätte man, wie in anderen Ländern, eine Abtreibung durchgeführt.

Fakt ist auf jeden Fall, dass die Abtreibungsgegner zu dem Zeitpunkt die besseren Argumente hatten und die Befürworter offensichtlich nur unzureichend vorbereitet waren, was dazu führte, dass die Gegner die Volksabstimmung gewannen und, da es auch darum ging das Leben aller Iren zu schützen, dieses in die Verfassung aufgenommen wurde, denn das war eines der Argumente. Auch wenn ich Religion ablehne, aber die katholische Kirche hatte wenig Einfluss auf die Debatte. Deutsche, die Leidenschaftlich die Bedingungen in anderen Ländern diskutieren, wären gut beraten, wenn sie sich informieren und nicht mit Hurragebrüll irgendetwas schreiben, nur weil das ihrer Vorstellung entspricht, wie andere Menschen zu sein haben.

Wie Falschmeldungen sich ausbreiten

In der Debatte über die Volksabstimmung kann man sehr gut beobachten, wie Falschmeldungen sich im Netz verbreiten und einfach Nachrichten übernommen werden statt sie zu prüfen. In einem Artikel für die taz schrieb Ralf Sotscheck über den Tod von Savita Halappanavar, „Die Ärzte weigerten sich: Solange das Herz des Embryos schlage, dürften sie nichts unternehmen. „Das ist ein katholisches Land“.“ In dem Artikel vermischt er Tatsachen mit Vermutungen zu dem Fall, die so gar nicht stattgefunden haben, aber von anderen deutschen Zeitungen ungeprüft übernommen wurden.

Am 28. Oktober2012 starb die 31 jährige Zahnärztin Savita Halappanavar im Universitätskrankenhaus von Galway an Schwangerschaftskomplikationen. Die Ärzte, das gibt Sotscheck korrekt wieder, verweigerten den Schwangerschaftsabbruch mit dem Hinweis auf das irische Gesetz, dann allerdings setzt er noch einen drauf und behauptet, dass die Ärzte gesagt hätten dies sei ein katholisches Land. Keine Ahnung wie er darauf kommt, aber das haben sie nie gesagt. Weder irische Zeitungen, noch die Krankenhausberichte wissen davon und der Bericht des HSE sowie das folgende Gerichtsurteil nahmen nicht Sotschecks Aussage, sondern das was wirklich gesagt wurde zum Anlass, dass der Gesetzgeber gezwungen war das Eight Amendment zu überarbeiten. Statt allerdings das Ganze zu kippen, wurde es verschlimmbessert, so das nun keiner mehr weiß was richtig ist.

Aber es war nicht nur diese Aussage die offensichtlich ungeprüft Einzug in deutsche Medien und damit auch Munition für sämtliche AbtreibungsbefürworterInnen lieferte. So schrieb Sotscheck davon, dass bei Abtreibung 14 Jahre Haft drohen. Wenn also, wie er vorher schrieb, Abtreibung in Irland verboten ist und Abtreibungskliniken nicht existieren, wie kann dann jemand für Abtreibung in Irland 14 Jahre Haft wegen Totschlags erhalten, macht wenig Sinn oder?

Laut dem Faktencheck der Irish Times reisten mehr als 170.000 irische Frauen in das europäische Ausland, um abtreiben zu lassen. Wären diese für 14 Jahre in’s Gefängnis gegangen, dann wären die irischen Gefängnisse überfüllt. Bezeichnend für diese Praxis in’s Ausland zu reisen ist der Fall eines jungen Paares denen der Arzt sagte, dass ihr Kind nur eine Woche überleben würde und riet dazu, dass die Beiden in England eine Abtreibungsklinik besuchen sollten, was sie schweren Herzens auch taten. Es kam wie es kommen musste, Freunde zeigten das Paar an und Beide gingen an die Öffentlichkeit und lösten in Irland eine neue Debatte aus.

