Feindbild E-Mobilität

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Sion, Sono Motors

Ich habe es schon mal geschrieben, ich bin ein Anhänger der E-Mobilität und freue mich natürlich wenn ich lese, dass wir hier in Irland immer mehr Menschen haben, die vom Verbrenner auf die E-Mobilität umsteigen. Auch wenn die Irish Times fragt, ob denn genügend Ladepunkte vorhanden sind, so muss man unserer Regierung bescheinigen, dass man, bevor man die E-Mobilität forcierte, sich um die Ladeinfrastruktur gekümmert hat. Gut, es ist auf jeden Fall ausbaufähig, keine Frage, aber wenn ich bedenke das gegenüber meines ersten Apartments eine Ladestation stand, dann zeigt es, dass man das Ganze sehr ernst nahm.

Allerdings habe ich, was Deutschland betrifft, immer noch den Eindruck, als wolle man mit allen Mitteln verhindern, dass der Anteil an E-Autos einen größeren Anteil am Verkehr einnimmt. Gut, die Redakteure der Daily Mail sind offensichtlich entschiedene Gegner der E-Mobilität und versuchen, so wie es in der englischen Berichterstattung üblich ist, ihre Leser mit Horrorstories von den E-Autos abzubringen. Aber auch die Deutschen sind offensichtlich immer noch nicht weiter und ich kann nicht umhin zu sagen, die Dummheit und Verve mit der manche Kommentatoren und Redakteure ihre Ahnungslosigkeit zeigen, zeigt wie wenig sich die Leute damit auseinandergesetzt haben.

Wasserstoff ist die Zukunft

Ich gestehe, vor 10 Jahren habe ich den menschengemachten Klimawandel auch in das Reich der Legende verwiesen, aber, und das ist das Gute am Internet, wenn man wirklich an etwas interessiert ist dann findet man alle Informationen die man sucht. Und, ich weiß das ist so, die Klimaforscher haben die besseren und plausibleren Argumente. Hinzu kommt, dass diejenigen die sich abwertend, oder skeptisch, zum Klimawandel äußern, meist über keinerlei wissenschaftliche Ausbildung verfügen. Nehmen wir das „Klimainstitut“ EIKE, dessen Präsident, Holger Thuß, hat eigentlich einen Doktor in Geschichte. Aber da sich jeder, der eine Wetterstation an der Wand hängen hat, als Klimaexperte bezeichnen kann, lädt das Institut, das eigentlich kein Institut ist sondern ein Club aus Rentnern mit Langeweile, regelmäßig zum Schwoof ein und referiert, mit freundlicher Unterstützung amerikanischer Lobbygruppen die glauben, man kann einen Klimawandel mit Geld beseitigen. Da bleibt es nicht aus, auch die AfD greift fleißig auf die Ergüsse dieser „Experten“ zurück.

Mein Liebling, Guido Reil -ein Bekannter aus Deutschland machte mich auf ihn aufmerksam-, ist zwar dumm wie ein Bagger, aber da er offenbar die Testperson von Dunning und Kruger war, zelebriert er seine Ahnungslosigkeit –„In Grönland war es vor 800 Jahren warm. Entschuldigung ich bin Bergmann, ich kann Ihnen was

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Toyota Mirai Quelle: Wikipedia

über Kohle erzählen“-. Zum Glück liess er die Ruhrpottgrammatik daheim und sagte nicht, „ich kann Sie watt zu die Kohle erzählen,“ und ich fragte mich, ob er auch einen Bergmannsschlüpfer an hat, vorne Kupfer, hinten Kohle. Jemand wie Reil sitzt dann im Europaparlament und bestätigt die Worte Kurt Schumachers: „Wenn wir irgend etwas beim Rechtspopulismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, daß ihm zum erstenmal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist.“ Nun richtete Schumacher die Rede nicht an die AfD, sondern an Goebbels, aber wenn man sich die AfD anschaut, dann wundert einen gar nichts mehr.