Man verstehe mich nicht falsch. Ich habe natürlich kein Recht über den Körper einer Frau zu bestimmen und als Mann werde ich wohl kaum in die Verlegenheit kommen ob ich abtreibe oder nicht, außerdem wäre ich für eine Schwangerschaft auch viel zu alt. Als Liberaler stehe ich aber dazu das Frauen das Recht haben sollten über so eine Frage selbst entscheiden zu dürfen, ohne kriminalisiert zu werden. Aber es ärgert mich jedes Mal, wenn ich deutsche Zeitungen, beziehungsweise die Kommentare verfolge und frage mich, was maßen sich diese Leute eigentlich an uns zu beurteilen oder Ratschläge zu geben? Sotscheck liegt mir mit seinen Artikeln eh schon im Magen und ich frage mich manchmal, warum er seit 30 Jahren hier lebt, wenn er die Iren anscheinend nicht leiden kann. Und, bevor jemand fragt, ich und meine Frau unterstützen diese Kampagne voll und ganz.

In Polen debattiert man darüber das Abtreibungsrecht zu verschärfen und in Malta ist Abtreibung komplett verboten, aber bei Irland glaubt man, man müsse den Leute sagen was sie zu tun und zu lassen haben. Dabei wissen die Iren, wie sie es bei Abstimmung über Gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bewiesen haben, am Besten wie sie sich entscheiden müssen, ohne dass irgendwelche deutschen Besserwisser und Rechthaber das erklären müssen.

Wer sich informieren will:

http://www.thejournal.ie/abortion-referendum-1983-what-happened-1225430-Dec2013/

Darum geht’s

https://www.togetherforyes.ie

Das sind die Gegner der „Yes“ Kampagne

https://prolifecampaign.ie/main/

(Bezeichnenderweise sind viele junge Iren und Irinnen gegen die Abschaffung des Eight Amendment, wohingegen viele ältere Iren für die Abschaffung sind)

https://www.irishtimes.com/life-and-style/people/the-women-s-podcast

https://www.irishtimes.com/news/politics/abortion-referendum/abortion-facts

http://www.thejournal.ie/factcheck-uk-ireland-abortion-law-4027157-May2018/

https://edition.cnn.com/2018/05/22/health/ireland-abortion-referendum-travel-intl/index.html

 

E-Mobilität

Vor ein paar Jahren hatte eine Bekannte von mir einen Beitrag der Firma Tesla gepostet. Tesla veranstaltete damals eine Roadshow in München und stellte auf diesem Event seinen Modell S vor. Ich weiß nicht mehr ob es das Spitzenmodell von Tesla war, oder einfach nur ein allgemeines Event, auf jeden Fall war mein Interesse an E-Autos geweckt.
Meine Frau und ich überlegten uns schon eine Weile ein Fahrzeug zu kaufen und interessierten uns eigentlich für einen Hybrid, aber ein E-Fahrzeug, das war schon etwas anderes.

Also machte ich mich auf, studierte diverse Webseiten und Onlineangebote, klickte mich durch diverse YouTube Videos um mehr darüber zu erfahren. -An dieser Stelle danke ich Trevor Larkum für seinen Blog, dann Jan-Bart Spang für seine inspirierenden Videos, Ian Sampson, der seine Erfahrungen mit dem Leaf auf YouTube teilt, Oliver Krüger von 163 Grad und natürlich, und ganz besonders, Robert Llewellyn von Fully Charged
Je mehr ich mich darüber informierte, desto mehr reifte bei mir und meiner Frau der Entschluss, wenn wir uns ein Fahrzeug kaufen, dann einen „Stromer.“

Ich wollte dann natürlich auch deutsche Meinungen hören und war ehrlich gesagt erstaunt, mit welcher Boshaftigkeit dort teilweise diskutiert wurde. Ein sehr großer Teil der Deutschen lehnt das E-Auto radikal ab und auch bei Leuten, von denen man eigentlich annimmt sie wären dazu befähigt objektiv über die Vor- und Nachteile Auskunft zu geben, wurde dermaßen ablehnend und polemisch darüber informiert, dass Leute, die der E-Mobilität positiv gegenüber stehen, teilweise massivst beleidigt wurden, z.B. als „Linksgrün versifft,“ was immer das heißen mag.
Man kann ja nun über neue Konzepte denken was man will, aber hier hatte ich den Eindruck, des Deutschen heiliges Kalb solle auf dem Altar der Nachhaltigkeit geopfert werden und dagegen muss man sich mit allen Mitteln wehren.