Auf jeden Fall hatte ich eine Diskussion auf der Facebookseite der Achse des Guten, die regelmäßig ihre Ahnungslosigkeit in Sachen E-Mobilität publik macht und mit einem

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Hyundai Nexo Quelle: Wikipedia

Beitrag zu den Gefahren der E-Autos bewies. Ein Leser schrieb daraufhin, dass die Linksgrüne Lobby den deutschen Wutbürger, äääh Autofahrer enteignen will und dieser gezwungen wird für teuer Geld ein E-Auto zu kaufen, dabei, das sei doch bekannt, sei das Wasserstoffauto viel besser und man solle gefälligst darauf warten. Nun, niemand bestreitet die Effizienz eines Wasserstoffautos, sowie die Umweltverträglichkeit, nur sollte man sich, wenn man schon Links herbeizieht, diese auch lesen. Sein Link bestand aus einem Artikel in dem der Redakteur darüber schrieb, warum Wasserstoff derzeit wenig Sinn macht. Zum einen sind die Umweltbelastungen höher. So schreibt das Handelsblatt:

„Denn eine wichtige Hürde bei der Markteinführung ist das teure Platin: In jeder Brennstoffzelle stecken gut 60 Gramm des teuren Edelmetalls. Das entspricht circa 3000 Euro pro Zelle. „Die größte Herausforderung ist es, ein Substitut für das teure Platin zu finden“, so Experte Bratzel. Daimler forscht gerade daran, den Platinanteil in den Zellen zu senken. Das ist auch nötig, denn würden alle Autos und Lkw mit Brennstoffzellen heutiger Bauart ausgerüstet, wären sämtliche Platinressourcen, die noch im Boden schlummern, mit einem Mal aufgebraucht.

Nicht nur Autoexperten, auch Umweltverbände sehen die Einführung des Wasserstoffautos skeptisch. „Es wird so getan, als lösten Wasserstoffautos das Klimaproblem. Das ist aber nicht so“, sagt Wolfgang Lohbeck von Greenpeace. Vielmehr sei der Wasserstoff „ein Placebo für die Umwelt“, da die Energie um den Wasserstoff zu erzeugen unverhältnismäßig groß sei.

Zumeist wird Wasserstoff aus Erdgas gewonnen: Bei hoher Temperatur und hohem Druck wird in einem speziellen Verfahren Wasserstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid aufgespalten. Dem Klima sei so nicht geholfen, so Lohbeck. Denn das CO2, das bei der Verbrennung des Wasserstoffs eingespart werde, entstehe dabei bei der Herstellung des Wasserstoffs.“

Und viel hat sich seitdem leider nicht geändert, auch wenn die Asiaten weiter am Ball bleiben. Das günstigste Wasserstoffauto, der Hyundai Nexo, kostet laut Hersteller in Deutschland ab 69.000€. Ein Toyota lag zu Beginn bei 98.000€ und ist jetzt ab 78.000 zu haben. Hinzu kommt, so schrieb der Spiegel vor wenigen Tagen: „Bisher sind es 71 bundesweit (Tankstellen für Wasserstoff), bis zum Jahresende sollen es 100 sein – zu wenig, um Deutschland flächendeckend zu versorgen. Zum Vergleich: Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte für Batterie-Elektroautos lag nach Angaben des Energieverbands BDEW zuletzt bei rund 17.400. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von privaten Ladestationen – Batterieautos lassen sich zu Hause betanken, Wasserstoffautos nicht.“

Da wir allerdings jetzt Alternativen brauchen, auch wenn E-Mobilisten erklären, dass der Elektroantrieb eigentlich immer noch am Anfang steht, mag es zwar eine gute Idee sein, wenn man die Forschung weiter betreibt, aber im Moment ist es völlig an der Realität vorbei wenn man man an seinem Diesel festhält und auf das Einhorn wartet.

Das Ende der Atacamawüste

Die Öffentlich-rechtlichen Sender werden seit einigen Jahren generell von deutschen

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Salzsee Atacamawüste Quelle: Wikipedia

Wuthamstern als Lügenpresse bezeichnet. Selbst wenn der Wetterbericht zutrifft, dann regen sich die deutschen Michel darüber auf, dass es 2 Grad zu warm, oder zu kalt ist. Von daher sollte man doch eigentlich, wenn man schon einen Faktencheck einrichtet wie die ARD, in der Lage sein, vernünftig seine Beiträge zu recherchieren. Am 4. Juni strahlte die ARD (WDR) einen Beitrag aus, mit dem Thema „Kann das Elektroauto die Umwelt retten“, wobei der ursprüngliche Titel auf YouTube lautete, „die Lüge vom Elektroauto,“ ich kann mich zwar nicht genau daran erinnern, aber einige E-Blogger, die sich mit dem Beitrag beschäftigten schrieben das.

Mir wurde er mir auf YouTube angeboten und ich dachte, „nanu? Das E-Auto der Klimakiller Nr. 1?“ Was ich da sehen konnte war an Ressentiments, Verdrehungen und Lobbyismus kaum zu übertreffen und teilweise hatte ich den Eindruck, Vertreter der Ölindustrie, sowie die „Experten“ von EIKE hätten beratend zur Seite gestanden.

Die Atacamawüste war schon mal das Thema des Herrn Prof. Lesch und des ZDF und schon damals kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus als ich mir die hahnebüchenen Argumente durchschaute. Es wunderte mich nicht wirklich, dass ausgerechnet Klimaskeptiker, die Gruppe „Freie Fahrt für freie Lanzbulldogbesitzer“(ab Minute 3.21), die „Stickstoffschnüffler Stuttgart,“ sowie die „Petrolheads Paderborn“ das Video mit Harald Lesch teilen mussten, spricht er ihnen doch aus dem Herzen. Anscheinend wollte der WDR da nicht zurückstehen und dachte, „da geht noch was,“ also

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Guido Reil „Klimaexperte,“ Bergmann und für die AfD im Europaparlament Quelle: Wikipedia

setzte man sich mit Sack und Pack in’s Flugzeug, weil das Klima ja egal ist, wenn es darum geht irgendeine Sauerei aufzudecken und düste nach Südamerika, genauer nach Argentinien. Dort angekommen zeigte man ein paar Leute, Landwirte, die dort ihre Lamas hielten und auf das Wasser angewiesen sind. Nun ist es immer blöd und setzt einen in Erklärungsnot den Nutzen der E-Autos zu erklären, wenn Leute in die Öffentlichkeit kommen und in die Kamera sagen, „nur weil Ihr Deutschen ein sauberes Klima wollt, werden wir vergiftet und müssen verdursten!“ Bämm, das sitzt, denn wie will man das begründen, wenn ein paar findige Köpfe genau denselben Kniff verwenden wie Populisten, nämlich vereinfachen und weglassen.

Fehlen durfte auch nicht jemand von Brot für die Welt, die von den erhabenen Flamingos sprach die nun, wegen den E-Auto Spinnern, dort verjagt werden. Nun liegt mir Whataboutism fern, allerdings sei die Frage gestattet, wie man auf der einen Seite Klimaskeptikern kritisch begegnet, auf der anderen Seite aber das Flugzeug nutzt, um nach Argentinien zu kommen, denn laut Brot für die Welt war man öfters vor Ort und offensichtlich nicht in der Lage, oder nicht Willens -vielleicht hat man diesen Hinterhältigen Indios aber auch nicht vertraut- eine Skypeverbindung aufzubauen und sich über die Lage vor Ort informieren zu lassen. Und die gelieferten Argumente liefern geradezu eine Steilvorlage gegen die E-Mobilität.