Erschreckt hat mich vor allem, mit welchen unsachlichen Argumenten Artikel geschrieben, oder Diskussionen geführt wurden.
Lustig in dem Zusammenhang fand ich einen Artikel auf der „Achse des Guten,“ einem Autorenblog, auf dem mittlerweile offensichtlich jeder schreiben darf der in der Lage ist den Satz zu schreiben, „der Muslim ist böse, der Islam gehört nicht zu Deutschland und jeder Muslim ist ein potenzieller Vergewaltiger vor dem wir uns schützen müssen.“ Und zum Thema Klimawandel bemerkt,“die Eisbären sterben sowieso und wenn sie das nicht tun, dann werden sie eines Tages durch Berlin, Hamburg, oder München laufen und unsere Frauen begrapschen, oder schlimmer noch, uns als Sozialhilfeempfänger auf der Tasche liegen.“ Ein gewisser Dr. Günter Keil schrieb in insgesamt acht Beiträgen, warum die Energiewende gescheitert ist und damit auch das E-Auto eine Totgeburt. Weiter versuchte er über die Gefahren die vom E-Auto ausgehen zu informieren, was in meinen Augen schlicht gescheitert ist.

Dr. Günter Keil muß man wissen, ist Berater der AFD in Sachen Energiepolitik, seine Beiträge, unter anderem auch diesen, schreibt er für das dubiose Institut EIKE (Europäisches Institut für Klima & Energie) einem Zusammenschluss von Leuten, die mit ihrer freien Zeit wenig anzufangen wissen und sich aufgemacht haben, den Klimawandel, mit zweifelhaften Argumenten, zu leugnen.

Das dumme an Dr. Keils Artikel ist allerdings, dass er vor 43 Jahren das exakte Gegenteil von dem geschrieben hat, was er Heute behauptet.

In einem Artikel in der Zeit, zum Thema Energiewende, schrieb er:

„Natürlich kann kein Zweifel daran bestehen, daß ein gewisser Individualverkehr unerläßlich ist. Dennoch gibt es auch hier eine weitaus besser; Alternative: das Elektroauto. Seine bereits bekannten Eigenschaften wie Abgasfreiheit und leises Motorengeräusch werden noch dadurch ergänzt, daß es insgesamt (also einschließlich der Kraftwerksverluste) weniger Energie verbraucht als der herkömmliche Pkw. Da Strom hauptsächlich aus Kohle und in den achtziger Jahren auch aus Kernenergie erzeugt wird, könnte auch der Individualverkehr weniger ölabhängig werden. Für den Kurzstreckenbetrieb geeignete Elektroautos sind bereits entwickelt.“

Nun ist er immer noch ein Verfechter der Kernenergie, dessen Ausbau er beschleunigt sehen möchte, sowie von Kohlekraftwerken. Allerdings spricht er auch davon, dass die Ölquellen keineswegs endlich sind und man auch Fracking anwenden sollte, um weiterhin fossile Energie zur Verfügung zu haben.

Noch schlimmer ist allerdings seine Meinung zu alternativen Energien, sowie zur E-Mobilität. Schrieb er damals noch davon, man müsse die Forschung zu Elektroautos intensivieren um sich unabhängig von den Ölstaaten zu machen, so sagt er heute,

„Die Angebote der Industrie an E-Autos überzeugten bisher nur wenige Kunden, was nicht weiter verwundert, wenn man die hohen Preise, das hohe Gewicht, die kläglichen Reichweiten – die im Winter nochmals abnehmen -, die langen Ladezeiten und die begrenzte Lebensdauer der extrem teuren Batterien betrachtet. Autofahrer sind nicht dumm und es spricht für sie, dass sie sich auch nicht für dumm verkaufen lassen.“

Übrigens, vor 40 Jahren sprach er noch davon, dass bei Strecken, die weiter als 100 Km sind, die Deutschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen sollten.

Da ist es kein Wunder, dass solche Koryphäen in Deutschland auf offene Ohren treffen. Das Auto ist anscheinend immer noch des Deutschen liebstes Kind, da nutzen Argumente nichts.