Vergessen wurde nämlich folgendes: Nicht nur in Argentinien, auch in Leschs Thema, Chile, wurde der Hinweis vergessen, dass der Abbau des Lithiums, einem Abfallprodukt der Salzgewinnung, nicht erst sei Anfang des Jahres stattfindet, sondern bereits in den Neunziger Jahren begann, denn Lithium wird nicht nur in den Akkus der E-Autos verwendet, sondern auch in Akkus für Computer, Smartphones und Herzschrittmacher, dann in Glas und Keramik, Schmiermittel, Strangguss, Kunststoff, Aluminium und Klimaanlagen. Die Akkus für E-Fahrzeuge, dazu gehören alle Fahrzeuge mit Batterie (auch Elektroboote, Elektroroller, E-Bikes und Motorräder), machen einen Teil der 35% Batterien und Akkumulatoren aus. Das zu erwähnen hätte den ganzen Bericht wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen.

Weiter kommt dass die Leute das Land nicht besitzen, sondern sich darauf berufen schon immer da gelebt zu haben. Das Land gehört dem Staat und es ist nicht ersichtlich, wurde auch gar nicht hinterfragt, ob die argentinische Regierung ihnen einen Ausgleich angeboten hat, was sie eigentlich schon in den Neunzigern hätte machen müssen. An Hand von Leschs Aussagen zu Chile hat sich die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie die Mühe gemacht für Klarheit zu sorgen, sie schreiben: „Danach sind derzeit die weltgrößten Förderländer Australien, Chile, Argentinien und China. Künftig wird auch Bolivien dazu kommen, wo die größten Reserven lagern, und wo die Regierung gerade mit Deutschland einen Vertrag zwecks einer gemeinsamen Gewinnung/Verarbeitung des Lithiums geschlossen hat. Denn die deutsche Autoindustrie bezieht bisher kein reines Lithium für ihre Akkus aus dem Ausland – und auch nicht aus Chile – sondern nur Zellen bzw. ganze Akkus.“ Weiter schreiben sie: „Nach Berechnungen aus dem Jahr 1996 nimmt das Gebiet durch ober- und unterirdische Zuflüsse sowie Regen jährlich 172 Millionen Kubikmeter Wasser auf. Andererseits werden 27 Millionen Kubikmeter Wasser für die Landwirtschaft entnommen, und sogar 145 Millionen Kubikmeter verdunsten jährlich, wobei darin das Wasser der Kaliumchlorid-/Lithiumchlorid-Förderung enthalten sein dürfte. Ob durch die Förderung der Grundwasserspiegel für die wenigen dort lebenden Menschen sinkt, wird zwar bisweilen behauptet, ist aber nicht eindeutig. Denn die von Lesch so dramatisch aufgeführten 21 Millionen Liter Wasser täglich sind auch „nur“ 21.000 Kubikmeter pro Tag und rund 7,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr, also eine relativ geringe Menge im Wasserhaushalt des Salzsees.“ (Das gilt für Chile) für Argentinien wurden gar keine Zahlen angegeben, nur dass jährlich etwa 10 Mrd Liter Wasser abgepumpt werden. Zahlen habe ich, ich gestehe es, keine gefunden, vielleicht hat ja jemand weitergehende Informationen. Nun listet Brot für die Welt auch die anderen Produkte auf bei denen Lithium verwendet wird, da das aber dem Konzept widersprechen würde wurde das in der Dokumentation einfach weggelassen, es geht um den Klimakiller, Fakten verwirren da nur.

Da Nachhaltigkeit alles ist und Recherche hinderlich, setzt man den deutschen Autobauern in Interviews die Pistole auf die Brust und will von ihnen wissen, ob diese denn ihre Lieferanten dazu verpflichten, auf einen ökologisch unbedenklichen Abbau zu setzen. Allen diese Frage zeigt, wie Ahnungslos die Macher an das Thema herangegangen sind, denn die Autobauer beziehen kein Lithium, sie kaufen fertige Akkus. Und auch wurde die Frage nicht erörtert, wo denn das Lithium überhaupt herkommt, ja, auch aus Chile, bzw. Argentinien, aber nicht nur. „Denn die deutsche Autoindustrie bezieht bisher kein reines Lithium für ihre Akkus aus dem Ausland – und auch nicht aus Chile –, sondern nur Zellen bzw. ganze Akkus von Herstellern wie CATL/China, Panasonic/Japan, Samsung und LG/Korea. Das Fehlen einer eigenen Zellfertigung in Europa ist Thema in allen Medien. Dass die großen Zellfertiger nicht jedes Gramm in der Zelle nach Herkunft beschriften, ist klar, zumal sie selbst den Rohstoff rund um die Welt einkaufen. Damit erübrigt sich auch die Frage nach der Herkunft des Lithiums.“ Schreibt die Gesellschaft für Sonnenenergie.