Ich hatte beim lesen der Artikel und Kommentare teilweise so den Eindruck, als würde jeder deutsche Autobesitzer am Tag zwischen 500 bis 1000 Km zurücklegen, seinen Lunch im Auto genießen und wenn es mal drückt, dann haben sich Pampers sehr bewährt. Ein Argument auf das man sehr häufig, neben der Reichweite, stößt, ist das Argument des Aufladen. Offensichtlich hat man als Autobesitzer keine Zeit, außer wenn man im Stau steht. Nun ist die Reichweite der E-Autos zwischen 150 und ca. 500 Km (Tesla), die Aufladung beträgt je nach Modell zwischen 20 Minuten bis zu zwei Stunden.

Ich besitze seit 1983 den Führerschein und bin seit dieser Zeit, bis auf Unterbrechungen, immer mit dem Auto gefahren. Für mich war das Autofahren mit dem Älterwerden eine Tortur und nicht unbedingt ein Spaß. Der Lärm, der Gestank, die Sorglosigkeit mit der sich andere Verkehrsteilnehmer durch den Verkehr bewegten haben bei mir irgendwann dafür gesorgt, dass ich Autos nicht mehr sehen konnte. Am schlimmsten waren meine Erfahrungen in Österreich wo jeder gefühlte vierte Österreicher der Meinung war, er habe eine Lehrerfunktion einzunehmen und auf der Autobahn von links nach rechts zu pendeln, um seine Mitbürger an das Höchstgeschwindigkeitsgebot zu erinnern. In Deutschland ist es das StVG, das neben der Christophorus Plakette in jedem Auto mitgeführt wird. Natürlich bin ich auch weite Strecken, auch an einem Tag gefahren, aber mittlerweile muss ich nicht zwangsläufig an einem Tag von München nach Hamburg und wieder zurück kommen. Aber offensichtlich ist das der Wunsch.

Ich denke, und das ist das Problem, dass die Bundesregierung sich keine Gedanken darüber gemacht hat, wie sie eine Infrastruktur für die E-Mobilität auf die Beine stellt und das ist hier in Irland anders. Als unsere Regierung das Thema E-Mobilität beschlossen hatte, da ging man hier hin und baute, offensichtlich anders als in Deutschland, erst die Infrastruktur auf und die ist besser als in Deutschland.

Nun hat man zwar das Ziel von 200.000 E-Fahrzeugen bis 2022 nicht erreicht und hinkt auch beim Verzicht auf fossile Brennstoffe hinterher -man will bis 2050 den Verbrauch gesenkt haben-, aber man zeigt, auch wenn man in vielen Dingen hier hinter dem Mond lebt, dass es möglich ist gesetzte Ziele weitestgehend umzusetzen. Vielleicht, man orientiert sich ja an England, ändert sich ja doch der Plan und man verbietet bis 2040 sämtliche Verbrennungsmotoren.

Dies würde in Deutschland nicht machbar sein. Die Regierung hat sich zu abhängig von der Autolobby gemacht und die Autobauer sehen, da die Umsätze immer noch hoch sind, keinen Bedarf sich mit ernsthaften Alternativen zu beschäftigen, wovon der Weg in die E-Mobilität ein wichtiger und richtiger Schritt wäre. Danach könnte man nämlich über Alternativen nachdenken und zu Wasserstoff, als Antriebseinheit nachdenken. Die jetzigen Bemühungen kommen zu spät, Opel vertreibt in Deutschland den Ampera, der in den USA unter dem Namen Bolt auf dem Automarkt bekannt ist, da man offensichtlich einen Trend verschlafen hat. VW hat zwar Konzepte zur reinen E-Mobilität, wovon ein Konzept wohl 2018 oder 2019 auf den Markt rollt und Mercedes bietet ihre Autos, ebenso wie VW, auch als E Alternative an, allerdings gründen diese auf den Verbrennern. Einzig BMW bietet mit dem i3 ein reines Elektroauto an. Ansonsten ist Hybrid für deutsche Autobauer der Antrieb schlechthin.

Ob das auf Dauer aber ausreichen wird, weiterhin im Automobilmarkt ganz vorne mitzuspielen wage ich zu bezweifeln. Das Rennen in Deutschland machen, meiner Ansicht nach, unabhängige Autobauer, wie die Macher des e.Go

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e.Go. Life

, einem Projekt der RWTH in Aachen, die auch schon das Konzept für die Deutsche Post entwickelt haben und für diese einen E-Lieferwagen bauen.