Das Tesla eine Drehgenehmigung für ihre Gigafactory verweigerte wunderte mich da nicht mehr so wirklich. Und, hätte man die Eingangs gezeigten E-Autobesitzer gefragt, man hätte sich den ganzen Film sparen können, denn die wissen besser Bescheid und sind sich auch über die Probleme bewusst, im Gegensatz zum WDR.

Da fällt auch die „Schwedenstudie“ nicht mehr weiter in’s Gewicht. Einzig im Fazit bin ich auf der Seite der Macher. Ja, wir brauchen eine andere Mobilität, sicher weniger Individualverkehr, aber auch hier greift man wieder zu kurz, was macht man mit den Menschen in ländlichen Gebieten? Hier in Irland sind wir ohne Auto aufgeschmissen. Der Busverkehr ist zwar gut, aber trotzdem gibt es Gegenden die kein Bus anfährt. Das gilt für Deutschland gleichermassen und man kann nicht die Landbevölkerung zwingen in die Stadt zu ziehen, das geht nicht, also muss man alternative Lösungen finden. Die Firma E-Flat hat, wie ich finde ein sehr gutes Konzept, denn man kann dort einen flexiblen Leasingvertrag abschliessen und entweder ein E-Auto testen, oder die Zeit überbrücken bis man ein Eigenes hat.

Mehr Anreize

In einem Bericht über China und den Verkehrskollaps, sowie die Industrialisierung, wurde erzählt, dass die Regierung, um dem entgegenzuwirken, eine Mindestanzahl an E-Autos staatlich verordnet hat. Jeder Fahrzeughersteller ist per Gesetz dazu verpflichtet

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Microlino verfügbar Herbst 2019

auch eine Palette an E-Autos zu produzieren, macht er das nicht, drohen Strafen. Im Gegenzug bekommt man eine Förderung von umgerechnet etwa 10.000$, damit das E-Auto nicht viel teurer als ein Verbrenner ist. Dementsprechend ist die Entwicklung sehr hoch und weiter fortgeschritten als in der „Autonation“ Deutschland. Chinesische Autohersteller haben die Ambition selbst Tesla vom Thron zu stoßen und der Weltgrößte Produzent von Elektrofahrzeugen zu werden.

Ich muss es gestehen, ich mag die Chinesische Politik nicht und habe es lange vermieden Elektroprodukte aus China zu kaufen, aber es geht nicht, China beherrscht mittlerweile die Märkte. Allerdings muss ich anerkennen, dass eine Ein Parteien Diktatur auch Vorteile bringt, was das Umdenken anbetrifft. Nun bin ich zwar nicht der Meinung europäische Regierungen sollten Autobauer zwingen mehr E-Autos zu produzieren, allerdings wären höhere Anreize ein Mittel um die E-Mobilität voranzutreiben, verbunden mit einem besseren Ausbau der Lade- und Infrastruktur, wenn man es mit dem Klimawandel wirklich ernst nimmt denn der Autoverkehr nimmt den ersten Platz der Umweltsünder ein. (Vielleicht hat ja jemand aktuelle Zahlen dazu)

Ach übrigens die AfD hat mich auf Twitter geblockt. War mir klar, denn Leute die sich in ihrer Opferrolle suhlen und von Meinungsfreiheit faseln sind unendlich froh, dass es in Sozialen Netzwerken die Funktion des Blockieren gibt, wenn einem die Fragen nicht passen.

 

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E-Mobilität

Vor ein paar Jahren hatte eine Bekannte von mir einen Beitrag der Firma Tesla gepostet. Tesla veranstaltete damals eine Roadshow in München und stellte auf diesem Event seinen Modell S vor. Ich weiß nicht mehr ob es das Spitzenmodell von Tesla war, oder einfach nur ein allgemeines Event, auf jeden Fall war mein Interesse an E-Autos geweckt.
Meine Frau und ich überlegten uns schon eine Weile ein Fahrzeug zu kaufen und interessierten uns eigentlich für einen Hybrid, aber ein E-Fahrzeug, das war schon etwas anderes.

Also machte ich mich auf, studierte diverse Webseiten und Onlineangebote, klickte mich durch diverse YouTube Videos um mehr darüber zu erfahren. -An dieser Stelle danke ich Trevor Larkum für seinen Blog, dann Jan-Bart Spang für seine inspirierenden Videos, Ian Sampson, der seine Erfahrungen mit dem Leaf auf YouTube teilt, Oliver Krüger von 163 Grad und natürlich, und ganz besonders, Robert Llewellyn von Fully Charged
Je mehr ich mich darüber informierte, desto mehr reifte bei mir und meiner Frau der Entschluss, wenn wir uns ein Fahrzeug kaufen, dann einen „Stromer.“

Ich wollte dann natürlich auch deutsche Meinungen hören und war ehrlich gesagt erstaunt, mit welcher Boshaftigkeit dort teilweise diskutiert wurde. Ein sehr großer Teil der Deutschen lehnt das E-Auto radikal ab und auch bei Leuten, von denen man eigentlich annimmt sie wären dazu befähigt objektiv über die Vor- und Nachteile Auskunft zu geben, wurde dermaßen ablehnend und polemisch darüber informiert, dass Leute, die der E-Mobilität positiv gegenüber stehen, teilweise massivst beleidigt wurden, z.B. als „Linksgrün versifft,“ was immer das heißen mag.
Man kann ja nun über neue Konzepte denken was man will, aber hier hatte ich den Eindruck, des Deutschen heiliges Kalb solle auf dem Altar der Nachhaltigkeit geopfert werden und dagegen muss man sich mit allen Mitteln wehren.

Erschreckt hat mich vor allem, mit welchen unsachlichen Argumenten Artikel geschrieben, oder Diskussionen geführt wurden.
Lustig in dem Zusammenhang fand ich einen Artikel auf der „Achse des Guten,“ einem Autorenblog, auf dem mittlerweile offensichtlich jeder schreiben darf der in der Lage ist den Satz zu schreiben, „der Muslim ist böse, der Islam gehört nicht zu Deutschland und jeder Muslim ist ein potenzieller Vergewaltiger vor dem wir uns schützen müssen.“ Und zum Thema Klimawandel bemerkt,“die Eisbären sterben sowieso und wenn sie das nicht tun, dann werden sie eines Tages durch Berlin, Hamburg, oder München laufen und unsere Frauen begrapschen, oder schlimmer noch, uns als Sozialhilfeempfänger auf der Tasche liegen.“ Ein gewisser Dr. Günter Keil schrieb in insgesamt acht Beiträgen, warum die Energiewende gescheitert ist und damit auch das E-Auto eine Totgeburt. Weiter versuchte er über die Gefahren die vom E-Auto ausgehen zu informieren, was in meinen Augen schlicht gescheitert ist.

Dr. Günter Keil muß man wissen, ist Berater der AFD in Sachen Energiepolitik, seine Beiträge, unter anderem auch diesen, schreibt er für das dubiose Institut EIKE (Europäisches Institut für Klima & Energie) einem Zusammenschluss von Leuten, die mit ihrer freien Zeit wenig anzufangen wissen und sich aufgemacht haben, den Klimawandel, mit zweifelhaften Argumenten, zu leugnen.

Das dumme an Dr. Keils Artikel ist allerdings, dass er vor 43 Jahren das exakte Gegenteil von dem geschrieben hat, was er Heute behauptet.