Dann gibt es die Uni München, mit ihrem Hybrid Fahrzeug aus Solar und Stromladung und natürlich aus der Schweiz den Microlino. Und es werden Hersteller wie Tesla, BYD, Hyundai, Renault und Nissan sein, die in Sachen E-Mobilität den Ton angeben. Einzig der E-Smart wird aus dieser Masse herausragen, aber ob das für die erfolgsverwöhnten Autohersteller auf Dauer ausreichend ist, das wage ich zu bezweifeln.

Übrigens, falls nun jemand sagt, „aber das machen doch alle so,“ dann kann ich nur antworten, ich bin nicht alle und wenn alle von der Golden Gate Bridge springen, weil es alle so machen, dann mache ich es nicht, gerade weil alle es machen.

Ich habe für mich beschlossen, dass ich, wenn es geht, auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Ich weiß, dass die Natur uns genügend kostengünstige Alternativen zur Verfügung stellt, sei es Wind, Wasser, oder Sonne, man muß sie nur nutzen und…. die fossilen Energien sind a. Nicht unendlich und b. Belasten sie die Umwelt. Der Klimawandel kommt nicht von ungefähr und man sollte endlich mal überlegen, wie man in Zukunft mit der Erde umgehen möchte und nein, ich bin kein Ökofreak, Naturspinner, oder esoterisch angehaucht.

Man reformiert

Wenn man aus der Ferne einen Blick auf Deutschland wirft, dann kann man sich manchmal nur wundern. Eigentlich sollte Irland mein Thema sein, aber manchmal kommt man an Deutschland einfach nicht vorbei, besonders wenn es um Themen wie den Islam geht.
Wirft man einen Blick in die Zeitungen und Zeitschriften, dann gewinnt man den Eindruck, dass die Deutschen grundsätzlich daueraufgeregt sind, was das Zusammenleben mit ihren muslimischen Mitbürgern betrifft.

Natürlich spricht man das Thema so nicht an, nein, eine richtige Zeitung gönnt sich einen Alibimuslim, jemanden der seinen Mitglaubensbruedern erklärt, was so alles im Islam schief läuft. Das ganze findet schon seit den Anschlägen auf die Twin Towers statt und endet nicht nach dem Anschlag von Paris. Regelmäßig geben sich dann saekulaere Muslime die Klinke in die Hand und der Mustafa aus Ankara erklärt dem deutschen Wutbürger, dass der Islam dringend reformbedürftig ist. Natürlich freuen sich die Redaktionen, denn wenn es ein Muslim sagt und schreibt, dann kann es nur stimmen. Ist im Prinzip wie das Verhältnis deutscher Journalisten (nicht alle) zu Israel. Wenn Norman Finkelstein wutentbrannt in die Tasten hämmert, dass Israel nur aus Faschisten besteht und dringend aufgelöst gehört, dann jubelt ein Augstein und die Kommentatoren gleich mit.
Man macht sich nicht verdächtig und es fliegen auch keine Brandsätze in die Redaktionsräume, schliesslich hat das ja ein Muslim geschrieben.
Gern beruft man sich auf die Aufklärung und Martin Luther, nur hatte der gar nicht vor eine neue Glaubensrichtung zu entwerfen, sondern wollte eigentlich die bestehende nur reformieren weil ihm die Herren aus Rom gehörig die Nerven gingen. Ich denke der Mönch aus Wittenberg hatte keine Ahnung was passiert, denn die Fürsten waren ja der gleichen Meinung, allerdings wollten die keine Reform, sondern sich von Rom nicht gängeln lassen, also haben sie Heinrich den VIII. kopiert und der katholischen Kirche einen Tritt verpasst, trotzdem hat es noch Jahrhunderte gedauert bis wir bei dem angelangt waren, was wir Heute haben…obwohl haben wir es wirklich? Haben wir die Freiheit alles zu sagen, zu schreiben und zu drucken, wonach uns ist?

Aber zurück zum Islam. Nach den Anschlägen von Paris sprang sofort ein Politiker aus Berlin vor die Presse und hyperventilierte, dass es nun an der Zeit ist die Muslime in Deutschland zu schützen, so als wären die Leute eine bedrohte Tierart. Naja, sind wir ehrlich, Heute kann man das sagen, ich glaube nicht dass er sich 1938 so in die Bresche geworfen hätte, als in Deutschland die Synagogen brannten und die Geschäfte verwüstet wurden. Da hätte sich auch ein Herr Maas sehr zuerueckgehalten und ganz kleine Brötchen gebacken.

Ich schweife aber wieder ab, nun soll er sich wieder reformieren, der Islam und sich den modernen Verhältnissen anpassen, bisschen geschmeidiger werden und die Leute, die sofort den Pulsschlag eines Kolibris bekommen, sobald sie nur eine Zeichnung sehen, wo ein Turban drin vorkommt, völlig relaxed reagieren und sagen „ach komm, was soll das, trinke ich doch lieber einen Tee und rauch ’ne Wasserpfeife als meinen Blutdruck zum Mocca kochen zu verwenden.“
Leider verraet niemand, wer sich denn nun reformieren soll und wie man sich das konkret so vorstellt. Es gibt keine oberste Instanz im Islam, keinen Papst der von der Kanzel ruft, „nun macht mal halblang Jungs. 1.) Ist der Koran nicht gestern geschrieben worden, 2.) Unterscheiden sich Frauen nur durch den Körperbau und es war schliesslich Euer Gott, der aus Eurer Rippe die Frau geschaffen hat und 3.) Kann man heutzutage nicht einfach hingehen und jemanden einfach so verprügeln nur weil er anders ist, sonst müsstet Ihr Euch stundenlang in die Fresse hauen. So und jetzt knuddelt Ihr den Ahmed mal ganz fest, statt ihm den Kopf abzuschneiden, nur weil er ein Shiit ist, sonst packe ich die dicke Keule aus.“
1.6 Mrd. Muslime kann man nicht über einen Kamm scheeren, denn jeder meint, dass er und nur er persönlich weiss, was dem Propheten gefällt und was nicht und komischerweise hat jeder Recht, auch ich, ich habe den Koran nämlich gelesen als plötzlich ganz Persien verrückt wurde Ende der 70er Jahre. Und oft genug wurde ich belehrt, dass man den Koran nur in arabisch lesen kann, wenn ich zaghaft darauf hinwies, dass im Koran nirgendwo steht, dass Du Deine Frau schlechter als Deinen Esel behandeln sollst.
So wie ich das sehe und verstehe, dann hat jeder Recht, diejenigen die den Islam als friedlich verstehen und diejenigen die den Koran als Vorlage für ein Splattermovie sehen und sich wie die Reiter der Apokalypse benehmen und unschuldige Leute schlachten.
Was will man da also reformieren?

Nein, statt sofort relativieren, die Muslime dazu aufzurufen sie müssen jetzt aber mal ein Zeichen setzen und zu sagen, Islamismus ist nicht der Islam und wenn sich der Islam reformiert dann wäre Friede, Freude, Eierkuchen, sollte man es so halten wie der Bürgermeister von Rotterdam, der hat es richtig gesagt -ok ein Muslim-, aber der hat den Schneid zu sagen, „wenn es Euch hier nicht passt, dann haut endlich ab und lasst uns in Ruhe!“ Das und nur das sollten die Journalisten und Politiker in Deutschland ebenfalls sagen, anstatt Terroristen wie Minderminderbemittelte geistig grenzdebile Vollidioten zu betrachten.
Leute die hier in Europa Bambusse machen, müssen dahin gehen wo sie ihrem lächerlichen Mummenschanz frönen können, solche Typen braucht man so dringend wie einen Keuchhusten.

Wie sagte Friedrich der Grosse über Religion,

Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren (= ausüben), erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren (= bevölkern), so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen

Ich denke darauf kommt es an, nicht auf irgendwelche Reformen die sich eh nicht durchsetzen lassen, denn diese „Wutbürger“ die kann man nicht reformieren und wenn man nicht ständig vor irgendwelchen Leuten einknickt die als Dauermimosen durch’s Leben laufen, dann klappt es vielleicht auch mit dem Nachbarn.