In einem Artikel in der Zeit, zum Thema Energiewende, schrieb er:

„Natürlich kann kein Zweifel daran bestehen, daß ein gewisser Individualverkehr unerläßlich ist. Dennoch gibt es auch hier eine weitaus besser; Alternative: das Elektroauto. Seine bereits bekannten Eigenschaften wie Abgasfreiheit und leises Motorengeräusch werden noch dadurch ergänzt, daß es insgesamt (also einschließlich der Kraftwerksverluste) weniger Energie verbraucht als der herkömmliche Pkw. Da Strom hauptsächlich aus Kohle und in den achtziger Jahren auch aus Kernenergie erzeugt wird, könnte auch der Individualverkehr weniger ölabhängig werden. Für den Kurzstreckenbetrieb geeignete Elektroautos sind bereits entwickelt.“

Nun ist er immer noch ein Verfechter der Kernenergie, dessen Ausbau er beschleunigt sehen möchte, sowie von Kohlekraftwerken. Allerdings spricht er auch davon, dass die Ölquellen keineswegs endlich sind und man auch Fracking anwenden sollte, um weiterhin fossile Energie zur Verfügung zu haben.

Noch schlimmer ist allerdings seine Meinung zu alternativen Energien, sowie zur E-Mobilität. Schrieb er damals noch davon, man müsse die Forschung zu Elektroautos intensivieren um sich unabhängig von den Ölstaaten zu machen, so sagt er heute,

„Die Angebote der Industrie an E-Autos überzeugten bisher nur wenige Kunden, was nicht weiter verwundert, wenn man die hohen Preise, das hohe Gewicht, die kläglichen Reichweiten – die im Winter nochmals abnehmen -, die langen Ladezeiten und die begrenzte Lebensdauer der extrem teuren Batterien betrachtet. Autofahrer sind nicht dumm und es spricht für sie, dass sie sich auch nicht für dumm verkaufen lassen.“

Übrigens, vor 40 Jahren sprach er noch davon, dass bei Strecken, die weiter als 100 Km sind, die Deutschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen sollten.

Da ist es kein Wunder, dass solche Koryphäen in Deutschland auf offene Ohren treffen. Das Auto ist anscheinend immer noch des Deutschen liebstes Kind, da nutzen Argumente nichts.

Ich hatte beim lesen der Artikel und Kommentare teilweise so den Eindruck, als würde jeder deutsche Autobesitzer am Tag zwischen 500 bis 1000 Km zurücklegen, seinen Lunch im Auto genießen und wenn es mal drückt, dann haben sich Pampers sehr bewährt. Ein Argument auf das man sehr häufig, neben der Reichweite, stößt, ist das Argument des Aufladen. Offensichtlich hat man als Autobesitzer keine Zeit, außer wenn man im Stau steht. Nun ist die Reichweite der E-Autos zwischen 150 und ca. 500 Km (Tesla), die Aufladung beträgt je nach Modell zwischen 20 Minuten bis zu zwei Stunden.

Ich besitze seit 1983 den Führerschein und bin seit dieser Zeit, bis auf Unterbrechungen, immer mit dem Auto gefahren. Für mich war das Autofahren mit dem Älterwerden eine Tortur und nicht unbedingt ein Spaß. Der Lärm, der Gestank, die Sorglosigkeit mit der sich andere Verkehrsteilnehmer durch den Verkehr bewegten haben bei mir irgendwann dafür gesorgt, dass ich Autos nicht mehr sehen konnte. Am schlimmsten waren meine Erfahrungen in Österreich wo jeder gefühlte vierte Österreicher der Meinung war, er habe eine Lehrerfunktion einzunehmen und auf der Autobahn von links nach rechts zu pendeln, um seine Mitbürger an das Höchstgeschwindigkeitsgebot zu erinnern. In Deutschland ist es das StVG, das neben der Christophorus Plakette in jedem Auto mitgeführt wird. Natürlich bin ich auch weite Strecken, auch an einem Tag gefahren, aber mittlerweile muss ich nicht zwangsläufig an einem Tag von München nach Hamburg und wieder zurück kommen. Aber offensichtlich ist das der Wunsch.

Ich denke, und das ist das Problem, dass die Bundesregierung sich keine Gedanken darüber gemacht hat, wie sie eine Infrastruktur für die E-Mobilität auf die Beine stellt und das ist hier in Irland anders. Als unsere Regierung das Thema E-Mobilität beschlossen hatte, da ging man hier hin und baute, offensichtlich anders als in Deutschland, erst die Infrastruktur auf und die ist besser als in Deutschland.

Nun hat man zwar das Ziel von 200.000 E-Fahrzeugen bis 2022 nicht erreicht und hinkt auch beim Verzicht auf fossile Brennstoffe hinterher -man will bis 2050 den Verbrauch gesenkt haben-, aber man zeigt, auch wenn man in vielen Dingen hier hinter dem Mond lebt, dass es möglich ist gesetzte Ziele weitestgehend umzusetzen. Vielleicht, man orientiert sich ja an England, ändert sich ja doch der Plan und man verbietet bis 2040 sämtliche Verbrennungsmotoren.

Dies würde in Deutschland nicht machbar sein. Die Regierung hat sich zu abhängig von der Autolobby gemacht und die Autobauer sehen, da die Umsätze immer noch hoch sind, keinen Bedarf sich mit ernsthaften Alternativen zu beschäftigen, wovon der Weg in die E-Mobilität ein wichtiger und richtiger Schritt wäre. Danach könnte man nämlich über Alternativen nachdenken und zu Wasserstoff, als Antriebseinheit nachdenken. Die jetzigen Bemühungen kommen zu spät, Opel vertreibt in Deutschland den Ampera, der in den USA unter dem Namen Bolt auf dem Automarkt bekannt ist, da man offensichtlich einen Trend verschlafen hat. VW hat zwar Konzepte zur reinen E-Mobilität, wovon ein Konzept wohl 2018 oder 2019 auf den Markt rollt und Mercedes bietet ihre Autos, ebenso wie VW, auch als E Alternative an, allerdings gründen diese auf den Verbrennern. Einzig BMW bietet mit dem i3 ein reines Elektroauto an. Ansonsten ist Hybrid für deutsche Autobauer der Antrieb schlechthin.

Ob das auf Dauer aber ausreichen wird, weiterhin im Automobilmarkt ganz vorne mitzuspielen wage ich zu bezweifeln. Das Rennen in Deutschland machen, meiner Ansicht nach, unabhängige Autobauer, wie die Macher des e.Go

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e.Go. Life

, einem Projekt der RWTH in Aachen, die auch schon das Konzept für die Deutsche Post entwickelt haben und für diese einen E-Lieferwagen bauen.

Dann gibt es die Uni München, mit ihrem Hybrid Fahrzeug aus Solar und Stromladung und natürlich aus der Schweiz den Microlino. Und es werden Hersteller wie Tesla, BYD, Hyundai, Renault und Nissan sein, die in Sachen E-Mobilität den Ton angeben. Einzig der E-Smart wird aus dieser Masse herausragen, aber ob das für die erfolgsverwöhnten Autohersteller auf Dauer ausreichend ist, das wage ich zu bezweifeln.

Übrigens, falls nun jemand sagt, „aber das machen doch alle so,“ dann kann ich nur antworten, ich bin nicht alle und wenn alle von der Golden Gate Bridge springen, weil es alle so machen, dann mache ich es nicht, gerade weil alle es machen.

Ich habe für mich beschlossen, dass ich, wenn es geht, auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Ich weiß, dass die Natur uns genügend kostengünstige Alternativen zur Verfügung stellt, sei es Wind, Wasser, oder Sonne, man muß sie nur nutzen und…. die fossilen Energien sind a. Nicht unendlich und b. Belasten sie die Umwelt. Der Klimawandel kommt nicht von ungefähr und man sollte endlich mal überlegen, wie man in Zukunft mit der Erde umgehen möchte und nein, ich bin kein Ökofreak, Naturspinner, oder esoterisch angehaucht.